Mykonos und endlich Ruhe in der Kabine

Die dritte Nacht mit lärmender Klimaanlage war überstanden. Wir ankerten vor Mykonos, das uns mit strahlendem Sonnenschein begrüßte. Wenn das Meer so glitzert und die Luft so angenehm warm ist, vergisst man zeitweise sogar den Schlafmangel.

Herr Grillenscheucher und ich sind langsam in den Tag gestartet und erst mittags mit C. und M. an Land getendert. Die Tenderboote waren zur Abwechslung nicht die Rettungsboote der Mein Schiff 1, sondern griechische Boote. Offenbar haben die Griechen gelernt, Geld zu verdienen. 😉

Zum kleinen, alten Hafen von Mykonos Stadt wurden wir gebracht und sind von dort kreuz und quer durch den Ort gelaufen. Es war noch Vorsaison und die Vorbereitungen auf die Saison liefen auf vollen Touren. Überall wurde repariert und gemalert und es roch nach Farbe. Das meiste war aber offenbar schon geschafft, denn die Häuser strahlten überwiegend frisch weiß.

Mykonos ist ja berühmt für seine weiß-blauen Häuser und ich mag das auch sehr gern leiden, aber ab und zu gibt es doch mal eine andere Farbkombination.

Wir haben uns die Windmühlen aus der Nähe angesehen. Von innen konnte man keine besichtigen. Offenbar sind sie in Privatbesitz.

Die Gassen sind teilweise irrwitzig eng. Für mich wäre das ja nichts, wenn ich den Nachbarn gegenüber morgens durchs Fenster per Handschlag begrüßen könnte.

Unterwegs hatte M. ganz oft Gelegenheit, eine Katze zu kraulen, was sie alle sehr genossen haben. Der Katzenflüsterer… 😉

Immer wieder hatten wir einen schönen Blick auf unser Lieblingsschiff mit einem Tenderboot davor. Tolle Kulisse!

Eine sehr steile Treppe sind wir hoch gestiegen, weil wir hofften, danach in reine Wohngebiete zu kommen. Wir waren neugierig auf den Teil, der nicht total touristisch hergerichtet ist und die ganze Zeit ein bisschen an Disney-Land erinnerte. Aber leider war das eine Sackgasse.

Danach fanden wir, es sei Zeit für eine Pause. Natürlich gab es jede Menge Restaurants und Cafés, die geöffnet hatten, aber wir hatten diverse Ansprüche, die es zu erfüllen galt. So landeten wir in der Bar „Scarpa“ mit Blick aufs Meer, die leider keine eigene Webseite hat. Wunderbar war es dort mit vielen Kissen und total entspannt. Auch Donany hat es sehr gefallen.

Langsam sind wir zurück Richtung Anleger und haben noch die ein oder andere Kurve eingelegt, weil irgendwas unser Interesse geweckt hatte.

 

Zurück auf unserem Schiff haben Herr Grillenscheucher und ich eine Weile im Casino entspannt. Als wir am späten Nachmittag feststellen mussten, dass sich immer noch niemand mit unserer nervigen Klimaanlage beschäftigt hat, ist Herr Grillenscheucher ein weiteres Mal deshalb bei der Rezeption vorstellig geworden. Dieses Mal wurde immerhin sofort ein Handwerker angerufen, der erstaunlicherweise auch ein paar Minuten später kam. Dem möchte ich an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen danken, denn er hat unsere Klimaanlage total geschrottet. Sie gab keinen Mucks mehr von sich. Oh, was war das für eine himmlische Ruhe! Und es war ja absehbar, dass wir das Ding auf dieser Fahrt weder fürs Heizen noch fürs Abkühlen brauchen würden. Mal ganz abgesehen davon, dass beides eh nicht mehr funktionierte.

Herrn Grillenscheucher und mir sind Felsbrocken vom Herzen gefallen und wir haben uns total aufs Schlafen gefreut. Also sind wir relativ früh zum Essen ins Atlantic gegangen, was dazu führte, dass wir zwischen den Essensgängen ewig warten mussten. Vor dem Hauptgang bin ich deshalb raus gegangen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren bis die Sonne komplett untergegangen war.

Nach dem Essen hielt uns auch nichts mehr lange wach. Wir sind früh in unsere Kabine und haben vom Balkon noch den Mond bewundert.

Und dann haben wir in wunderbarer Ruhe endlich richtig geschlafen.

La Seyne – Toulon

In La Seyne haben wir angelegt und sind von dort über die Bucht mit einem Shuttle-Schiff nach Toulon gefahren. Toulon hat uns total überrascht – es war so hübsch, entspannt und freundlich. Dabei sah es morgens von Bord nicht sonderlich freundlich aus, wenn man mal vom Wetter absieht:

Aber dann war es schon so toll, mit einem Boot „anzureisen“.

Als erstes sind wir über einen riesigen Wochenmarkt gelaufen, der sich über diverse Straßen, Plätze und Gassen hin zog. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an der Fülle von Obst, Gemüse und Blumen. Wir haben eine Familienpackung Kräuter der Provence erstanden, die im Gegensatz zur hier nicht solche dämlichen Zutaten wie Lavendel und/oder Fenchel enthielt und sich inzwischen zu Hause schon als super Kauf entpuppt hat.

Anschließend sind wir durch schmale Gassen und über kleine Plätze gelaufen. Alles war so schön entspannt.

Wir haben uns natürlich die Kathedrale angesehen und ein wenig die Kühle drinnen genossen.

Die Kirche Saint Francois de Paule haben wir uns nur von außen angesehen, weil es den Eindruck machte, dass sie drinnen irgendeine Veranstaltung vorbereiten. Davor stand immer noch ein Blumenstand vom Markt.

In einem gefühlten Hinterhof fanden wir die Bateau Sculpture, welches die Reproduktion eines königlichen Schiffes des 18. Jahrhunderts ist. Das fand ich so süß an Toulon: es rühmte sich mit quasi allem, was jemals dort hingestellt wurde. So z.B. auch mit der Bronzefigur Cuverville.

Aber es hat eindeutig ganz viel Spaß gemacht, all diese kleinen Denkmäler aufzuspüren. Unterwegs gab es überall Kunst an den Gebäuden – eine Art Festival für öffentliche Kunst fand gerade statt.

Wir sind zum Place Victor Hugo gegangen, der mit einem beeindruckenden Springbrunnen-Denkmal aufwartet.

Das Theater hat eine eindrucksvolle Fassade und gerade fanden Vorbereitungen für ein Konzert davor statt. Irgendwie war Toulon voller Events, die gerade stattfanden oder in den nächsten Tagen stattfinden sollten.

Danach gab es endlich eine Pause mit Hinsetzen, einem super leckeren Sandwich mit Huhn, Tomate, Salat und Avocado. Donany hat die Pause auch genossen:

Weiter ging es Richtung Marinemuseum. Wir haben die vielen bunten Läden der Stadt bewundert.

Lustig war auch diese Pizzeria:

Außerdem gab es unterwegs zerzauste Tauben, Wasser und interessante Häuser zu sehen.

So als Nicht-Museumsgänger haben wir uns das Marinemuseum nur von außen angeschaut und den Yachthafen gleich daneben.

Danach sind wir zurück auf unser Schiff und hatten einen entspannten Abend mit Sonnenuntergang und später wunderschönem Mond auf dem Wasser.

Die guten Dinge von Samstag, 13. Mai 2017:

  • Toulon hat uns überraschenderweise sehr begeistert und wir waren ganz glücklich, diesen Ort gesehen zu haben.
  • Das super leckere Sandwich unterwegs. Manche Kombination muss man einfach mal erleben.
  • Nachts der Mond von unserem Balkon und zumindest das Gefühl, endlich allein mit Herrn Grillenscheucher zu sein. (Was sicher trügerisch war.)

Kurz und gut

  • Bis auf einen Aufreger im Büro (Wo auch sonst?) war dies ein ruhiger, friedlicher Montag. Kein Stress, ja sogar nicht mal eine Besprechung.
  • Den neuen Ring mit dem schwarz-weißen Stein getragen und mich den ganzen Tag darüber gefreut.
  • Auf dem Heimweg der fast volle Mond, der hinter einer Wolke hervor leuchtete.

Kurz und gut

  • Obwohl ich letzte Nacht gefühlt gar nicht geschlafen hab, war ich beim Weckerklingeln putzmunter und blieb das auch den ganzen Tag.
  • Das Heizungsrohr in meinem Büro fing gerade rechtzeitig vor Feierabend an zu tropfen, so dass ich die Störungsstelle noch erreichte. Nun brauche ich dort morgen weder Gummistiefel noch Schwimmflossen, aber eine Kuscheldecke (schon eingepackt), weil die Heizung abgestellt werden musste.
  • Eine schmale Mondsichel am klaren, schwarzen Himmel.