Ackern auf dem Balkon

Drei Tage habe ich nun auf meinem Balkon geackert im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt spüre ich quasi jeden Muskel vom Schleppen der Kübel und Kästen, vom Bücken und Heben und vom Mischen der Erde. Aber ich bin glücklich und zufrieden und wirklich stolz, dass ich alles geschafft habe. Gestern Nachmittag sah es noch nicht danach aus. Ein einziges Chaos auf meinem Balkon:

Es war super, dass das Wetter so toll mitgespielt hat. Sonnenschein pur und kein Regen in Sicht. So konnte ich abends das Chaos einfach stehen lassen und musste nicht befürchten, dass ein Regenguss den offenen Sack Erde in Klackermatsch verwandelt. Lediglich der Wind war einigermaßen nervig und versuchte dauernd, mir die Erde von der Schaufel zu pusten. Ich habe gewonnen. 😉

Heute am späten Nachmittag war es dann endlich soweit: alle Saat war verbraucht, die Mehrjährigen hatten frische Erde und neuen Dünger und einige davon habe ich umgetopft, auch die Zimmerpflanzen hatten frische Erde und neuen Dünger, alles auf dem Balkon war geputzt – sogar die Fenster.

 

Die Erdbeeren tragen ganz viele Früchte. Wenn sie doch nur endlich rot werden würden! Die Kiwi hat angefangen auszutreiben und die Pfingstrose trägt fette Knospen.

Für die Lichtkeimer, die bei dem Wind weg geweht worden wären, hatte ich dieses Jahr eine geniale Idee. Ich habe die leeren Tüten der Kokoserde auseinander geschnitten, die Töpfe und Kästen damit bedeckt und die Plastikfolie mit Wäscheklammern und Steinen befestigt. Müsste doch eigentlich ähnlich wie im Gewächshaus sein.

Gegen den Anmarsch der Wespen hatten Herr Grillenscheucher und ich bereits im Winter diverse Varianten überlegt. Eigentlich sagt man ja, dass Wespen nicht nochmal ein Nest an derselben Stelle bauen. Das kann ich nicht bestätigen. Wieder versuchten sie, ihr Nest direkt neben meiner Balkontür unter die Dachabdeckung zu bauen. Als erstes stopfte Herr Grillenscheucher Stahl-Putzschwämme in die Lücken zwischen Holzwand und Abdeckung:

Das trug schon zu einiger Irritation bei den Wespen bei, aber sie fanden trotzdem einen Weg dran vorbei. Im Internet wird oft empfohlen, alles lückenlos mit Bauschaum dicht zu machen. Das finde ich schwierig – wer weiß, wozu die Lücken beim Bauen gelassen wurden? Außerdem kriegt man Bauschaum da nicht wieder so ohne weiteres raus, die Schwämme schon. Dann habe ich gelesen, dass Wespen den Geruch von Lavendel nicht mögen. Ha, damit kann ich dienen! Ich habe Küchenpapier mit ein wenig Lavendelöl beträufelt und es vor den Eingang zum entstehenden Nestes gehängt.

Hui, da wurden die Wespenaugen aber groß. Das fanden sie so richtig eklig. Und endlich bin ich sie los. Also, sie dürfen ja gern kommen und hier und da rumknabbern, aber ein Nest möchte ich nicht nochmal auf meinem Balkon haben.

Wespen

In diesem Jahr hat sich eine Wespenkönigin ausgerechnet meinen Balkon zum Nisten ausgesucht. Das Nest an sich kann man nicht sehen, weil es hinter einer Abdeckung vom Dach ist. Im Frühling dachte ich lange Zeit, dass die Wespen nur deshalb unter diese Abdeckung fliegen, um dort Holz zu sammeln. Das taten sie nämlich auch schon in den vergangenen Jahren. Es hat lange gedauert bis mir klar wurde, dass ein derartiges Gewimmel nur eins bedeuten kann: ein Nest. Direkt neben meiner Balkontür. Bislang, das muss ich schon zugeben, sind wir ganz gut miteinander klar gekommen. Aber jetzt im Herbst werden die Biester echt lästig. Entspanntes Arbeiten auf dem Balkon ist nicht mehr möglich. 🙁 Immerhin haben Herr Grillenscheucher und ich schon Pläne, wie wir im Winter die Hohlräume unter der Abdeckung verstopfen können, damit das nicht nochmal passiert.

  • Trotz der Wespen habe ich heute das Bohnenkraut und die Tagetes entsorgt und deren Balkonkästen geschrubbt. Allmählich lichtet es sich auf meinem Balkon. Es wird eben Herbst. Seufz. Immerhin blieb es entgegen der Wettervorhersage trocken und ab und zu kam sogar die Sonne raus.
  • Ich habe mir Fleiß-Sternchen verdient, indem ich Schuhe geputzt habe. 😉 Neu imprägniert sind sie nun auch – vorbereitet sein ist alles…
  • Ein leckeres Sandwich mit dem letzten Salat der Saison.

Besuch bei Mama

Jedes Jahr in meiner Auszeit fahre ich einen Tag zu meiner Mama und wir machen uns einen feinen Mama-Tochter-Nachmittag. (Und jedes Mal frage ich mich, warum ich das eigentlich nicht öfter mache.) Heute jedenfalls war es wieder soweit und ich hatte einen weiteren richtig schönen Urlaubstag.

  • Auf der Hin- und Rückfahrt in der Bahn habe ich in meinem neuen Krimi „Ostfriesen Killer“ von Klaus-Peter Wolf gelesen und musste aufpassen, dass ich das Aussteigen nicht verpasse. So spannend! Wie schön, dass ich diesen Autor erst kürzlich entdeckt habe und nun eine ganze Krimi-Reihe vor mir hab.
  • Der Nachmittag mit meiner Mama war so wunderschön wie immer. Dieses Mal sind wir durch den Kurpark ihrer Stadt gelaufen, haben in einem Café Käsebrote statt Kuchen ergattert (und sie gegen die Wespen verteidigt) und über alles geredet, was uns in den Sinn kam. So wunderbar war der Blick von unserem Sitzplatz:

Kurpark_Blick_vom_Cafe

  • Anschließend haben wir bei ihr zu Hause in der Sonne gesessen und bekamen von ihrem Mann Prosecco mit vielen Erdbeeren gereicht. Lecker! So manches eher frustrierendes Thema wurde besprochen. Der tollste Satz von ihr fiel jedoch schon viel früher: „Nein, Du musst nicht; Du hast es Dir nur vorgenommen.“. Danke, Süße! (In meinem Kopf ratterte sofort was los über Priorisierung usw., aber darüber denke ich dann vielleicht morgen mal nach.)

Der Nachtrag vom Wochenende

Das war ein schönes, entspanntes Sommer-Wochenende. Am Freitag kühlten Gewitter und Regen die Temperaturen auf wieder erträgliche Grade runter und schon ist das Leben viel weniger anstrengend.

Die guten Dinge vom Freitag:

  • Lustig, womit man Leuten eine Freude machen kann. Ich habe T. eine Flasche Reiniger für die Geschirrspülmaschine mitgebracht, die ich übrig hatte. Sie hat sich begeistert gleich ans Werk gemacht. Ich habe mich allerdings auch sehr gefreut als nachmittags der Büro-Geschirrspüler wieder gut roch. 😉
  • Eine Urlaubskarte von C. im Briefkasten. Danke schön!
  • Der entspannte Abend mit Herrn Grillenscheucher ganz ohne Anlaufschwierigkeiten.

Die guten Dinge vom Samstag:

  • Wir waren bei meiner Mama zum Grillen eingeladen, das sich anfangs wegen des Wespenansturms als schwierig erwies. Fast hätten wir uns vertreiben lassen, aber dann haben wir unter viel Geflachse und Gelächter die Kurve gekriegt und spannenderweise die Wespen auch. Die verzogen sich nämlich nach und nach.
  • Ich durfte so sitzen, dass ich einen super Blick in den wunderschönen Garten von meiner Mama und K. hatte. Hach, ich könnte da stundenlang verträumt vor mich hin gucken! Und ich liebe es, auf dem satten grünen samtweichen Rasen barfuß zu laufen. Das ist so ein tolles Gefühl unter den Füßen und es erinnert mich an meine Kindheit, in der das tägliche Normalität war.

265_Garten_in_L 264_am_Weg_in_L 270_gelbe_Blüten_in_L

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  • Mit Herrn Grillenscheucher erste konkrete Pläne für meine Auszeit gemacht.

Die guten Dinge von heute:

  • Eine Mail von F. mit der Mitteilung, dass sie nun doch trotz aller Umstände, die dagegen sprechen, ihre Paris-Reise machen wird. Das freut mich ganz unglaublich für sie.
  • Mit der Hilfe von Herrn Grillenscheucher zwei große Pflanzkübel ihre Plätze tauschen lassen. Nun sieht es weniger gedrängt aus. (Aber so ganz langsam muss ich mir doch mal Gedanken machen, wie ich meinen „Riesen“ mehr Platz verschaffen kann.)
  • Nur noch 3 Tage arbeiten… 😎

Der Nachtrag vom Wochenende

Pünktlich zum Wochenende kam der Sommer zurück. Warmer Sonnenschein statt kalter Regen. Einfach schön! 😎

Die guten Dinge vom Freitag:

  • Gleich morgens bin ich dem Gewerkschaftsaufruf gefolgt und habe mich mit den anderen versammelt, um unsere Forderungen im Tarifkonflikt zu bestärken. Das Angebot meiner Firma ist derart mickrig, dass man sich schon fremdschämen muss. Sehr gut, dass endlich Bewegung in die Mitarbeiter kommt.
  • Eine Urlaubskarte aus Italien im Briefkasten. Liebsten Dank, Ihr beiden!
  • Herr Grillenscheucher hat mir einen wunderhübschen Porzellan-Kaffeebecher mit Deckel geschenkt. Fortan werde ich meinen Kaffee kleckerfrei in die morgendliche Zigarettenpause transportieren können. Juchuh! Der Becher, der Becher und der Deckel, der Becher „angezogen“:

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Die guten Dinge vom Samstag:

  • Der grandiose Vollmond in der Nacht.

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  • Ich wollte in ein Dänisches Bettenlager, um neue Badematten zu kaufen. (Bei mir überleben die nie besonders lange, weil sich die rutschhemmende untere Plastikschicht beim Waschen immer ablöst.) Ein Glück hatte ich davon am Freitag einer Kollegin erzählt, die dann nebenbei erwähnte, dass der Laden in einem Einkaufszentrum ist. Andernfalls hätten wir ihn wohl nie gefunden. Bei der Gelegenheit entdeckten wir ein ganz tolles Einkaufszentrum, das lauter sinnvolle Läden beherbergt und entspannt leer ist. Lustig, eigentlich ist es gleich bei uns um die Ecke, aber wir waren noch nie dort. Und die richtigen Badematten habe ich auch bekommen.
  • Prosecco auf dem Balkon und danach sehr lecker zusammen gekocht. Ein feiner, entspannter Abend.

Die guten Dinge von heute:

  • Latte Macchiato ans Bett serviert macht das Aufwachen richtig schön.
  • Zu Hause erwarteten mich üppig wuchernde, aber schon recht schlaffe Balkonpflanzen. Ich kam gerade noch rechtzeitig zum Gießen. Puh!
  • Ich hatte jede Menge Besuch von Wespen in der Wohnung und ich bin ganz stolz, dass ich darauf nicht mehr so panisch wie früher reagiere, sondern nur noch im Befehlston „Raus!!!“ sage. Erstaunlicherweise hören sie darauf und verschwinden schnellstmöglich durch die offene Balkontür. Hihi.