Chania oder griechisch shoppen

Der nächste Hafen, den die Mein Schiff 1 mit uns anlief, war Souda auf Kreta. Die Sonne schien und es war angenehm warm.

TUI Cruises betitelte diesen Stopp mit Souda / Chania. Vielleicht kam es uns deshalb nie in den Sinn, uns Souda anzusehen. Vermutlich war das kein Verlust, aber beurteilen können wir das natürlich nicht. Stattdessen wollten wir uns den 7 km entfernten Ort Chania ansehen und zwar auf eigene Faust. Interessanterweise blieb uns auch nichts anderes übrig, denn die TUI bot ihren gewohnten Shuttle-Service für 9 € pro Nase hin und zurück gar nicht an. 😮 Lernen die Griechen wirklich, Geld zu verdienen?

Um 10 Uhr waren wir mit C. und M. verabredet und machten uns gespannt auf die Socken. Am Hafen standen jede Menge Taxen und die Fahrt nach Chania hätte uns zu viert nur 10 € gekostet. Zurück allerdings das Doppelte. Die Griechen lernen wirklich, Geld zu verdienen! 😉 Außerdem gab es Shuttle-Busse für 3,40 € pro Person hin und zurück, die ca. alle 10 Minuten fuhren. Also haben wir auf die erpresserischen Taxifahrer verzichtet und den Bus genommen. Direkt an der Markthalle in Chania war die Haltestelle. Wie praktisch, die wollten wir eh angucken. Sie hat eine ziemlich beeindruckende Dachkonstruktion.

Dort begann auch unsere Shopping-Tour. Herr Grillenscheucher fand den ersehnten und benötigten neuen Gürtel und C. schlug ebenfalls zu. Weiter ging es durch Einkaufsstraßen mit Blick auf schneebedeckte Berge, was sich seltsam anfühlt, wenn einem gerade im T-Shirt schon fast zu heiß ist.

Unser nächstes Ziel war der venezianische Hafen. Unterwegs versperrten schlafende Hunde Ladeneingänge, links und rechts gab es kleine Höfe und Gassen und ein Brunnen war auch noch zu bewundern.

Der Hafen ist wunderschön anzusehen mit seinen Häusern in warmen Farben, dem Leuchtturm und der Moschee, die von einem einzelnen Polizisten bewacht wurde. Es gibt eine alte Festungsanlage, natürlich auch Boote und Stände, die Schwämme und Haifisch-Gebisse verkaufen.

Unser letztes geplantes Ziel für heute war die Synagoge, von der mir eine Freundin erzählt hatte. Herr Grillenscheucher zeigte uns die Richtung, in der sie ungefähr zu finden sei, und los ging es. Ungeplant, Hauptsache, die Richtung stimmte. Lustig, wenn man durch Gassen und Hinterhöfe kommt, die jetzt nicht unbedingt für die Touristen gedacht sind und voller Mülleimer sind. Auf diese Art und Weise sahen wir aber auch diverse Kirchen und ihre Türme, jede Menge Gassen und eine riesige Wiese voller Kamille, die betörend duftete.

Immer wieder sahen wir kleine Gedenkstätten, die an die Toten erinnern sollen.

Mir wird bei so einem Anblick ja eher mulmig zumute. Viel schöner fand ich, dass überall Stühle und Tische einladend draußen standen.

Schließlich fanden wir die Synagoge. Sie war winzig und voller Menschen. Wir haben nur einen kurzen Blick rein geworfen, fühlten uns aber irgendwie fehl am Platz. Was wir wahrscheinlich nicht waren, denn um uns rum waren hauptsächlich auch Touristen, aber eben nicht nur. Also wandten wir uns weltlicheren Dingen zu: dem Essen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz wurden wir gekobert, wie man in Hamburg sagt. Wir wurden nämlich einfach angesprochen, ob wir was trinken oder essen wollen. Uns wurde dabei quasi alles vom Frühstück bis zum Abendessen versprochen, was uns eigentlich hätte stutzig werden lassen sollen. Aber gut, es sah nett aus und das Toast, das Herr Grillenscheucher und ich uns teilten, war in Ordnung. Donany hat die Pause in jedem Fall genossen.

Frisch gestärkt ging es weiter und wir sahen uns die Kathedrale von Chania an, die sehr interessante Kirchenstühle hat. Ich finde, die sehen irgendwie königlich aus.

 

Danach zog es C. und M. zurück aufs Schiff, denn C. war das Gyros leider nicht so gut bekommen. Herr Grillenscheucher und ich stromerten weiter durch die Straßen und Gassen und liefen shopping-mäßig zu Höchsttouren auf – also, was für uns Höchsttouren sind. Wir sind ja gewöhnlich nicht die Shopper schlechthin.

Es fing damit an, dass ich für einen speziellen Anlass auf dieser Kreuzfahrt eine Clutch brauchen würde. Das war mir erst unterwegs klar geworden. Ich suchte also nach der ersten Clutch meines Lebens, die ich vermutlich später nie wieder verwenden könnte – Wer will denn schon dauernd so ein Ding in der Hand halten? -, aber für diesen Fall gab es keine andere Lösung. Und ich wurde tatsächlich fündig – in einem Juwelierladen. 😮 Nee, so teuer war sie zum Glück nicht.

Unterwegs auf der Clutch-Suche kamen wir am nautischen Museum vorbei, sahen nochmal den venezianischen Hafen und freuten uns an vielen schönen Details.

Herr Grillenscheucher und ich trauten uns nochmal in die weniger ruhige sogenannte Ledergasse, wo ich ein blaues Portemonnaie erstand. In dieser Gasse gibt es fast nur Lederwaren – vor allem Taschen und Geldbörsen. So richtig verschieden sind die angebotenen Waren in den diversen Läden weder von der Art noch vom Preis nicht, höchstens von der Farbauswahl.

Und zum Schluss haben wir der Markthalle noch einen Besuch abgestattet, der sich wirklich gelohnt hat. Denn in den Quergängen gab es tatsächlich Markt, wie man ihn sich vorstellt. Den Teil hatten wir am Morgen gar nicht beguckt.

Es gab sogar richtig dunkelrote Ostereier – das sind, wie wir gelernt hatten, die „echten“ für das griechische Osterfest, das ja erst am nächsten Wochenende stattfinden würde.

Und es gab einen Stand, der Honig und Olivenöl verkaufte, und bei dem wir den Honig sogar probieren durften. Ich liebe Honig, bin aber ziemlich wählerisch. Gelernt hatten wir, dass man sowohl Öl als auch Honig am besten in Blechkanistern kauft. Darin könnten sie keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt worden sein. Honig in solchen Behältern gab es aber überall nur als Thymian-Honig. Hm, würde der nach Thymian schmecken? Das fände ich nicht so lecker. Tat er aber nicht – juchuh! Dafür war er sehr lecker. Also gab es einen kleinen Kanister Honig und einen noch kleineren Olivenöl, der inzwischen hoffentlich meinem Lieblingsnachbarn als Dankeschön mundet.

Am späten Nachmittag kamen Herr Grillenscheucher und ich in einem ziemlich vollen Bus zurück aufs Schiff und haben uns erstmal einen anständigen Kaffee gegönnt. Um 18 Uhr legten wir mit Typhoon und Auslauf-Lied ab. Hach, ich liebe diese Prozedur! Nochmal hatten wir einen guten Blick auf die seltsamerweise schneebedeckten Berge.

Danach gab es noch einen Prosecco im Casino, wobei wir E. und G. kennenlernten. Ihre Kabine war eine von mehreren, die durch einen geplatzten Schlauch der Sprinkleranlage unter Wasser gesetzt wurde. Zum Glück gab es noch leere Kabinen an Bord, in die sie umziehen konnten. Allerdings gab es kein Upgrade, sondern nur eine Entschuldigung vom Schiff. Ich fand es total beeindruckend, wie unaufgeregt und ungenervt die beiden mit dieser Situation umgingen. Vielleicht hatten sie sich die Aufregung und Genervtheit inzwischen abgewöhnt, denn sie waren schon seit Singapur auf dem Schiff.

Für den Abend waren Herr Grillenscheucher und ich mit C. und M. und den Bekannten von C. – I. und N. – zum Essen im Atlantic verabredet. Wir haben lecker gespeist und uns hinterher auf dem Pooldeck zur Pool-Party verabredet. Die Party war rein musikmäßig überhaupt nicht nach dem Geschmack von Herrn Grillenscheucher und mir. Es wurde gerade mal ein einziges Lied gespielt, nach dem wir Lust hatten zu tanzen. Man könnte jetzt aber auch nicht sagen, dass alle anderen ihren Spaß hatten. Dann wäre es ja in Ordnung gewesen. Die meisten machten wenn dann eher mit, weil es eben nichts anderes gab. Schade.

Herr Grillenscheucher und ich seilten uns deshalb dort ab und verbrachten noch eine angenehme Zeit im Casino. Erst spät sind wir ins Bett gegangen, aber zum Glück war die Uhr für uns: sie wurde in dieser Nacht eine Stunde zurück gestellt.

Mykonos und endlich Ruhe in der Kabine

Die dritte Nacht mit lärmender Klimaanlage war überstanden. Wir ankerten vor Mykonos, das uns mit strahlendem Sonnenschein begrüßte. Wenn das Meer so glitzert und die Luft so angenehm warm ist, vergisst man zeitweise sogar den Schlafmangel.

Herr Grillenscheucher und ich sind langsam in den Tag gestartet und erst mittags mit C. und M. an Land getendert. Die Tenderboote waren zur Abwechslung nicht die Rettungsboote der Mein Schiff 1, sondern griechische Boote. Offenbar haben die Griechen gelernt, Geld zu verdienen. 😉

Zum kleinen, alten Hafen von Mykonos Stadt wurden wir gebracht und sind von dort kreuz und quer durch den Ort gelaufen. Es war noch Vorsaison und die Vorbereitungen auf die Saison liefen auf vollen Touren. Überall wurde repariert und gemalert und es roch nach Farbe. Das meiste war aber offenbar schon geschafft, denn die Häuser strahlten überwiegend frisch weiß.

Mykonos ist ja berühmt für seine weiß-blauen Häuser und ich mag das auch sehr gern leiden, aber ab und zu gibt es doch mal eine andere Farbkombination.

Wir haben uns die Windmühlen aus der Nähe angesehen. Von innen konnte man keine besichtigen. Offenbar sind sie in Privatbesitz.

Die Gassen sind teilweise irrwitzig eng. Für mich wäre das ja nichts, wenn ich den Nachbarn gegenüber morgens durchs Fenster per Handschlag begrüßen könnte.

Unterwegs hatte M. ganz oft Gelegenheit, eine Katze zu kraulen, was sie alle sehr genossen haben. Der Katzenflüsterer… 😉

Immer wieder hatten wir einen schönen Blick auf unser Lieblingsschiff mit einem Tenderboot davor. Tolle Kulisse!

Eine sehr steile Treppe sind wir hoch gestiegen, weil wir hofften, danach in reine Wohngebiete zu kommen. Wir waren neugierig auf den Teil, der nicht total touristisch hergerichtet ist und die ganze Zeit ein bisschen an Disney-Land erinnerte. Aber leider war das eine Sackgasse.

Danach fanden wir, es sei Zeit für eine Pause. Natürlich gab es jede Menge Restaurants und Cafés, die geöffnet hatten, aber wir hatten diverse Ansprüche, die es zu erfüllen galt. So landeten wir in der Bar „Scarpa“ mit Blick aufs Meer, die leider keine eigene Webseite hat. Wunderbar war es dort mit vielen Kissen und total entspannt. Auch Donany hat es sehr gefallen.

Langsam sind wir zurück Richtung Anleger und haben noch die ein oder andere Kurve eingelegt, weil irgendwas unser Interesse geweckt hatte.

 

Zurück auf unserem Schiff haben Herr Grillenscheucher und ich eine Weile im Casino entspannt. Als wir am späten Nachmittag feststellen mussten, dass sich immer noch niemand mit unserer nervigen Klimaanlage beschäftigt hat, ist Herr Grillenscheucher ein weiteres Mal deshalb bei der Rezeption vorstellig geworden. Dieses Mal wurde immerhin sofort ein Handwerker angerufen, der erstaunlicherweise auch ein paar Minuten später kam. Dem möchte ich an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen danken, denn er hat unsere Klimaanlage total geschrottet. Sie gab keinen Mucks mehr von sich. Oh, was war das für eine himmlische Ruhe! Und es war ja absehbar, dass wir das Ding auf dieser Fahrt weder fürs Heizen noch fürs Abkühlen brauchen würden. Mal ganz abgesehen davon, dass beides eh nicht mehr funktionierte.

Herrn Grillenscheucher und mir sind Felsbrocken vom Herzen gefallen und wir haben uns total aufs Schlafen gefreut. Also sind wir relativ früh zum Essen ins Atlantic gegangen, was dazu führte, dass wir zwischen den Essensgängen ewig warten mussten. Vor dem Hauptgang bin ich deshalb raus gegangen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren bis die Sonne komplett untergegangen war.

Nach dem Essen hielt uns auch nichts mehr lange wach. Wir sind früh in unsere Kabine und haben vom Balkon noch den Mond bewundert.

Und dann haben wir in wunderbarer Ruhe endlich richtig geschlafen.

Piräus bzw. der Kanal von Korinth

Am Ostersonntag legten wir im ersten Hafen dieser Kreuzfahrt an: Piräus. Nach nur wenig Schlaf wurden Herr Grillenscheucher und ich nicht nur vom Wecker früh morgens geweckt, sondern auch vom Gottesdienst der hübschen griechisch-orthodoxen Kirche am Hafen.

Nach dem orthodoxen Kalender war erst Palmsonntag und der Gottesdienst wurde über Lautsprecher nach draußen übertragen. Wie praktisch! Dort kann man sozusagen im eigenen Bett gleichzeitig in der Kirche sein. Blöd nur für die Langschläfer unter den Griechen. Und blöd auch für uns, denn wir waren noch zu verschlafen für so viel Lärm. Aber immerhin hielt er uns vom Wieder-Einschlafen ab, so dass wir unseren für heute gebuchten Ausflug zum Kanal von Korinth nicht verpassen konnten.

Pünktlich um 8:30 Uhr erschienen wir am Sammelplatz im Theater und gehörten erstaunlicherweise mit zu den letzten Teilnehmern. Fein – so gab es kein langes Warten auf irgendwas und wir konnten direkt zum Ausflugsbus laufen. Ungefähr 1,5 Stunden wurden wir durch die Gegend geschaukelt. Unterwegs erzählte die Reiseführerin ganz interessant, aber leider war ich viel zu müde, um mir viel davon zu merken.

Dann gab es eine kurze Pause an einer der Brücken über den Kanal von Korinth. Selbstredend gab es dort Läden speziell für Touristen, in denen man kitschige Souvenirs, hässliche Postkarten, Getränke und Essen kaufen hätte können. Und natürlich Toiletten. Auf der Fahrt wurde uns nämlich abgeraten, die Toilette auf dem Boot, auf das wir noch kommen sollten, zu benutzen. (Komisch. Ausgerechnet das habe ich mir gemerkt. 😕 )

Der Blick auf den Kanal von der Brücke war schon echt beeindruckend. Besonders für mich, die ich nicht ganz schwindelfrei bin.

Zum Glück gab es auch weniger beunruhigende Fotomotive.

Da die Griechen momentan im Vergleich eher wenig Geld haben, haben sie eine ganz neue Form der Liebesbezeugungen an Brückengeländern erfunden. Während bei uns Schlösser – meist sogar mit Gravur – an den Geländern dafür befestigt werden, nehmen die Griechen einfach Reste von Plastiktüten. Sind ja ähnlich haltbar. 😉

Die Busfahrt bis zu dem kleinen Hafen, von dem aus unsere Bootsfahrt über den Kanal von Korinth beginnen sollte, dauerte nur noch ein paar Minuten. Vor uns waren schon die anderen Busse mit den weiteren Teilnehmern der Bootstour angekommen und alle drängelten möglichst weit nach vorn zum Anleger. Ein Glück fiel niemand dabei in den Kanal! Wir trafen C. und M. dort wieder und stellten erfreut fest, dass wir die Bootstour doch gemeinsam machen würden. Wegen der unterschiedlichen Abfahrtszeiten hatten wir damit gar nicht gerechnet.

Während wir auf unser Boot warteten, habe ich die Umgebung fotografiert.

Als wir vier ohne Drängeln das Boot enterten, waren natürlich schon alle Außenplätze belegt. C. fand, wir könnten uns doch einfach auf die Kiste setzen, in der die Schwimmwesten lagerten. Gesagt, getan. Und es war ein super Platz! Wir hatten Schatten auf den Köpfen und die meiste Zeit Sonne auf dem Bauch. Perfekt.

Die Fahrt auf dem Kanal einmal hin und zurück war wunderbar. Sehr entspannend für so müde Geister wie Herrn Grillenscheucher und mich. Nach vorn neben dem kleinen Kabuff, in dem der Kapitän saß, konnte man Fotos machen und ich bin meiner Touristenpflicht nachgekommen.

Donany war natürlich auch mit an Bord.

Auf der Rückfahrt gab es dasselbe Prozedere wie auf der Hinfahrt, nämlich wieder einen – dieses Mal gefühlt zu langen – Stopp bei den schrecklichen Touristen-Läden. Immerhin brachte der noch ein schönes Mohnblumen-Foto.

Und dann ging es zurück auf unser Schiff. Die Reiseführerin erzählte nur noch wenig und das war sehr gut so, denn ich konnte wunderbar vor mich hin dösen. Zurück in unserer Kabine erwartete uns ein Osternest von der TUI.

Herr Grillenscheucher und ich haben uns ins Casino verzogen, weil gerade getankt wurde und das Rauchen in allen Außenbereichen verboten war. Im Casino allerdings gab es noch keinen Service, so dass Herr Grillenscheucher in die TUI-Bar ging, um uns Kaffee zu besorgen. Er kam zurück mit den Worten: „Ich glaub, ich steh im Wald und die Rehe sagen Du zu mir.“. 😛 Er hatte nicht nur meine Latte Macchiato in einem großen Pappbecher bekommen, sondern auch seinen Espresso, der darin quasi verschwand. 😮

An diesem Tag haben wir dann doch die laute Klimaanlage bei der Rezeption gemeldet. Nicht, dass das irgendwas geändert hätte, aber immerhin war ein Anfang gemacht. Und Herr Grillenscheucher und ich hatten einen besonderen Termin mit dem Kreuzfahrtdirektor und der Concierge der X-Lounge – nein, nicht wegen der Klimaanlage. Der Termin war toll, aber dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Im Atlantic durften wir an einem schönen Tisch hinten an den Fenstern lecker essen und danach haben wir uns noch mit C. und M. im Casino getroffen und haben für unsere Müdigkeit erstaunlich lange mit den beiden erzählt. Wirklich am Rande des Schlafs sind wir in unsere Kabine und ins Bett gegangen. Dort heulte mittlerweile der Wind durch die Klimaanlage und die Sache mit dem Schlaf war für eine weitere Nacht echt schwierig. 🙁

Der erste Seetag und lauter Defekte

Der erste Tag auf einer Kreuzfahrt ist normalerweise ein Seetag, an dem kein Hafen angelaufen wird. Die neuen Gäste sollen in Ruhe ankommen und das Schiff auskundschaften können; das ist der Plan der Reedereien. Und natürlich die Shops zu öffnen und dort Umsatz zu machen.

Herr Grillenscheucher und ich stellten an diesem ersten Morgen auf dem Schiff fest, dass die Nespresso-Maschine in unserer Kabine leicht defekt war. Sie weigerte sich, die Kaffeekapseln anzustechen. Dieses Problem konnte glücklicherweise Herr Grillenscheucher heilen.

Der nächste Defekt fand sich in der Dusche: das Wasser kam eher nicht mehr aus der Brause, sondern aus der Verbindungsstelle zwischen Brause und Schlauch. Dafür hatten wir nun wirklich kein passendes Werkzeug dabei – was man nicht alles beim Kofferpacken vergisst 😉 – und fingen an, die Handwerker vom Schiff zu beschäftigen. Dieses Problem haben sie zum Glück sehr schnell behoben.

Dass der Dunstabzug im Bad überhaupt keinen Mucks mehr von sich gab und ganz klar im Eimer war, haben wir gar nicht erst gemeldet. Das Ding war uns auf den vergangenen Kreuzfahrten eh schon immer als zu laut aufgefallen. Die Ruhe von dort war also eher ein Segen. Ganz im Gegensatz zum Lärm der Klimaanlage. Bei der hatten wir allerdings noch die Hoffnung, dass sie Ruhe gibt, wenn wir nur ihren Temperaturregler in die richtige Stellung brächten, in der sie nicht mehr so viel Arbeit hat, wie ihr Gestöhne vermuten ließ.

Auch sonst waren überall auf dem Schiff kleine Defekte zu sehen: abgestoßene Stellen, verdreckte Liegen und Deckenverkleidungen, die leicht runter hingen. Es war ganz deutlich, dass dies die letzte Fahrt für TUI sein würde. Da lohnen sich bestimmte Schönheitsreparaturen wohl nicht mehr. Dennoch habe ich mich auf unserem Spaziergang über die Mein Schiff 1 nochmal in sie verliebt. So viel Holz, so viel Außenfläche und immer mal wieder ein Knarren, das nur ein echtes Schiff kann.

Morgens schon war der Blick durchs Fenster auf unseren Balkon, das Meer und das Land in der Ferne einfach nur hinreißend.

 

Im Casino haben wir mit dem Kellner rumgealbert, der auf die Bestellung von Wasser mit Gas und Zitrone letztere selbstverständlich lieferte und die Selter natürlich auch. 😀

Sowieso lieben wir das grandiose Casino, der vielleicht schönste Innen-Raucherbreich auf einem Schiff, mit seinem irgendwie psychedelischen Eingang.

Es gibt so viele Bereiche auf dem Schiff, die wir nie aktiv genutzt haben, weil sie einfach nicht unseren Interessen entsprechen. Das macht ja aber gar nichts, denn andere Gäste hatten ihren Spaß daran und schön fanden wir sie trotzdem. Die Sushi-Bar z.B, die immer so hübsch dekoriert war:

Die Vinothek, die so gemütlich aussieht (auch wenn es immer, immer arschkalt dort ist – ich sach nur „Klimaanlage“):

Die Nasch-Bar und ihre Caféhaus-Tische, wo es sehr hübsche Pralinen gibt.

Die TUI-Bar, die auf unseren Reisen fast immer genauso kalt wie die Vinothek war. Sie hatte fast immer geöffnet und abends gab es dort oft Live-Musik.

Wir bewegen uns übrigens gerade von hinten nach vorn auf Deck 7 auf dem Schiff. Insgesamt gab es 12 Decks und die untersten 3 waren gewöhnlich nur von der Besatzung betretbar. Wobei Deck 3 ganz vorn oft als Ausgang für die Landgänge genutzt wurde.

In der Mitte vom Schiff gab es das Atrium, in dem man von Deck 5 mit der Rezeption bis ganz nach oben zu einem Kompass gucken konnte, der angeblich immer den aktuellen Kurs des Schiffes anzeigte. Ich habe das nie überprüft.

Leider gab es dort auch diese Aufkleber an einigen Wänden, die mich immer ganz traurig machten, wenn ich daran vorbei kam:

Dafür fand sich überall Oster-Dekoration auf dem Schiff und zwar eine, die ich mag, weil ich sie nicht kitschig finde.

Auf den Außendecks gab es viele Liegen, ein paar Sportplätze (z.B. einen „Rasen“ für die Golfspieler), Hängematten und manches ungestörtes Plätzchen.

 

Daneben gab es für die Einsiedler unter uns auch noch extra buchbare Entspannungsinseln. Ich persönlich bin ja nicht davon überzeugt, dass es dort so entspannend war, denn in unmittelbarer Nähe waren die nicht gerade leisen Abluftabzüge der Küche. Aber hübsch sehen die Dinger schon aus:

Unterwegs auf dem Schiff sahen wir sehr viel günstigere Alternativen, sich einen oder mehrere Liegeplätze zu sichern. Wow, es gibt tatsächlich riesige Wäscheklammern, die in der Lage sind, ein Handtuch auf einer Liege zu sichern und damit klar machen: „Meine!!!“. 😯 Ein Glück bin ich daran komplett uninteressiert, so dass es mich einfach nur schmunzeln ließ.

Die Himmel-und-Meer-Lounge bescherte einem einen wunderbaren Blick ganz vorn auf dem Schiff und hatte lauter gemütliche Ecken. Insbesondere welche, in die man sich einfach rein fläzen durfte.

Ein typisches Treppenhaus auf der Mein Schiff 1 sah meiner Meinung nach auch schon ziemlich spektakulär aus:

Nun gehen wir wieder zurück auf das hintere Ende vom Schiff. Dort schlummerte Donany im Bett und hielt sich die Ohren zu – die Klimaanlage…

Ebenfalls auf Deck 9, dem unserer Kabine, gab es den Kids Club. Dort kümmerten sich professionelle Betreuer um die Kinder, was ich für eine sehr gute Idee halte. Sie machten Schnitzeljagden über das Schiff, spezielle Ausflüge und Veranstaltungen und pro Tour mindestens eine Übernachtung im Kids Club mit ihnen. Auf unserer Kreuzfahrt waren 47 Kinder mit dabei. Wir haben unterwegs gehört, dass auf dem Schwesterschiff, der Mein Schiff 2, zur selben Zeit 400 Kinder dabei waren. Da ist so ein kleiner Club selbstredend überfordert und ich bin überfordert mit der Vorstellung, dass Eltern ihre kleinen Kinder überhaupt mit auf eine Kreuzfahrt nehmen. 🙄 Sie würden sie schließlich auch nicht auf eine Bus-Rundreise mitnehmen, oder?

Was für ein Glück, dass wir eine überschaubare Zahl Kinder mit an Bord hatten! Nichts gegen die Kinder, aber natürlich langweilen sie sich auf so einem Schiff – ganz besonders, wenn sie nicht speziell bespaßt werden können, weil es einfach zu viele sind. Und dann wird es für alle laut und anstrengend – für Kinder wie für Erwachsene. Wäre es da nicht für alle angenehmer, die Anzahl der Kinder pro Tour nach den Kapazitäten der Betreuungsmöglichkeiten zu begrenzen? Naja, das ist wahrscheinlich schon wieder Diskriminierung…

Am Nachmittag zog der Himmel leider langsam ein wenig zu, aber Land war immer noch in Sicht.

Ganz hinten auf dem Schiff auf Deck 5 und 6 war unser Lieblingsrestaurant untergebracht. Es kostete tatsächlich keinen Cent extra und war trotzdem so wunderschön eingedeckt – das Atlantic.

Und durch diese Drehtür ging es in die Küche des Atlantic:

An diesem und vielen anderen Abenden haben Herr Grillenscheucher und ich hier lecker gespeist. Heute gab es eines meiner Lieblings-Hauptgerichte – Hummer mit selbstgemachten Linguine. Und endlich war es mal wieder so wie früher, nämlich durch und durch lecker. 🙂

Vor dem schwierigen Einschlafen wegen der lärmenden Klimaanlage war ein wunderschöner Vollmond zu sehen:

Die letzte Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 1

Was bringt einen nach einem vollkommen ätzenden ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, der einem die Tränen in die Augen trieb, wieder in die gute Urlaubslaune? Genau! Auf dem Heimweg entspannte Musik von Jack Johnson auf die Ohren:

Damit war der Anfang zur guten Laune gemacht und zu Hause wartete Amelie mit den Urlaubsfotos und der Plan, mit meinem Kreuzfahrtbericht zu starten. Das erste Foto-Kapitel ist bearbeitet, also kann es jetzt losgehen. Zeitnah, wie versprochen. 😉

Bevor unser Lieblingsschiff, die Mein Schiff 1 von TUI Cruises, an eine englische Reederei verkauft wurde, fuhr es eine 42-tägige Abschiedsreise, die in 3 Abschnitte aufgeteilt war. Von Singapur nach Dubai, von Dubai nach Antalya und von Antalya nach Mallorca. Herr Grillenscheucher und ich hatten uns schon vor etwa 2 Jahren entschieden, die alte Lady auf ihrem letzten Abschnitt zu verabschieden. Alles andere hätte unsere Nerven vermutlich blank liegen lassen, denn auf den Abschnitten davor gab es zu viele Seetage am Stück. Erfahrungsgemäß können wir solche Tage aber nur begrenzt genießen.

Die ursprüngliche Route für den letzten Abschnitt sah auch einen 2-tägigen Aufenthalt in Istanbul vor, der wegen der aktuellen Situation in der Türkei abgesagt wurde. Einerseits ist das sehr schade, denn die Stadt hätte ich gern gesehen. Andrerseits waren wir sehr erleichtert über diese Entscheidung der TUI, denn wir hatten eben wegen der Türkei-Situation zwischenzeitlich bereits überlegt, die Kreuzfahrt zu stornieren. Blöd genug, dass wir weiterhin über Antalya anreisen mussten.

Statt Istanbul bekamen wir 2 andere Häfen zu sehen, über die wir uns sehr gefreut haben: Mykonos und Malta. Unsere Kreuzfahrt hatte nun folgenden Ablauf: Seetag, Piräus, Mykonos, Kreta, Seetag, Malta, Seetag, Salerno, Civitavecchia, Seetag, Barcelona, Mallorca.

Aber vor dem ersten Ablegen steht das Kofferpacken. 😕 Ich kann gar nicht sagen, warum es dieses Mal ganz besonders schlimm war, aber definitiv hätte ich in dem Moment die Reise am liebsten abgesagt. Boah, was hatte ich eine schlechte Laune. Herrn Grillenscheucher ging es nicht anders, was gewissermaßen beruhigend war. Noch dazu schneite es am Abend vor dem Abflug ziemlich heftig. 😯

Am Tag unseres Abflugs schien immerhin die Sonne und wir konnten die Koffer über schneefreie Fußwege rollen. Dank C. hatten wir super bequeme Sitzplätze mit viel Beinfreiheit im Flieger und dazu dank Herren Grillenscheucher super leckere Wraps für die Ernährung auf dem Flug. Sowohl beim Start als auch bei der Landung hatte ich keinerlei Probleme mit dem Druckausgleich, was eine echte Rarität ist.

Das Warten auf die Koffer stellte mich vor eine echte Geduldsprobe. Umgeben von Menschen, die mit fast 100%iger Sicherheit ebenfalls mit aufs Schiffchen kommen. Einige kannte ich vom Sehen von vergangenen Kreuzfahrten und ich fühlte mich irgendwie umzingelt und eingesperrt. Wofür die Menschen überhaupt nichts können, denn sie hatten mir noch nie was getan.

Aber dann waren die Koffer endlich eingesammelt und wir durften raus in die warme Abendsonne und rauchen. Juchuh! Außerdem ergatterten wir Sitzplätze ganz vorn im Shuttle-Bus zum Schiff und hatten einen super Blick auf das Verkehrschaos in Antalya. Irre! Am Check-In zum Schiff erwischten wir 2 Jungspunde und hatten richtig Spaß mit den beiden. „Mit welchem Reisepass reisen Sie ein?“ – „Mit dem meiner Eltern. Das war schon immer problemloser.“ 😛

Auf dem anschließenden kurzen Weg zum Schiff winkten uns C. und M. schon vom Schiff aus zu. Welch eine tolle Begrüßung! Nach einem kurzen Schwung über unsere Kabine, in der uns mal wieder diverse Gutscheine für Der-Himmel-weiß-was, ein Schiffsmodell und die obligatorische Rose erwarteten, haben wir die beiden im Casino getroffen und uns glücklich begrüßt. Kennen gelernt hatten wir uns auf demselben Schiff vor 4 Jahren und dies würde unsere zweite gemeinsame Kreuzfahrt werden.

Vor der obligatorischen Seenotrettungsübung haben Herr Grillenscheucher und ich uns mit einem Burger und Pommes im Cliff 24 gestärkt. Zu dem Zeitpunkt war das Pooldeck fast leer und nur die Tische für das erste Auflaufen waren schon aufgebaut.

Vor und nach der Seenotrettungsübung, die zum Glück sehr zügig zu Ende war, haben wir die Koffer ausgepackt. Und wir haben es geschafft, zum ersten Ablegen dieser Kreuzfahrt auf unserem Lieblingsplatz dafür hinten draußen auf Deck 7 zu stehen – in ganz warmer Luft. Danach hatten wir noch einen späten und schönen Abend mit C. und M. im Casino.

Unsere erste Nacht auf dieser Tour wurde leider erheblich von der super lauten und vermutlich kaputten Klimaanlage in unserer Kabine beeinträchtigt. Schlaf gab es deshalb eher wenig. Wie gut, dass der nächste Tag ein Seetag sein würde!