Der Nachtrag vom Wochenende

Dieses Wochenende war ich faul, so richtig faul. Wie passend, dass es nichts gab, was unbedingt getan werden musste.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Die Frau im Radio begann die Nachrichten mit den Worten „Es ist 10 Uhr.“. ­čś» Zum Gl├╝ck best├Ątigten mir meine Wecker, dass es erst 7 Uhr war. Puh, ich habe nicht hoffnungslos verschlafen!
  • Die sch├Ânen Bl├╝ten meiner Pfingstrose.

  • Herr Grillenscheucher und ich haben eine schwierige Situation friedlich gemeistert.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Die Latte Macchiato, die mir Herr Grillenscheucher zum Aufwachen ans Bett servierte.
  • Faul sein d├╝rfen.
  • Ein langer, sch├Âner Abend mit Herrn Grillenscheucher, leckerem Essen und vielen Gespr├Ąchen.

Die guten Dinge von heute:

  • Die Kiwi auf meinem Balkon bl├╝ht. ­čÖé

  • Die erste Balkon-Erdbeere war reif und lecker.
  • Der Tag war eklig schw├╝l und klebrig. Jetzt regnet es und die Luft wird allm├Ąhlich wieder ertr├Ąglich.

Der Nachtrag vom Wochenende

Vielleicht stumpfe ich ja irgendwann gen├╝gend ab, so dass mich der Terror allerorten nicht mehr ber├╝hrt, aber noch ist es nicht soweit. Eher bedr├╝ckt mich dieser Irrsinn immer mehr, zumal jetzt auch noch zu Vergeltungsschl├Ągen ausgeholt wird. Erwachsene M├Ąnner, die sich wie kleine Jungs im Sandkasten benehmen. ­čĹ┐

Die guten Dinge von Freitag:

  • Urlaubstag! Ausgeschlafen und danach noch eine Runde ged├Âst. Hach, wie sch├Ân, es mal nicht eilig zu haben!
  • Fernsehabend mit Let’s Dance. Ich fand es unspektakul├Ąr, aber es war eine sch├Âne Ablenkung vom Irrsinn in dieser Welt.
  • Reden mit Herrn Grillenscheucher und dabei den Soundtrack zum Film „Hair“ rauf und runter h├Âren.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Wundersamer Weise hat uns die Bahn doch noch mit „nur“ einer halben Stunde Versp├Ątung zu meiner Mama gebracht und wir konnten da sein. Vor allem f├╝r K., dessen Schwester gerade gestorben ist.
  • Lachen mit Herrn Grillenscheucher beim Rauchen auf dem Balkon.
  • Die R├╝ckfahrt verlief zum Gl├╝ck vollkommen problemlos.

Die guten Dinge von heute:

  • Das Wetter war wunder-, wundersch├Ân und die W├Ąsche durfte in der Sonne abh├Ąngen. ­čśÄ

  • Zusammen mit Herrn Grillenscheucher in Rekordzeit geputzt.
  • Meine Kiwi treibt flei├čig aus:

    

Wenig zu berichten

Dieses Jahr gab es nur wenige Berichte von meinem Balkon und das liegt schlicht daran, dass es auch kaum was zu berichten gibt. Es war einfach ein schlechtes Balkonpflanzen-Jahr. Zu viel Regen und zu wenig Sonne und W├Ąrme, um die Pflanzen zum flei├čigen Wachsen und Bl├╝hen zu reizen. Ab und zu gab es zwar mal den ein oder anderen Bl├╝h-Anfall, aber der fiel immer schnell dem n├Ąchsten Regen zum Opfer. ­čÖü Jetzt ist hier zwar richtig Sommer, aber das ist nat├╝rlich viel zu sp├Ąt f├╝r die Sommerpflanzen.

Meine Balkonpflanzen sehen momentan eher staksig und trotz des vielen Regens leicht vertrocknet aus. Letzteres vermutlich, weil sich die bl├Âde Staun├Ąsse nicht mehr verhindern lie├č. Exemplarisch der Salat, der relativ h├Ąssliche Bl├╝ten entwickelt hat:

229_bl├╝hender_Salat

Trauriger Anblick, gell? Wird langsam Zeit f├╝r das Einr├Ąumen der Einj├Ąhrigen.

Die Kiwi-Pflanze hat immerhin einen langen Zweig am Gitter hoch ranken lassen. Vergleichsfotos Fr├╝hjahr und jetzt:

108_Kiwi_im_Kasten     230_Kiwi

Hoffentlich tut sich da n├Ąchstes Jahr mehr! Aber vorher hoffe ich, dass sie den Winter ├╝bersteht.

Tja, mehr gibt es nicht zu erz├Ąhlen vom Balkon. Ich bin einigerma├čen entt├Ąuscht, aber so ist das eben, wenn die Pflanzen Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Geduld, Geduld

Ich halte mich f├╝r einen sehr geduldigen Menschen, stelle aber immer wieder fest, dass meine Einsch├Ątzung nicht ganz richtig sein kann. Jeden Abend, wenn ich nach Hause komme, f├╝hrt mein erster Weg auf den Balkon. Hat sich endlich die Saat, die bislang nicht gekeimt hat, doch dazu entschlossen? Nee, warten tue ich offensichtlich ├╝berhaupt nicht gern. Naja, Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich hilfreich. ­čśë

  • Ich hatte ein sehr, sehr wertsch├Ątzendes Feedback-Gespr├Ąch mit meinem Vorturner. Wow, ich bin besser in meinem Job als ich dachte. Das ging nicht nur runter wie ├ľl, sondern hat mich auch in meiner Entscheidung, genau in diesem Job zu bleiben, best├Ątigt.
  • Ein Warten hat ein Ende, juchuh! Morgen bekomme ich endlich mein dienstliches IPad. Auch etwas, was mich ganz ungeduldig machte.
  • Die Kiwi-Pflanze beginnt z├Âgerlich, sich um das Rankgitter zu winden. Und die Sommerblumen-Saat im selben Kasten treibt schon ├╝ppig aus. Das wird bestimmt h├╝bsch bunt.

130_Kiwi_Ranke     131_Sommerblumen_Keimlinge

Kiwi

Eine Kiwi? Echt, eine Kiwi? Irgendwie habe ich immer gedacht, Kiwis wachsen nur in Australien oder so. Aber bei meiner Lekt├╝re ├╝ber Kletterpflanzen bin ich tats├Ąchlich ├╝ber Kiwis gestolpert. Angeblich sollen sie es hier klimatisch gut vertragen und au├čerdem super klettern. Ich habe ein Rankgitter auf dem Balkon, das sich schon ganz lange nach Bewuchs sehnt, und alle bisherigen Versuche schlugen fehl. Also warum nicht mal eine Kiwi ausprobieren?

Bestellt habe ich sie bei meinem Lieblings-Pflanzenversand, der mir zwar mal die bestellten Erdbeerpflanzen vor enthielt, aber wenigstens immer gute Ware geliefert hat: Hof Jeebel. Ich konnte meine Kiwi Jenny sogar f├╝r eine bestimmte Kalenderwoche ordern – logischerweise f├╝r die nach der Kreuzfahrt.

Alles hat super geklappt und am Samstag kam der riesige Karton. Drin war jede Menge Stroh und nat├╝rlich die Kiwi mittendrin.

106_Kiwi_Karton   107_Kiwi

Extra f├╝r die Kiwi hatte ich einen riesigen Balkonkasten gekauft. Es hat ewig gedauert, bis der mit Erde gef├╝llt war, denn die musste erst gemischt werden: Kokoserde, Blumenerde und Sand. Kiwis m├Âgen, so habe ich gelesen, eher einen sandigen Boden. Na, was tut frau nicht alles f├╝r ihre Pflanzen, gell. Stunden sp├Ąter war Frau Jenny also eingepflanzt:

108_Kiwi_im_Kasten

Um sie rum habe ich Sommerblumen-Saat ges├Ąt, damit sie nicht ganz so einsam ist. Nun hoffe ich, dass der Hagel am n├Ąchsten Tag sie nicht allzu sehr erschreckt hat und sie trotzdem anwachsen und bleiben m├Âchte. Wenn sie dann noch das Gitter berankt, bin ich gl├╝cklich.