Chania oder griechisch shoppen

Der nächste Hafen, den die Mein Schiff 1 mit uns anlief, war Souda auf Kreta. Die Sonne schien und es war angenehm warm.

TUI Cruises betitelte diesen Stopp mit Souda / Chania. Vielleicht kam es uns deshalb nie in den Sinn, uns Souda anzusehen. Vermutlich war das kein Verlust, aber beurteilen können wir das natürlich nicht. Stattdessen wollten wir uns den 7 km entfernten Ort Chania ansehen und zwar auf eigene Faust. Interessanterweise blieb uns auch nichts anderes übrig, denn die TUI bot ihren gewohnten Shuttle-Service für 9 € pro Nase hin und zurück gar nicht an. 😮 Lernen die Griechen wirklich, Geld zu verdienen?

Um 10 Uhr waren wir mit C. und M. verabredet und machten uns gespannt auf die Socken. Am Hafen standen jede Menge Taxen und die Fahrt nach Chania hätte uns zu viert nur 10 € gekostet. Zurück allerdings das Doppelte. Die Griechen lernen wirklich, Geld zu verdienen! 😉 Außerdem gab es Shuttle-Busse für 3,40 € pro Person hin und zurück, die ca. alle 10 Minuten fuhren. Also haben wir auf die erpresserischen Taxifahrer verzichtet und den Bus genommen. Direkt an der Markthalle in Chania war die Haltestelle. Wie praktisch, die wollten wir eh angucken. Sie hat eine ziemlich beeindruckende Dachkonstruktion.

Dort begann auch unsere Shopping-Tour. Herr Grillenscheucher fand den ersehnten und benötigten neuen Gürtel und C. schlug ebenfalls zu. Weiter ging es durch Einkaufsstraßen mit Blick auf schneebedeckte Berge, was sich seltsam anfühlt, wenn einem gerade im T-Shirt schon fast zu heiß ist.

Unser nächstes Ziel war der venezianische Hafen. Unterwegs versperrten schlafende Hunde Ladeneingänge, links und rechts gab es kleine Höfe und Gassen und ein Brunnen war auch noch zu bewundern.

Der Hafen ist wunderschön anzusehen mit seinen Häusern in warmen Farben, dem Leuchtturm und der Moschee, die von einem einzelnen Polizisten bewacht wurde. Es gibt eine alte Festungsanlage, natürlich auch Boote und Stände, die Schwämme und Haifisch-Gebisse verkaufen.

Unser letztes geplantes Ziel für heute war die Synagoge, von der mir eine Freundin erzählt hatte. Herr Grillenscheucher zeigte uns die Richtung, in der sie ungefähr zu finden sei, und los ging es. Ungeplant, Hauptsache, die Richtung stimmte. Lustig, wenn man durch Gassen und Hinterhöfe kommt, die jetzt nicht unbedingt für die Touristen gedacht sind und voller Mülleimer sind. Auf diese Art und Weise sahen wir aber auch diverse Kirchen und ihre Türme, jede Menge Gassen und eine riesige Wiese voller Kamille, die betörend duftete.

Immer wieder sahen wir kleine Gedenkstätten, die an die Toten erinnern sollen.

Mir wird bei so einem Anblick ja eher mulmig zumute. Viel schöner fand ich, dass überall Stühle und Tische einladend draußen standen.

Schließlich fanden wir die Synagoge. Sie war winzig und voller Menschen. Wir haben nur einen kurzen Blick rein geworfen, fühlten uns aber irgendwie fehl am Platz. Was wir wahrscheinlich nicht waren, denn um uns rum waren hauptsächlich auch Touristen, aber eben nicht nur. Also wandten wir uns weltlicheren Dingen zu: dem Essen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz wurden wir gekobert, wie man in Hamburg sagt. Wir wurden nämlich einfach angesprochen, ob wir was trinken oder essen wollen. Uns wurde dabei quasi alles vom Frühstück bis zum Abendessen versprochen, was uns eigentlich hätte stutzig werden lassen sollen. Aber gut, es sah nett aus und das Toast, das Herr Grillenscheucher und ich uns teilten, war in Ordnung. Donany hat die Pause in jedem Fall genossen.

Frisch gestärkt ging es weiter und wir sahen uns die Kathedrale von Chania an, die sehr interessante Kirchenstühle hat. Ich finde, die sehen irgendwie königlich aus.

 

Danach zog es C. und M. zurück aufs Schiff, denn C. war das Gyros leider nicht so gut bekommen. Herr Grillenscheucher und ich stromerten weiter durch die Straßen und Gassen und liefen shopping-mäßig zu Höchsttouren auf – also, was für uns Höchsttouren sind. Wir sind ja gewöhnlich nicht die Shopper schlechthin.

Es fing damit an, dass ich für einen speziellen Anlass auf dieser Kreuzfahrt eine Clutch brauchen würde. Das war mir erst unterwegs klar geworden. Ich suchte also nach der ersten Clutch meines Lebens, die ich vermutlich später nie wieder verwenden könnte – Wer will denn schon dauernd so ein Ding in der Hand halten? -, aber für diesen Fall gab es keine andere Lösung. Und ich wurde tatsächlich fündig – in einem Juwelierladen. 😮 Nee, so teuer war sie zum Glück nicht.

Unterwegs auf der Clutch-Suche kamen wir am nautischen Museum vorbei, sahen nochmal den venezianischen Hafen und freuten uns an vielen schönen Details.

Herr Grillenscheucher und ich trauten uns nochmal in die weniger ruhige sogenannte Ledergasse, wo ich ein blaues Portemonnaie erstand. In dieser Gasse gibt es fast nur Lederwaren – vor allem Taschen und Geldbörsen. So richtig verschieden sind die angebotenen Waren in den diversen Läden weder von der Art noch vom Preis nicht, höchstens von der Farbauswahl.

Und zum Schluss haben wir der Markthalle noch einen Besuch abgestattet, der sich wirklich gelohnt hat. Denn in den Quergängen gab es tatsächlich Markt, wie man ihn sich vorstellt. Den Teil hatten wir am Morgen gar nicht beguckt.

Es gab sogar richtig dunkelrote Ostereier – das sind, wie wir gelernt hatten, die „echten“ für das griechische Osterfest, das ja erst am nächsten Wochenende stattfinden würde.

Und es gab einen Stand, der Honig und Olivenöl verkaufte, und bei dem wir den Honig sogar probieren durften. Ich liebe Honig, bin aber ziemlich wählerisch. Gelernt hatten wir, dass man sowohl Öl als auch Honig am besten in Blechkanistern kauft. Darin könnten sie keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt worden sein. Honig in solchen Behältern gab es aber überall nur als Thymian-Honig. Hm, würde der nach Thymian schmecken? Das fände ich nicht so lecker. Tat er aber nicht – juchuh! Dafür war er sehr lecker. Also gab es einen kleinen Kanister Honig und einen noch kleineren Olivenöl, der inzwischen hoffentlich meinem Lieblingsnachbarn als Dankeschön mundet.

Am späten Nachmittag kamen Herr Grillenscheucher und ich in einem ziemlich vollen Bus zurück aufs Schiff und haben uns erstmal einen anständigen Kaffee gegönnt. Um 18 Uhr legten wir mit Typhoon und Auslauf-Lied ab. Hach, ich liebe diese Prozedur! Nochmal hatten wir einen guten Blick auf die seltsamerweise schneebedeckten Berge.

Danach gab es noch einen Prosecco im Casino, wobei wir E. und G. kennenlernten. Ihre Kabine war eine von mehreren, die durch einen geplatzten Schlauch der Sprinkleranlage unter Wasser gesetzt wurde. Zum Glück gab es noch leere Kabinen an Bord, in die sie umziehen konnten. Allerdings gab es kein Upgrade, sondern nur eine Entschuldigung vom Schiff. Ich fand es total beeindruckend, wie unaufgeregt und ungenervt die beiden mit dieser Situation umgingen. Vielleicht hatten sie sich die Aufregung und Genervtheit inzwischen abgewöhnt, denn sie waren schon seit Singapur auf dem Schiff.

Für den Abend waren Herr Grillenscheucher und ich mit C. und M. und den Bekannten von C. – I. und N. – zum Essen im Atlantic verabredet. Wir haben lecker gespeist und uns hinterher auf dem Pooldeck zur Pool-Party verabredet. Die Party war rein musikmäßig überhaupt nicht nach dem Geschmack von Herrn Grillenscheucher und mir. Es wurde gerade mal ein einziges Lied gespielt, nach dem wir Lust hatten zu tanzen. Man könnte jetzt aber auch nicht sagen, dass alle anderen ihren Spaß hatten. Dann wäre es ja in Ordnung gewesen. Die meisten machten wenn dann eher mit, weil es eben nichts anderes gab. Schade.

Herr Grillenscheucher und ich seilten uns deshalb dort ab und verbrachten noch eine angenehme Zeit im Casino. Erst spät sind wir ins Bett gegangen, aber zum Glück war die Uhr für uns: sie wurde in dieser Nacht eine Stunde zurück gestellt.

Der Nachtrag vom Wochenende

Ein Wochenende voller sinnloser Versuche. Lauter gescheiterte Pläne. 🙄 Trotzdem war es sehr schön. Wir haben einfach das Beste draus gemacht.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Ich habe ein weihnachtliches Feuerzeug geschenkt bekommen, das genau zu meinen weihnachtlichen Teelichthaltern mit den Elchen drauf passt.

  • Da es ja gerade ganz gut läuft mit meiner täglichen Mandarine, habe ich auf dem Wochenmarkt eine ganze Kiste erstanden. Vor allem weil das billiger war als sie einzeln zu kaufen, aber auch weil ich die Kisten so gern mag. Allerdings kriege ich die nie allein aufgegessen bevor sie schlecht werden. Also spende ich mindestens die Hälfte dem Winternotprogramm, bei dem Herr Grillenscheucher einmal pro Woche ehrenamtlich arbeitet. Mandarinen sind nämlich toll für Obdachlose: die kann man in die Tasche stecken und am nächsten Tag noch essen.

  • Obwohl wir überhaupt keine Lust hatten und eigentlich zu müde waren, sind Herr Grillenscheucher und ich tapfer zur Tanzstunde gegangen und haben sehr unkonzentriert, also eher schlecht getanzt. Immerhin waren nur wenige Paare da und wir hatten Platz zum Üben. Der letzte Tanz war wie so oft eine Rumba. Unseren Lieblingstanz haben wir trotz Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten so gut getanzt, dass hinterher jemand extra zu uns kam und uns mit Komplimenten überschüttet hat. So lieb!

Die guten Dinge von Samstag:

  • Herr Grillenscheucher bastelte mir ein Segelschiff aufs Bett.

  • Schon nachmittags wurde das Abendessen vorbereitet, der Adventskranz aufgestellt und der Adventskalender aufgehängt, der immer erst am Tag vor dem ersten Advent beginnt. Wir waren präpariert für unseren Plan, abends zu einem Adventsgottesdienst zu gehen.
  • Die Kirche, auf die wir zu liefen, sah vielversprechend erleuchtet aus, aber leider fand dort eine vollkommen andere Veranstaltung statt. Ich hatte mich in der Kirche geirrt. 😮 Unverrichteter Dinge sind wir also zurück Richtung Heimat gefahren, aber dort dann wenigstens noch über einen Weihnachtsmarkt gelaufen, der dieses Wochenende stattfand. Wir haben uns nur die Stände draußen angesehen, für die man keinen Eintritt bezahlen muss. Ich finde es echt widerwärtig, wenn ich dafür bezahlen soll, dass ich irgendwo shoppen gehen darf. Das ist doch total beknackt. Die Ausbeute war dennoch groß – besonders verliebt bin ich in die Postkarte – und wir hatten ein sehr lustiges Gespräch mit Mutter und Sohn an einem Verkaufsstand.

  • Bonus: Danach sollte es noch einen Glühwein auf dem kleinen, süßen Barmbeker Weihnachtsmarkt geben. Aber dort war es unglaublich voll und laut. Stattdessen sind wir schnell nach Hause gegangen und hatten einen wunderschönen Abend mit ganz viel Kerzenlicht drinnen und draußen.

Die guten Dinge von heute:

  • Gestern waren wir für unsere Verhältnisse echt früh im Bett und ich habe richtig, richtig lange geschlafen. So erholsam! Und dann leuchtete die erste Kerze vom Adventskranz.

  • Ich hatte Herrn Grillenscheucher gebeten, mir ein Programm auf dem Rechner zu installieren, mit dem ich Playlists erstellen kann, die ich dann wiederum mit Anton hören kann. Das gestaltete sich unerwartet schwierig. So schwierig, dass wir die Aktion verschoben haben, denn die Wohnung wollte ja auch noch geputzt werden. Die ist jetzt wieder sauber, juchuh.
  • Eine liebe E-Card zum ersten Advent von S.

Der Nachtrag vom Wochenende

Das war ein schönes Wochenende und Herr Grillenscheucher und ich haben es spontan um einen Tag verlängert. Toll, das durch den Urlaubs-Brückentag einfach so tun zu können! Der Anfang vom Wochenende war allerdings weniger klasse. Ich war so gereizt drauf, dass es mich schon selbst genervt hat. Dabei gab es gar keinen konkreten Grund dafür. Nur das ständige Gefühl, zu wenig Zeit für alles zu haben, was durch das immer frühere Dunkel-Werden gerade extrem verstärkt wird. Am besten begebe ich mich wohl mal auf die Suche nach meiner inneren Ruhe. Wo hat die sich bloß versteckt???

Die guten Dinge von Freitag:

  • Kantinentreffen mit B. und M., zu dem sich etwas später auch noch A. gesellte. Es gab Kinderessen: Spinat mit Kartoffelpüree und Spiegeleiern. Das war lecker. Und dazu haben wir wunderbar geblödelt und gelacht.
  • Pünktlichst ins laaange Wochenende aufgebrochen.
  • Herr Grillenscheucher hatte mich, obwohl ich so gereizt war und so schlecht getanzt hab, noch lieb.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Nach langer Zeit haben Herr Grillenscheucher und ich mal wieder das kleine, süße Einkaufszentrum „um die Ecke“ aufgesucht. Ein Glück ist es immer noch klein und süß, obwohl es eine größere Neugestaltung gab. Die haben sie gut hin gekriegt.
  • Diverse benötigte Dinge gefunden und gekauft. Nicht benötigt, aber einfach so lustig, kam ein Kaffeebecher mit, auf dem steht „Ein perfekter Morgen startet mit einem Mord. Oder Kaffee, Kaffee geht auch.“. Ich glaub, den nehme ich mit ins Büro. 😀
  • Es gab Hühnereintopf, für den Herr Grillenscheucher bereits die Brühe vor gekocht hatte. Lecker und perfekt zur Stärkung der Abwehrkräfte.

Die guten Dinge von Sonntag:

  • Dadurch, dass wir mitten in der Nacht die ausgeliehene Stunde zurück bekommen haben, sind wir tatsächlich zu einer einstelligen Uhrzeit aufgestanden. :-O Und der Tag war so wunderbar lang – hach schön.
  • Herr Grillenscheucher hat seinen neuen Spiegelschrank im Bad angebracht. Ich musste nur ganz wenig assistieren. Richtig schön ist es geworden mit den hellen Möbeln. Leider fehlt noch die Lampe auf dem Spiegelschrank, weil sie einen Akku braucht, den man gesondert kaufen muss. Das hätte IKEA nun wirklich mal deutlicher ansagen können und nicht erst in der Bau-Anleitung. 😡 Besonders stolz bin ich auf meine Idee, als zusätzlichen Stauraum einen Schuhschrank aufzustellen. Der hat genau die schmale Tiefe, die beim Reinkommen nicht stört, und viel Platz für Handtücher und Klopapier-Rollen usw.

  • Noch ein gemeinsamer Abend mit Herrn Grillenscheucher und Gesprächen bis uns die Augen zu fielen.

Kurz und gut

  • Kaum noch Regen, weniger Wind – Zeit für einen Shopping-Ausflug mit Herrn Grillenscheucher in die Innenstadt. Wir waren ziemlich erfolgreich, denn bis auf eine neue Lichterkette für mein Wohnzimmer haben wir alles auf der Einkaufsliste abgearbeitet. (Dafür muss wohl Weihnachten noch ein bisschen näher rücken.) Sogar einen Taschenschirm mit einem Rundgriff wie bei einem Stockschirm habe ich gefunden. So einen hab ich mir schon lange gewünscht. Zwischendurch gab es einen kurzen Foto-Stopp für die Alsterfontäne – immer wieder schön anzusehen:

  • Sogar zu maas-natur haben wir es noch geschafft, bei denen ich kürzlich ein paar Klamotten in den Laden bestellt hatte. Ein Teil der Lieferung war gestern angekommen. Netter Laden, super nette Verkäuferinnen, aber nur bedingt mein Stil. Nun weiß ich auch das.
  • Zum Abschluss haben wir Stefffen Hensslers „Ahoi“ eine Chance gegeben und uns dort Fish & Chips geteilt. Nun ja, war o.k. Aber eben nicht so lecker und auch weniger als bei Daniel Wischer, der früher seinen Laden an derselben Stelle hatte. Nur weil der Vermieter lieber den Henssler als den Wischer wollte, musste letzterer umziehen. Nächstes Mal gehen wir doch lieber die paar Schritte weiter zum neuen Laden von Herrn Wischer beim Rathaus. Man lebt und lernt…

La Spezia

Hach, La Spezia! La Spezia gehört zu meinen absoluten Lieblingsstädten. Vor vielen, vielen Jahren waren Herr Grillenscheucher und ich schon mal in dieser wundervollen Stadt und haben hinterher darüber nachgedacht, dorthin auszuwandern. Entsprechend groß war unsere Vorfreude und wir wurden nicht enttäuscht. 🙂

Der Blick von unserem Balkon war erstmal gar nicht so toll:

Dafür wurde unser Bett mit Segelbooten dekoriert:

Herr Grillenscheucher haben den Tag in Ruhe begonnen und sind gegen Mittag von Bord gegangen. Es gab einen kostenlosen Hafenshuttle bis zur Hafenpromenade und die ist schon ein Highlight für sich – alles grün!

Donany hat es dort auch sehr gut gefallen.

Am anderen Ende der Hafenpromenade steht ein Denkmal für Giuseppe Garibaldi:

Aber das war ja erst der Anfang. Rein ging es in die Straßen der Stadt, über ihre Plätze und unter ihren unzähligen Arkaden hindurch. Die Arkaden sind wundervoll – sie bieten Schutz bei Regen und Schatten bei Sonnenschein. Außerdem sind sie überwiegend sehr kunstvoll gestaltet.

Neben den Arkaden sind Orangenbäume ein Zeichen dafür, dass man sich in La Spezia befindet. Die stehen da überall rum und man muss aufpassen, dass einen eine reife herunter fallende Orange nicht auf den Kopf trifft.

Natürlich sind wir über den Wochenmarkt geschlendert und haben Hunger von all den leckeren Dingen bekommen. Besonders bemerkenswert fand ich, dass es dort frisches, fertig geschnippeltes Suppengemüse gab. Das nenn ich mal Service!

Herr Grillenscheucher und ich haben den Platz wieder gefunden, an dem wir damals mit ein paar Italienern ins Gespräch kamen. Mit Händen und Füßen haben wir uns an einem Kiosk unterhalten und derweil Bier getrunken. Das war ein großer Spaß. 🙂 Der Platz heißt Piazza Benedetto Brin und verfügt über viel Grün und mehrere Kioske und Bänke. An einer Seite ist eine katholische Kirche, an den anderen sind die dort typischen Wohnhäuser, zwischen denen schon auch mal die Wäsche zum Trocknen hängt. Und Arkaden gibt’s natürlich auch.

Donany wäre auch am allerliebsten geblieben.

An einem anderen kleinen Platz haben wir eine Pause gemacht, Tosta Mista gegessen und Galao getrunken. Dort gab es ein wunderhübsches altes Karussell und eine wunderschöne Bank.

Danach sind wir zum Kastell hoch gestiegen und haben die Aussicht bewundert.

Anschließend erwachte die Stadt langsam wieder zum Leben. Die Läden öffneten nach der langen Mittagspause wieder. In La Spezia gibt es zum Glück nur wenige Läden der großen Ketten, was den Schaufensterbummel viel spannender macht. Manche haben überraschende Details wie die Engel, die Türgriffe sind, auf dem untersten Foto.

In diversen kleinen Läden haben wir die jeweils schönste Postkarte ausgesucht und hatten fast den Eindruck, sie hätten sich abgesprochen: pro Laden nur eine schöne, alle anderen potthässlich. 😉 Und wir haben italienischen Birnensaft im 6er-Pack gekauft – der macht süchtig! Ob der unfassbar leckere Geschmack wohl an den kleinen Flaschen liegt?

In Italien gibt es wie bei uns im Supermarkt auch Express-Wein, aber wenigstens fast stilecht aus Gläsern und nicht aus der Dose. (Eklig ist er aber wahrscheinlich trotzdem – wir haben ihn nicht probiert.)

Fast bis auf die letzte Minute sind wir durch diese wunderschöne Stadt gelaufen und haben sie auf uns wirken lassen. All die typischen Häuser, die in der Regel 4- oder 5-stöckig sind, mit ihren Balkonen und Fensterläden geben in all ihrer Unterschiedlichkeit ein einheitliches Bild ab, das entspannt aussieht.

Zwischendurch gab es auch sowas wie moderne Kunst – was immer sie uns sagen soll:

Wie überall in Italien sind Mopeds jeglicher Art ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel, aber neuerdings gibt es auch sehr schicke Fahrräder.

Tja, und dann mussten wir uns auf unser Fortbewegungsmittel begeben.

An Bord haben wir uns erstmal jeder ein Fläschchen Birnensaft genehmigt, um uns den Abschied zu versüßen. Zum Ablegen sind wir wie immer auf die Aussichtbar gegangen und haben noch eine ganze Weile La Spezia, die Möwen und die Küste beguckt.

Wir konnten von weitem Portovenere – quasi der südliche Endpunkt der Cinque Terre – sehen und die davor gelagerten Inseln.

Sehr besonders, weil sehr skurril war der Blick auf den Torre Scuola:

Die guten Dinge von Donnerstag, 11.5.2017:

  • Natürlich La Spezia wiederzusehen! Oh, das war so so so schön!
  • Und dann auch noch den Platz wieder zu finden, an dem Herr Grillenscheucher und ich vor vielen Jahren mit ein paar Italienern so versackt sind, dass wir gerade eben noch die letzte Bahn zu unserer Unterkunft bekamen. In Erinnerungen schwelgen.
  • In La Spezia habe ich in einem Taschen-Laden ganz ohne Ketten-Hintergrund eine wunderbare neue Büro-Tasche gefunden. Sie ist viel leichter als meine alte – zurück zu Hause habe ich beide gewogen. Nun schleppe schleppe ich ein halbes Kilo weniger mit mir rum. Welch eine Erleichterung! Außerdem hat die Neue ein ganz entzückendes, mädchenhaft-geblümtes Innenfutter, in das ich mich sofort verliebt habe.