Kerbel

Hm, ich habe die vielen Kräuter auf meinem Balkon ja nicht hauptsächlich, um sie beim Kochen zu verwenden. Dafür koche ich tatsächlich zu wenig. Ich habe sie hauptsächlich deshalb, weil ich sie leiden mag und ggfs. noch was damit anfangen könnte, wenn ich wollte. Dass es auch ein Kraut geben könnte, dass ich nur hässlich finde, ist dieses Jahr neu.Ich habe nämlich das allererste Mal Kerbel ausgesät und war quasi von Anfang an genervt von dem Zeug. Es ist ein Lichtkeimer und die Saat hat sich flugs in alle Richtungen verstreut. Und dann sieht er gewachsen auch noch blöd aus.

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Auf dem ersten Bild sieht man das Elend nicht so genau, weil das Balkongeländer davor ist, aber auf dem zweiten ist der vertrocknete Teil vorn zu sehen. Ich habe ihn schon diverse Male raus geschnitten, nur um mit einem neuen vertrockneten Teil am nächsten Tag begrüßt zu werden. Nee, mir langt’s. Merke: Kerbel, den man nicht verwenden will, ist nichts für so profane Gemüter wie mich, die es gern hübsch haben auf ihrem Balkon.

Pfingstrosenblüte

Statt Reisebericht gibt es heute einen von meinem Balkon. Schließlich habe ich noch gar nicht erzählt, wie es den Balkonpflanzen während meiner Abwesenheit erging. Hm, ich würde mal sagen, es ging ihnen gut. Der liebe Nachbar ist seiner Gießkannen-Aufgabe fürsorglich nachgekommen. Dass es hierzulande offenbar ähnlich kühl war wie auf der Kreuzfahrt, dafür kann er ja nun so gar nichts. Als ich zurück kam, waren deshalb die Blüten der Pfingstrosen immer noch nicht weiter als vor meiner Abreise. Eigentlich nett, gell. Als hätten sie extra mit dem Blühen auf mich gewartet. 😉

Aber es hatte sich deshalb auch in einigen Töpfen und Kästen so gut wie gar nichts getan. Im Topf vom Kürbis und von der Zucchini war quasi Totentanz:

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Der dunkle Salat war auch eher unwillig, während der grüne immerhin anfing, zu sprießen:

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Der Kerbel kommt eifrig und am liebsten da, wo er gar nicht hin gehört. Das ist ja ein Lichtkeimer und seine Saat hat sich flugs überall hin verteilt. Also merken für’s nächste Jahr: Lichtkeimer erst drinnen und windstill kommen lassen!

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Basilikum und noch nicht mal die unverwüstlichen Tagetes wollen so richtig aus dem Quark kommen. Ich bin einigermaßen enttäuscht. Gestern habe ich, um neue Hoffnung zu schüren, den Kasten mit dem unbefriedigenden Salat neu mit frischen Saatbändern bestückt. Außerdem habe ich im Topf mit der Kürbis- und Zucchini-Saat gewühlt und festgestellt, dass kein einziger Saatkorn aufgegangen ist. Auch dort habe ich neu ausgesät – hoffentlich ist es noch nicht zu spät dafür!

Den mickrigen Schnittlauch habe ich mit einem Trick von Herrn Grillenscheucher ersetzt: Man pflanze einfach einen Supermarkt-Schnittlauch in einen Topf. Mal sehen, ob das bei mir so gut gelingt wie bei ihm.

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Aber es gab auch ein paar Pflanzen, die so richtig geschossen sind. Allen voran der Liebstöckel und die Minze. Die haben miteinander und mit der Pfingstrose schon um Platz gekämpft:

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Inzwischen habe ich sie auseinander gerückt und es sieht so aus, als müsste ich das in naher Zukunft wiederholen. Irre, wie die wachsen!

Das allerbeste aber ist, dass die Pfingstrosenblüten jetzt langsam aufgehen. Eigentlich mag ich kein Pink auf meinem Balkon, aber dieses Pink liebe ich:

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Stillstand

Auf meinem Balkon sieht es gerade nach Stillstand aus. Insgesamt ist es immer noch zu kalt für die Jahreszeit – für die letzte Nacht war sogar Bodenfrost angekündigt. 😯 Heute gab’s dafür Sonnenschein pur mit warmen Temperaturen. Die Pflanzen wirken allesamt verwirrt und sehr zögerlich, was ich durchaus nachvollziehen kann.

Obwohl heute Pfingstsonntag ist, mag die Pfingstrose noch nicht blühen. Ihre Knospen sehen fast genauso aus wie beim letzten Foto vor 10 Tagen:

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Nur wenn man genau hinsieht, stellt man fest, das viel mehr Rosa zu sehen ist. Und so ist es wenigstens bei einigen anderen Pflanzen auch – es gibt minimale Entwicklungen. Die Minze bildet winzige Blütenknopsen:

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Der Lorbeer bekommt frische, hellgrüne Blätter:

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Die Petersilie treibt aus – sogar regelmäßig:

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Kerbel, Salat und Basilikum bemühen sich immerhin, aber sehr unregelmäßig:

153_Kerbel 154_Salat 155_Basilikum

Ganz zuverlässig und stetig wachsen die Wicken ihren Rankgittern entgegen, worüber ich mich total freue:

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Der Portulak-Salat sieht richtig schön frisch grün aus und schmeckt hervorragend auf Pellkartoffeln mit Sour Cream:

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Richtig stolz bin ich auf den Oregano, der sich seit seiner Teilung super entwickelt:

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Der Salbei ist auch eine Pracht geworden. Nach dem Winter schien er komplett verdörrt, aber nachdem ich ihn fast bis zum Boden zurückgeschnitten habe, hat ihn das Leben zurück:

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Es gibt also viele kleine Erfolgserlebnisse auf meinem Balkon, man muss sie nur wahrnehmen. Und es gibt viele hoffnungsvolle Anzeichen. Ich bin sehr gespannt, wie es aussehen wird, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin.