Eine Frage der Alternativen

Oft ist es nur eine Frage der Alternativen, wie gut oder schlecht einem etwas gefällt. Das ist mir in den letzten Tagen sehr bewusst geworden. Nachdem nämlich für ein paar Monate sicher war, dass ich mit dem Büro nicht an einen anderen Standort ziehen muss, wurde diese Sicherheit durch akute Raumprobleme in meiner Firma abrupt aufgehoben. Es kursierten besonders in der letzten Woche diverse Gerüchte, wohin meine Abteilung wohl ziehen muss. Klar war nur, dass wir würden ziehen müssen und zwar an einen ganz neuen Standort. Hui, was hab ich gegruselt, wohin es laut Gerüchten überall hätte gehen können. 😮 Selbst in Hamburg sind so manche Adressen nur sehr umständlich mit den Öffis zu erreichen. Seit letzten Freitag steht zu 99 % fest, wohin es gehen wird, und ich bin immer noch erleichtert über die Entscheidung. Begeisterung wäre was anderes, aber angesichts der Alternativen, die im Raum standen, bin ich froh.

Vielleicht sollte man sich viel öfter beim Jammern über irgendwas fragen, was denn die Alternative wäre. Wobei klar sein sollte, dass es nicht immer Alternativen gibt. Man kann z.B. vorzüglich bedauern, dass früher alles besser war, aber ein „Zurück in die Vergangenheit“ gibt es nun mal nicht.

Also ran ans Heute. 🙂 Meine guten Dinge in der Woche vom 31. Januar bis zum 6. Februar 2019 waren diese:

  • Die Morgen- und Abendhimmel waren so oft wunderschön: voller rosa Wolken.
  • Ich habe einen sehr anstrengenden, ganztägigen Projekt-Workshop überlebt und das, obwohl ich gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe war. Aber es war für mich wichtig, dass ich dabei war, um allmählich zu kapieren, wovon genau in diesem Projekt eigentlich die Rede ist. Ich bin stolz auf mich.
  • In unserem Tanzkurs war es sehr voll und der Boden mal wieder unglaublich stumpf. Herr Grillenscheucher hat uns irgendwie da durch geschleust, aber gefühlt waren wir nicht wirklich gut dabei. Trotzdem haben wir ein total süßes Lob von einer ganz neuen Mittänzerin bekommen: „Ich fand es so toll, wie ihr tanzt, dass ich ganz vergessen hab, selbst zu tanzen.“.
  • Manchmal ist es fast noch hell, wenn ich Feierabend mache. Ganz langsam wird dieser Ort wieder sehr lebenswert.
  • Ich habe beim Kaffee-Röster Dinge bestellt und bin sehr gespannt, als was sie sich entpuppen.
  • Dabei fiel mir ein, dass ich mal wieder Kresse aussähen könnte, denn dort gibt es derzeit ein Anzuchtset dafür. Also hab ich das gemacht – gleich ran in die neuen Einfälle. (Allerdings fürchte ich, die Saat ist schon zu alt.)
  • Mein Büro ziert jetzt das Wort „CHALLENGE“ in großen, fetten, bunten Buchstaben und lässt mich jedesmal, wenn ich rein komme, lächeln.
  • Bei meinem Einkauf im Drogeriemarkt wanderte eine Spülbürste in meinen Einkaufskorb, weil sie so wunderbar fröhlich aussieht. Nun erfreut sie mich täglich in meiner Küche.

  • Ab und zu gab es in dieser Woche auch ein paar Sonnenstrahlen. Welch eine Freude. Noch dazu wird es momentan fast täglich wärmer. Ob es wohl ganz bald Frühling wird?
  • Mein Feedback-Gespräch mit meiner Vorturnerin war sehr konstruktiv. Ich bin da mit wenig konkreten Vorstellungen rein gegangen und dann unterhielten wir uns plötzlich über Projekte, die wir beide anno Dazumal zusammen gemacht haben. Dabei wurde mir klar, was ich inzwischen in meinem Job vermisse: das Schreiben. Und ich dachte an das, was ich letzte Woche hier darüber geschrieben habe. So wurde eine neue Idee für meine Einsatzmöglichkeiten geboren. Ich bin gespannt, was daraus wird, und würde mich wahnsinnig freuen, wenn was draus wird.
  • In einigen Punkten dieses Feedback-Gesprächs war ich aber auch ziemlich belustigt. Besonders über Dinge, die mir verweigert wurden. Tja, dafür gibt es dann:
  • Kollegen-Hilfe! Ich habe ein paar echt tolle Kollegen, die einfach immer helfen, wenn es ihnen möglich ist. Und ich denke, da schallt es aus dem Wald raus, wie es rein schallt…
  • Kollegen-Hilfe, die zweite: In einem ganz anderen Zusammenhang mit einem ganz anderen Kollegen konnte ich vollkommen problemlos eine nervige Angelegenheit aus dem Weg schaffen.
  • Die Kantine bescherte mir heute außer der Reihe Rinderbraten mit Rotkohl und Kartoffelpürree und das war super lecker.
  • Gestern Abend habe ich ein neues Buch angefangen: „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse. Und gleich auf Seite 13 habe ich mich in einen Satz verliebt:

„Wenn man das Unbegreifliche dort erlebt, wo man gar nicht erwartet, alles zu verstehen – wie heiter ist dann das Leben.“

Robert Menasse

 

  • Die Außentemperaturen sind wärmer geworden und ich muss nicht mehr ständig meine Kapuze über den Kopf ziehen. Also gibt es auch wieder Musik auf die Ohren, wonach ich mich eh gesehnt habe. Gerade ist mir rockig zumute und so gab es u.a. Bryan Adams:

Kurz und gut

  • Nochmal einen Punkt draus gemacht, an einem Montag ausschlafen zu dürfen.
  • Viel Kleinkram erledigt und mal wieder Kresse gesät. Die duftet schon beim Keimen immer so lecker.
  • Einen 20%-Gutschein von Heine mit einer längeren Bestellung eingelöst. Auf die Lieferung bin ich sehr gespannt, weil ich da so selten was bestelle, dass mein Vorstellungsvermögen bei deren Beschreibungen leicht überfordert ist. Aber 20 % waren schon ein ziemlicher Anreiz. 😉

Der Nachtrag vom Wochenende

Dieses Wochenende war ich das erste Mal in diesem Jahr bei Herrn Grillenscheucher. Wir hatten es schön und sonnig und entspannt. Und es so toll, wie der Frühling sich ins Zeug legt. Überall blühen die Forsythien in gelb und die Kirschbäume in rosa und bunte Ostereier hängen in den Vorgärten.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Morgens schon hatte ich einen Termin beim Orthopäden. Die Arzthelferin, die ich dort am liebsten mag, ist wieder gesund und hat sich sehr über die Tüte merci petits gefreut, die ich für alle als Dankeschön mitgebracht hatte. Das haben sie sich wirklich verdient, so toll, wie die Praxis funktioniert. Die Vertretungsärztin – der Doktor war krank – hat mir ohne Diskussion ein neues Rezept für die Physiotherapie verschrieben und sich gewundert, dass ich dafür extra kommen musste. Der Doktor ist da eben knauseriger. Einziger Wermutstropfen: die Vertretungszeit meines Physiotherapeuten ist beendet und ich muss mit anderen arbeiten. 🙁

  • Der überraschende Anruf von S. und wir haben geplappert als hätten wir uns vorgestern erst gesprochen. Dabei war es nach vielen Mails unser erstes Telefonat miteinander.
  • Noch ein erstes Mal in diesem Jahr: Ich bin wieder mit Olga gefahren. Zuerst wollte sie nicht so recht und ging einfach wieder aus. Im zweiten Versuch mit viel Gas konnten wir dann doch los. Nicht ganz so angenehm für meine Schulter, das Autofahren, aber zusammen haben wir es geschafft.
  • Bonus: Und noch ein erstes Mal in diesem Jahr: Die Sonne schien und es war so warm, dass wir auf dem Balkon von Herrn Grillenscheucher Prosecco trinken konnten.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Herr Grillenscheucher und ich haben meine Pflanzen aus dem Winterquartier bei ihm wieder auf meinen Balkon gebracht. Der Lorbeer und der große Rosmarin treiben schon wieder aus – sieht super aus.
  • Eine kleine Einkaufstour mit Olga. U.a. haben wir viele Saattütchen und mein neues liebstes anti-alkoholisches Kaltgetränk erstanden: Rhabarber-Schore von Hella. Sieht ein bisschen eklig aus, schmeckt aber hervorragend säuerlich. Zwischendurch gab es auch noch den Geschmack Italiens im Mund.

  • Und weil es gestern schon so schön war, haben wir nochmal Prosecco auf Herrn Grillenscheuchers Balkon getrunken.

Die guten Dinge von heute:

  • Ausreichend geschlafen und danach eine Latte Macchiato ans Bett serviert bekommen.
  • Herr Grillenscheucher hat sich um Anton gekümmert. WhatsApp läuft jetzt auf meiner neuen Handynummer und Landkarten für unsere Kreuzfahrt sind auch drauf, damit wir uns unterwegs nicht verlaufen.
  • Wieder zu Hause erwarteten mich auf meinem Balkon glücklich aussehende Pflanzen. Der Liebstöckel ist um mindestens 10 cm am Wochenende gewachsen. Die Kroken blühen um die Wette. Der Jasmin kriegt grüne Blätter und der Baum vor meinem Balkon auch. Hach!

    

    

  • Bonus: Die Kresse hat sich ebenfalls prächtig entwickelt und wird gleich mein Abendessen bereichern.

Kurz und gut

  • Endlich ein richtiger Friseurbesuch beim speziellen Locken-Friseur. Während meiner Genesungsphase fühlte ich mich nicht mobil genug, um dafür durch die halbe Stadt zu fahren, und so war es jetzt höchste Zeit zum Schneiden. Ich habe eine wunderbare Kopfmassage genossen und bin jetzt sehr glücklich mit meiner neuen, fluffigen Lockenpracht.
  • Die bestellten Bücher abgeholt und es geschafft, kein weiteres auf den Stapel zu legen. Puh! Manchmal wünsche ich mir einen großen Lottogewinn, nur um Berge von Büchern zu kaufen.
  • Ich habe Kresse in meiner neuen, richtig hübschen Aussaatschale, die ich kürzlich bei Tchibo fand, ausgesät. Ich bin gespannt, ob das klappt, denn so schick sie ist, so unpraktisch ist sie auch, weil das Gitter keine der üblichen Gießlücken hat.

Der Nachtrag vom Wochenende

Herzschmerz am Valentinstag kann ich echt nicht empfehlen. Lauter Liebeserklärungen im Radio. Aber da muss ich wohl gerade durch. 🙁

Die guten Dinge von Freitag:

  • Endlich Wochenende! Und ich konnte super pünktlich da rein verschwinden.
  • Beim Einkaufen war ich so tüdelig, dass mir erst nach dem Bezahlen auffiel, was ich alles vergessen hatte. Dankenswerter Weise ist Herr Grillenscheucher nochmal zurück gegangen und hat die Reste besorgt.
  • Ein schön entspannter Abend mit Herrn Grillenscheucher.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Die Sonne schien und wärmte so schön durchs Fenster. Draußen war’s allerdings widerlich kalt.
  • Beim Einkaufen unverhofft über meinen Gute-Nacht-Tee gestolpert. So konnte ich die Vorräte, die mir gerade ausgingen, wieder auffüllen.

TEEKANNE - Innere Ruhe - Harmonie für Körper und Seele

  • Das erste Mal im Leben Lassi probiert. Weil ich Mango nicht mag, gab es die Variante mit Himbeeren. Nicht gerade indisch 😉 , dafür aber sehr lecker. Darf definitiv öfter mit nach Hause kommen.

Die guten Dinge von heute – das wird schwer:

  • Immerhin ein bisschen geschlafen und mich dann noch lange unter der Bettdecke versteckt.
  • Nach langer Zeit mal wieder Kresse gesät und jetzt duftet es hier so schön danach. Erstaunlich, dass schon die im Wasser liegende Saat so stark riecht.
  • ??? Vielleicht gerade noch, dass es entgegen der Vorhersage nicht geschneit, sondern nur geregnet hat.