Wenn Kirche, dann Michel

Ich bin ja nun so gar nicht religiös, aber es gibt manche Kirchen, die mich dazu bringen könnten. Zu diesen gehört auch der Michel. Schon wenn ich seinen Turm sehe, geht mir das Herz auf. Und wenn ich dort drinnen bin, werde ich ganz demütig. Manche Kirchen können das bei mir verursachen und ich freue mich jedes Mal darüber.

Nach all den Parks heute hatte ich eigentlich keine Lust auf noch mehr Dinge zum Angucken. Eigentlich liefen wir eher deshalb auf den Michel zu, weil dort um die Ecke unser liebstes portugiesisches Café ist.

Aber dann stand er da sowieso vor uns und ich dachte: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“. So unglaublich oft hatten wir uns schon vorgenommen, auf den Turm herauf zu fahren und uns die Krypta anzusehen. Klar, er ist immer da und wir könnten das immer noch machen, aber ebenso gut doch auch jetzt. Also los.

Zum Glück gibt es einen Fahrstuhl nach oben zur Aussichtsplattform. Die Treppen hätte ich heute nicht mehr klettern mögen. Oben war es wunderschön! So tolle Blicke über die Stadt – wow.

 

Einfach beeindruckend, in welch einer schönen Stadt ich wohne! 🙂

Und wo wir schon dabei waren, haben wir uns auch die Krypta angesehen. Hm, da habe ich schon echt schönere gesehen. Die im Michel lohnt sich nur, wenn man viel über die Geschichte des Michels erfahren möchte, denn darüber gibt es dort jede Menge Erklär-Tafeln.

Anschließend sind Herr Grillenscheucher und ich noch in Ruhe durch den eigentlichen Kirchenraum gegangen. Wunderbar, wie leer es war! Ich glaube wirklich, die Touristen sind im Urlaub. 😉

Ja, das war toll. Insbesondere, dass wir das heute noch gemacht haben. Danach war dann auch das dieses Mal tatsächlich richtig kalte Sagres und dazu ein Tosta Mista beim Lieblingsportugiesen mehr als verdient. Prost auf einen richtig tollen Tag!

St. Pauli Nachtmarkt

Heute Abend waren Herr Grillenscheucher und ich auf dem St. Pauli Nachtmarkt. Das Wetter war bombastisch: Sonnenschein pur und warme Temperaturen bis in die Nacht. Da bot es sich doch nahezu an, mal abends statt tagsüber auf einen Wochenmarkt zu gehen.

Der Weg dahin war einigermaßen mühselig, denn wegen einer Fliegerbomben-Entschärfung in einem Stadtteil fuhren die Bahnen irgendwie chaotisch. Und vorher noch hatte Herr Grillenscheucher Schwierigkeiten, die Bushaltestelle, die normalerweise bei ihm vor der Tür ist, zu finden. Mal wieder wird dort gebaut und die Haltestelle wird deshalb immer wieder woanders hin verlegt. Vielleicht hätten wir diese Zeichen ernster nehmen sollen…

Dank genügend Ortskenntnis sind wir auf St. Pauli angekommen und über den ziemlich hoch gejubelten Wochenmarkt geschlendert. Er war eine unglaubliche Enttäuschung! 🙁 Der Markt auf dem Spielbudenplatz beherbergt ungefähr zur Hälfte klassische Marktstände und zur anderen Hälfte Foodtrucks. Da der Platz nicht sonderlich groß ist, war das Angebot genauso sonderlich klein, die Preise dafür sonderlich hoch. Wenn es nur einen Gemüsestand gibt, kann der natürlich 8,90 € für ein Kilo Strauchtomaten nehmen. Schließlich fehlt die Konkurrenz. Nee, für Touristen mag es nett sein, aber für uns war es richtig blöd. Und deshalb gibt es auch keine Fotos von mir von dort. Kleine Rache. 😉

Bei derartigen Enttäuschungen und wunderbarem Wetter hilft immer unser portugiesisches Lieblingscafé und ein kaltes Sagres. Wir haben also den kürzesten uns bekannten Weg ins Café genommen und bekamen tatsächlich ein weitgehend kaltes Bier, das gern auch noch kälter hätte sein dürfen. O.k., das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Aber auf dem Niveau war ich halt gerade angekommen. Dennoch tat es gut und hat deshalb auch ein Foto verdient. Prost!

Mit dem Bötchen nach Cranz

Die Wettervorhersage war gut und Herr Grillenscheucher und ich waren für einen Ausflug verabredet. Seine Eltern schlossen sich uns an und so verbrachten wir gemeinsam den Tag mehr oder weniger in öffentlichen Verkehrsmitteln. 😉 Ich wollte nämlich so gern Bötchen fahren, weil ich mich dann immer gleich wie im Urlaub fühle. Mein Wunsch wurde mir erfüllt.

  • Wir sind ganz, ganz viel Bötchen gefahren. So wunderbar, der brummende Motor unter uns, der Fahrtwind in den Haaren und das Wasser vor, neben und hinter uns. 😎 Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns an den Landungsbrücken getroffen und sind mit der Fähre nach Finkenwerder gefahren. Dort sind wir in die Fähre nach Teufelsbrück umgestiegen. Dann ging es eine Weile an Land mit Bussen durch viel Grün weiter bis wir mit der Bergziege am Hafen in Blankenese ankamen. Die nächste Fähre fuhr uns vor der Nase davon und wir vertrieben uns die einstündige Wartezeit mit Fischbrötchen. Das dritte Bötchen an diesem Tag schipperte uns nach Cranz. Unterwegs gab es so viel zu sehen: den Airbus im Landeanflug, das Elbufer und natürlich jede Menge große Pötte. Vom Kapitän einer Fähre haben wir gelernt, dass wir sogar einen Eisbrecher sahen – erkennbar an der seltsam geformten Schnauze (das orange Ding).

  • Um in Cranz anzukommen, ist das Bötchen ein kleines Stück die Este hoch gefahren. Wir sind frohen Mutes vom Anleger ein Stück auf dem Deich entlang gelaufen. Gewünscht haben wir uns ein Café, das es aber nur am Anleger gab. Dafür sahen wir eine Menge süße Häuser, die Este und einen Laden für orthopädische Schuhe. Nett, aber jetzt nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Wenn man jedoch ganz viel Bötchen fahren will, ist das schon ein super Ziel. 😉

  • Die Rückfahrt haben wir etwas schlichter gestaltet. Wir hatten Glück und erwischten einen Bus kurz vorm Losfahren, der uns bis Finkenwerder brachte. Von dort gab es die vierte Bötchen-Fahrt des Tages zurück zu den Landungsbrücken. 🙂 Und in unserem Lieblings-Café im Portugiesenviertel endlich den ersehnten Kaffee für die Eltern von Herrn Grillenscheucher und für uns beide Sagres. Zum Abschluss sind wir noch zum Stintfang hoch gegangen und haben all die blauen Neonröhren bewundert, die unseren Hafen derzeit für den Blue Port und die Cruise Days beleuchten. Auch die Fähren, mit denen wir gefahren sind, tragen solche mit sich.

Ja, das war ein sehr schöner Ausflugstag! 🙂

Straßenmampf

Der Straßenmampf auf dem Spielbudenplatz hatte uns ja schon letztes Jahr begeistert und in diesem Jahr gehörte er zum dritten Auszeit-Ausflug am 25. August. Es war ein sehr heißer Tag – über 30° C -, aber im luftigen Kleidchen und ohne Eile war es auszuhalten.

Herr Grillenscheucher, Donany und ich fuhren am frühen Nachmittag mit der U-Bahn zu den Landungsbrücken und von dort eine Station mit der Fähre zum Fischmarkt.

01_Donany 02_Blohm_und_Voss 03_Fischmarkthalle

Dort sind wir ein Stück an der Elbe lang gelaufen, haben die Elphi bewundert und sehr über das begeisterte Plakat von Blohm + Voss zu ihrer Eröffnung gelacht.

04_Elphi     05_DaDaDaDaaa

Ein paar Treppen hoch vorbei am Golden Pudel Club, der dieses Jahr leider abgebrannt ist, und schon standen wir in einem ganz idyllischen Teil von St. Pauli.

08_St_Pauli 06_Glaube_Liebe 07_Platz

Von dort ist es nur ein Katzensprung zur Reeperbahn und dem Spielbudenplatz. Wir hatten noch Zeit und sind durch diverse Nebenstraßen gestromert. Bilder von unterwegs:

09_Badewanne 10_rosa_Haus 11_St_Paula

13_betreutes_Trinken 15_Sorgenbrecher 14_Hilde

Ich fand den Tanzschuh-Laden wieder, in dem ich als Teenie meine allerersten Tanzschuhe bekam – von meiner Mama. Erstaunlich, dass es den Laden immer noch gibt! Dass er gleich neben der Heilsarmee ist, hatte ich gar nicht in meiner Erinnerung.

16_Heilsarmee 17_Tanzschuhe 18_Heilsarmee

Zurück auf der Reeperbahn kam wir an der aus Funk und Fernsehen 😉 bekannten Davidwache vorbei und glotzten eine Weile auf die neue Medienfassade vom Klubhaus St. Pauli, auf der sich die LED-Anzeigen alle naslang ändern. Wer braucht eigentlich sowas?

19_Davidwache 22_Fassade 23_Fassade

Kurz vor der Öffnung des Straßenmampfs waren wir wieder auf dem Spielbudenplatz. Alle waren noch dabei, ihre Stände aufzubauen.

21_Unicorn_Sweets 25_Mother_Phils 26_Frau_Waffel

28_So_Qalicious 30_Street_Kitchen 29_Bier

32_Falafel 33_Currywerk 31_London_Bus

(Der Hund neben dem Currywerk ist echt.) Ich verliebte mich in einen Buddha und bestellte am zugehörigen Stand einen Burger, der hauptsächlich aus Hack und Käse bestand, eher langweilig, aber ungemein sättigend war. Herr Grillenscheucher hatte mehr Glück mit seinem Burger mit Ziegenkäse und Senf-Feigen-Soße von einem anderen Stand.

34_Buddha 36_Burger 35_Burger

Donany beobachtete das ganze eher ein bisschen skeptisch.

37_DonanyNach all der Sonne auf dem Kopp und dem mächtigen Essen war mir nach eiskaltem Bier. So sind wir ins Portugiesenviertel marschiert, um uns mit einem Sagres abzukühlen. Dort guckte auch Donany wieder zufrieden aus der Wäsche. 😉

38_Donany 39_Fischerfigur 40_Donany

Die Sternschanze oder „Folge der Münze“

Den ersten Ausflug in meiner Auszeit in diesem Jahr haben Herr Grillenscheucher und ich am 16. August gemacht. Es war warm und sonnig – beste Voraussetzungen. Als erstes haben wir den Büromarkt Hansen in der Sternschanze besucht.  Da wollte ich schon immer mal rein und ganz besonders seit S. bei ihrem Hamburg-Besuch dort war und nur geschwärmt hat. Von außen sieht er irgendwie schedderig aus:

02_Büromarkt_Hansen

Aber innen ist er ein Paradies für Papier- und Farbenliebhaber. Ziemlich chaotisch und vollgestopft – die Fotos auf der Webseite treffen es ziemlich gut – und eine irre Auswahl. Ich fand endlich schöne, bunte Ordner zu einem guten Preis, die Herr Grillenscheucher dankenswerterweise für den Rest des Ausflugs mit sich rum trug.

Danach kam das Spiel „Folge der Münze“. Das hatte ich aus meiner letzten Challenge. Man nehme eine Münze, bestimme eine Seite mit rechts, die andere mit links und werfe sie bei jeder Weggabelung. Sie entscheidet, ob man nach rechts oder links weiter geht. Dafür hatte ich extra einen Barbados-Dollar raus gekramt, der ja schon mal per se an Urlaub erinnert:

01_Barbados_Dollar

Vor dem Büromarkt Hansen fingen wir also an. Der Dollar sagte rechts und wir folgten ihm. Nun gibt es in der Sternschanze relativ viele Weggabelungen und so liefen wir irgendwie im Zickzack und gleichzeitig im Kreis da durch. Raus aus dem Viertel kamen wir jedenfalls nicht. Dafür haben wir wahrscheinlich zu oft den Dollar befragt. Aber wir sahen eine Menge kleine nette Dinge und kamen auch mal durch den Teil mit den Fleisch-Großhandelshallen. Bilder von unterwegs:

03_Who_killed_Bambi 04_Blumenladen 05_Lakritz_usw

06_Dachterrasse 07_Weinladen 08_Gartenarbeit

10_Life 11_3001 12_Schanzenhöfe

15_Fernsehturm 14_Stier 16_Mövenpickhotel

17_Donany 19_Kühe 20_Rumbaumsche_Schule

21_mehr_wedeln 23_Hund 22_Nahkauf

24_Ladeneingang 26_China_Imbiss 25_Spatzen

27_Gasse 29_Gasse 31_Wandmalerei

32_Hauseingang 34_Dom 36_Wurstfüller

Nach zwei Stunden von rechts nach links und wieder zurück hatten wir genug vom Barbados-Dollar. Wir haben noch kurz einen Blick in den Medienbunker geworfen, der gerade auf der anderen Straßenseite war. Es gab den Plan, diesen Bunker um fünf Stockwerke aufzustocken. Immerhin wurde dieser Plan auf drei Stockwerke reduziert. Mal sehen, ob da der Geldgeber noch mitmacht.

Zum Abschluss gab es Tosta Mista und Sagres im Café Sul. Entspannt haben wir dem Verkehrstreiben zugesehen und Donany hat der Ausflug auch gefallen.

38_Sagres     37_Donany