Mykonos und endlich Ruhe in der Kabine

Die dritte Nacht mit lärmender Klimaanlage war überstanden. Wir ankerten vor Mykonos, das uns mit strahlendem Sonnenschein begrüßte. Wenn das Meer so glitzert und die Luft so angenehm warm ist, vergisst man zeitweise sogar den Schlafmangel.

Herr Grillenscheucher und ich sind langsam in den Tag gestartet und erst mittags mit C. und M. an Land getendert. Die Tenderboote waren zur Abwechslung nicht die Rettungsboote der Mein Schiff 1, sondern griechische Boote. Offenbar haben die Griechen gelernt, Geld zu verdienen. 😉

Zum kleinen, alten Hafen von Mykonos Stadt wurden wir gebracht und sind von dort kreuz und quer durch den Ort gelaufen. Es war noch Vorsaison und die Vorbereitungen auf die Saison liefen auf vollen Touren. Überall wurde repariert und gemalert und es roch nach Farbe. Das meiste war aber offenbar schon geschafft, denn die Häuser strahlten überwiegend frisch weiß.

Mykonos ist ja berühmt für seine weiß-blauen Häuser und ich mag das auch sehr gern leiden, aber ab und zu gibt es doch mal eine andere Farbkombination.

Wir haben uns die Windmühlen aus der Nähe angesehen. Von innen konnte man keine besichtigen. Offenbar sind sie in Privatbesitz.

Die Gassen sind teilweise irrwitzig eng. Für mich wäre das ja nichts, wenn ich den Nachbarn gegenüber morgens durchs Fenster per Handschlag begrüßen könnte.

Unterwegs hatte M. ganz oft Gelegenheit, eine Katze zu kraulen, was sie alle sehr genossen haben. Der Katzenflüsterer… 😉

Immer wieder hatten wir einen schönen Blick auf unser Lieblingsschiff mit einem Tenderboot davor. Tolle Kulisse!

Eine sehr steile Treppe sind wir hoch gestiegen, weil wir hofften, danach in reine Wohngebiete zu kommen. Wir waren neugierig auf den Teil, der nicht total touristisch hergerichtet ist und die ganze Zeit ein bisschen an Disney-Land erinnerte. Aber leider war das eine Sackgasse.

Danach fanden wir, es sei Zeit für eine Pause. Natürlich gab es jede Menge Restaurants und Cafés, die geöffnet hatten, aber wir hatten diverse Ansprüche, die es zu erfüllen galt. So landeten wir in der Bar „Scarpa“ mit Blick aufs Meer, die leider keine eigene Webseite hat. Wunderbar war es dort mit vielen Kissen und total entspannt. Auch Donany hat es sehr gefallen.

Langsam sind wir zurück Richtung Anleger und haben noch die ein oder andere Kurve eingelegt, weil irgendwas unser Interesse geweckt hatte.

 

Zurück auf unserem Schiff haben Herr Grillenscheucher und ich eine Weile im Casino entspannt. Als wir am späten Nachmittag feststellen mussten, dass sich immer noch niemand mit unserer nervigen Klimaanlage beschäftigt hat, ist Herr Grillenscheucher ein weiteres Mal deshalb bei der Rezeption vorstellig geworden. Dieses Mal wurde immerhin sofort ein Handwerker angerufen, der erstaunlicherweise auch ein paar Minuten später kam. Dem möchte ich an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen danken, denn er hat unsere Klimaanlage total geschrottet. Sie gab keinen Mucks mehr von sich. Oh, was war das für eine himmlische Ruhe! Und es war ja absehbar, dass wir das Ding auf dieser Fahrt weder fürs Heizen noch fürs Abkühlen brauchen würden. Mal ganz abgesehen davon, dass beides eh nicht mehr funktionierte.

Herrn Grillenscheucher und mir sind Felsbrocken vom Herzen gefallen und wir haben uns total aufs Schlafen gefreut. Also sind wir relativ früh zum Essen ins Atlantic gegangen, was dazu führte, dass wir zwischen den Essensgängen ewig warten mussten. Vor dem Hauptgang bin ich deshalb raus gegangen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren bis die Sonne komplett untergegangen war.

Nach dem Essen hielt uns auch nichts mehr lange wach. Wir sind früh in unsere Kabine und haben vom Balkon noch den Mond bewundert.

Und dann haben wir in wunderbarer Ruhe endlich richtig geschlafen.

Piräus bzw. der Kanal von Korinth

Am Ostersonntag legten wir im ersten Hafen dieser Kreuzfahrt an: Piräus. Nach nur wenig Schlaf wurden Herr Grillenscheucher und ich nicht nur vom Wecker früh morgens geweckt, sondern auch vom Gottesdienst der hübschen griechisch-orthodoxen Kirche am Hafen.

Nach dem orthodoxen Kalender war erst Palmsonntag und der Gottesdienst wurde über Lautsprecher nach draußen übertragen. Wie praktisch! Dort kann man sozusagen im eigenen Bett gleichzeitig in der Kirche sein. Blöd nur für die Langschläfer unter den Griechen. Und blöd auch für uns, denn wir waren noch zu verschlafen für so viel Lärm. Aber immerhin hielt er uns vom Wieder-Einschlafen ab, so dass wir unseren für heute gebuchten Ausflug zum Kanal von Korinth nicht verpassen konnten.

Pünktlich um 8:30 Uhr erschienen wir am Sammelplatz im Theater und gehörten erstaunlicherweise mit zu den letzten Teilnehmern. Fein – so gab es kein langes Warten auf irgendwas und wir konnten direkt zum Ausflugsbus laufen. Ungefähr 1,5 Stunden wurden wir durch die Gegend geschaukelt. Unterwegs erzählte die Reiseführerin ganz interessant, aber leider war ich viel zu müde, um mir viel davon zu merken.

Dann gab es eine kurze Pause an einer der Brücken über den Kanal von Korinth. Selbstredend gab es dort Läden speziell für Touristen, in denen man kitschige Souvenirs, hässliche Postkarten, Getränke und Essen kaufen hätte können. Und natürlich Toiletten. Auf der Fahrt wurde uns nämlich abgeraten, die Toilette auf dem Boot, auf das wir noch kommen sollten, zu benutzen. (Komisch. Ausgerechnet das habe ich mir gemerkt. 😕 )

Der Blick auf den Kanal von der Brücke war schon echt beeindruckend. Besonders für mich, die ich nicht ganz schwindelfrei bin.

Zum Glück gab es auch weniger beunruhigende Fotomotive.

Da die Griechen momentan im Vergleich eher wenig Geld haben, haben sie eine ganz neue Form der Liebesbezeugungen an Brückengeländern erfunden. Während bei uns Schlösser – meist sogar mit Gravur – an den Geländern dafür befestigt werden, nehmen die Griechen einfach Reste von Plastiktüten. Sind ja ähnlich haltbar. 😉

Die Busfahrt bis zu dem kleinen Hafen, von dem aus unsere Bootsfahrt über den Kanal von Korinth beginnen sollte, dauerte nur noch ein paar Minuten. Vor uns waren schon die anderen Busse mit den weiteren Teilnehmern der Bootstour angekommen und alle drängelten möglichst weit nach vorn zum Anleger. Ein Glück fiel niemand dabei in den Kanal! Wir trafen C. und M. dort wieder und stellten erfreut fest, dass wir die Bootstour doch gemeinsam machen würden. Wegen der unterschiedlichen Abfahrtszeiten hatten wir damit gar nicht gerechnet.

Während wir auf unser Boot warteten, habe ich die Umgebung fotografiert.

Als wir vier ohne Drängeln das Boot enterten, waren natürlich schon alle Außenplätze belegt. C. fand, wir könnten uns doch einfach auf die Kiste setzen, in der die Schwimmwesten lagerten. Gesagt, getan. Und es war ein super Platz! Wir hatten Schatten auf den Köpfen und die meiste Zeit Sonne auf dem Bauch. Perfekt.

Die Fahrt auf dem Kanal einmal hin und zurück war wunderbar. Sehr entspannend für so müde Geister wie Herrn Grillenscheucher und mich. Nach vorn neben dem kleinen Kabuff, in dem der Kapitän saß, konnte man Fotos machen und ich bin meiner Touristenpflicht nachgekommen.

Donany war natürlich auch mit an Bord.

Auf der Rückfahrt gab es dasselbe Prozedere wie auf der Hinfahrt, nämlich wieder einen – dieses Mal gefühlt zu langen – Stopp bei den schrecklichen Touristen-Läden. Immerhin brachte der noch ein schönes Mohnblumen-Foto.

Und dann ging es zurück auf unser Schiff. Die Reiseführerin erzählte nur noch wenig und das war sehr gut so, denn ich konnte wunderbar vor mich hin dösen. Zurück in unserer Kabine erwartete uns ein Osternest von der TUI.

Herr Grillenscheucher und ich haben uns ins Casino verzogen, weil gerade getankt wurde und das Rauchen in allen Außenbereichen verboten war. Im Casino allerdings gab es noch keinen Service, so dass Herr Grillenscheucher in die TUI-Bar ging, um uns Kaffee zu besorgen. Er kam zurück mit den Worten: „Ich glaub, ich steh im Wald und die Rehe sagen Du zu mir.“. 😛 Er hatte nicht nur meine Latte Macchiato in einem großen Pappbecher bekommen, sondern auch seinen Espresso, der darin quasi verschwand. 😮

An diesem Tag haben wir dann doch die laute Klimaanlage bei der Rezeption gemeldet. Nicht, dass das irgendwas geändert hätte, aber immerhin war ein Anfang gemacht. Und Herr Grillenscheucher und ich hatten einen besonderen Termin mit dem Kreuzfahrtdirektor und der Concierge der X-Lounge – nein, nicht wegen der Klimaanlage. Der Termin war toll, aber dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Im Atlantic durften wir an einem schönen Tisch hinten an den Fenstern lecker essen und danach haben wir uns noch mit C. und M. im Casino getroffen und haben für unsere Müdigkeit erstaunlich lange mit den beiden erzählt. Wirklich am Rande des Schlafs sind wir in unsere Kabine und ins Bett gegangen. Dort heulte mittlerweile der Wind durch die Klimaanlage und die Sache mit dem Schlaf war für eine weitere Nacht echt schwierig. 🙁

Der erste Seetag und lauter Defekte

Der erste Tag auf einer Kreuzfahrt ist normalerweise ein Seetag, an dem kein Hafen angelaufen wird. Die neuen Gäste sollen in Ruhe ankommen und das Schiff auskundschaften können; das ist der Plan der Reedereien. Und natürlich die Shops zu öffnen und dort Umsatz zu machen.

Herr Grillenscheucher und ich stellten an diesem ersten Morgen auf dem Schiff fest, dass die Nespresso-Maschine in unserer Kabine leicht defekt war. Sie weigerte sich, die Kaffeekapseln anzustechen. Dieses Problem konnte glücklicherweise Herr Grillenscheucher heilen.

Der nächste Defekt fand sich in der Dusche: das Wasser kam eher nicht mehr aus der Brause, sondern aus der Verbindungsstelle zwischen Brause und Schlauch. Dafür hatten wir nun wirklich kein passendes Werkzeug dabei – was man nicht alles beim Kofferpacken vergisst 😉 – und fingen an, die Handwerker vom Schiff zu beschäftigen. Dieses Problem haben sie zum Glück sehr schnell behoben.

Dass der Dunstabzug im Bad überhaupt keinen Mucks mehr von sich gab und ganz klar im Eimer war, haben wir gar nicht erst gemeldet. Das Ding war uns auf den vergangenen Kreuzfahrten eh schon immer als zu laut aufgefallen. Die Ruhe von dort war also eher ein Segen. Ganz im Gegensatz zum Lärm der Klimaanlage. Bei der hatten wir allerdings noch die Hoffnung, dass sie Ruhe gibt, wenn wir nur ihren Temperaturregler in die richtige Stellung brächten, in der sie nicht mehr so viel Arbeit hat, wie ihr Gestöhne vermuten ließ.

Auch sonst waren überall auf dem Schiff kleine Defekte zu sehen: abgestoßene Stellen, verdreckte Liegen und Deckenverkleidungen, die leicht runter hingen. Es war ganz deutlich, dass dies die letzte Fahrt für TUI sein würde. Da lohnen sich bestimmte Schönheitsreparaturen wohl nicht mehr. Dennoch habe ich mich auf unserem Spaziergang über die Mein Schiff 1 nochmal in sie verliebt. So viel Holz, so viel Außenfläche und immer mal wieder ein Knarren, das nur ein echtes Schiff kann.

Morgens schon war der Blick durchs Fenster auf unseren Balkon, das Meer und das Land in der Ferne einfach nur hinreißend.

 

Im Casino haben wir mit dem Kellner rumgealbert, der auf die Bestellung von Wasser mit Gas und Zitrone letztere selbstverständlich lieferte und die Selter natürlich auch. 😀

Sowieso lieben wir das grandiose Casino, der vielleicht schönste Innen-Raucherbreich auf einem Schiff, mit seinem irgendwie psychedelischen Eingang.

Es gibt so viele Bereiche auf dem Schiff, die wir nie aktiv genutzt haben, weil sie einfach nicht unseren Interessen entsprechen. Das macht ja aber gar nichts, denn andere Gäste hatten ihren Spaß daran und schön fanden wir sie trotzdem. Die Sushi-Bar z.B, die immer so hübsch dekoriert war:

Die Vinothek, die so gemütlich aussieht (auch wenn es immer, immer arschkalt dort ist – ich sach nur „Klimaanlage“):

Die Nasch-Bar und ihre Caféhaus-Tische, wo es sehr hübsche Pralinen gibt.

Die TUI-Bar, die auf unseren Reisen fast immer genauso kalt wie die Vinothek war. Sie hatte fast immer geöffnet und abends gab es dort oft Live-Musik.

Wir bewegen uns übrigens gerade von hinten nach vorn auf Deck 7 auf dem Schiff. Insgesamt gab es 12 Decks und die untersten 3 waren gewöhnlich nur von der Besatzung betretbar. Wobei Deck 3 ganz vorn oft als Ausgang für die Landgänge genutzt wurde.

In der Mitte vom Schiff gab es das Atrium, in dem man von Deck 5 mit der Rezeption bis ganz nach oben zu einem Kompass gucken konnte, der angeblich immer den aktuellen Kurs des Schiffes anzeigte. Ich habe das nie überprüft.

Leider gab es dort auch diese Aufkleber an einigen Wänden, die mich immer ganz traurig machten, wenn ich daran vorbei kam:

Dafür fand sich überall Oster-Dekoration auf dem Schiff und zwar eine, die ich mag, weil ich sie nicht kitschig finde.

Auf den Außendecks gab es viele Liegen, ein paar Sportplätze (z.B. einen „Rasen“ für die Golfspieler), Hängematten und manches ungestörtes Plätzchen.

 

Daneben gab es für die Einsiedler unter uns auch noch extra buchbare Entspannungsinseln. Ich persönlich bin ja nicht davon überzeugt, dass es dort so entspannend war, denn in unmittelbarer Nähe waren die nicht gerade leisen Abluftabzüge der Küche. Aber hübsch sehen die Dinger schon aus:

Unterwegs auf dem Schiff sahen wir sehr viel günstigere Alternativen, sich einen oder mehrere Liegeplätze zu sichern. Wow, es gibt tatsächlich riesige Wäscheklammern, die in der Lage sind, ein Handtuch auf einer Liege zu sichern und damit klar machen: „Meine!!!“. 😯 Ein Glück bin ich daran komplett uninteressiert, so dass es mich einfach nur schmunzeln ließ.

Die Himmel-und-Meer-Lounge bescherte einem einen wunderbaren Blick ganz vorn auf dem Schiff und hatte lauter gemütliche Ecken. Insbesondere welche, in die man sich einfach rein fläzen durfte.

Ein typisches Treppenhaus auf der Mein Schiff 1 sah meiner Meinung nach auch schon ziemlich spektakulär aus:

Nun gehen wir wieder zurück auf das hintere Ende vom Schiff. Dort schlummerte Donany im Bett und hielt sich die Ohren zu – die Klimaanlage…

Ebenfalls auf Deck 9, dem unserer Kabine, gab es den Kids Club. Dort kümmerten sich professionelle Betreuer um die Kinder, was ich für eine sehr gute Idee halte. Sie machten Schnitzeljagden über das Schiff, spezielle Ausflüge und Veranstaltungen und pro Tour mindestens eine Übernachtung im Kids Club mit ihnen. Auf unserer Kreuzfahrt waren 47 Kinder mit dabei. Wir haben unterwegs gehört, dass auf dem Schwesterschiff, der Mein Schiff 2, zur selben Zeit 400 Kinder dabei waren. Da ist so ein kleiner Club selbstredend überfordert und ich bin überfordert mit der Vorstellung, dass Eltern ihre kleinen Kinder überhaupt mit auf eine Kreuzfahrt nehmen. 🙄 Sie würden sie schließlich auch nicht auf eine Bus-Rundreise mitnehmen, oder?

Was für ein Glück, dass wir eine überschaubare Zahl Kinder mit an Bord hatten! Nichts gegen die Kinder, aber natürlich langweilen sie sich auf so einem Schiff – ganz besonders, wenn sie nicht speziell bespaßt werden können, weil es einfach zu viele sind. Und dann wird es für alle laut und anstrengend – für Kinder wie für Erwachsene. Wäre es da nicht für alle angenehmer, die Anzahl der Kinder pro Tour nach den Kapazitäten der Betreuungsmöglichkeiten zu begrenzen? Naja, das ist wahrscheinlich schon wieder Diskriminierung…

Am Nachmittag zog der Himmel leider langsam ein wenig zu, aber Land war immer noch in Sicht.

Ganz hinten auf dem Schiff auf Deck 5 und 6 war unser Lieblingsrestaurant untergebracht. Es kostete tatsächlich keinen Cent extra und war trotzdem so wunderschön eingedeckt – das Atlantic.

Und durch diese Drehtür ging es in die Küche des Atlantic:

An diesem und vielen anderen Abenden haben Herr Grillenscheucher und ich hier lecker gespeist. Heute gab es eines meiner Lieblings-Hauptgerichte – Hummer mit selbstgemachten Linguine. Und endlich war es mal wieder so wie früher, nämlich durch und durch lecker. 🙂

Vor dem schwierigen Einschlafen wegen der lärmenden Klimaanlage war ein wunderschöner Vollmond zu sehen:

Die letzte Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 1

Was bringt einen nach einem vollkommen ätzenden ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, der einem die Tränen in die Augen trieb, wieder in die gute Urlaubslaune? Genau! Auf dem Heimweg entspannte Musik von Jack Johnson auf die Ohren:

Damit war der Anfang zur guten Laune gemacht und zu Hause wartete Amelie mit den Urlaubsfotos und der Plan, mit meinem Kreuzfahrtbericht zu starten. Das erste Foto-Kapitel ist bearbeitet, also kann es jetzt losgehen. Zeitnah, wie versprochen. 😉

Bevor unser Lieblingsschiff, die Mein Schiff 1 von TUI Cruises, an eine englische Reederei verkauft wurde, fuhr es eine 42-tägige Abschiedsreise, die in 3 Abschnitte aufgeteilt war. Von Singapur nach Dubai, von Dubai nach Antalya und von Antalya nach Mallorca. Herr Grillenscheucher und ich hatten uns schon vor etwa 2 Jahren entschieden, die alte Lady auf ihrem letzten Abschnitt zu verabschieden. Alles andere hätte unsere Nerven vermutlich blank liegen lassen, denn auf den Abschnitten davor gab es zu viele Seetage am Stück. Erfahrungsgemäß können wir solche Tage aber nur begrenzt genießen.

Die ursprüngliche Route für den letzten Abschnitt sah auch einen 2-tägigen Aufenthalt in Istanbul vor, der wegen der aktuellen Situation in der Türkei abgesagt wurde. Einerseits ist das sehr schade, denn die Stadt hätte ich gern gesehen. Andrerseits waren wir sehr erleichtert über diese Entscheidung der TUI, denn wir hatten eben wegen der Türkei-Situation zwischenzeitlich bereits überlegt, die Kreuzfahrt zu stornieren. Blöd genug, dass wir weiterhin über Antalya anreisen mussten.

Statt Istanbul bekamen wir 2 andere Häfen zu sehen, über die wir uns sehr gefreut haben: Mykonos und Malta. Unsere Kreuzfahrt hatte nun folgenden Ablauf: Seetag, Piräus, Mykonos, Kreta, Seetag, Malta, Seetag, Salerno, Civitavecchia, Seetag, Barcelona, Mallorca.

Aber vor dem ersten Ablegen steht das Kofferpacken. 😕 Ich kann gar nicht sagen, warum es dieses Mal ganz besonders schlimm war, aber definitiv hätte ich in dem Moment die Reise am liebsten abgesagt. Boah, was hatte ich eine schlechte Laune. Herrn Grillenscheucher ging es nicht anders, was gewissermaßen beruhigend war. Noch dazu schneite es am Abend vor dem Abflug ziemlich heftig. 😯

Am Tag unseres Abflugs schien immerhin die Sonne und wir konnten die Koffer über schneefreie Fußwege rollen. Dank C. hatten wir super bequeme Sitzplätze mit viel Beinfreiheit im Flieger und dazu dank Herren Grillenscheucher super leckere Wraps für die Ernährung auf dem Flug. Sowohl beim Start als auch bei der Landung hatte ich keinerlei Probleme mit dem Druckausgleich, was eine echte Rarität ist.

Das Warten auf die Koffer stellte mich vor eine echte Geduldsprobe. Umgeben von Menschen, die mit fast 100%iger Sicherheit ebenfalls mit aufs Schiffchen kommen. Einige kannte ich vom Sehen von vergangenen Kreuzfahrten und ich fühlte mich irgendwie umzingelt und eingesperrt. Wofür die Menschen überhaupt nichts können, denn sie hatten mir noch nie was getan.

Aber dann waren die Koffer endlich eingesammelt und wir durften raus in die warme Abendsonne und rauchen. Juchuh! Außerdem ergatterten wir Sitzplätze ganz vorn im Shuttle-Bus zum Schiff und hatten einen super Blick auf das Verkehrschaos in Antalya. Irre! Am Check-In zum Schiff erwischten wir 2 Jungspunde und hatten richtig Spaß mit den beiden. „Mit welchem Reisepass reisen Sie ein?“ – „Mit dem meiner Eltern. Das war schon immer problemloser.“ 😛

Auf dem anschließenden kurzen Weg zum Schiff winkten uns C. und M. schon vom Schiff aus zu. Welch eine tolle Begrüßung! Nach einem kurzen Schwung über unsere Kabine, in der uns mal wieder diverse Gutscheine für Der-Himmel-weiß-was, ein Schiffsmodell und die obligatorische Rose erwarteten, haben wir die beiden im Casino getroffen und uns glücklich begrüßt. Kennen gelernt hatten wir uns auf demselben Schiff vor 4 Jahren und dies würde unsere zweite gemeinsame Kreuzfahrt werden.

Vor der obligatorischen Seenotrettungsübung haben Herr Grillenscheucher und ich uns mit einem Burger und Pommes im Cliff 24 gestärkt. Zu dem Zeitpunkt war das Pooldeck fast leer und nur die Tische für das erste Auflaufen waren schon aufgebaut.

Vor und nach der Seenotrettungsübung, die zum Glück sehr zügig zu Ende war, haben wir die Koffer ausgepackt. Und wir haben es geschafft, zum ersten Ablegen dieser Kreuzfahrt auf unserem Lieblingsplatz dafür hinten draußen auf Deck 7 zu stehen – in ganz warmer Luft. Danach hatten wir noch einen späten und schönen Abend mit C. und M. im Casino.

Unsere erste Nacht auf dieser Tour wurde leider erheblich von der super lauten und vermutlich kaputten Klimaanlage in unserer Kabine beeinträchtigt. Schlaf gab es deshalb eher wenig. Wie gut, dass der nächste Tag ein Seetag sein würde!

Der Nachtrag vom Wochenende

Das war ein seltsam energieloses Wochenende. Der Winter und die Dunkelheit zehren an mir und Herrn Grillenscheucher. Aber alles Gejammer nützt nichts – wir müssen da durch.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Der Schneematsch hatte sich über Nacht weitgehend verflüchtigt. Erstaunlich! Ich war jedenfalls dankbar, rutschfrei durch den Tag zu kommen.
  • Ein sehr nettes Kantinentreffen mit B. und M.
  • In Ermangelung unseres Gemüsehändlers auf dem Wochenmarkt, der nämlich gerade im Urlaub ist, mussten wir auf Penny ausweichen, denn der einzige andere Gemüsestand von Demeter verlangt aus unserer Sicht überkandidelte Preise. Das führte immerhin dazu, dass ich noch vor der entsprechenden Mail meiner Mama entdeckt habe, dass es wieder Kuschelweich-Duftsäckchen im Angebot gab und ich mich damit eindecken konnte.

  • Bonus: Leider kein Tanzen, denn wegen der kleinen OP Anfang der Woche darf ich keinen Sport machen. Im Sinne der besseren Heilung habe ich mich daran gehalten und das war nicht mal schwer. Ich war nämlich einfach froh, nicht nochmal raus in den kalten, heftigen Regen zu müssen.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Kaffee-Bedienung ans Bett von Herrn Grillenscheucher.
  • Eine Idee ausprobiert und sie klappt wie gewünscht, worüber wir uns sehr gefreut haben.
  • Es ist wieder Skrei-Zeit! Herr Grillenscheucher hat ihn köstlich mit Paprika in einer Weißwein-Sahne-Soße zubereitet.

Die guten Dinge von heute:

  • Ausschlafen. Wie gut das tut!
  • Eine Mail von C. mit der Abflugszeit in unseren nächsten Urlaub. Die Zeit ist perfekt und wir können sogar – fast – ausschlafen. 😉 Außerdem hat sie uns diverse Zusatzleistungen für den Flug angeboten, über die Herr Grillenscheucher und ich gleich diskutierten und Entscheidungen trafen. (Ich finde es trotzdem immer noch unmöglich, dass heute auf Flügen für alles und jedes bisschen Mehr extra zu zahlen ist. Selbst für einen Becher Wasser. 😈 )
  • Wir haben sehr gelacht über die Vorstellung, dass wir XL-Plätze auf den Tragflächen buchen können. Klar, da hat man ziemlich sicher jede Menge Beinfreiheit… 😀