Palma de Mallorca und Abflug

Wie schon so oft war Palma de Mallorca der letzte Hafen der Kreuzfahrt. Und wie fast ebenso oft ging unser Flug nach Hamburg am frühen Morgen. 🙁 Zu und zu schade, denn weil es ja die letzte Fahrt der Mein Schiff 1 für die TUI war, musste man dieses eine Mal die Kabinen nicht schon um 9 Uhr räumen. Es hätte so ein gemütlicher Abreisetag werden können…

Ich bin schon sehr früh vom dröhnenden und schlingernden Schiff aufgewacht. Das Motor-Getöse hörte einfach nicht auf, obwohl wir schon längst angelegt haben müssten. Kaum hatte ich mich an den Lärm gewöhnt und hätte nochmal in seligen Schlaf sinken können, da klingelte der Wecker. Nun gut, die Kreuzfahrt begann ziemlich schlaflos und musste wohl ebenso enden.

Draußen war noch pechschwarze Nacht und weiterhin dröhnten Motoren. Auf dem Balkon fanden wir endlich raus, was los war. Es war derart stürmisch, dass es kaum möglich war, das Schiff fest zu vertäuen. Deshalb drückten auf unserer Schiffsseite zwei Schlepper das Schiff gegen den Anleger. Kein Wunder, dass es so laut war.

Kaum hatten wir des Rätsels Lösung gesehen, verschwanden die Schlepper. Das Schiff war vertäut. Sehr gut, es würde also kein größeres Abenteuer werden, vom Schiff zu gehen.

Herr Grillenscheucher und ich funktionierten trotz Müdigkeit eingespielt. Kurzes Frühstück. Restlichen Kram einpacken. Und tschüß. Das Tschüß wurde unerwartet ein ganz besonderes, denn der Kreuzfahrtdirektor D., der uns getraut hatte, stand am Ausgang und verabschiedete die Gäste. Es war so schön, ihn zu umarmen und nochmal danke sagen zu können. Wir fühlten uns gebauchpinselt, weil wir natürlich annahmen, dass er sich diese Verabschiedungsschicht wegen uns ausgesucht hat. Und das wollen wir auch bitte weiter glauben. 😉

Den Flughafen von Mallorca kennen wir allmählich ziemlich gut. Wir wissen, wo man rauchen darf und wo es leckere Sandwiches gibt und wo die Toiletten sind. Das reicht ja normalerweise an Wissen über einen Flughafen. Also haben wir geraucht, die Sicherheitsprozedur über uns ergehen lassen, ein Sandwich und eine Cola gekauft und an unserem Gate auf den Abflug gewartet.

Der Rückflug wurde von der Germania durchgeführt und die kannten wir noch nicht. Im Flieger gab es ein ziemliches Gerangel mit dem Handgepäck, weil sie viel zu große Brocken desselben rein gelassen hatten. Ich verstehe wirklich nicht, warum so viele Leute meinen, sie könnten die Hälfte ihres Gepäcks im Handgepäck transportieren. Ganz besonders dann nicht, wenn diese Leute von so einer Kreuzfahrt kommen, wo man schließlich jederzeit seine Wäsche waschen lassen kann – zu echt moderaten Preisen.

Was wir auch nicht wussten ist, dass es bei Germania im Gegensatz zu anderen Anbietern immer noch einen Snack und ein Getränk inklusive gibt. Das teure Sandwich am Flughafen hätten wir uns also sparen können. Und die Cola war eine richtig, richtig blöde Idee, denn durch den Druck beim Starten explodierte die Flasche beim Öffnen fast. Merke: Nimm keine kohlensäurehaltigen Getränke mit in den Flieger, wenn Du keine Dusche benötigst! Man lernt eben nie aus.

Mittags waren Herr Grillenscheucher erschöpft und müde, aber glücklich wieder zu Hause. Es war für uns eine wunder-, wunderschöne Kreuzfahrt, an die wir sehr gern zurück denken. Der perfekte vorläufige Abschied von unserer Kreuzfahrt-Phase.

Seetag und Koffer packen

Nein, es war nicht der letzte Tag dieser Kreuzfahrt. Morgen würden wir noch Barcelona anlaufen. Aber irgendwie lag den ganzen Tag so eine Art Abschiedsgefühl über dem Schiff. Alle fingen an, die Koffer zu packen, damit für Barcelona möglichst viel Zeit bleibt und morgen eben nur noch die Reste verstaut werden müssen. Denn nur einen Tag später würden wir früh morgens in Palma de Mallorca anlegen und endgültig von der Mein Schiff 1 Abschied nehmen.

Herr Grillenscheucher und ich haben lange geschlafen und unseren Kaffee mit Zigarette auf dem Balkon genossen. Das Frühstück fiel eher unter Reste-Essen. Es gab nur noch billige Aufschnitt- und Käsesorten am Buffet. Das Zeug musste jetzt anscheinend endlich weg. 😕

Ich habe den Hochzeitsstrauß auf unserem Balkon fotografiert. Oh, wie wunder-, wunderschön, dass es Sonnenblumen werden durften!

Herr Grillenscheucher und ich hatten einen weitgehend entspannten Tag und haben Trinkgelder verteilt, die Shops aufgesucht und noch ein Schnäppchen gemacht, aufs Meer und in den Himmel geguckt.

Aber die allgemeine Aufbruchstimmung steckte uns an und so haben auch wir angefangen, die Koffer zu packen. Dieses Mal haben wir nur meinen voll gepackt, um ihn von Bord tragen zu lassen. Und wir beschlossen, den von Herrn Grillenscheucher mit den restlichen Sachen erst am Abreisetag zu bepacken und selbst von Bord zu tragen. Das war eine gute Idee, die problemlos funktionierte. Dass wir aber auch erst auf unserer vorerst letzten Kreuzfahrt darauf kommen würden. 😳

Für den kleinen Imbiss zwischendurch gingen wir mal wieder zum Cliff 24 und mein bestellter Cheeseburger bekam doch tatsächlich eine Käsescheibe mit irgendwelchen Kräutern drin. 😯 Das Zeug muss definitiv weg! Schmeckte aber nach nichts, nicht mal nach Käse. Puh, Glück gehabt.

Alle, die bei dieser letzten Fahrt der Mein Schiff 1 unter der TUI-Flagge dabei waren, hatten ein Modellschiff von der Mein Schiff 1 als Geschenk in die Kabine bekommen – eins pro Kabine sehr richtiger Weise. E. und G., die ja schon seit Singapur dabei waren und entsprechend einiges an Souvenirs angesammelt hatten, fragten uns, ob wir ihr Modellschiff haben wollen. Sie konnten es nicht mehr unterbringen und wussten inzwischen, dass Herr Grillenscheucher und ich in getrennten Wohnungen leben. Insbesondere wegen der Hochzeit fanden sie, dass dies für jeden von uns ein ganz besonderes Andenken wäre. Das war sooo lieb! Wir haben uns sehr gefreut und konnten das zweite Schiff auch gerade noch so unterbringen. Immer, wenn einer von uns jetzt auf sein Schiff guckt, denkt er an E. und G. 🙂

Abends gab es im Atlantic bereits das Abschiedsmenü. 😯 Die Begründung dafür war, dass viele am nächsten Tag lange in Barcelona verbringen würden und danach nicht mehr die Muße für dieses Menü haben würden. Herr Grillenscheucher bekamen einen sehr schönen Tisch weit hinten und nachdem wir das Menü gegessen hatten, verstanden wir die Begründung. Es war so, so, so unglaublich lecker! Die Küche hatte sich absolut selbst übertroffen und das Käsebuffet, das es auch an diesem Abend gab, war ein Zuviel des Guten. In die Hauptspeise, Tournedos Rossini, hätte ich mich rein legen mögen. Hach, war das toll, nochmal so ein wunderbares Essen auf unserem Lieblingsschiff genießen zu dürfen. Insbesondere nachdem früher am Tag ja alles weg musste…

Wie immer haben wir den Tag im Casino ausklingen lassen und uns eine Weile mit C. und M. unterhalten. Das Bett rief uns relativ früh an diesem Abend.

 

Civitavecchia und die Räuberhochzeit

Civitavecchia, das ist der Hafen, an dem so gut wie jedes Kreuzfahrtschiff im westlichen Mittelmeer anlegt. Klar, das ist eben der Hafen, von dem aus man den Gästen super Ganztagesausflüge nach Rom verkaufen kann. Da dauert dann eine Strecke knapp 2 Stunden mit dem Bus – schneller ginge auch, aber dann fehlt ja die Pause am Souvenirladen unterwegs. 😉 Ohne organisierten Ausflug und mit der Bahn braucht man etwa 1 Stunde pro Strecke.

Aber egal, wie man nach Rom kommt, man hat eben nur diesen einen Tag für diese wunderschöne, sehr große Stadt, die Herr Grillenscheucher und ich sehr lieben. An einem Tag hätten wir nicht mal unsere dortigen Lieblingsplätze abgeklappert, geschweige denn auch noch Neues gesehen. Deshalb sind wir nie von Civitavecchia nach Rom gefahren, obwohl wir verdammt oft in diesem Hafen anlegten. Es erschien einfach von vornherein frustrierend.

Civitavecchia haben wir uns angesehen als wir das erste Mal auf einer Kreuzfahrt dort landeten. Öh, nee, das hatte aber auch so gar nichts Schönes. Nicht mal eine Hafenkneipe. Vielleicht ist es inzwischen schöner geworden, denn es ist schon ein paar Jahre her, dass wir es uns angesehen haben. Dennoch war unsere Begegnung mit dem Ort so blöd und langweilig, dass wir auf jede weitere gern verzichteten.

Zum x-ten Mal stellten wir uns also vor dieser Kreuzfahrt die Frage: Was machen wir bloß in Civitavecchia? Im näheren Umkreis der Stadt gibt es einfach nichts, was uns beide auch nur annähernd interessiert. 🙁 Klar, den Tag einfach auf dem Schiff zu verbringen, während zumindest viele andere Mitreisenden nach Rom pilgern, ist immer eine gute Option. Das war eigentlich schon beschlossene Sache zwischen Herrn Grillenscheucher und mir. Aber dann stolperte ich auf der TUI Cruises Webseite über die Möglichkeit, auf dem Schiff in einem Hafen das Eheversprechen zu erneuern. Nun sind wir ja nicht verheiratet, aber man könnte doch? Oder?

Die Anfrage über die liebe C. bei der TUI war schnell los getreten und die Antwort war: Da dieses Angebot nichts Offizielles hat, brauchen wir dafür auch nicht verheiratet zu sein. Nun wussten wir, was wir auf dieser Kreuzfahrt in Civitavecchia tun würden: Heiraten. 💡

Es folgte ein längerer Mail-Wechsel mit der zuständigen Frau bei der TUI, die leider nicht sehr auskunftsfreudig war und lieber noch zusätzliche Leistungen wie z.B. eine Hochzeitsfrisur verkaufen wollte. Nee danke, ich möchte lieber so heiraten wie ich normalerweise aussehe. Klar gibt es besonders schöne Klamotten dafür, aber keine besondere Frisur oder gar ein Makeup, was ich nie trage. Wäre doch auch echt blöd, wenn Herr Grillenscheucher mich bei der Gelegenheit gar nicht wieder erkennt. 😉

Ein paar Details waren immerhin trotzdem vorher geklärt. C. und M., die ja ohnehin mit uns reisten, erklärten sich glücklicherweise bereit, als Trauzeugen zu fungieren. Und dankenswerterweise auch, Fotos zu machen.

Herr Grillenscheucher und ich waren monatelang immer wieder mit der Hochzeit beschäftigt. Was ziehen wir an? Welche Fliege passt zum Anzug, zu meinem Outfit und zu Donany? Wie werden die Ringe transportiert? Müssen wir eigentlich während der Zeremonie selbst was sagen und das vorbereiten? Hui, wir waren ganz schön aufgeregt!

Bereits am zweiten Tag dieser Kreuzfahrt hatten wir wegen der Hochzeit einen Termin mit dem Kreuzfahrtdirektor D., der die Trauung vornehmen würde, und der Concierge der X-Lounge R., die für das Organisatorische zuständig war. Dabei stellte sich heraus, dass auf dem Schiff und bei den beiden gar nicht angekommen war, dass wir noch nicht verheiratet sind. Soviel zur vorherigen Kommunikation mit der zuständigen Frau bei der TUI… Ein Glück fanden es beide ganz toll und sehr besonders, dass Herr Grillenscheucher und ich uns auf diese Art und Weise die Ehe versprechen wollen. Sie waren ganz gerührt, dass es für uns so perfekt passt, das auf unserem Lieblingsschiff auf seiner letzten Reise für die TUI zu tun.

Was aber immerhin dort angekommen war, war unser Hochzeitstortenwunsch. Im Formular gab es die Wahl zwischen Erdbeer- und Schokoladentorte. Wir hatten uns Käsekuchen gewünscht. Kein Problem. 🙂 Und meine Wahl der Blumen für den Tisch war auch übermittelt worden. Am liebsten wollte ich Sonnenblumen, denn das sind meine Lieblingsblumen. Aber ich hätte auch gelbe Tulpen oder Narzissen genommen. Im Frühling blühende Sonnenblumen zu bekommen, könnte immerhin schwierig werden. Nicht so für die TUI. Alle drei Blumen wurden uns bei dem Gespräch angeboten und ich habe mich riesig darüber gefreut, dass es Sonnenblumen werden durften!

Viel Text, aber die Vorgeschichte musste sein, damit der geneigte Leser den Ereignissen des 8. Aprils folgen kann.

Herr Grillenscheucher und ich hatten einen entspannten Start in den Tag, wurden aber zunehmend nervöser. Als wir nach dem Frühstück gegen Mittag in die Kabine zurück kamen, erwartete uns eine Flasche Sekt im Eiskübel vom Schiff und eine ganz entzückende Deko auf unserem Bett.

Den Sekt haben wir vorerst ignoriert, denn schließlich wollten wir schon eher nüchtern in die Ehe gehen. Besoffen kann das ja jeder. 😉

Herr Grillenscheucher band Donany die Fliege und die Ringe um die Pfoten.

 

Und dann hieß es duschen und warten. Irgendwann hing mir der Magen in den Kniekehlen und Herr Grillenscheucher besorgte Pommes rot-weiß aus dem Cliff 24. Das war sozusagen unsere Henkersmahlzeit. 😉

Herr Grillenscheucher schmiss sich in seinen Hochzeitsanzug.

C. holte ihn ab und brachte ihn zu M. ins Casino. Ich schmiss mich in mein Hochzeitsoutfit und kurz danach kam C. zurück, um mir mit einem fummeligen, kleinen Knopf im Nacken zu helfen. So war sicher gestellt, dass Herr Grillenscheucher mich in meiner Hochzeitskleidung nicht sieht bevor ich „einmarschiere“. Die in Chania gekaufte Clutch kam zum Einsatz, denn es hätte schon ein bisschen blöd ausgesehen, hätte ich meine Zigaretten und die Vorsichtspackung Tempos in der Hand getragen.

Dann hieß es: weiter warten. Meine Güte, es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte an meinen Nägeln gekaut, was ich sonst nie tue. 😮 Endlich kam R. und holte mich ab. Wir schlenderten einmal längs über das Schiff durch die engen Gänge auf Deck 9 nach vorn zur X-Lounge, die sonst nur den Suite-Gästen vorbehalten ist und extra für uns gesperrt war. (Auch so ein Thema im Mail-Wechsel mit der TUI. Eigentlich durften wir uns den Ort der Trauung aussuchen, aber an Bord stellte sich raus, dass es darüber keine Diskussion gibt, sondern die X-Lounge gesetzt ist. Da hätten wir uns eine Menge Gedanken vorab sparen können…)

Tja, und dann dachte ich, ich könnte endlich einmarschieren. Aber nichts. Erstmal musste ich noch entscheiden, ob ich allein gehe oder mit Begleitung und wenn ja, mit wem. Ich fand es passend, allein ein zu marschieren, und dachte noch, dass das die Prozedur ein Mini-Mini-Bisschen beschleunigen würde. Inzwischen war ich ja für jedes Bisschen dankbar… Aber nichts. Ich musste warten, denn die Musik war noch nicht bereit. Herrjeh, da macht frau schon was durch. 😉

Dann endlich durfte ich los und die Musik zum Einmarsch kam nur unwesentlich später:

Dieses Lied spielte und sang Herrn Grillenscheucher und mir eine Sängerin in einem kleinen Jazz-Club kurz nachdem Herr Grillenscheucher und ich uns gefunden hatten. Vom Text her viel zu früh, aber heute passt es definitiv.

Juchuh, und endlich ging es los. Nicht, dass das irgendwas an meiner Nervosität geändert hätte. Da stand Herr Grillenscheucher in einem Herz aus Schiffstauen und Rosen. Es dauerte ein bisschen bis mir klar wurde, dass ich mich mit in das Herz stellen sollte.

Nach dem Lied begaben wir uns an den Tisch daneben, auf dem Donany mit den Ringen wartete. Extra für ihn wurde dort vorher nochmal umdekoriert, wie Herr Grillenscheucher mir hinterher erzählte. Und Donany bekam ein kleines Kissen für seinen wackeligen Kopf. Sooo liebevoll!

D., der Kreuzfahrtdirektor dieser Reise, hielt eine wunderschöne Rede für uns. Er ist sowieso ein richtig toller Kreuzfahrtdirektor mit Humor und Empathie. Da hatten wir richtig Glück, denn für derartige Trauungen ist immer der Kreuzfahrtdirektor und nicht der Kapitän zuständig und wir hatten schon ziemlich unangenehme derartige Direktoren auf unseren Fahrten.

Nach der Rede gaben wir einander das große JA-Wort, versprachen, uns zu lieben und zu ehren in guten wie in schlechten Tagen, und schworen uns die Treue. Hach, ergreifend!

Wir steckten einander die Ringe auf, nachdem wir sie von Donany runter gepuzzelt hatten. Zumindest ich stellte mich einigermaßen ungeschickt damit an. 😳

Und dann wurde für uns „Ton, Steine, Scherben“ mit einem der schönsten Liebesliedern, die es unserer gemeinsamen Ansicht nach gibt, gespielt:

Kitsch ist irgendwie nicht unser Ding. 😉 Aber es hat uns alles sehr berührt. Unsere Hände zeigen das auch.

Danach durften wir uns küssen. Ich fand das schon sehr seltsam, nach Aufforderung küssen zu sollen. Aber auch das haben wir – natürlich – hingekriegt.

D. gab uns noch ein paar persönliche Worte mit auf den Weg und das folgende Gedicht, von dem ich leider nicht weiß, von wem es ist:

Gemeinsam

Gemeinsam wachsen und gedeihen,
einander stützen und verzeihen,
gemeinsam lachen und auch weinen,
einander als warme Sonne scheinen.

Einander Respekt und Achtung zeigen
gemeinsam in Liebe verbunden bleiben,
einander Platz geben und Freiraum lassen,
das Lebensdrehbuch gemeinsam verfassen.

Einander in die Augen sehen,
gemeinsam versuchen, zu verstehen,
das „Ich“ und „Du“ pflegen ohne Gier –
dann wird es ganz selbstverständlich „Wir“!

Ich finde es wunderschön und absolut zu uns passend. Danke, D., das hast Du super ausgesucht!

Wir haben die Hochzeitsurkunde unterschrieben und anschließend gab es Champagner zum Anstoßen.

Dann kam der große Moment der wunderschönen Hochzeitstorte. Es war kein Käsekuchen, sondern eine Käsetorte geworden und die war eigentlich viel zu schön zum Anschneiden.

Mal ganz abgesehen davon, dass mir in dem Moment überhaupt nicht nach essen von was auch immer war. Aber das gemeinsame Anschneiden gehört selbstverständlich dazu. Da Herr Grillenscheucher bei uns der Koch ist, war für mich ganz klar, dass er das Messer führt und ich meine Hand nur leicht über seine lege. Hui, zu welchen Deutungen das führen kann! Wie schön, dass ich einfach weg hörte und sehen konnte, dass es auf unsere Art und Weise wunderbar klappte (man achte auf die akkuraten Schnitte…).

Die Torte war übrigens unglaublich lecker und alle Anwesenden freuten sich über unsere Wahl. Trotzdem haben wir es nicht geschafft, sie vollständig zu vernichten – sie war naturgemäß auch sehr sättigend.

Puh, nun hatten wir alles geschafft, was zu so einer anständigen Hochzeit gehört. Endlich durften wir rauchen gehen. 😉 Beim Ablegen standen wir vier auf der Aussichtbar und hörten das Typhoon und den Auslaufsong.  Wir winkten der Mein Schiff 2 zu, die an diesem Tag direkt hinter uns lag.

Es war das letzte Mal, dass sich die beiden Schwesternschiffe in einem Hafen trafen, und deshalb ging es ans Herz.

Hinterher haben wir mit C. und M. im Surf & Turf sehr lecker gespeist. Zum gebuchten Hochzeitspaket gehört eigentlich ein 6-Gänge-Menü im Richard’s Fine Dining, aber das ist absolut nicht unser Ding. Also haben wir darum gebeten, uns stattdessen im Surf & Turf einen Tisch zu reservieren, was zum Glück kein Problem war. Extra für uns war der Tisch total liebevoll geschmückt.

Hinterher waren wir alle vier pappsatt und konnten uns kaum noch bewegen geschweige denn den Rest der Hochzeitstorte als Nachtisch essen. Ins Casino sind wir dann eher gerollt als gegangen. Wir ergatterten 4 Plätze an der Bar und hatten noch einen sehr schönen Abend. Von allen Seiten wurden Herr Grillenscheucher und ich beglückwünscht. So’n Schiff ist eben doch ziemlich klein und unsere Hochzeit machte ganz schnell die Runde. Immerhin war die X-Lounge ja solange für das Publikum gesperrt und auf dem Schild vor der Tür stand eindeutig, was dort gerade stattfand.

Nachdem C. und M. sich verabschiedet hatten, hatten wir noch ein langes Gespräch mit G. über unsere Hochzeit. Hui, der war echt neugierig, aber es hat Spaß gemacht. Gegen Mitternacht sind Herr Grillenscheucher und ich in unsere Kabine gegangen, wo der wunderschöne Hochzeitsstrauß mit einem ziemlich erschöpften Donany auf dem Bett auf uns warteten.

Wir haben endlich den Sekt geköpft, der nun schon den halben Tag in seinem Kübel stand. Inzwischen war er zwar nicht mehr richtig kalt, aber um ganz allein auf dem Balkon miteinander anzustoßen, reichte es noch. Eine Weile haben wir den Möwen zugeguckt, die gerade das Schiff begleiteten, und dann sind wir glücklich und sehr müde in die Betten gesunken. So ein Glück, dass morgen wieder ein Seetag ist!

 

Salerno und überraschend verliebt

Welch ein Glück, dass ich unbedingt Briefmarken kaufen und die letzten Postkarten abschicken wollte. 🙂 Wer weiß, ob wir sonst überhaupt in Salerno von Bord gegangen wären. Herr Grillenscheucher hatte vor der Reise nichts Vielversprechendes im Internet über diese Stadt gelesen und mir hatte eine Freundin erzählt, dass sie früher aus familiären Gründen öfter dort war und Salerno pottenhässlich fand.

Vom Schiff aus sah Salerno gar nicht so schlecht aus. Vor allem der grandiose Sonnenschein. 😉

Nachdem Herr Grillenscheucher und ich in Ruhe aufgestanden waren und ebenso in Ruhe gefrühstückt hatten, sind wir auf die Briefmarken-Suche gegangen. Man durfte den Hafen nicht zu Fuß durchqueren, sondern musste einen Bus nehmen. Die TUI verlangte mal wieder 9 € pro Nase, aber eben weil man nicht zu Fuß gehen durfte, gab es auch einen kostenlosen Hafenshuttle. Es war gar nicht so einfach, den zu finden. Wer braucht schon eine Ausschilderung, wenn man auch das Gespräch suchen kann? 🙄 Schließlich saßen wir im richtigen Bus und wurden gerade mal 200 m durch den Hafen kutschiert. Der TUI-Bus fuhr noch etwa 500 m weiter, hätte uns aber diverser Anblicke beraubt. Und außerdem muss man sich doch ernsthaft fragen, wieso 700 m hin plus 700 m zurück 9 € kosten.

Auf besagten 500 m kamen wir an einem Fischladen vorbei und hatten einen grandiosen Blick auf das Kastell.

Dann erreichten wir die Hafenpromenade mit einem wunderhübschen Park, in dem gerade das Leben tobte. Kein Wunder, denn es war ja Samstag und die Sonne schien. Einen kleinen Strand gibt es dort auch, allerdings ist das Baden im Meer verboten.

Irgendwann mal fuhr dort offenbar mal eine Bahn und direkt am Park gibt es eine Menge imposante Bauten.

Wir wandten uns ein bisschen ungern vom Park und Meer ab und schlenderten durch die Haupteinkaufsstraße.

Unterwegs fragte Herr Grillenscheucher in jedem auffindbaren Tabacchi nach Briefmarken und so langsam gewannen wir den Eindruck, dass das heute wegen Samstag nichts mehr wird. Die Post am Bahnhof hatte natürlich geschlossen und auch keinen Briefmarken-Automaten. So ein Mist! Wir bewunderten eine leider geschlossene Kirche direkt am Bahnhof.

Etwas unschlüssig standen wir gleich daneben an einer Kreuzung rum und ich warf zum Glück noch einen Blick zurück. Ha, ein weiterer Tabacchi! Und dieser hatte tatsächlich Briefmarken und sogar welche für’s Ausland. Juchuh, die Postkarten konnten auf die Reise gehen und wir konnten ohne weitere Aufgabe Salerno genießen. Kreuz und quer sind wir gelaufen – zuerst Richtung Kathedrale.

 

Die Kathedrale hat uns total beeindruckt. Es gibt einen ganz stillen Innenhof, in den man durch zwei verschiedene Torbögen kommt.

Rein geht es durch ein weiteres Tor und dort haben wir auch nicht schlecht gestaunt.

In der Krypta allerdings haben wir vor lauter Staunen den Mund gar nicht mehr zu gekriegt. Die Wände und Decken waren über und über bemalt und verziert. Es fiel mir echt schwer, nicht in irgendeiner Form laut zu werden vor lauter Begeisterung. Aber sowas ist eben unangebracht an solchen Orten und ganz besonders dann, wenn dort gerade betende Menschen sitzen. Das hielt allerdings irgendeinen Touristen-Trottel (wahrscheinlich einer von unserem Schiff) nicht davon ab, quer durch den Raum seiner Frau irgendeine seiner Beobachtungen zuzurufen. Himmel, war das peinlich! Seiner Frau auch, die allerdings trotzdem weder die Schultern noch die Knie bedeckt hatte, wie es in katholischen Kirchen Usus ist. Ich glaube, ich werde diese Menschen nie verstehen, die andere Lebensgewohnheiten so komplett ignorieren.

Anschließend saßen Herr Grillenscheucher und ich eine Weile auf den Stufen vor der Kathedrale und haben verschnauft. Donany auch.

 

Nachdem vor allem ich mich erholt hatte, ging es weiter bergauf. Wir suchten den Giardini della Minerva und kamen durch irrwitzig schmale Gassen, über Plätze und an Kirchen vorbei. Wow, ist das eine grandios verwinkelte Stadt!

Nach vielen Höhenmetern hatten wir endlich den Minerva-Garten erreicht, um dort festzustellen, dass er Eintritt kostet. Wie blöd, denn um den auszunutzen, hatten wir leider nicht mehr genug Zeit. Also musste ein Blick hinein genügen und dann ging es für uns wieder abwärts.

Noch eine Gasse und eine verschlafene Katze und dann sahen wir einen öffentlichen Fahrstuhl. Der Blick von dort oben über die Dächer war wunderbar.

 

Unten mit dem Fahrstuhl angekommen standen wir auf der Piazza Matteo D’Aiello, deren Häuserwände alle mit Gedichten bemalt wurden. Was für eine tolle Idee!

Herr Grillenscheucher und ich schlürten weiter durch die Gassen und ich wünschte mir allmählich einen Ort zum Rasten, Essen und Trinken. Mein Wunsch wurde fast prompt erfüllt. Vorher gab es weitere Gassen, Läden und Hausfassaden.

Wir hatten die Wahl zwischen zwei sehr hübschen Cafés und nahmen das, vor dem ein Tisch mit einem Aschenbecher drauf stand. Klar, oder? Herr Grillenscheucher verhandelte mit der Bedienung um die Belege auf unserem Panini und heraus kam eine sehr leckere Kombination aus Schinken, Tomaten und Mozzarella. Der leckere Cappuccino war so schnell ausgetrunken, dass es nur noch ein Posthum-Foto gab. Und Donany hat sich auch sehr wohl gefühlt.

Das Café gegenüber sah auch sehr einladend aus, allerdings saßen davor diverse eher seltsame Typen, die ich links einfach aus dem Foto geschnitten hab.

Wohlig gestärkt haben wir uns auf den Weg zurück Richtung Schiff gemacht und wir konnten uns kaum satt sehen an dieser schönen, leicht morbiden Stadt. Vollkommen überraschend hatten wir uns in Salerno verliebt.

Auf unserem Weg zurück zum Schiff kamen wir an einem weiteren Park vorbei und haben uns dort glücklich noch ein bisschen aufgehalten.

Unterwegs haben wir ein sehr „interessantes“ Schild an einem Behindertenparkplatz gesichtet, auf dem steht: „Willst Du meinen Parkplatz? Dann nimm meine Behinderung.“. Ob das wohl hilft?

Hach, ich hätte bleiben mögen in dieser wunderhübschen Stadt! Aber wir mussten ja zurück aufs Schiff. Auf dem Weg dorthin gab es weitere interessante Häuser zu betrachten bis wir an der Bushaltestelle am Hafen saßen und warteten, warteten und warteten.

Wir waren geduldig, denn wir hatten ja auch keine Eile. Schließlich kamen wir an unserem Lieblingsschiff an und hatten im Hafen freies WLAN.

Hach, wie gut, dass wir Briefmarken kaufen mussten! Darüber haben wir uns noch den ganzen Abend gefreut und natürlich auch über Salerno, das so viel schöner war als wir es erwartet hatten.

Das Auslaufen haben wir wie üblich von der Aussichtbar beguckt.

Das erste Mal auf dieser Reise sagten uns die Speise-Ideen im Atlantic überhaupt nicht zu. Deshalb gab es als Vorspeise Erdnüsse im Casino, während wir das Spiel HSV gegen wen-auch-immer guckten, das dort gerade übertragen wurde. Eigentlich sind wir beide nicht sonderlich am Bundesliga-Fußball interessiert, aber dass der HSV mal wieder kurz vorm Abstieg stand, hatten wir natürlich mitbekommen. Nach all den Jahren der Zitterpartien am Saisonende sollte es doch langsam mal klappen mit der zweiten Liga. Dieses Spiel trug allerdings nicht dazu bei: Überraschenderweise gewann der HSV und spielte gar nicht schlecht.

Danach haben wir das Essen im La Vela probiert und waren ziemlich enttäuscht. Frisch ist echt was anderes. Ein Burger im Cliff 24 wäre vermutlich leckerer gewesen… Aber gut, kein Urteil ohne Test, gell.

Seetag und rund um Stromboli

Da richtet man sich auf einen ruhigen, vom Nichtstun und Nichtssehen (außer dem Meer) geprägten Seetag ein und dann das. Wow, das war mal toll! Schon morgens lag Sizilien mit dem schneebedeckten Ätna direkt vor unserem Balkon und wir saßen staunend mit unserem Kaffee in unseren Bademänteln und sahen ihn an uns vorüber ziehen.

Welch ein Glück, dass die Balkonreinigung schon gestern auf unserer Seite stattgefunden hatte! So konnten Herr Grillenscheucher und ich den Blick in Ruhe genießen bis wir zum Frühstück gingen.

Mittags erreichten wir die Straße von Messina. Trotz der vielen Wolken und des kühlen Windes lag das Meer ruhig und wir hatten einen super Blick auf das Land links (Sizilien) und rechts (Kalabrien) von uns.

Sizilien wurde früher mit einer Hochspannungsleitung über der Meerenge an das Stromnetz des Festlandes angeschlossen. Die beiden riesigen Masten dafür stehen immer noch, während das Stromkabel inzwischen auf den Meeresboden verlegt wurde.

Das war schon sehr spannend, so dicht am Land zu fahren. Und ich dachte die ganze Zeit daran, dass Herr Grillenscheucher und ich vor vielen Jahren mal mit Olga um Italiens Stiefel gefahren sind und all das, was uns auf der Kalabrien-Seite unterwegs passiert ist. Erinnerungen für’s Leben…

Aber damit war es immer noch nicht genug für den heutigen Seetag. Der Kapitän befand nämlich, dass wir genug Zeit haben, um die Vulkaninsel Stromboli zu umrunden. Gesagt, getan. Der Vulkan ist nach wie vor aktiv und deshalb wussten wir nicht, ob er gerade qualmt oder ob Wolken sich drauf gesetzt hatten. Inselrundfahrt:

Ich finde die Fotos nahezu mystisch. Zu Stromboli gehört auch der Strombolicchio, der kleine Stromboli:

Als Kirsche auf der Torte gab es an diesem Tag auch noch einen wunderschönen Sonnenuntergang mit einer im Meer versinkenden Sonne. Hach, ich liebe es, das zu beobachten!

An diesem Abend sind Herr Grillenscheucher und ich erst danach ins Atlantic zum Essen gegangen. Das Essen war – in diesem Fall kann ich schon von Glück sagen – nicht so ganz meins und ich ließ eine Menge zurück gehen. Allmählich machte ich mir nämlich Sorgen um meine Figur und ob sie wohl noch in bestimmte Klamotten passen würde.

Anschließend haben wir uns mit C. und M. im Casino getroffen und hatten eine Menge Spaß. Was für ein feiner, spannender Seetag!