Seetag und rund um Stromboli

Da richtet man sich auf einen ruhigen, vom Nichtstun und Nichtssehen (außer dem Meer) geprägten Seetag ein und dann das. Wow, das war mal toll! Schon morgens lag Sizilien mit dem schneebedeckten Ätna direkt vor unserem Balkon und wir saßen staunend mit unserem Kaffee in unseren Bademänteln und sahen ihn an uns vorüber ziehen.

Welch ein Glück, dass die Balkonreinigung schon gestern auf unserer Seite stattgefunden hatte! So konnten Herr Grillenscheucher und ich den Blick in Ruhe genießen bis wir zum Frühstück gingen.

Mittags erreichten wir die Straße von Messina. Trotz der vielen Wolken und des kühlen Windes lag das Meer ruhig und wir hatten einen super Blick auf das Land links (Sizilien) und rechts (Kalabrien) von uns.

Sizilien wurde früher mit einer Hochspannungsleitung über der Meerenge an das Stromnetz des Festlandes angeschlossen. Die beiden riesigen Masten dafür stehen immer noch, während das Stromkabel inzwischen auf den Meeresboden verlegt wurde.

Das war schon sehr spannend, so dicht am Land zu fahren. Und ich dachte die ganze Zeit daran, dass Herr Grillenscheucher und ich vor vielen Jahren mal mit Olga um Italiens Stiefel gefahren sind und all das, was uns auf der Kalabrien-Seite unterwegs passiert ist. Erinnerungen für’s Leben…

Aber damit war es immer noch nicht genug für den heutigen Seetag. Der Kapitän befand nämlich, dass wir genug Zeit haben, um die Vulkaninsel Stromboli zu umrunden. Gesagt, getan. Der Vulkan ist nach wie vor aktiv und deshalb wussten wir nicht, ob er gerade qualmt oder ob Wolken sich drauf gesetzt hatten. Inselrundfahrt:

Ich finde die Fotos nahezu mystisch. Zu Stromboli gehört auch der Strombolicchio, der kleine Stromboli:

Als Kirsche auf der Torte gab es an diesem Tag auch noch einen wunderschönen Sonnenuntergang mit einer im Meer versinkenden Sonne. Hach, ich liebe es, das zu beobachten!

An diesem Abend sind Herr Grillenscheucher und ich erst danach ins Atlantic zum Essen gegangen. Das Essen war – in diesem Fall kann ich schon von Glück sagen – nicht so ganz meins und ich ließ eine Menge zurück gehen. Allmählich machte ich mir nämlich Sorgen um meine Figur und ob sie wohl noch in bestimmte Klamotten passen würde.

Anschließend haben wir uns mit C. und M. im Casino getroffen und hatten eine Menge Spaß. Was für ein feiner, spannender Seetag!

Seetag und die Seele baumeln lassen

Nach drei Hafentagen gab es endlich wieder einen Seetag und keine Pläne. Das hieß ausschlafen, in Ruhe frühstücken und in der Sonne sitzen bis es zu heiß wurde. Postkarten schreiben, Burger essen und Strawberry Kiss – ein alkoholfreier Erdbeercocktail – trinken. Herr Grillenscheucher hielt sich aber lieber an einen Moskito.

Ein bisschen wehmütig die spezielle Serviette angucken, die es auf dieser Reise gab.

Aufs Meer gucken, den Tag vorbei trudeln lassen und zum x-ten Mal die tolle Schiffsspur fotografieren.

Das war ein sehr, sehr erholsamer Tag. Abends waren wir im Atlantic und haben lecker gegessen. Und natürlich haben wir den Abend im Casino ausklingen lassen. Wir haben uns lange mit E. und G. unterhalten, die wir gestern kennenlernten. Die beiden leben in dem Ort, in dem Herr Grillenscheucher selbst lange gelebt hat, was für viel Gesprächsstoff sorgte. Wie klein die Welt doch manchmal ist…

Mykonos und endlich Ruhe in der Kabine

Die dritte Nacht mit lärmender Klimaanlage war überstanden. Wir ankerten vor Mykonos, das uns mit strahlendem Sonnenschein begrüßte. Wenn das Meer so glitzert und die Luft so angenehm warm ist, vergisst man zeitweise sogar den Schlafmangel.

Herr Grillenscheucher und ich sind langsam in den Tag gestartet und erst mittags mit C. und M. an Land getendert. Die Tenderboote waren zur Abwechslung nicht die Rettungsboote der Mein Schiff 1, sondern griechische Boote. Offenbar haben die Griechen gelernt, Geld zu verdienen. 😉

Zum kleinen, alten Hafen von Mykonos Stadt wurden wir gebracht und sind von dort kreuz und quer durch den Ort gelaufen. Es war noch Vorsaison und die Vorbereitungen auf die Saison liefen auf vollen Touren. Überall wurde repariert und gemalert und es roch nach Farbe. Das meiste war aber offenbar schon geschafft, denn die Häuser strahlten überwiegend frisch weiß.

Mykonos ist ja berühmt für seine weiß-blauen Häuser und ich mag das auch sehr gern leiden, aber ab und zu gibt es doch mal eine andere Farbkombination.

Wir haben uns die Windmühlen aus der Nähe angesehen. Von innen konnte man keine besichtigen. Offenbar sind sie in Privatbesitz.

Die Gassen sind teilweise irrwitzig eng. Für mich wäre das ja nichts, wenn ich den Nachbarn gegenüber morgens durchs Fenster per Handschlag begrüßen könnte.

Unterwegs hatte M. ganz oft Gelegenheit, eine Katze zu kraulen, was sie alle sehr genossen haben. Der Katzenflüsterer… 😉

Immer wieder hatten wir einen schönen Blick auf unser Lieblingsschiff mit einem Tenderboot davor. Tolle Kulisse!

Eine sehr steile Treppe sind wir hoch gestiegen, weil wir hofften, danach in reine Wohngebiete zu kommen. Wir waren neugierig auf den Teil, der nicht total touristisch hergerichtet ist und die ganze Zeit ein bisschen an Disney-Land erinnerte. Aber leider war das eine Sackgasse.

Danach fanden wir, es sei Zeit für eine Pause. Natürlich gab es jede Menge Restaurants und Cafés, die geöffnet hatten, aber wir hatten diverse Ansprüche, die es zu erfüllen galt. So landeten wir in der Bar „Scarpa“ mit Blick aufs Meer, die leider keine eigene Webseite hat. Wunderbar war es dort mit vielen Kissen und total entspannt. Auch Donany hat es sehr gefallen.

Langsam sind wir zurück Richtung Anleger und haben noch die ein oder andere Kurve eingelegt, weil irgendwas unser Interesse geweckt hatte.

 

Zurück auf unserem Schiff haben Herr Grillenscheucher und ich eine Weile im Casino entspannt. Als wir am späten Nachmittag feststellen mussten, dass sich immer noch niemand mit unserer nervigen Klimaanlage beschäftigt hat, ist Herr Grillenscheucher ein weiteres Mal deshalb bei der Rezeption vorstellig geworden. Dieses Mal wurde immerhin sofort ein Handwerker angerufen, der erstaunlicherweise auch ein paar Minuten später kam. Dem möchte ich an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen danken, denn er hat unsere Klimaanlage total geschrottet. Sie gab keinen Mucks mehr von sich. Oh, was war das für eine himmlische Ruhe! Und es war ja absehbar, dass wir das Ding auf dieser Fahrt weder fürs Heizen noch fürs Abkühlen brauchen würden. Mal ganz abgesehen davon, dass beides eh nicht mehr funktionierte.

Herrn Grillenscheucher und mir sind Felsbrocken vom Herzen gefallen und wir haben uns total aufs Schlafen gefreut. Also sind wir relativ früh zum Essen ins Atlantic gegangen, was dazu führte, dass wir zwischen den Essensgängen ewig warten mussten. Vor dem Hauptgang bin ich deshalb raus gegangen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren bis die Sonne komplett untergegangen war.

Nach dem Essen hielt uns auch nichts mehr lange wach. Wir sind früh in unsere Kabine und haben vom Balkon noch den Mond bewundert.

Und dann haben wir in wunderbarer Ruhe endlich richtig geschlafen.

Cádiz – erster Landgang

Der erste Hafen, in dem wir auf dieser Reise anlegten, war Cádiz. Mitten in der Nacht schipperten wir an Gibraltar vorbei. Selbst zu der Zeit sieht der sogenannte Affenhügel gewaltig aus:

02_Gibraltar     01_Gibraltar

Am nächsten Morgen erwartete uns von unserem Balkon ein weniger gruseliges Bild, bei dessen Anblick wir unseren ersten Kaffee und die erste Zigarette des Tages im Bademantel genossen. Hach, Luxus!

04_im_Hafen     05_im_Hafen

Nach einem entspannten Frühstück sind wir von Bord gegangen und direkt in die Touri-Info gegenüber vom Schiff. Noch vom letzten Mal wussten wir, dass sie gute Stadtpläne haben, in denen auch die verschieden farbigen Linien, die auf dem Boden durch die ganze Stadt führen, erläutert sind. Unabhängig von den Besichtigungslinien sind wir jedoch zuerst direkt zu den Markthallen gelaufen. Unterwegs kamen wir am Rathaus vorbei.

06_Rathaus     07_Plakat_am_Rathaus

Auf dem Banner am Rathaus steht übersetzt: „Für ein Europa mit offenen Türen: Grenzen töten“. Das hat mich sehr, sehr berührt. Dort steht’s am Rathaus und hier zieren sich alle!

Außerdem kamen wir an der Kathedrale vorbei, an der ein Eingang mit einer Rosengirlande geschmückt war. Romantisch, wie ich manchmal bin, glaube ich, dass dieser Schmuck für eine Hochzeit war.

10_Kathedrale_links 09_Kathedrale_rechts 20_Kathedrale_Rosen

Der Platz vor der Kathedrale ist voller kleiner Herrlichkeiten:

11_Schild_Cerveceria 21_Platz_vor_Kathedrale 38_Haustür_Hände

Wir kamen vorbei an Palmen und schönen Gassen.

12_Palmen_Straßenlaterne 14_Straßenecke 15_Gasse_mit_Frau

Tja, aber Pustekuchen, der Markt war geschlossen. 🙁 Es dauerte eine ganze Weile bis uns der Grund einfiel: Gestern, am Sonntag, war ein Feiertag – Tag der Arbeit. In anderen (vernünftigen) Ländern wird ein Sonntags-Feiertag einfach am Montag nachgeholt. Trotzdem: Wie schade!

16_Markteingang

Daraufhin sind wir etwas orientierungslos durch die Stadt gelaufen, haben jede Menge Heiligen-Wandbilder, Gassen, Balkone, Innenhöfe und das ein oder andere Überraschende (z.B. Mülleimer für Hunde 😉 ) gesehen.

34_Heiligen_Wandbild 22_Heiligen_Wandbild 35_Heiligen_Wandbild

30_Gasse 31_Gasse 37_Gasse_Kathedralenturm

26_Balkon 49_Neubauten 18_offene_Fenster

29_Treppenhaus 52_Innenhof 70_Innenhof

32_Hundemülleimer 25_Kiosk 08_Blumen

Schließlich fanden wir den Weg zur Camera Obscura. Das letzte Mal, als wir zusammen in Cádiz waren, fing es leider kurz vor der geplanten Führung derart an zu regnen, dass die Führung nicht stattfinden konnte. Dieses Mal sah es so aus als wären alle für uns zeitlich machbaren Führungen bereits ausgebucht. Nach einigem Hin und Her habe ich darauf bestanden, uns trotzdem in die Schlange der willigen Ticket-Käufer anzustellen. Im schlimmsten Fall sähen wir halt „nur“ den grandiosen Blick von der Dachterrasse und müssten auf die Camera selbst verzichten. Aber allein das hätte den Eintrittspreis von 6 € pro Nase gerechtfertigt (mit Vorführung der Camera kostet es dasselbe). Ich wollte unbedingt, dass Herr Grillenscheucher wenigstens das mal sieht – ich hatte das ganze Paket schon auf meiner allerersten Kreuzfahrt.

Tja, so standen wir also in der Schlange und hörten immer wieder, dass es nur noch Plätze für eine Vorführung um 15:30 Uhr auf Englisch gibt. Wir haben fast schon schweißgebadet überlegt, ob wir es danach rechtzeitig für „Alle Mann an Bord“ um 16:30 Uhr schaffen könnten. Die Vorführung der Camera dauert etwa 20 Minuten und Cádiz ist nicht so groß – mit ein bisschen Laufen und viel Orientierungssinn sollte das zu machen sein, wenn auch knapp. Als wir endlich an der Reihe waren, hatten wir uns also zu dieser englischen Führung durch gerungen. Da fragt uns die Frau am Ticketschalter, ob wir aus Deutschland kämen. Ja, wieso? Na, sie hätten noch 2 Plätze in der Vorführung auf Deutsch um 15:10 Uhr. Boah, was haben wir gestaunt und uns gefreut! Das ist ja nahezu perfekt! (Warum sie die Plätze den anderen Deutschen vor uns nicht anbot, blieb ihr Geheimnis.) Klar haben wir die gebucht und sind zurück in die Gassen von Cádiz, wo es nun galt, die Zeit bis zur Vorführung zu verbringen. Als erstes sind wir zum Markt zurück gegangen und haben uns dort in einem Café niedergelassen. Stärkung war unbedingt erforderlich.

39_Pausen_Cafe

Von dort sind wir zum Meer gelaufen. Ich liebe es, wenn eine Stadt direkt am Meer liegt! Unterwegs gab es Orangenbäume zu bewundern und am Meer jede Menge Möwen.

44_Möwe 40_Orangenbaum 45_Möwe

Strand, Meer, Sonne so viel das Herz begehrte und jede Menge Laternen.

47_am_Meer 41_Strand 42_Kathedrale_von_hinten

48_Laternen_Kathedrale     46_Laterne_am_Meer

Vom Meer und raus aus dem Wind sind wir langsam wieder zurück Richtung Camera Obscura getrudelt. Am Ende mussten wir uns sogar ein bisschen beeilen, weil es unterwegs so viel Tolles zu sehen gab.

56_Tüllröcke 19_Schaufenster_Süßes 57_Fisch_in_Dosen

55_Fruteria 53_Fruteria 54_Fruteria

Zum Glück kamen wir rechtzeitig in der Camera Obscura an und hatten noch ein paar Minuten, um den Blick von der Dachterrasse zu genießen.

69_Eingang_Torre_Tavira 60_Fensterausblick 64_Meer_und_Strand

61_neue_Brücke 62_Kathedrale_von_oben 63_Balkone

66_Dächer_und_Kirche 65_Dächer_und_Schiff 68_Festung

Nach den wunderbaren Ausblicken kam die Vorführung der Camera Obscura. Sie ist ein absolutes Erlebnis! So witzig vorgetragen und jedes Mal ein bisschen anders. Klar, denn jedes Mal sieht man auch ein bisschen was anderes. Dieses Mal konnten wir Leute beim Sonnenbaden auf einem Dach beobachten. 😎 Und ich glaube, ich werde niemals vergessen, dass das deutsche Lieblingswort vom Vortragenden „Gummibaum“ ist.  Es war einfach nur toll und ich bin so froh, dass wir das erleben durften. (Fotografieren ist während der Vorführung verboten und da man sie unbedingt live erleben sollte, habe ich mich gern daran gehalten.)

Anschließend haben wir uns auf dem direkten Weg zum Schiff begeben. Leichte Orientierungslosigkeit konnte ich durch einen Blick auf den Stadtplan ausgleichen und wir sind rechtzeitig angekommen.

Zum Ablegen in Cádiz erwischten wir gerade noch einen freien Platz in der Aussichtbar. Anschließend haben wir lecker im Atlantik gegessen und dafür den Lieblingstisch von H. bekommen, der uns genauso gut wie ihr gefiel. Ein ganz und gar wundervoller Sonnenuntergang mit einer im Meer versinkenden Sonne war für diesen gelungenen Tag fast schon überflüssig, aber trotzdem bemerkenswert. (Hat man nämlich nicht so oft.)

73_Abendstimmung 74_Sonnenuntergang 75_Sonnenuntergang

80_Sonnenuntergang 81_Sonnenuntergang_Seitendeck 85_Sonne_im_Meer

Die guten Dinge von Montag, 2. Mai 2016 – was für ein schöner Tag:

  • Cádiz wieder sehen. Ich liebe diese Stadt am Meer!
  • Die Vorführung der Camera Obscura und dass wir überhaupt daran teilnehmen konnten. Das ist so toll und so lustig, dass es immer wieder ein Highlight ist.
  • Der grandiose Sonnenuntergang!