Lichter der Nacht

Vorgestern war nochmal Sommer in der Stadt. 31° C und Sonnenschein pur mitten im September! 🙂 Unter meinem Sonnenschirm war es sehr angenehm.

Für diesen warmen Abend hatte Herr Grillenscheucher uns für eine Lichterfahrt bei Kapitän Prüsse angemeldet. Nachdem wir die Karten abgeholt hatten, warteten wir auf unsere Abfahrt, während die untergehende Sonne den Hafen in schönes Licht tauchte.

Um 20 Uhr sollte es los gehen, aber da waren sie immer noch dabei, möglichst viele Menschen auf das kleine Boot zu stopfen. Erst nachdem einige in Ermangelung weiterer Sitzplätze wieder an Land gingen, gab es ein Einlenken und es wurde ein zweites Boot gechartert.

Dann ging’s endlich los. Unser Kapitän war ein junger Nautik-Student, der sehr lustig und interessant erzählte. Zuerst ging es von den Landungsbrücken in die Speicherstadt.

Für meinen Geschmack hätten wir dort gern noch ein wenig länger bleiben können. Die Backsteinbauten mit all ihren Lichtern sind wunderschön romantisch. Aber es ging weiter in die Hafencity, den jüngsten Hamburger Stadtteil. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich all die neuen Bauten schrecklich oder faszinierend finden soll.

Oben in dem Turm auf dem letzten Foto befindet sich tatsächlich eine Wohnung. Man kann sie drehen und sich somit aussuchen, ob man morgens von der Sonne geweckt wird oder nicht. Praktisch, aber hässlich.

Weiter ging es auf der Elbe vorbei an den Lichtern der Stadt in den Containerhafen. Spannend, die riesigen Hafenkräne und Containerschiffe von unserem winzigen Boot aus zu betrachten. Der Nautik-Student war ganz in seinem Element und fuhr uns unter den Bug eines der größten Schiffe, der Ebba Maersk. Mensch, kommt man sich da klein vor!

Die Treppe auf dem letzten Foto gehörte zu unserem Boot und das riesige graue Ding dahinter ist der Bug der Ebba. Wahnsinn!

Die Container auf dem Schiff sind nur bis zu einer bestimmten Höhe gesichert. Alle darüber stehen einfach nur drauf und wenn es Sturm gibt, fallen die eben runter. Das dient dazu, dass das Schiff dann ruhiger im Wasser liegt – je niedriger das Schiff, umso weniger anfälliger ist es logischerweise für den Wind.

Der Nautik-Student erzählte, dass die Überfahrt von China nach Deutschland so eines Containers ungefähr 1000 € kostet – ohne Zoll und alles andere Drumherum. Wenn man bedenkt, wie viel man darin unterbringen kann und wie lang die Strecke ist, ist das nahezu ein Schnäppchen.

Im Containerhafen wurde immer noch gearbeitet und es sind nur wenige Mitarbeiter dafür erforderlich. Denn so ein Hafenkran merkt sich, wo er den letzten Container abgeladen hat. Beim nächsten Container nimmt er einfach dieselbe Position, nur um die standardisierten Containermaße niedriger als beim Container zuvor und trägt ihn raus. Technik, die fasziniert…

Langsam wurde es frisch auf dem Boot, aber nun ging es auch zurück zu den Landungsbrücken. Wir kamen nochmal an der hübsch beleuchteten Fischauktionshalle vorbei.

Das war ein schöner, lustiger und interessanter Ausflug. Definitiv zu empfehlen! Wobei ich natürlich nicht sagen kann, ob es bei einem der diversen anderen Anbieter noch toller ist. Dazu fehlt mir jeder Vergleich.

Besuch im Kloster

Mitten in Barmbek, der Hamburger Stadtteil, in dem ich lebe, gibt es das Dominikanerkloster St. Johannis. Ich war schon immer neugierig, wie es wohl hinter den Klostertüren aussieht, und im Rahmen des Denkmal-Tages gab es nicht nur die Gelegenheit dazu, sondern auch stündlich eine Führung.

Das Kloster ist ein denkmalgeschützter Rundbau aus den 60er Jahren, der direkt an die Kirche St. Sophien anschließt. Herr Grillenscheucher und ich hatten noch Zeit vor der nächsten Führung und haben uns zuerst die Kirche angesehen. Dort hatte offenbar soeben der Gottesdienst der Ghanaischen Mission, die der Kirche angeschlossen ist, geendet und es stank entsetzlich nach Weihrauch. Viele, viele wunderhübsch bunt gekleidete dunkelhäutige Menschen kamen in Grüppchen raus oder standen noch zu einem Plausch in der Kirche. Kinder testeten die Kirche als perfekten Hohlraum zur Verstärkung ihrer Schreie. Wunderbar lebendig und wirklich im wahrsten Sinne ein Wunder, denn mir tränten vom Weihrauch die Augen. Mich macht der eher das Gegenteil von lebendig.

Zurück vor dem Klostereingang hatten sich schon einige Menschen für die nächste Führung versammelt.

Wir wurden ein gelassen und in einen wunderschönen Innenhof geführt. Ein Brunnen plätscherte und verbreitete Ruhe. Die Sonne schien. Ein herrlich geruhsamer Ort.

Wir wurden herzlich willkommen geheißen und durften uns den Garten in Ruhe ansehen. Es kamen viele Besucher und schließlich wurde die Gruppe geteilt, was angesichts der dann doch recht kleinen Räume wirklich Sinn machte. „Unser“ Pater Karl erzählte von der Geschichte des Ordens und beantwortete bereitwillig alle Fragen, von denen es dieses Mal sehr viele gab. Wie sieht der Tagesablauf aus? Haben Sie Nachwuchssorgen? Warum haben Sie sich ausgerechnet für diesen Orden entschieden? Es war unglaublich interessant.

In dem Kloster leben zur Zeit 7 Mönche, Platz gibt es für 9, und jeder ist für ein oder mehrere Themengebiete zuständig. Einer kümmert sich z.B. um den Garten und kocht 3 Mal pro Woche für alle. Einer ist Ansprechpartner für die ghanaische Mission. Pater Karl ist u.a. bei der Alimaus engagiert und für die Bibliothek des Klosters zuständig.

Wir wurden in die Kapelle geführt und haben die Altarwand bewundert.

Pater Karl erzählte viel über die Bedeutung der Symbole dieser Wand und bevor wir die Kapelle verließen, bat er darum, ein Lied zu singen. Klar, jederzeit, wenn ich den Text kenne. Bei Kirchenliedern bin ich allerdings raus. Trotzdem klang es schön – ein paar unserer Mitbesucher kannten tatsächlich den Text.

Anschließend ging es noch in eine optisch sehr unspektakuläre Bibliothek. Weitere Fragen wurden gestellt und ich wurde langsam hibbelig. Herr Grillenscheucher und ich mussten nämlich dringend los zur nächsten Führung. Deshalb haben wir auch auf den netterweise angebotenen Kaffee und Kuchen verzichtet und haben uns auf die Socken gemacht.

Parkspaziergang

Momentan haben wir herrlichstes Spätsommerwetter in Hamburg. Zumindest wenn sich gegen Mittag der Nebel aufgelöst hat und die Wolken sich verzogen haben. Ich finde das super von der Sonne, dass sie zusammen mit mir und Herrn Grillenscheucher wach wird und uns bis zum Abend begleitet. 🙂 Heute haben wir die Arbeit und die Putzlappen liegen gelassen und stattdessen einen wunderschönen Spaziergang durch mehrere Parks gemacht. Bei der Suche nach dem Titel für diesen Beitrag fiel mir doch glatt wieder dieses schöne alte Lied ein:

Zuerst haben wir einen kleinen Schlenker durch die Schanze gemacht. Schließlich gehört zu jeder meiner Auszeiten inzwischen mindestens ein Besuch im wunderbaren Büromarkt Hansen. Nun habe ich wieder genügend Patronen für meinen Füller und einen dicken gelben Ordner mehr. Der Büromarkt ist immer noch so verwinkelt und mit allem möglichen Kram voll gestellt, wie wir ihn kennen und lieben. Die Schanze hingegen verändert sich zusehends und verliert dabei ihr Flair. Gentrifizierung lässt grüßen…

Der erste Park des Tages war folgerichtig der Schanzenpark. Den kannten wir beide noch nicht und es gibt immer wieder Schlagzeilen über Dealer in diesem Park. Bei Dunkelheit würde ich da nicht gern durch gehen, aber bei Sonnenschein ist er toll mit seinen vielen alten Bäumen.

Mittendrin steht der ehemals größte Wasserturm Europas, der Schanzenturm, in dem inzwischen ein Hotel untergebracht ist.

Immer wieder hatten wir von dort einen schönen Blick auf unseren Telemichel, der aus unserem Winkel heraus irgendwie schief aussah. Wir haben uns schon Sorgen um ihn gemacht, aber zum Glück haben ihn die Fotos gerade gerückt.

Vom Schanzenpark aus sind es nur ein paar Schritte über vielspurige Straßen und schon ist man in Planten un Blomen, der zweite Park des Tages. Dort müssen sie in diesem heißen Sommer extrem viel gewässert haben, denn es war wunderschön grün und bunt dort.

Zuerst gab es ein Eis und dann haben wir den Goldfischen guten Tag gesagt.

Interessiert haben wir einen schwarzen Wasservogel mit rotem Schnabel und grünen Füßen beobachtet und uns gefragt, was das wohl für einer ist. In jedem Fall hat er eine sehr lustige Farbkombination. Tante Google sagt, es ist ein Teichhuhn – man lernt doch nie aus.

Die Sonnenuhr zeigte 20 Minuten zu früh an. Was wird die erst machen, wenn die blöde Zeitumstellung endlich abgeschafft wird und wir immer Sommerzeit haben?

Weiter ging es in den Rosengarten, den ich noch nie so leer erlebt habe. Haben die Touristen denn gerade Urlaub?

Wir haben dort eine kurze Pause gemacht bis uns die Sonne doch zu sehr brizzelte. Dann sind wir weiter in den japanischen Garten gegangen, wo es auch angenehm leer war, obwohl gerade Teezeit war. Herr Grillenscheucher hat grünen Tee mit irgendeinem Pfeffer probiert. Ich bin weniger experimentierfreudig.

Und dann fragten wir uns, was wir mit dem angebrochenen Tag noch so anstellen. Ich schlug den Michel vor und Herr Grillenscheucher befand, dass wir dorthin am besten noch eine Weile durch Planten un Blomen gehen. Im Prinzip gingen wir zurück in die Richtung, aus der wir kamen, nur auf anderen Parkwegen. Wir gingen durch die Mittelmeerterrassen.

Anschließend landeten wir im quasi dritten Park des Tages, den Wallanlagen. Die gehören zwar zu Planten un Blomen, sind aber mehr wie ein englischer Garten. Also mehr Grün als Bunt. Toll war das! Überall Bäume und Rasen und noch mehr Wasser.

Allmählich taten mir die Füße weh vom vielen Laufen und bei einer Pause auf einer Bank haben wir die Möwen beobachtet. Ich finde es wirklich erstaunlich, dass sich so viele von ihnen mittlerweile an den Gewässern in der Stadt aufhalten. Früher waren sie hauptsächlich an der Elbe zu sehen und kamen nur im Winter, wenn es echt kalt wurde, an die Gewässer in der Stadt. Aber wahrscheinlich haben sie die Erfahrung gemacht, dass die Futterlage in der Stadt gleichbleibend gut ist, und sind deshalb geblieben.

Ja, zum Michel sind wir dann auch noch gegangen, aber dazu gibt es einen extra Blogbeitrag, denn der ist einfach zu und zu schön und muss gesondert gewürdigt werden.

Kreuzfahrt auf der Alster

Gestern hielt das Wettervorhersagen-Orakel das, was es versprochen hatte: Sommer-Sonnen-Wetter. Und Herr Grillenscheucher und ich hielten das, was wir uns für diesen Fall vorgenommen hatten: wir lösten die Gutscheine für eine Alsterkreuzfahrt ein, die ich von meinen Kollegen zum Jubiläum geschenkt bekommen hatte. Dafür sind wir sogar – ganz Kreuzfahrt-Profis 😉 – früher als gewöhnlich aufgestanden.

Diese Kreuzfahrtschiffe fahren den ganzen Tag eine bestimmte Route mit diversen Anlege-Stellen über die Alster. Wenn man, so wie wir, ein Ticket für die gesamte Tour hat, kann man den ganzen Tag mit den Schiffen kreuz und quer fahren und überall aus- und wieder einsteigen. Allerdings fahren die Schiffe in einem einstündigen Takt. D.h. dass man beim Aussteigen eine Stunde auf das nächste Schiff warten muss. An einigen Anlegern hätte uns definitiv eine kürzere Zeit gereicht, aber gut, so wurde es ein geruhsamer Tag mit viel Zeit, aufs Wasser zu gucken.

Da kommt das erste Schiff, mit dem wir starteten. Die Schiffe sehen alle gleich aus – außen und innen -, aber natürlich haben sie unterschiedliche Namen.

Herr Grillenscheucher und ich sind gleich am ersten Anleger „Atlantic“ ausgestiegen, weil ich irgendwo mal gelesen hatte, dass es dort in der Nähe ein Hotel mit einem besonders tollen Fahrstuhl gibt. Nein, es handelte sich nicht ums Hotel Atlantic, aber das haben wir unterwegs natürlich auch gesehen. Auf der Terrasse sitzt es sich, glaube ich, nicht so richtig gut wegen der viel befahrenen Straße davor.

Es war das Hotel Le Méridien und eigentlich auch nicht der Hotel-Fahrstuhl, der vollkommen unspektakulär ist, sondern der vom zum Hotel gehörigen Restaurant Heritage. Allein der Ausblick von diesem Restaurant auf die Alster, das im 9. Stock liegt, ist schon irre:

Der Fahrstuhl ist verglast und beim Hoch- und Runterfahren sieht man die Alster. Echt edel.

Anschließend sind wir mit viel Zeit an der Alster zurück zum Anleger marschiert und hatten unterwegs wunderschöne Blicke aufs Wasser.

Zurück am Anleger betrachteten wir das Treiben auf dem Wasser. Der alte Alsterdampfer St. Georg schipperte vorbei und auch jede Menge Möwen.

Die Kirche St. Johannis und unser Fernsehturm sind von dort sehr schön zu sehen.

Dann ging es mit dem nächsten Schiff weiter zur übernächsten Anlege-Stelle, dem Uhlenhorster Fährhaus. Dort haben wir von einer Brücke aus den Feenteich, der voller Seerosen ist, bestaunt.

In der Gegend gibt es jede Menge wunderschöne Häuser, die leider oft ein wenig leblos aussehen. Am besten gefallen hat mir das Konsulat der Republik Tadschikistan – unfassbar, welche Lagen sich Konsulate leisten können!

Der Mann, der dort raus kam, dachte, er hätte unseren BMW eingeparkt. Hihi, wenn der wüsste, welches Auto wir fahren… Ich habe ihn beruhigt und gesagt, dass mir das Haus gut gefällt. Und, juchuh, waren wir fast per Du, jedenfalls sehr nett zueinander. Geht doch. 🙂

Noch mehr schöne Häuser und erstaunlicherweise sind nicht alle weiß.

Besonders verliebt bin ich in das folgende Haus. Erstens ist es unbewohnt und hat eine Art Bauzaun drum rum. Zweitens, und vor allem deshalb, hat es einen wunderschönen riesigen Balkon, den man auf dem Foto an der rechten Seite erkennen kann. Hach, es wäre doch bestimmt ein großer Spaß, dieses Haus zu sanieren und diesen Balkon zu bepflanzen! Wenn man die Kohle und die Zeit dafür hätte…

In guter Nachbarschaft befindet sich das Islamische Zentrum Hamburgs mit einer wunderschönen Moschee. Kürzlich habe ich gelesen, dass Politiker fordern, dass sie abgeschafft wird. Dabei ist sie so ein toller Bau. Aus einer Nebenstraße erahnt man sie erst nur und dann stand ich voller Bewunderung davor. (Nein, ich habe nichts mit dieser oder irgendeiner anderen Religion zu tun. Ich erfreue mich einfach nur an schönen Bauwerken.)

Und wieder saßen Herr Grillenscheucher und ich eine Weile am Anleger und warteten auf unser nächstes Schiff. Wir ließen uns die Sonne auf die Nase brizzeln und hatten eine Menge Spaß mit der Beobachtung unserer Umgebung. Von dort kann man nicht nur den Alsterpark sehen, sondern tatsächlich auch die Elphi. Wie wunderschön sie aussieht neben dem Rathausturm und ein bisschen versetzt dahinter dem Turm vom Mahnmal St. Nikolai.

Welch ein Panorama! Und dazwischen dümpelte die ganze Zeit ein Alster-Radler. Ist ja wohl der neueste Schrei, auf dem Wasser zu radeln. Das soll alle Muskeln und den Gleichgewichtssinn noch viel mehr fördern als das – meiner Meinung nach dämliche – Stand-Up-Paddling.

Ich hoffe nach wie vor, dass der Mensch auf seinem Rad von selbst dort angekommen ist, wo er hin wollte. Denn er hatte zwar ein Segel dabei, aber das hat ihm nichts genützt: kein Wind! Selbst die Segler haben schließlich zu ihren Rudern gegriffen.

Herr Grillenscheucher und ich fuhren mit dem nächsten Schiff weiter bis zur „Endhaltestelle“, dem Winterhuder Fährhaus. Von dort führt die Schiffstour dann wieder zurück Richtung Jungfernstieg. Wir stiegen aus und haben uns den Haynspark angesehen, an dem ich schon so oft mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit vorbei gekommen war, angesehen. Das ist wirklich ein süßer Park! Es gibt ein paar Pavillons:

Auf einem Kinderspielplatz gibt es sogar ein Planschbecken! Das ist echter Luxus. Und Teile von dem Park werden von Nachbarn gepflegt, wie wir auch gleich sehen konnten.

Außerdem gibt es verschiedene Bootsverleiher. An einem wird einem eine Gondel offeriert und an einem anderen Tretboote der verschiedensten Art.

(Der Schwan hatte übrigens mal einen echten Schwan als verliebten Gegenpart und wir wissen ja alle, dass Schwäne treu bis ans Lebensende sind. Egal, wie sie aus ging, ich finde die Geschichte unglaublich traurig.)

Dort, am Winterhuder Fährhaus, haben Herr Grillenscheucher und ich eine längere Pause gemacht und dafür ein Schiff sausen lassen. Dadurch kamen wir in den Genuss des Cafés al volo, in das wir uns sofort verliebt haben. Dort gibt es so viele liebevolle Details, dass einem fast schwindelig wird. Z.B. ein sehr beeindruckendes Schild in der Toilette:

Genau, wer würde schon seine Träume im Klo versenken? Hoffentlich niemand!!!

Und wieder warteten wir eine Weile am Anleger Winterhuder Fährhaus auf unser nächstes Schiff.

Einen Anleger später, an der Streekbrücke, sind wir wieder ausgestiegen. Dort wird nur auf dem „Rückweg“ vom Winterhuder Fährhaus angelegt, denn in die andere Richtung gibt es einfach keinen Anleger. Unterwegs haben wir uns mal nach draußen gestellt – Sitzplätze gab es dort nicht ein einziges Mal. Die waren immer besetzt. 🙁

Erst nachdem Herr Grillenscheucher und ich dort durch einen kleinen Park und ein paar Straßen gelaufen waren, fiel mir auf, dass ich auch an der Streekbrücke vorbei komme, wenn ich mit Olga zur Arbeit fahre. Insofern war die Gegend nicht so spannend für mich, obwohl es so einige hübsche Häuser gibt. Aber die hatten wir ja an diesem Tag zur Genüge. Viel schöner fand ich diese Trauerweide:

Und wieder saßen wir an einem Anleger und warteten auf unser nächstes, dieses Mal letztes Schiff. Wir witzelten über einen Sportler, der sich vor unseren Augen in seinen Neopren-Anzug warf und diverse gymnastische Übungen absolvierte, bevor er sich mit einem sehr kleinen Board ins Wasser warf und mit den Armen ruderte. Training für’s Surfen? Wir wissen es nicht, aber ich konnte endlich ein Foto vom Anleger machen, nachdem der Typ ins Wasser verschwand.

Das letzte Schiff der Kreuzfahrt brachte uns zurück zum Jungfernstieg. Immer noch war draußen kein Platz frei, aber ich habe es sehr genossen, drinnen zu sitzen und einfach nur zu gucken. Die Alster war voller Boote jedweder Art. Es waren unglaublich viele Segelboote unterwegs, auf denen wegen der Windflaute die Ruder ausgepackt wurden. Ein Segelboot wurde bereits von einem Motorboot abgeschleppt. Tja, man sollte sich schon überlegen, bei welchem Wetter man sich auf ein Segelboot begiebt, gell.

Für Herrn Grillenscheucher und mich war es ein wunderschöner Tag dank meiner lieben Kollegen. 🙂 Und wenn jemand einige der hochpreisigen Viertel Hamburgs erschließen möchte, ist so eine Alsterkreuzfahrt eine sehr gute Gelegenheit dafür.

St. Pauli Nachtmarkt

Heute Abend waren Herr Grillenscheucher und ich auf dem St. Pauli Nachtmarkt. Das Wetter war bombastisch: Sonnenschein pur und warme Temperaturen bis in die Nacht. Da bot es sich doch nahezu an, mal abends statt tagsüber auf einen Wochenmarkt zu gehen.

Der Weg dahin war einigermaßen mühselig, denn wegen einer Fliegerbomben-Entschärfung in einem Stadtteil fuhren die Bahnen irgendwie chaotisch. Und vorher noch hatte Herr Grillenscheucher Schwierigkeiten, die Bushaltestelle, die normalerweise bei ihm vor der Tür ist, zu finden. Mal wieder wird dort gebaut und die Haltestelle wird deshalb immer wieder woanders hin verlegt. Vielleicht hätten wir diese Zeichen ernster nehmen sollen…

Dank genügend Ortskenntnis sind wir auf St. Pauli angekommen und über den ziemlich hoch gejubelten Wochenmarkt geschlendert. Er war eine unglaubliche Enttäuschung! 🙁 Der Markt auf dem Spielbudenplatz beherbergt ungefähr zur Hälfte klassische Marktstände und zur anderen Hälfte Foodtrucks. Da der Platz nicht sonderlich groß ist, war das Angebot genauso sonderlich klein, die Preise dafür sonderlich hoch. Wenn es nur einen Gemüsestand gibt, kann der natürlich 8,90 € für ein Kilo Strauchtomaten nehmen. Schließlich fehlt die Konkurrenz. Nee, für Touristen mag es nett sein, aber für uns war es richtig blöd. Und deshalb gibt es auch keine Fotos von mir von dort. Kleine Rache. 😉

Bei derartigen Enttäuschungen und wunderbarem Wetter hilft immer unser portugiesisches Lieblingscafé und ein kaltes Sagres. Wir haben also den kürzesten uns bekannten Weg ins Café genommen und bekamen tatsächlich ein weitgehend kaltes Bier, das gern auch noch kälter hätte sein dürfen. O.k., das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Aber auf dem Niveau war ich halt gerade angekommen. Dennoch tat es gut und hat deshalb auch ein Foto verdient. Prost!