Sommerfein

Heute habe ich die letzten Handgriffe getan und nun ist mein Balkon sommerfein. 😎 Dieses Jahr fand die ganze Aktion unter schönster Sommersonne statt und das Mitte April. Herr Grillenscheucher und ich konnten uns sogar viel Zeit lassen, denn fĂŒr die Wettervorhersage war das Wort „Regen“ tagelang zum Fremdwort geworden. Passend dazu habe ich gerade Urlaub.

Zuerst gab’s noch Abschiedsfotos von der Tulpen- und Narzissenpracht, die sich auf meinem Balkon entwickelt hatte, denn sie musste fĂŒr neue Aussaat weichen.

Dann ging’s los mit der Arbeit. GrĂŒnbelag vom Holzboden und vom Buddha entfernen, das Lichternetz gegen ein neues heiles austauschen, Lampions aufhĂ€ngen. Die leeren Töpfe und KĂ€sten, die den Winter in der großen Kiste verbracht hatten, wurden besĂ€t, bis die Kiste endlich leer war und in den Keller konnte. Dann war wieder Platz fĂŒr die Balkonmöbel, die aus dem Keller geholt wurden.

Dieses Jahr habe ich zusĂ€tzlich einen großen Balkonkasten von Herrn Grillenscheucher bekommen. In dem versuche ich es mal mit Kamille. Außerdem gibt es Kornblumen, Majoran und Winterheckenzwiebeln neu auf meinem Balkon – sofern sie keimen wollen natĂŒrlich. Und erstmals probiere ich selbst geerntete Tagetes-Saat. Der Zitronenthymian verlangte nach einem grĂ¶ĂŸeren Topf, die mehrjĂ€hrigen Pflanzen nach DĂŒnger und der Jasmin nach Beschnitt. Die bereits drinnen vorgezogenen Salate bekamen neue Töpfe fĂŒr draußen und guckten gleich viel glĂŒcklicher aus der WĂ€sche.

In einem Buch habe ich gelesen, dass es gut fĂŒr Pflanzen ist, wenn man sie mulcht. Klassisch ist ja Rindenmulch, aber man kann auch Holzdekor-Mulch oder kleine Steine nehmen. Hauptsache, die Erde ist mit irgendwas bedeckt, damit sie nicht so sehr austrocknen kann. Das erschien mir logisch. Also habe ich kleine Steine gekauft, denn dieser ganze Holzkram wird bei mir sofort von den Vögeln abtransportiert, weil der ganz toll fĂŒr den Nestbau ist. Herr Grillenscheucher weiß jetzt, wie schwer 20 l kleine Steine sind, denn er hob sie in der MĂ€nnerboutique in den Einkaufswagen und gleich wieder raus. 😉 Es ist ja selten, dass er protestiert, aber das Gewicht wollte er nun wirklich nicht in den 4. Stock schleppen. Wir haben uns dann auf 20 l Bimsstein geeinigt.

Als erstes haben meine ErdbeerkÀsten eine Lage Bimsstein bekommen, denn aus denen hatten die blöden Vögel schon Erde abgeschleppt. Ha, das ist jetzt vorbei!

Die Kiwi entwickelt immer mehr neue BlĂ€tter, aber wachsen will sie (noch?) nicht. Ich habe sie bereits gewarnt, dass sie ihre Sachen packen muss, wenn da nichts passiert. 😉 Die Pfingstrose hat ein weiteres Jahr zuverlĂ€ssig ausgetrieben und ist schon ganz schön groß. Sie trĂ€gt 16 BlĂŒtenknospen! Bis Pfingsten ist ja noch ein bisschen Zeit zum Aufgehen.

Soweit die neuesten Nachrichten von meinem Balkon. Wie jedes Jahr ist es spannend, wie sich die Saat und die Pflanzen entwickeln werden. Noch ein paar Balkon-Impressionen:

Sibirische KĂ€lte

Die sibirische KĂ€lte hat sich ĂŒber Hamburg gelegt. Auf meinem Balkon liegt Schnee und direkt vor der BalkontĂŒr hat sich eine dicke Eisschicht gebildet. Vermutlich ist dort der Schnee durch die WĂ€rme von innen zuerst geschmolzen und das Wasser dann direkt gefroren. Ich finde, das sieht ein bisschen fies aus. Der Schnee dahinter gefĂ€llt mir besser.

Das Radio hat bereits am Wochenende verkĂŒndet, dass die KĂ€lte 4 (in Worten VIER! 🙁 ) Wochen bleiben möchte. Diese Auskunft stammt angeblich vom Deutschen Wetterdienst. Lustigerweise hat eben derselbe dieselbe laut einer Tageszeitung vehement dementiert. Tja, und nun wissen wir mal wieder nichts. Jedenfalls nichts darĂŒber, wie das Wetter uns mittelfristig mitspielt. Aber mal ehrlich: Wer möchte denn wissen, dass er 4 Wochen lang frieren muss?

Auch wenn mich selbst die Unberechenbarkeit des Wetters bisweilen nervt – man kann ja nichts richtig planen 😉 -, finde ich es richtig klasse vom Wetter, dass es sich eben nicht unter Kontrolle bringen lĂ€sst. Und das trotz der Kontrollsucht der Menschen. Es gibt ja jetzt, so las ich kĂŒrzlich, sogar schon StirnbĂ€nder, die anzeigen, ob jemand aufmerksam ist oder nicht. Die werden gerade in China an SchĂŒlern getestet. NatĂŒrlich zum Wohle der SchĂŒler, ganz klar. 🙄 Soviel zu „die Gedanken sind frei“…

Meine guten Dinge aus der Woche vom 17. bis zum 23. Januar 2019 wurden zum großen Teil von der sibirischen KĂ€lte geboren:

  • Der erste Schwall KĂ€lte kam in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit einem Wechsel aus Schnee und Regen. Am nĂ€chsten Morgen lag eine Eisschicht auf allen Wegen vor meinem Haus und ich habe mir Schlittschuhe gewĂŒnscht, obwohl ich total unfĂ€hig bin, darauf zu laufen. Immerhin kam ich heil im BĂŒro an und im Laufe des Tages schmolz das Eis von den Wegen.
  • So gab es einen Wochenmarkt-Einkauf ohne Rutschpartie und abends konnten wir sogar mit Olga zur Tanzschule fahren. In letzterer ist es immer noch sehr voll, aber Herr Grillenscheucher hat mich unfallfrei durch die Menschenmassen gefĂŒhrt.
  • Auch dank der KĂ€lte gab es einen klaren Himmel und einen leuchtenden Jasmin auf meinem Balkon. Wenn man den Schnee so wie auf dem Foto nicht sieht, wirkt es richtig frĂŒhlingshaft. 🙂

  • Ein großzĂŒgiger Urlaubszuschuss von Herrn Grillenscheuchers Eltern fĂŒhrte zu einem lĂ€ngeren GesprĂ€ch mit Herrn Grillenscheucher ĂŒber mögliche Urlaubsorte fĂŒr dieses Jahr. Das ist echt ein nettes Thema in der winterlichen KĂ€lte. 😎 (Dennoch kamen wir zu keinem Entschluss, weil wir beide gerade viel zu faul zum Verreisen sind.)
  • Schnee auf den BĂ€umen vor blauem Himmel am frĂŒhen Morgen – friedlich und ohne erkennbare Arglist.

  • In der neuesten Ausgabe des Magazins von Andere Zeiten ist ein wunderschönes, sommerliches Foto voller roter Blumen. Hach ja, irgendwann wird’s auch wieder Sommer, gell.
  • Da es erstens so ist, dass irgendwann auch wieder wĂ€rmere Temperaturen diesen Landstrich beglĂŒcken werden, und da es zweitens noch eine Weile winterlich bleiben wird, habe ich zwei Gutscheine beim Online-Shopping eingelöst. VerrĂŒckt – ich habe gleichzeitig Sommersandalen und Winterstiefel bestellt. 😀
  • Die erste Lieferung von Deerberg ist bereits eingetroffen. Leider passte kein einziges Sandalenpaar, dafĂŒr aber eine warme Strickjacke und graue, warm gefĂŒtterte Stiefeletten, deren Sohle richtig Profil haben, so dass ich nicht mehr so sehr auf meinen Wegen ĂŒbers Eis rutschen muss. Ist ja gerade auch viel wichtiger als Sandalen.

  • Dieses Mal habe ich den Blutmond gesehen. Zwar noch sehr verschlafen und mit dem ersten Kaffee des Tages in der Hand, aber immerhin. (Weshalb ich auch kein Foto gemacht habe – viel zu frĂŒh und viel zu kalt.)
  • Vorfreude auf eine Verabredung am Wochenende.
  • Immer wieder darf ich feststellen, dass ich mein neues Projekt mit total netten, hilfsbereiten Menschen machen darf. Die ĂŒberraschen mich stĂ€ndig mit ihrer Art. Toll!
  • Musik auf den Ohren gibt es gerade nicht, weil es so kalt ist, dass ich meine Kapuze aufsetzen muss und die passt nicht so gut ĂŒber die Kopfhörer. DafĂŒr gibt es hier ein Lied, das fĂŒr mich untrennbar mit Sonne, Sommer und Freiheit verbunden ist:

Festtage

Herr Grillenscheucher und ich hatten viele schöne Tage miteinander und auch die Festtage waren friedlich und viel weniger stressig als ich es befĂŒrchtet hatte. Nur der Einkauf vorher war ein Graus. Auf dem Wochenmarkt standen wir eine gefĂŒhlte Ewigkeit im Regen am KĂ€sestand an. Dort und spĂ€ter auch im Aldi-Markt drĂ€ngelten sich Leute vor. Vor so einer langen Zeit mit Wochenende und anschließenden Feiertagen drehen immer alle durch. Da werden RĂŒcksichtnahme und Höflichkeit zur Nebensache. 👿

Aber abgesehen davon gab es jede Menge gute Dinge in meiner Woche vom 20. bis 26. Dezember 2018:

  • Letzten Donnerstag war mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr. Urlaub, juchuh! 🙂
  • Ich nahm an dem Tag an der ersten Videokonferenz meines Lebens teil und musste aufpassen, dass ich nicht laut los pruste, weil die Mimik der Teilnehmer teilweise so lustig war. Meine eigene wahrscheinlich auch – man nimmt sie auf dem Bildschirm einfach viel deutlicher wahr als wenn man rund um einen Tisch sitzt.
  • Am Nachmittag gab es ein adventliches Kaffeetrinken in der BĂŒrokĂŒche. Das muss ich meiner Vorturnerin lassen: FĂŒr sowas schaufelt sie sich immer Zeit frei und lĂ€dt alle ein. Das tut der Gruppe gut.
  • Herr Grillenscheucher und ich haben die Nachbarn A. und L. von genau gegenĂŒber meiner Wohnung kennen gelernt. Denen hatte ich kĂŒrzlich den Auto-Stellplatz von einem Nachbarn in meinem Haus vermittelt, weil A. nach so etwas auf nebenan.de suchte. DafĂŒr haben sie uns auf den sĂŒĂŸen Weihnachtsmarkt um die Ecke zum GlĂŒhwein eingeladen. Immer wieder spannend, Menschen leibhaftig zu treffen, die man eigentlich nur virtuell „kennt“. Manchmal ist das toll, manchmal super langweilig. In diesem Fall war es toll. Wir haben so viel gelacht ĂŒber die kuriosen Gestalten, die in unserer Gegend bisweilen unterwegs sind. Und ich habe einen ganz tollen, leuchtenden Weihnachtsstern geschenkt bekommen.

  • Beim anstrengenden Einkauf auf dem Wochenmarkt im Dauerregen haben wir immerhin unsere PlĂ€tzchen-TĂŒten an die MarkthĂ€ndler verteilt und deshalb in viele strahlende Augen blicken können.
  • Obwohl der Freitag mit seinen EinkĂ€ufen Stress pur war und ich ĂŒberhaupt keine Lust hatte, haben wir es trotzdem noch zum Tanzen geschafft. So ein GlĂŒck! Es hat total viel Spaß gemacht, eine Tanzstunde lang nur nach Weihnachtsmusik zu tanzen. Am Ende bekamen wir ein Kompliment fĂŒr unser Tanzen. Dass es schön aussieht, geht natĂŒrlich runter wie Öl. Ganz besonders weil man es selbst ja nicht sieht und beurteilen kann. Und unser mitgebrachter PlĂ€tzchenteller leerte sich ziemlich schnell.
  • Ein sehr lustiges Weihnachtsvideo auf WhatsApp von C.:

  • Das ganze Wochenende lang hat Herr Grillenscheucher immer mal wieder Teile fĂŒr das Heiligabend-Essen vorbereitet, aber zwischendurch war die KĂŒche trotzdem weitgehend sauber. 🙂

  • Die vierte Kerze vom Adventskranz durfte angezĂŒndet werden.

  • Heiligabend ist Herr Grillenscheucher frĂŒh aufgestanden und hat fertigen Kartoffelknödel-Teig aus dem KĂŒhlregal eines Supermarkts besorgt, weil wir am Tag zuvor festgestellt hatten, dass die Fertigvariante von Aldi fĂŒr unseren Geschmack einfach nur eklig ist. Extra fĂŒr mich, denn ich liebe Kartoffelknödel. Semmelknödel, die er auch zubereitete, sind eher nicht meins.
  • Auch alle weiteren Vorbereitungen fĂŒr das Festessen, das wir dieses Jahr zubereiteten und mit brachten, klappten perfekt, und so konnten wir fĂŒrstlich neben dem Weihnachtsbaum bei meiner Mama speisen. (Dessen Kerzen dieses Jahr gleich zwei Mal kleine Fackeln wurden. Ein GlĂŒck haben wir das rechtzeitig gesehen und konnten schlimmeres verhindern.) HirschrĂŒckenmedaillons mit Kartoffel- und Semmelknödeln und Rotwein-Soße hatte Herr Grillenscheucher allerleckerst zubereitet und dazu gab es Rot- und Rosenkohl von meiner Mama.

  • Ich habe mich besonders gefreut, dass mein Bruder dabei war, der am Tag zuvor noch so erkĂ€ltet war, dass er nicht wusste, ob er kommen könnte.
  • Ein paar Stunden Zeit fĂŒr mich allein am 1. Weihnachtstag, in denen Herr Grillenscheucher zu sich nach Hause ging, um dies und das zu erledigen.
  • Schöne Weihnachtspost zu öffnen und zu lesen.
  • Ein Abend mit ganz unweihnachtlichem Essen: Nudeln!!! 😉
  • Mein Jasmin auf dem Balkon hat angefangen, in fröhlichem Gelb zu blĂŒhen. Das ist so eine Wohltat fĂŒr die Augen gegen das Grau in Grau am Hamburger Himmel und macht direkt gute Laune.

  • Am 2. Weihnachtstag sind Herr Grillenscheucher und ich zu seinen Eltern gefahren und wurden mit einem sehr leckeren GrĂŒnkohl-Essen verwöhnt. Schön und lustig war es neben der Krippe.

  • Im Radio gab es unglaublich viel Weihnachtsmusik, die bisweilen an Geheule nichts mehr ĂŒberbieten konnte. Gruselig. Das einzige Lied, das fĂŒr mich genau auf diese Tage passt, ist dieses:

FrĂŒhjahrsputz

Nachdem Herr Grillenscheucher und ich die ersten warmen Sonnentage in Hamburg verpasst haben, weil wir ĂŒbers Mittelmeer kreuzten, hat Petrus mir heute, am Tag nach unserer RĂŒckkehr, trockenes und relativ warmes Wetter gegönnt. WĂ€hrend also drinnen die Waschmaschine mit den Urlaubs-WĂ€schebergen beschĂ€ftigt war, habe ich auf dem Balkon den FrĂŒhling eingelĂ€utet.

Die Petersilie hat mal wieder nicht ĂŒberlebt und ich glaube, ich gebe es auf, welche zu sĂ€en. Wir essen eh kaum welche, so dass sie nicht gerade nĂŒtzlich ist. Und schön genug, um sie einfach zum Spaß zu haben, sieht sie auch nicht aus. Die Petersilien-Töpfe habe ich heute also geleert und geschrubbt.

Der Winterschutz wanderte ebenso in den MĂŒll. Dabei konnte ich entdecken, dass außer der Petersilie alle Pflanzen ĂŒberlebt haben und wieder austreiben. Juchuh! 🙂 Der Sauerampfer wĂ€chst schon mĂ€chtig und die Pfingstrose streckt erste FĂŒhler aus dem Boden.

Der Kasten mit den Erdbeeren ist grĂŒn belaubt, nachdem ich die vertrockneten Zweige raus geschnitten hatte.

Ebenso treibt meine Bodendecker-Pflanze, deren Namen ich nicht mehr weiß, fröhlich aus. Ich habe ihr die trockenen Äste abgeschnitten und schĂ€tze, sie wird fast explodieren vor Wuchsfreude.

Der Jasmin, ĂŒber den ich mir schon ein bisschen Sorgen gemacht hatte, kriegt frische grĂŒne BlĂ€tter.

Die Kiwi trÀgt knospenÀhnliches und will offenbar austreiben. Auf ihren weiteren Verlauf bin ich unglaublich gespannt.

Ich habe den fĂŒr mich schwierigen FrĂŒhjahrsrĂŒckschnitt erledigt. Da treiben die Pflanzen schon so schön aus und ich muss ganz viel davon weg schneiden. Seufz. Aber letztlich tut es ihnen ja gut, so habe ich mir mantraartig zugeredet. Jetzt ist alles ordnungsgemĂ€ĂŸ beschnitten.

Die Töpfe mit den Kroken geben mir RĂ€tsel auf. Da kommt GrĂŒn aus der Erde, das aber an den oberen Enden ĂŒberwiegend vertrocknet aussieht. An Wassermangel kann es nicht liegen. Ist es vielleicht die böse StaunĂ€sse? Jedenfalls sind sie weit davon entfernt, BlĂŒten zu kriegen. Schade!

Aber auch ohne blĂŒhende Kroken kommt jetzt der FrĂŒhling. Davon bin ich ĂŒberzeugt, denn schließlich wurden die AlsterschwĂ€ne bereits in die Freiheit entlassen. Und es wird höchste Zeit, den Pflanzplan fĂŒr meinen Balkon auszuarbeiten. Frisch ans Werk…

Der Nachtrag vom Silvesterwochenende

Frohes neues Jahr voller sonniger Gedanken wĂŒnsche ich allen, die hier lesen! Mögen WĂŒnsche und TrĂ€ume in ErfĂŒllung gehen, aber auch ein paar fĂŒr die kommenden Jahre ĂŒbrig bleiben. WĂ€re schließlich auch blöd, wenn man von nichts mehr trĂ€umen kann, gell.

Dieses Mal bin ich heil und unbeschadet in das neue Jahr gekommen und ich bin sehr froh darĂŒber. Ich bewege mich momentan allerdings auch sehr vorsichtig und möglichst nicht im Dunkeln. Der Schreck ĂŒber den Unfall sitzt offenbar noch ziemlich tief. Aber abgesehen von dieser Unsicherheit war es ein sehr schönes Silvesterwochenende. 🙂

Die guten Dinge von Freitag:

  • Es war zwar kalt, aber trocken und sogar ein bisschen sonnig. Mein Jasmin leuchtete so wunderschön:

  • Unser KĂ€sehĂ€ndler auf dem Wochenmarkt kennt uns inzwischen so gut, dass er schon vormittags, wo er auf einem anderen Markt verkauft, weiß, was wir nachmittags kaufen werden. Oh, wir haben so gelacht! 😀
  • Herr Grillenscheucher hat eine sehr leckere Entenbrust mit Tomaten und Feldsalat gezaubert.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Trotz des grauen Nieselregens haben Herr Grillenscheucher und ich einen kurzen Spaziergang um den Block gemacht. Frische Luft soll ja gesund sein und sie tat auch tatsĂ€chlich gut.
  • In meinem Adventskalender war ein so wunderbarer Text, ĂŒber den ich gelacht und gestaunt habe. Das Internet hat mir verraten, dass die TAZ 2016 ihre Leser aufgefordert hat, eine Weihnachtsansprache zu schreiben, und die folgende von Michael Ritz haben sie dann gedruckt. In meinem Kalender waren die Jahreszahlen natĂŒrlich aktualisiert und ich habe sie hier auch angepasst.

„Liebe MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger, Angst essen Seele auf, das können Sie mir glauben. Sie haben nur eine Seele, nehmen Sie RĂŒcksicht darauf, fĂŒrchten Sie sich nicht so viel, so schlimm ist es gar nicht. Trinken Sie mehr klares Wasser. Atmen Sie bewusst, wenigstens ab und zu. Lesen Sie nicht nur Romane ĂŒber Gerichtsmedizinerinnen und Serienmörder. Lesen Sie ab und zu Weltliteratur, es lohnt sich. Fangen Sie an mit John Steinbeck ‚Von MĂ€nnern und Menschen‘. Interessieren Sie sich mehr fĂŒr Kunst, es muss ja nicht gleich Beuys sein. Finden Sie heraus, wann der SiebenjĂ€hrige Krieg stattgefunden hat, und merken Sie sich das, Sie werden sich besser fĂŒhlen. Versuchen Sie nicht herauszufinden, wer wann wo warum gegen wen gekĂ€mpft hat. Verbringen Sie mal einen Tag, ohne auf einen Bildschirm zu blicken. Finden Sie heraus, wer Ihr Bundestagsabgeordneter oder Ihre Bundestagsabgeordnete ist. Googeln Sie ihn oder sie mal ausfĂŒhrlich. Schenken Sie morgen Vormittag den ersten fĂŒnf Menschen, denen Sie begegnen, fĂŒr ein paar Sekunden Ihre volle Aufmerksamkeit. Verstehen Sie das Wunder, dass Sie mit ihnen gleichzeitig auf diesem Planeten leben und mit einem Affenzahn, durch das Weltall sausen. Und auch gerne Pommes mit Mayo essen. Essen Sie jeden Tag einen Apfel. Mögen Sie unser Grundgesetz, es ist besser als sein Ruf, ein fabelhaftes Teil. Lesen Sie mal drin rum, besonders im vorderen Teil. Sprechen Sie mal mit Ihren Geschwistern darĂŒber, was Ihnen Ihre Mutter in der Kindheit fĂŒr Essen gekocht hat. Umarmen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin sofort, wenn Sie ihn oder sie das nĂ€chste mal sehen. Wenn er oder sie sich dagegen wehrt, haben Sie ein Problem, das gelöst werden muss. Die Lösung liegt bei Ihnen. Fassen Sie mal das Verkehrsschild an, das Ihrer Wohnung am nĂ€chsten steht und stellen sich den Menschen vor, der es dort montiert hat. Nehmen Sie Fußball nicht so ernst. Bleiben Sie dran an der Weltliteratur: Stefan Zweig, ‚Schachnovelle‘. Lachen Sie sich mal im Spiegel an. Verbringen Sie noch einen Tag ohne auf einen Bildschirm zu blicken. Besuchen Sie mal einen Soldatenfriedhof, es ist nicht weit. Machen Sie regelmĂ€ĂŸig SpaziergĂ€nge an einem fließenden GewĂ€sser. Seien Sie nicht so oft zornig, Sie sind ja nicht mehr vier Jahre alt. Machen Sie öfter mal mit. Fragen Sie nicht wobei, das wissen Sie doch. Geben Sie sich mal das Klarinettenkonzert von Mozart, das aus ‚Jenseits von Afrika‘, Sie wissen schon. Gehen Sie jetzt richtig los auf die Weltliteratur: Mark Twain ‚Huckleberry Finn‘ am besten die Ausgabe mit den Illustrationen von Walter Trier. Glauben sie nicht alles, wovon Sie ĂŒberzeugt sind. Folgen Sie nicht jedem Ratschlag. Aber auch nicht keinem. Sie sind doch erwachsen. Fragen Sie nicht, was 2016 Ihnen gebracht hat, sondern fragen Sie sich, was Sie 2016 2017 gebracht haben. Ziehen Sie aus der Antwort Ihre SchlĂŒsse fĂŒr 2017 2018. Na los. Sie schaffen das. Beste WĂŒnsche fĂŒr ein Hammer 2017 2018, Ihr MitbĂŒrger Michael“

Der Text ist von Michael Ritz aus Berlin.

  • Herr Grillenscheucher zauberte noch so ein leckeres Essen: Hirsch-Geschnetzeltes mit Pilzen. Und wir hatten einen schönen, kerzenbeschienenen Abend zusammen.

Die guten Dinge von Sonntag, Silvester:

  • Das war ein sehr fauler Tag. Draußen regnete es mal mehr, mal weniger heftig und die Böller und Raketen lĂ€rmten schon nachmittags. Gut, dass wir nicht raus mussten.
  • Herr Grillenscheucher hat einen kleinen Brief mit WĂŒnschen fĂŒr das neue Jahr an unsere Patentochter geschrieben. Ein GlĂŒck, dass er so gut Englisch kann!
  • Die letzten Sekunden vor Mitternacht gemeinsam runter zĂ€hlen und dann mit Freixenet aufs neue Jahr anstoßen. Meine GĂŒte, ist da viel Blubber drin! Da kann das neue Jahr eigentlich nur lustig werden. 😉 Auf dem Balkon im Nieselregen haben wir viele Wunderkerzen abgebrannt und das Feuerwerk um uns rum bestaunt.

  • Bonus, sogar ein nötiger: Nachdem unser traditionelles Silvesteressen, nĂ€mlich Miesmuscheln, nicht so toll war, weil die Muscheln an Frische doch sehr zu wĂŒnschen ĂŒbrig ließen, gab es nach dem Rutsch ins neue Jahr noch eine super leckere Gulaschsuppe. Die tat richtig gut.

Die guten Dinge von heute, Neujahr:

  • In den Nachrichten von den vielen UnfĂ€llen, die es mit den Böllern und Raketen letzte Nacht gab, gehört und mal wieder sehr dankbar dafĂŒr gewesen, dass Herr Grillenscheucher darauf genauso wenig steht wie ich. So können wir leise zischelnde Wunderkerzen anzĂŒnden und sind beide vollauf zufrieden damit. (Vielleicht wĂŒrde es ein bisschen helfen, wenn die Nachrichten von heute an Silvester 2018 wiederholt werden wĂŒrden.)
  • AufrĂ€umen und Putzen war angesagt. Meine GĂŒte, machen Muscheln viel Dreck. 😼 Aber dank der Hilfe von Herrn Grillenscheucher war der schnell Geschichte.
  • Ich freue mich, dass 2017 hinter mir liegt. FĂŒr mich war es ein schwieriges Jahr. Aber nun: neues Jahr, neues GlĂŒck. Meine WĂŒnsche fĂŒr 2018 hat die IKEA-Family-Zeitung so schön formuliert, dass ich sie mir aufgehĂ€ngt hab: