Der Nachtrag vom Wochenende

Der Freitag war so wunderschön sonnig und Hoffnung machte sich breit. Aber der Samstag weckte mich mit trommelndem Regen auf dem Dach. Der geplante Flohmarkt-Besuch fiel also im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. 🙁

Die guten Dinge vom Freitag:

  • Besagter Sonnenschein und so tolles Licht. 😎 Endlich konnte ich mal wieder trockenen Fußes den Balkon inspizieren und habe mehrere Paprika und Tomaten geerntet, die abends auch gleich ins Essen kamen.
  • Ich habe mich getraut und einen Friseurtermin in einem mir bislang unbekannten Laden vereinbart. Ganz ungewohnt bekam ich tatsächlich schon nächste Woche einen. Wie einfach das sein kann! 😯 (Ein bisschen mulmig ist mir schon, aber hauptsächlich bin ich gespannt.)
  • Lange Kochsession und viel Gemüse geschnippelt. Zur Abwechslung mal an einem Abend beide Gerichte für’s Wochenende gekocht. Sollten wir definitiv öfter so machen, weil das zu einem sehr entspannten Samstag führt. Außerdem hat es dem Gulasch richtig gut getan, einen Tag durch zu ziehen und nochmal aufgewärmt zu werden.

Die guten Dinge vom Samstag:

  • Die letzte Tüte Kresse-Saat in der Männerboutique ergattert. Mit der sollte ich über den Winter kommen. Anscheinend verkaufen sie nämlich keine Saat im Winter – die Restbestände standen schon bereit zum Einlagern.
  • Herr Grillenscheucher hat mir geholfen, die Gardine im Wohnzimmer ab zu nehmen und nach dem Waschen wieder aufzuhängen. Außerdem haben wir zusammen kleine Beutel mit Lavendel befüllt. Das ist eine so unsäglich langweilige Tätigkeit, bei der ich mich unbedingt mit jemandem unterhalten muss, damit ich nicht genervt sofort wieder aufhöre. Nun duftet es in meinen Schränken wieder nach Lavendel. Und weil ich ja bekanntlich nicht nähen kann, tue ich zwei Esslöffel getrocknete Lavendelblüten einfach in Teebeutel und schnüre sie mit Paketband zu. So sieht das dann aus:

54_Lavendelsäckchen

  • Ein ganz wunderschöner, klarer Regenbogen.
  • Bonus: Beim Reden mit Herrn Grillenscheucher über die Balkonbepflanzung im nächsten Jahr ergab sich über drei Ecken die grandiose Idee, es mal mit einer Kiwi als Kletterpflanze zu versuchen. Was wir kurz darüber gelesen haben, war nahezu perfekt. Hach, Vorfreude!

Die guten Dinge von heute:

  • Sehr lange geschlafen, denn es wurde gestern auch sehr spät.
  • Kaum noch Regen und ich habe endlich die verbliebene Sonnenblumenblüte zum Trocknen rein geholt. Wäre ja zu und zu schick, wenn ich die Saat für’s nächste Jahr da raus kriege.
  • Der Abschied von Herrn Grillenscheucher fiel ganz leicht, weil wir uns schon morgen wieder sehen.

Die Qual der Wahl

Weil ich gefragt wurde, was ich für den Balkon einer Freundin vorschlagen würde, habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, wie ich eigentlich meine Pflanz-Entscheidungen treffe. Natürlich kann man sagen, was auf einem schattigen oder einem sonnigen Balkon die besten Chancen zum Gedeihen hat. Aber so simpel ist es ja meist gar nicht. Mein Balkon hat z.B. eine Süd-West-Lage – klassisch sonnig. Überdies bekommt er auch eine Weile Morgensonne – Osten – ab. In die West-Richtung sind mittlerweile die Bäume so hoch gewachsen, dass von dort kaum noch direkte Sonneneinstrahlung kommt. Außerdem liegt mein Balkon ganz oben gänzlich ungeschützt. Alle meine Pflanzen müssen mit Regen, Wind und Sonne klar kommen.

Herr Grillenscheucher und ich sehen die Unterschiede sehr deutlich. Sein Balkon liegt geschützt und hat im Sommer durch die Bäume davor eher weniger Licht. Im Winter und Frühling fühlen sich die Pflanzen bei ihm total glücklich und wachsen und blühen wie blöd. Da bin ich immer ein bisschen neidisch. Aber im Sommer tun sich die Pflanzen bei ihm deutlich schwerer als bei mir. Klassischer Fall von „man kann nicht alles haben“.

Meine Pflanz-Entscheidungen sind ein Sammelsurium aus

  • ist eh schon da und habe ich in mein Herz geschlossen (Pfingstrose, Lavendel, Jasmin, Liebstöckel…)
  • die Saat habe ich geschenkt bekommen und probiere sie einfach mal aus (Edelwicken, Portulaksalat…)
  • will ich unbedingt jedes Jahr haben, weil’s mir gefällt oder schmeckt (Basilikum, Dill, Tagetes, Sonnenblumen…)
  • ist mir über den Weg gelaufen und finde ich spannend (Kerbel, Wiesenblumen…).

Die Töpfe und Kästen stelle ich natürlich so, wie es möglichst gut für die jeweilige Pflanze passt. Da es auf meinem Balkon sonnigere und schattigere Plätze gibt, geht das auch ganz gut. Vor Regen und Wind hingegen kann ich sie nicht schützen. Deshalb steht die will-ich-unbedingt-haben Tomate immer ganz dicht an der Fensterfront – der am besten geschützte Platz auf meinem Balkon. Und deshalb verzichte ich auf eine Kapmargerite, die ich so gern leiden mag, weil sie es geschützter braucht als ich bieten kann.

Wenn ich jemanden bei der Pflanzenwahl berate, dann ist meine erste Frage die nach der Sonnenlage des Balkons und die zweite mindestens ebenso wichtige Frage „Was hättest Du denn gern?“. Lieber bunt blühend oder was für den Kochtopf? Fast immer kann man die  Wünsche mit der Sonnenlage in Einklang bringen. Schließlich gibt es unendlich viele wunderschöne Pflanzen. Das einzige, was sie immer brauchen, ist Licht. Nicht zu verwechseln mit Sonneneinstrahlung! Eine Hauswand oder dicht belaubte Bäume nehmen schnell eine Menge Licht.

Das allerwichtigste beim Säen und Pflanzen ist für mich: Ausprobieren. Die allermeisten Pflanzen, besonders Kräuter, sind viel zäher als man glaubt – ein Versuch, wenn er nicht allzu teuer ist, lohnt sich in jedem Fall. Hinterher ist man schlauer. 😉