Die letzten Auszeit-Tage

Ich merke, dass mich der Herbst mit seinem schwindenden Licht, dem Regen und den deutlich kälter gewordenen Temperaturen gerade ziemlich runter zieht. Noch dazu geht für mich der Alltagstrott wieder los und die Wecker lärmen zu nachtschlafener Zeit. Also ist es wohl eine gute Idee, mich mit der Konzentration auf die guten Dinge in meinem Leben aufzumuntern. Allerdings gibt es sie ab jetzt hier nicht wieder täglich, sondern als Sammelsurium aus einer Woche, damit ich auch noch dazu komme, mal über was anderes zu schreiben.

Los geht’s von Donnerstag bis Mittwoch – Montag bis Sonntag wäre doch irgendwie zu langweilig 😉 – die Woche vom 27. September bis zum 3. Oktober:

  • Es gab noch einen letzten Auszeit-Ausflug. Herr Grillenscheucher und ich haben zusammen mit seinen Eltern das verschlafene Buxtehude beguckt und das Wetter war brav trocken.
  • Ich habe Heidepflanzen auf dem Wochenmarkt gekauft und dabei ein neues Wort gelernt: Rudelpflanzen. 😉
  • Die Pflanzen habe ich umgehend eingetopft, während Herr Grillenscheucher so lieb war und meine Balkonmöbel in den Keller verfrachtete. Mein Balkon ist auf den Winter vorbereitet.
  • Obwohl ich überhaupt keine Lust dazu hatte, war es richtig schön beim Tanzen. Wir haben eine Figur im langsamen Walzer gelernt, die wir eigentlich kannten, aber komplett verdrängt hatten. Dabei ist es eine so eine nette, kleine Figur.
  • Herr Grillenscheucher sind nun 19 Jahre zusammen und zum Glück ist der Tag für uns keine heilige Kuh. Wir konnten entspannt erst einen Tag später gemeinsam darauf anstoßen.
  • Der Feiertag mitten in der Woche.
  • Ein nieselverregneter Tag, aber als ich mich zur Post und zum Einkaufen begab, war es trocken von oben. Das war sehr rücksichtsvoll vom Wetter.
  • Herr Grillenscheucher und ich haben mit Geschenken viel Freude verbreitet.
  • Ich habe meine Schuhsammlung um je ein Paar in blau und in grau erweitert. Genau genommen habe ich die beiden alten Schuhpaare damit ersetzt, denn die sind schon völlig ausgelatscht. Dann darf das ja auch mal sein.
  • Herr Grillenscheucher hat ganz viele tolle Rezeptideen für den Herbst (auch wenn ich lieber leugnen würde, dass es Herbst ist).
  • Ich bin zutiefst dankbar, dass ich 2 Monate lang Urlaub hatte. Wunderschöne Ausflüge durfte ich ganz entspannt erleben. Den jährlichen Herbstputz habe ich bewältigt. Meine Wohnung und meinen Balkon habe ich ausgiebig genossen. Das Wetter war die meiste Zeit sehr, sehr fein. Es ist ein großes Glück, dass ich das machen darf!
  • Vorhin gab es einen wunderschönen Abendhimmel:

  • Es war eine gute Idee, die guten Dinge aufzuschreiben. Jetzt habe ich doch glatt viel bessere Laune. 🙂

Rudelpflanzen

Am Freitag auf dem Wochenmarkt habe ich ein neues Wort gelernt. Nein, es heißt nicht „Rudelpflanzen“, sondern „Gruppenpflanzen“. Ich habe nämlich Heidepflanzen gekauft und gefragt, wie viele in einen Topf mit 50 cm Durchmesser passen. 5 Stück, war die Antwort, und ich habe gestaunt. 😮 So viele? Wird denen das nicht zu eng? Nein, denn es sind eben Gruppenpflanzen, die sich mit mehreren eng nebeneinander am wohlsten fühlen. Herr Grillenscheucher meinte: „Aha, sie wachsen also in Rudeln.“. Deshalb heißen bei uns jetzt Rudelpflanzen. 😉

Und tatsächlich, bei Pflanzen gibt es verschiedene Geselligkeitsstufen. Und in diversen Baumärkten gibt es Gruppenpflanzen-Sets zu kaufen. Man lernt doch nie aus!

Mein Rudel Heidepflanzen habe ich am Samstag in besagten Topf gequetscht. Passte gerade so, sieht jetzt aber auch sehr schön üppig aus. Darunter kamen weitere Tulpen- und Narzissenzwiebeln. Mal sehen, ob die sich an der Heide vorbei durch die Erde schieben können.

Und der Buddha strahlt zwischen der Heide und der Chrysantheme. 🙂

Herr Grillenscheucher hat die Balkonmöbel in den Keller gebracht – die Wintervorbereitungen auf dem Balkon sind fast abgeschlossen. Ich mag gar nicht an die dunkle kalte Jahreszeit denken…

Sonne, Hitze und endlich Regen

Schon seit Wochen, ach was seit Monaten beherrscht die Sonne das Hamburger Wetter. Mensch, seit wie vielen Jahren wünschen wir uns hier im Norden mal wieder so einen richtigen Sommer? Aber wenn der dann gefühlte Ewigkeiten lang Temperaturen über 30° C und komplette Trockenheit bedeutet, dann ist es auch nicht recht. Mir jedenfalls nicht, weil ich es nicht mag, wenn ich nur lethargisch auf dem Sofa hängen mag.

Die Gewässer der Stadt sind überwiegend von Blaualgen verseucht, die Fische sterben in Massen und die Alsterschwäne wurden schon vorsorglich in ihr Winterquartier gebracht. 😮 Überall vertrocknen die Pflanzen und die Bäume verlieren ihre Blätter, so dass es auf den Wegen schon wie im Herbst aussieht.

Aber heute sollte es endlich Regen geben. Schon am Vormittag sah der Himmel vielversprechend aus, aber dann schob der Wind die Wolken wieder weg. Am Abend kam er dann doch noch, der Regen. Mit einem Sturm, der sich wortwörtlich gewaschen hatte. Ein Glück ist auf meinem Balkon alles stehen geblieben, aber den Salat hat’s ganz schön gerupft.

Nach maximal einer halben Stunde war der ganze Spuk vorbei. Nicht viel für die durstende Pflanzen- und Tierwelt. Aber es ist doch tatsächlich mal schön, Regentropfen glitzern zu sehen. 🙂

Der Nachtrag vom Wochenende

Regen, Regen, Regen. Es regnete von Donnerstag Nacht bis Samstag Abend in einem fort und nach einer kurzen Pause fing es wieder an. Eine derartige Regen-Ausdauer hab ich noch nie erlebt. Der Wahnsinn. Aber wenigstens gab es keine Katastrophensituation wie in Berlin.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Trotz Regen auf den Wochenmarkt gegangen – von meinem großen Schirm überdacht.
  • Viel gelacht beim Tanzen.
  • Maultaschen essen. 🙂

Die guten Dinge von Samstag:

  • Faul gewesen, aber auch ein bisschen Papierkram erledigt. Für beides war das Wetter perfekt. 😉 U.a. habe ich einen Antrag auf eine Patentochter ausgefüllt. In ein paar Wochen bekommen Herr Grillenscheucher und ich quasi Familienzuwachs. Wir freuen uns schon sehr.
  • Zusammen mit Herrn Grillenscheucher Musik für Anton gesucht. Ich möchte ausprobieren, ob es mir gut tut, unterwegs Musik auf den Ohren zu haben. In der U-Bahn auf dem Nachhauseweg zum Runterkommen z.B. Ich liebe ja Surf-Musik. Die beamt mich immer direkt ans Meer. Gefunden haben wir North Shore Music FM und den Sender kann ich jetzt mit Anton hören. Ich bin gespannt!
  • Echte schwäbische Spätzle mit Gulasch.

Die guten Dinge von heute:

  • Meine Lieblingsuhr, die in einem Regal steht und mir quasi den Takt vorgibt, ist stehen geblieben. Das bringt mich immer ganz durcheinander. 🙁 Aus irgendeinem Grund hing einer der Zeiger fest. Ein Glück konnte Herr Grillenscheucher das reparieren.
  • Die Balkonpflanzen genießen offenbar den vielen Regen. Sie wachsen wie verrückt. Schön, dass wenigstens sie was von dem blöden Wetter haben.
  • Der Wohnungsputz war mit der Hilfe von Herrn Grillenscheucher ratzfatz erledigt.

Der Nachtrag vom Wochenende

Es war kalt, es war grau, es war nass. Und trotzdem war es überall voller Menschen – auf dem Wochenmarkt, beim Tanzen, in den Supermärkten und bei IKEA. Anstrengend und nervig. 🙁 Aber Herr Grillenscheucher und ich hatten dennoch unseren Spaß. Im Gewimmel ruhig zu bleiben und sich nicht gegenseitig genervt an zu kreischen, ist sehr befriedigend. 😉

Die guten Dinge von Freitag:

  • Der Liebesperlenstrauch vor meinem Bürogebäude leuchtet gerade ganz intensiv lila und das sieht toll aus. Außerdem grinse ich immer über diesen Busch mit so einem Namen ausgerechnet vor einer Firma. Wer wohl auf die Idee kam, ihn dort zu pflanzen?
  • Herr Grillenscheucher war sehr pünktlich und so kamen wir früher als sonst auf den Wochenmarkt. Das war auch gut so, denn es war an fast allen Ständen unglaublich voll. N. vom Käsestand schenkte uns eine kleine Kostprobe dafür, dass wir eine Schnapszahl bezahlen mussten: 7,77 €. 🙂
  • Tanzen war eher nervig, weil es so voll war. Immerhin kriegen wir allmählich die neue Discofox-Figur hin. Dafür haben wir erfahren, dass wir den Jive-Grundschritt schon seit Jahren komplett falsch tanzen. 😯 Tja, auch das Tanzen unterliegt der Mode und der heutige Grundschritt ist eben anders als der vor 10 Jahren. Das Schönste am Ganzen war, irgendwann endlich in der Küche von Herrn Grillenscheuer zu sitzen und zu entspannen.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Einkaufsmarathon mit Herrn Grillenscheucher und alles bekommen, was wir wollten. Wichtige Dinge wie ein neues Lichternetz für meinen Balkon (das vom letzten Jahr funktioniert schon wieder nur noch halb 🙁 ) und viele Teelichte und Kerzen für die dunkle Jahreszeit. Und auch ein paar einfach schöne Dinge wie einen Lebensfreude-Kalender für 2017 und bunt blühende Topfpflanzen.
  • Preiselbeergetränk bei IKEA, das Herr Grillenscheucher uns für die lange Wartezeit an der Kasse holte.
  • Nach dem ganzen Gewimmel in all den Läden wieder zu Hause zu sein und mit Prosecco auf den erfolgreichen Einkauf anzustoßen. Puh, das war echt verdient!

Die guten Dinge von heute:

  • Wunderbar ausgeschlafen.
  • Heute ist der Tag des Nichtstuns. Juchuh! Dem habe ich heute auch zumindest eine ganze Weile gehuldigt.
  • Per WhatsApp einen sehr lustigen Werbefilm von C. geschickt bekommen. Herrlich, mal so sinnbefreit lachen zu können:

https://www.youtube.com/watch?v=urGwu9JWaVU