Kutschfahrt übern Friedhof

Hach, es ist bestimmt schon zwei Jahre her, dass ich irgendwo im Internet las, dass neuerdings Kutschfahrten über den Ohlsdorfer Friedhof angeboten werden. Ich fand die Idee sofort perfekt. Dieser Friedhof ist riesig; immerhin der größte Parkfriedhof der Welt. Monaco passt ungefähr drei Mal drauf. Es gibt 36.000 Bäume dort! 😮

Herr Grillenscheucher und ich waren schon mal dort und haben uns die Füße platt gelaufen. Es ist wunderschön, unter den vielen Bäumen zu wandeln, aber eben auch riesig groß. Wo sonst könnten Pferde besser helfen? Sie sind langsam genug, damit man in Ruhe die Umgebung sehen kann. Und sie passen meiner Ansicht nach perfekt ins Landschaftsbild.

Natürlich muss man sich vorher für so eine Fahrt anmelden, denn die Pferde werden dafür extra angefahren und stehen leider nicht auf dem Gelände. Und für die Betreiberin lohnt so eine Kutschfahrt erst ab mindestens 4 zahlenden Gästen, was ich ob des Aufwands sehr gut verstehe. Aber genauso natürlich möchte niemand so eine Fahrt bei prasselndem Regen machen. Also habe ich zuerst angefragt, ob man bei schlechtem Wetter noch kurzfristig absagen kann, und bekam zur Antwort, dass das überhaupt kein Problem ist. Super.

Immer noch fehlten uns 2 Personen für die nötigen 4 und Herr Grillenscheucher kam auf die Idee, unsere Freunde L. und S. zu fragen. Die beiden waren sofort begeistert, wir einigten uns auf den heutigen Termin und ich reservierte 4 Plätze in der Kutsche. Schöner Weise haben sich noch 4 weitere Menschen angeschlossen, so dass die Fahrt für die Betreiberin nicht so arg am Limit war. Ganz super toll von ihr fand ich, dass sie die Fahrgäste in der Reihenfolge der Anmeldung zum Bezahlen und Einsteigen aufgerufen hat. So konnten wir vier uns nämlich direkt hinter dem Kutschbock gegenüber sitzen, was auf den hinteren Plätzen nicht mehr möglich gewesen wäre – das Gegenüber-Sitzen. Ein perfekter Start! Und ein perfektes Wetter!

Diese beiden wunderbaren Friesenpferde, Hauke und Stine, haben uns durch den Friedhof gezogen:

Unterwegs gab es natürlich ganz viel Grün zu sehen und diverse Kapellen und Mausoleen.

Weil der Friedhof so groß ist, gibt es tatsächlich zwei Buslinien, die ihn durchfahren.

Der Friedhof ist auch bekannt für seine vielen, vielen Engelsfiguren an den Gräbern. Selbst die Cora, die bei einer Brustvergrößerung gestorben ist, hat einen bekommen. Möge das Warnung genug für alle anderen Anwärterinnen sein!

Es gibt aber auch einen anonymen Urnenhain und ganz schlicht „normale“ Grabsteine.

Faszinierend, das alles unter den alten Bäumen zu betrachten! Die Stunde Kutschfahrt verging gefühlt viel zu schnell und danach konnte ich mich kaum von den wunderschönen Pferden trennen. Und sie haben sich so über unsere mitgebrachten Äpfel und Möhren gefreut. 🙂

Es war eine wunderschöne Fahrt mit zwei tollen Pferden und zwei ebenso tollen Begleitern, die ab und an ein bisschen erzählten, aber uns sonst haben genießen lassen. Und ich habe mich mehr als gefreut, endlich diese besondere Tour mit machen zu können.

Hinterher haben wir vier uns noch im Braband direkt am Kanal ein Getränk gegönnt und ein bisschen gequatscht. Dabei fielen uns ganz viele Dinge ein, die wir zusammen in unserer wunderschönen Stadt mal machen könnten. Das nächste Jahr ist quasi ausgebucht. 😉

Der Start in den Tag

Heute war ich nur 10 Minuten vor dem Rasselwecker hellwach und habe mich total geärgert, diese 10 Minuten Schlaf nicht gehabt zu haben. Menno, ich brauche doch jede Minute! Der Start in den Tag war also schon mal versaut und ich bin nicht mal merkbar früher im Büro gewesen. 🙁 Dafür wurde der Tag wenigstens annehmbar.

  • Im Gegensatz zu den letzten Tagen war es nahezu mild draußen. Immerhin kurz über 0° C, so dass ganz viel von dem ekligen weißen Zeugs geschmolzen ist, durch das ich morgens noch stiefeln musste. Wobei der Weg morgens die Bestätigung brachte, dass meine neuen schwarzen Stiefeletten eine super Anti-Rutsch-Sohle haben. Toll, sich so sicher durch den Schnee bewegen zu können!
  • Die Kantine wartete überraschenderweise mit einem Erbseneintopf auf und dazu gab’s ein interessantes Gespräch mit W. über Pferde und Reiten und die Frage, warum eigentlich fast ausschließlich Mädchen so gern reiten. Leider haben wir keine Antwort gefunden.
  • Eine entspannte Besprechung mit meinen beiden Projektleiterinnen über unsere diesjährige Projekt- und Urlaubsplanung. Zumindest momentan können wir sagen, dass kein Projekt mit einem anderen in irgendeiner heißen Phase kollidiert. Das kann sich noch ändern, aber ich denke, dass die beiden jetzt genug für diese Problematik sensibilisiert sind, um das zu verhindern. Die Urlaubsplanung war schon schwieriger, insbesondere mein Auszeit-Wunsch. Generell ist der natürlich in Ordnung, wenn ich dann nur nicht so lange weg wäre. 😉 Vor meiner Beantragung der Auszeit müssen jedenfalls noch ein paar Dinge geklärt werden und dann geht das hoffentlich seinen „sozialistischen Gang“. Nicht ganz das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte, aber die Besprechung war für alle gut, um mal wieder gänzlich im Film zu sein.