Valletta oder bergauf, bergab

Letztes Jahr startete unsere Kreuzfahrt in Valletta auf Malta und wir hatten kurz die Gelegenheit, uns diese entzückende Stadt anzusehen. Deshalb haben wir uns ganz besonders darüber gefreut, dass wir dieses Jahr wegen des Umroutens (der geplante zweitägige Stopp in Istanbul wurde von der TUI abgesagt und stattdessen bekamen wir Mykonos und Valletta zu sehen) einen ganzen Tag für sie Zeit haben würden. Noch dazu an einem Wochentag, einem Donnerstag, der Menschen auf den Straßen und geöffnete Läden verhieß. Letztes Jahr waren wir an einem Sonntag da und die mit Jalousien verschlossenen Ladenfenster machten uns schon ziemlich neugierig.

Um 8 Uhr klingelte unser Wecker, denn für 9 Uhr war die Balkonreinigung angekündigt. Bis dahin mussten wir also unser gemütliches Aufwach-Ritual mit Kaffee bzw. Espresso aus der Nespresso-Maschine und Zigarette abgeschlossen haben. Stress! 😉 Vom Balkon aus sahen wir eine Reihe Pferdekutschen-Parkplätze unter einem Blechdach.

Herr Grillenscheucher und ich haben in Ruhe gefrühstückt und anschließend einen anständigen Kaffee in der Außenalsterbar getrunken. Der Kaffee, den man sich am Frühstücksbuffet zapfen kann, sieht nämlich maximal nach Kaffee aus, schmeckt aber wie heißes Wasser. Deshalb haben wir dort stattdessen immer Orangensaft getrunken – ist ja auch viel gesünder. 😉 Außerdem fingen wir auf dieser Reise an, die Außenalsterbar zu lieben. Das erste Mal nach all den Jahren wurde man dort nämlich wirklich nett bedient und nicht nur dann, wenn man schon genügend Trinkgeld hinterlassen hatte.

Der Himmel war bedeckt und es war im Verhältnis zu den vorherigen Häfen eher kühl. Als wir uns mit C. und M. am späten Vormittag trafen, um gemeinsam von Bord zu gehen, hatte ich mich wärmer eingepackt, was sich als genau richtig erwies. Denn auch als der Himmel später auf zog, blieb uns der kühle Wind erhalten.

Kaum waren wir von Bord und raus aus dem Hafengelände, musste ich nochmal die Pferdekutschen fotografieren. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Pferde liebe?

Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass Menschen sich von diesen doch relativ kleinen Tieren – so im Vergleich zu Brauerei-Pferden z.B. – über den Asphalt steil bergauf und bergab ziehen lassen. Leider mussten wir im Laufe des Tages sehen, dass sie es doch tun. Sogar gequetscht zu fünft in dem kleinen Wagen – es war ganz gruselig. 🙁

Wir haben natürlich keine Kutsche genommen, sondern den Fahrstuhl zu den Upper Barrakka Gardens.

Dort sind wir ein wenig gewandelt und haben auf den traditionellen Kanonenschuss um 12 Uhr gewartet, der immer von einer anderen Kanone abgeschossen wird.

Der Garten ist klein und gemütlich.

Und wir hatten einen schönen Blick von dort auf einen Jachthafen und auf unser Schiff. Von letzterem konnten wir einen Teil des Bereichs sehen, der nur für die Crew bestimmt ist: das kleine blaue Rechteck in einem etwas größeren grünen Rechteck vorn auf dem Schiff ist nämlich der Crew-Pool.

Nachdem das Kanonenschuss-Spektakel vorbei war, sind wir eher ziellos durch Valletta gelaufen. Bergauf und bergab. Die Straßen der Stadt waren mit allem möglichen geschmückt. Warum genau, konnten wir nicht raus finden. Vielleicht weil Valletta 2018 europäische Kulturhauptstadt ist?

Die Knie von M. fanden das Auf und Ab relativ schnell nicht mehr witzig und die beiden machten sich auf den Weg zurück aufs Schiff. Herr Grillenscheucher und ich durchstromerten weiter die Stadt und ab und zu legte ich mein Veto gegen noch mehr hoch und runter ein.

Wir beguckten die Karmeliterkirche von außen und innen.

Aus der Ferne sahen wir das Fort Manoel und aus der Nähe einen Haufen Tauben, die sich um ein Kinderspielzeug versammelten – im Hintergrund sind die durchaus auch vorhandenen Neubauten Maltas zu sehen. In diesem Fall sind es die von Sliema. Und wieder gab es einen Pferdekutschen-Parkplatz.

Auf unseren Wegen kreuz und quer durch die Stadt kamen wir immer wieder am St. George’s Square vorbei. Zum Glück gibt es dort in der Nähe öffentliche Bänke, wo wir eine kurze Pause einlegen konnten.

 

Immer wieder gab es religiöse Skulpturen an Eckhäusern – die Stadt ist quasi voll damit.

Und entgegen unserer Annahme, an einem ganz normalen Donnerstag würden alle Läden geöffnet sein, standen wir wieder vor runter gezogenen Jalousien. Hübsch sind sie trotzdem.

 

Ein paar geöffnete Läden gab es aber auch. U.a. der Süßigkeiten-Laden, den wir schon letztes Jahr mit großen Augen beguckt hatten. Dort gab es wie geahnt so Sachen wie Lakritzschnecken für 10 Cent, aber auch – passend zur Jahreszeit – Ostereier im Sonderangebot. Und ein paar Meter weiter gibt es eine Männerboutique. 😉

Immer wieder blitzen Kuppeln zwischen den engen Straßen auf.

Valletta wartet mit einem „Buckingham-Palast“ auf, der eigentlich der Großmeisterpalast ist und natürlich standesgemäß bewacht wird.

Spannender als alte Gemäuer und Kirchen ist für mich das alltägliche Leben. Verkaufsflächen auf Autos, Blumen in Fenstern, hübsche alte Autos mitten zwischen dem ganzen neumodischen Krams, Obst- und Gemüseläden, Ladeneingänge, Werbung, Restaurants usw.

 

Sehr, sehr gefallen haben mir die Balkone in Valletta. Hach, stundenlang könnte ich sie fotografieren. Manchmal sind sie ganz bunt, manchmal hängen Spitzengardinen an den Fenstern. Ein Tummelplatz für Spekulationen.

Es gibt viele hübsche Häuser und pompöse Eingänge.

Die Sonne stand so schön auf einer Kirchenfassade und ihrem Glockenturm.

Wie schon letztes Jahr kamen wir wieder an der Bibliothek und ihren schönen Arkaden vorbei.

Herr Grillenscheucher und ich haben in einem Café eine Pause gemacht und hinterher festgestellt, dass genau davor Parkplätze für die verschiedenen Ministerien reserviert sind.

Anschließend entdeckten wir einen kleinen Park mit einem großartigen Blick von oben und hübsch lila blühenden Bäumen.

Von dort trudelten wir so langsam zurück Richtung Schiff und waren überrascht, was es unterwegs noch alles zu bewundern gab. Den Triton-Brunnen, noch einen Park, ein sehr edles Hotel und die Kirche St. Publius.

Wir kamen dabei durch eine Vorstadt von Valletta, Floriana, und wurden darauf hingewiesen, dass wir sauber machen müssten, würden wir unseren Müll einfach auf die Straße schmeißen. Gerechte Strafe, finde ich. Und irgendwer steht dort offenbar sehr auf weinrot.

Ein weiterer kleiner Park beglückte uns mit tollen Aussichten, Kapmargeriten und lila blühenden Bäumen.

Langsam näherten wir uns unserem Lieblingsschiff.

An der Eingangskontrolle war viel los und wir mussten eine ganze Weile warten bis wir endlich durch waren. Ein Glück hatten wir genug Zeit bis zum Ablegen. Das haben wir mal wieder von der Aussichtbar genossen.

An diesem Abend sind Herr Grillenscheucher und ich früh zum Essen ins Atlantic gegangen und es gab meine absolute Lieblingsvorspeise: Kaviar!

La Rochelle / La Pallice

La Pallice ist der Industriehafen von La Rochelle. Vom Schiff aus konnten wir die Brücke zur Ile de Ré „bewundern“.

02_Brücke_Segelboot

Der in der Ferne zu erkennende Strand sah aber echt einladend aus. So wunderbar leer.

03_Strand

Industriehäfen dürfen üblicherweise nicht zu Fuß durchquert werden. Also gab es einen kostenlosen Bus-Shuttle bis zum Hafenausgang, zu dem die TUI verpflichtet war. Der Shuttle nach La Rochelle kostete 7 € pro Nase. Tsts, da waren TUI Cruises früher aber mal erheblich spendabler! Nun gut, wir nahmen also den Shuttle-Bus nach La Rochelle. Continue reading