Sonne pur

Seit Tagen haben wir in Hamburg Sonne pur von morgens bis abends. Das ist so so so toll! ­čśÄ Allerdings wird es langsam auch wieder empfindlich kalt. Nachts liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und f├╝r Freitag verk├╝ndet die Wetter-App sogar Schnee. ├ľrks. Hoffentlich ├╝berleben meine Balkonpflanzen das, obwohl ich ihnen doch schon ihre Winterm├Ąntelchen abgenommen hab.

Meine guten Dinge aus der Woche vom 4. bis 10. April 2019:

  • Ein total s├╝├čes Lob von einem Projektleiter zu meinem Protokoll, das eigentlich nur ungef├Ąhr 3 S├Ątze lang war. In der K├╝rze liegt eben die W├╝rze. ­čśë
  • Meine Projektleiterin A. hat sich endlich entschlossen, dass es doch hilfreich ist, mit mir zu reden. Da liegt einiges quer zwischen uns und ich hoffe, nun kriegen wir die Kurve.
  • Wie eigentlich immer ein gutes Gespr├Ąch mit meiner Vorturnerin. Tats├Ąchlich verbl├╝fft mich das jedes Mal, denn sie kann mir ganz sch├Ân auf die Nerven gehen. Aber zu zweit reden ist eben oft ganz anders als mit Publikum. Ganz besonders hat mich gefreut, dass wir beide dabei Ideen f├╝r den Abschied eines Kollegen entwickelt haben. Das hat Spa├č gemacht.
  • Daraus ergab sich ein paar Tage sp├Ąter ein konspiratives Treffen mit wenigen Kollegen, um diese Ideen weiter zu entwickeln, was uns definitiv gelungen ist. Ich freue mich sehr, dass wir so kreativ waren.
  • Herr Grillenscheucher hat die letzten beiden Karten f├╝r den Tanz in den Mai in unserer Tanzschule ergattert.
  • Wochenend und Sonnenschein und mit Olga offen fahren zu k├Ânnen. ­čśÄ
  • Meine Tulpen und Narzissen auf dem Balkon bl├╝hen. Damit hatte ich nun echt nicht mehr gerechnet. Welch eine Freude!

  • Gefragt zu werden, ob Herr Grillenscheucher und ich mal Turniertanz gemacht haben, geht schon runter wie ├ľl. ­čÖé
  • Lamm in B├Ąrlauch mariniert von unserem Lieblingsschlachter – so lecker.
  • Zusammen mit Herrn Grillenscheucher habe ich einen Einkaufsmarathon hingelegt. Von IKEA ├╝ber die M├Ąnnerboutique zu Famila und Penny. Puh, aber nun sollten wir alles beisammen haben, was wir f├╝r die Fr├╝hjahrspflanzerei brauchen. Au├čer Winterheckenzwiebel-Saat – unfassbar, aber die werde ich wohl im Internet bestellen m├╝ssen. Na, wenigstens habe ich sch├Âne Lampions f├╝r meinen Balkon gefunden:

  • Bei IKEA haben wir uns beide so auf das Preiselbeergetr├Ąnk hinterher gefreut und waren dann sehr entt├Ąuscht, dass es dieses Mal total eklig war, weil es zu viel Kohlens├Ąure enthielt. Umso sch├Âner, dass es sp├Ąter bei Famila eine gek├╝hlte Dose San Pellegrino Aranciata Rossa f├╝r uns zum Teilen gab.

  • Totgesagte leben l├Ąnger. Meine Kiwi treibt doch wieder aus und darf deshalb bleiben.

  • Mein Radiosender sendet seit Neuestem noch bis sp├Ąt in die Nacht st├╝ndlich Nachrichten. Ich finde das super.
  • Herr Grillenscheucher und ich hatten unseren ersten Hochzeitstag und bekamen wundersch├Âne Gl├╝ckwunsch-Karten zu diesem Anlass.
  • Ein Nachmittag im Homeoffice mit zwei, nein eigentlich drei guten Ergebnissen: So konnte ich die Wartezeit auf den Menschen, der bei mir neue Rauchmelder einbauen wollte, sinnvoll nutzen. Ich habe neue Rauchmelder. Und ich habe konzentriert an einer Anleitung geschrieben, so dass sie nun zumindest im ersten Entwurf fertig ist. Alles in allem sehr befriedigend.
  • Die wei├č und rosa bl├╝henden B├Ąume unterwegs. Ein besonders sch├Âner steht vor der T├╝r von Herrn Grillenscheucher.

  • F├╝r meine Mittagspausen hat mir Herr Grillenscheucher Pfannkuchen mit B├Ąrlauch, gr├╝nem Spargel und Forellenfilets gemacht. Die sind nicht nur lecker, sondern ersparen mir gerade auch die endlos langen Schlangen in der Kantine. Wo kommen blo├č pl├Âtzlich all die Menschen her??? ­čś«
  • Musik auf den Ohren gab es von Stoppok und hat mich z.B. mit diesem Lied zum Lachen gebracht:

Novembernebel

Nebel, Dunkelheit, M├╝digkeit. Typisch Herbst ist es also geworden. Die Aussicht vom Balkon ist morgens deprimierend grau und nach Feierabend rabenschwarz. Letzteres lohnt nicht mal ein Foto.

Auf der IKEA-Ideenseite habe ich Tipps für die kalte Jahreszeit gelesen. Die finde ich zwar etwas widersprüchlich, aber durchaus bedenkenswert.

Ein Tipp ist: Ignoriere die Dunkelheit! Das klingt so wunderbar trotzig. ­čÖé Zwar halte ich es f├╝r nicht sehr zielf├╝hrend, mit einer flackernden Laterne einen Spaziergang zu machen oder gar den Arbeitsweg anzutreten, aber vielleicht w├╝rde eine Taschenlampe tats├Ąchlich helfen, auf den hier sehr unebenen und sehr dunklen Fu├čwegen weniger zu stolpern.

Ein weiterer Tipp ist: Alles einfach so nehmen, wie es ist. Tja, wenn das immer so einfach w├Ąre… Irgendwie ist der Herbst eben eine Challenge, wie S. mir so sch├Ân schrieb, und es gilt jedes Jahr aufs Neue, sich die dunklen Tage hell zu machen.

Meine guten Dinge aus der Woche vom 1. bis 7. November 2018:

  • Mittags, wenn sich der Nebel aufgel├Âst hat und die Sonne scheinen l├Ąsst. Endlich Helligkeit! Dazu ist es zumindest dann fast warm mit 15┬░ C und der Mantel kann auf dem Heimweg offen bleiben.
  • Herr Grillenscheucher hat mir Kartoffelr├Âsti f├╝r meine Mittagspausen gemacht, die sehr lecker sind.
  • Meine Erk├Ąltung verzieht sich St├╝ck f├╝r St├╝ck.
  • Am Wochenende hat Herr Grillenscheucher eine Tarte Normande gebacken und damit sind wir zu L. und S. zum Kaffeetrinken gefahren. Die Tarte war toll und der Nachmittag auch.
  • Olga, die uns zu diesem Treffen brachte und auch wieder zur├╝ck. Keine Strecke, die ich ├╝blicherweise fahre, und deshalb war ich ganz begeistert, dass ich den Weg mit Anleitung problemlos fand.
  • Sowieso war es ein Wochenende voller kulinarischer K├Âstlichkeiten: Entenbrust mit Spitzkohl und Bandnudeln stand sozusagen im Gegensatz zu Gr├╝tzwurst mit Kartoffelp├╝ree und Apfelmus. Und dazwischen gab’s die Tarte. Man braucht ja ein bisschen Polsterung gegen die K├Ąlte. ­čśë
  • Musik! Gerade h├Âre ich auf meinem Heimweg Billy Joel, mit dessen Songs ich so unglaublich viele Erinnerungen verbinde. (Leider kann ich viel zu viele davon mitsingen, was in der U-Bahn nicht sooo gut kommt. ­čśë ) Welcher mein liebster ist, kann ich gar nicht sagen. Das ist sehr stimmungsabh├Ąngig. Aber einer, den ich immer total gern h├Âre, ist dieser:

  • Gek├╝hlte Rubinette-├äpfel! F├╝r mich haben sie genau die richtige Mischung aus s├╝├č und sauer. Sie sind wunderbar saftig und au├čerdem klein genug, dass ich nicht nach der H├Ąlfte schon satt bin. Und seit Spritta, der Apfelschneider, in meinem B├╝ro wohnt, esse ich tats├Ąchlich jeden Tag einen Apfel. (Allerdings muss ich zu Spritta anmerken, dass das Teilen von saftigen ├äpfeln damit ziemlich spritzt. Es ist keine gute Idee, das kurz vor einem wichtigen Termin zu versuchen…)
  • Eine Sitzung mit meinem Ex-Chef, die richtig gut war, was vor allem an ihm lag. Endlich jemand, der das Thema, um das es ging, ernst nimmt und dessen Komplexit├Ąt nicht abstreitet.
  • Auf dem Wochenmarkt habe ich herrlich weiche Tannenzweige zum Abdecken der Erde von den Balkonpflanzen gekauft. Der Plan war, sie am kommenden Wochenende in den T├Âpfen und K├Ąsten zu verteilen. Weil die Wettervorhersage f├╝rs Wochenende hartn├Ąckig von Regen spricht, habe ich mich doch heute in der abendlichen Dunkelheit damit besch├Ąftigt. Auch dieser Teil der Wintervorbereitung ist damit weitgehend erledigt und das gibt drei Flei├č-Sternchen daf├╝r, dass es im Dunkeln echt doof war. Ich hoffe auf trockene Momente im Hellen am Wochenende, um vielleicht hier und da noch nachzubessern.
  • Ich durfte wieder B├╝cher kaufen, weil der SUB auf einen gef├Ąhrlichen Tiefstand gefallen ist. Ein paar habe ich vorbestellt und weitere zwei beim St├Âbern im Buchladen gefunden. Das macht mich immer sehr gl├╝cklich.

 

Nur noch 2 Monate

Unfassbar, aber tats├Ąchlich ist in schon zwei Monaten Heiligabend. ­čś« Das f├╝hlt sich ganz seltsam an nach dem langen hei├čen Sommer gefolgt von dem sommerlichen Herbst. Aber so langsam scheint sich auch Petrus daran zu erinnern, welche Jahreszeit wir hier in Hamburg eigentlich haben. Es ist kalt und regnerisch geworden und gestern fegte ein Herbststurm ├╝ber die Stadt und hat die B├Ąume fast leer gesch├╝ttelt. Laubh├Ąufchen haben sich auf meinem Balkon versammelt:

Ganz langsam finde ich mich in die kalte Zeit und freue mich ├╝ber Kerzenschein, kuschelige Klamotten und meine stets warme Wohnung. Die guten Dinge vom 18. bis zum 24. Oktober 2018:

  • Ein interessantes und lustiges Gespr├Ąch mit meiner Fu├čpflegerin ├╝ber ihr Alltagsleben und die vielen Fragen, die ihre Kunden ihr nur deshalb stellen, weil sie eine etwas dunklere Hautfarbe hat als hier gemeinhin ├╝blich. Wir haben geflachst, dass sie auf die Frage: „Fahren Sie denn noch oft in Ihre Heimat?“, einfach mal nur mit „T├Ąglich.“ antworten sollte. Schlie├člich ist ihre Heimat genau hier!
  • Neue puschelige Hausschuhe beim w├Âchentlichen Aldi-Einkauf ergattert. Passt doch gut zum Herbst.
  • Lange Schlangen an den Wochenmarkt-St├Ąnden, warum auch immer. Vielleicht weil das Wetter sehr nett war. Nee, das ist kein so gutes Ding, aber gut war, dass Herr Grillenscheucher und ich genug Zeit daf├╝r hatten. Und nat├╝rlich freuen wir uns auch sehr, wenn unser Markt wieder gut besucht ist. Zwischenzeitlich haben wir schon bef├╝rchtet, dass er in Ermangelung von Kunden eingestellt wird. Danach wenigstens sieht es jetzt gerade nicht mehr aus.
  • Beim Tanzen haben Herr Grillenscheucher und ich tats├Ąchlich eine uns neue Figuren-Folge in der Rumba gelernt. Die einzelnen Teile kannten wir zwar schon, aber eben nicht so zusammengesetzt. Das hat ziemlichen Seltenheitswert in unserem Lieblingstanz. Noch dazu gef├Ąllt mir die Folge sehr. (Leider allerdings hatte ich hinterher genau davon h├Âllische R├╝ckenschmerzen. ­čÖü )
  • We survived IKEA!!! Wer rechnet schon damit, dass bei sch├Ânstem sonnigen Herbstwetter komplette Familien durch den Laden toben? Nicht mal die Kinder wurden im Smaland abgegeben. Aber Herr Grillenscheucher und ich waren tapfer, haben alles bekommen, was wir brauchten, und haben nichts von dem gekauft, was wir uns nur angucken wollten. Also waren wir doppelt tapfer ­čśë , wof├╝r es hinterher lecker Preiselbeersaft gab.
  • Vor dem IKEA-Besuch hatte ich auf der Webseite gest├Âbert und bin ├╝ber die Werbung f├╝r den Apfelteiler gestolpert. Ein Ding, bei dem ich immer dachte: „Wer braucht denn so was? Schlie├člich gibt es Messer!“. Aber in der Werbung f├╝r diesen Teiler stand „Kennst Du das Ph├Ąnomen, dass man Obst nur isst, wenn es mundgerecht serviert wird?“ (Zitat von der IKEA-Webseite). Und ich dachte: „Ja, ja, ja, genau!!!“. F├╝r 2,50 ÔéČ wurde mir versprochen, dass das Zerteilen von ├äpfeln viel schneller geht. Keine so gro├če Investition in einen Versuch, fand ich. Tja, und nun bin ich stolze Besitzerin eines Spritta und tats├Ąchlich begeistert davon. So schnell ging „Kerngeh├Ąuse raus und Apfel in St├╝cke schneiden“ noch nie und ich esse endlich meine ├äpfel, die ich gern mag, mir aber immer zu m├╝hsam waren. (Das folgende h├╝bsche Foto ist auch von der IKEA-Seite.)

  • Im Baumarkt nebenan habe ich einen neuen W├Ąschest├Ąnder gefunden, weil meiner schon leichte Schlagseite hatte. Sch├Ân, wenn sich solche eher langweiligen Dinge ganz einfach erledigen.
  • Eine Entscheidung meiner Kollegin N., die mich f├╝r sie sehr, sehr freut. Auch wenn sie mein ganzes eh schon wackeliges Konstrukt meiner zuk├╝nftigen Arbeit auf noch wackeligere F├╝├če stellt. Positiv formuliert: es bleibt spannend. Negativ formuliert: es wird schwieriger. Mit anderen Worten: auch wenn ich mich f├╝r N. freue, wird die Lage f├╝r mich echt schwierig. Aber was w├Ąre das Leben langweilig ohne Schwierigkeiten?
  • Ich habe zuf├Ąllig meine Kollegin T. getroffen und wir konnten ein paar Minuten vertraulich reden. Das war sehr interessant.
  • Herr Grillenscheucher hat mir f├╝r Mittagspausen Wraps gemacht, die sehr lecker sind. Vielleicht ein bisschen knoblauch-lastig, aber bislang gab es keine Kollegen-Beschwerden. ­čśë
  • Gerade versucht eine Erk├Ąltung, mich zu ├╝bernehmen, und ich wehre mich erbittert. M├Âge es bitte nicht schlimmer werden!
  • Amelie f├╝hrt seit 2 Tagen ein Eigenleben und f├╝gt immer wieder irgendwelche Textteile in meine eigenen Texte ein. Herr Grillenscheucher versucht, den Grund zu finden, w├Ąhrend ich langsam die Krise kriege. Das f├╝hlt sich an als w├╝rde jemand Unbekanntes, den ich nicht eingeladen habe, pl├Âtzlich in meiner K├╝che Spiegeleier braten. Einfach ├Ątzend! ­čÖü Ich hoffe, ich kann diesen Beitrag ohne derlei Textteile abschicken und wenn ich das schaffe, ist es ein superduper gutes Ding.
  • Die Musik auf den Ohren war diese Woche die CD „Haste mal ’ne Mark“ von Stoppok und ich habe mich ziemlich ├╝ber den Song „Denk da lieber nochmal dr├╝ber nach“ am├╝siert. Besonders ├╝ber die Zeile mit dem Sch├Ąferhund – einfach mal zuh├Âren…

Der Nachtrag vom Silvesterwochenende

Frohes neues Jahr voller sonniger Gedanken w├╝nsche ich allen, die hier lesen! M├Âgen W├╝nsche und Tr├Ąume in Erf├╝llung gehen, aber auch ein paar f├╝r die kommenden Jahre ├╝brig bleiben. W├Ąre schlie├člich auch bl├Âd, wenn man von nichts mehr tr├Ąumen kann, gell.

Dieses Mal bin ich heil und unbeschadet in das neue Jahr gekommen und ich bin sehr froh dar├╝ber. Ich bewege mich momentan allerdings auch sehr vorsichtig und m├Âglichst nicht im Dunkeln. Der Schreck ├╝ber den Unfall sitzt offenbar noch ziemlich tief. Aber abgesehen von dieser Unsicherheit war es ein sehr sch├Ânes Silvesterwochenende. ­čÖé

Die guten Dinge von Freitag:

  • Es war zwar kalt, aber trocken und sogar ein bisschen sonnig. Mein Jasmin leuchtete so wundersch├Ân:

  • Unser K├Ąseh├Ąndler auf dem Wochenmarkt kennt uns inzwischen so gut, dass er schon vormittags, wo er auf einem anderen Markt verkauft, wei├č, was wir nachmittags kaufen werden. Oh, wir haben so gelacht! ­čśÇ
  • Herr Grillenscheucher hat eine sehr leckere Entenbrust mit Tomaten und Feldsalat gezaubert.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Trotz des grauen Nieselregens haben Herr Grillenscheucher und ich einen kurzen Spaziergang um den Block gemacht. Frische Luft soll ja gesund sein und sie tat auch tats├Ąchlich gut.
  • In meinem Adventskalender war ein so wunderbarer Text, ├╝ber den ich gelacht und gestaunt habe. Das Internet hat mir verraten, dass die TAZ 2016 ihre Leser aufgefordert hat, eine Weihnachtsansprache zu schreiben, und die folgende von Michael Ritz haben sie dann gedruckt. In meinem Kalender waren die Jahreszahlen nat├╝rlich aktualisiert und ich habe sie hier auch angepasst.

ÔÇ×Liebe Mitb├╝rgerinnen und Mitb├╝rger, Angst essen Seele auf, das k├Ânnen Sie mir glauben. Sie haben nur eine Seele, nehmen Sie R├╝cksicht darauf, f├╝rchten Sie sich nicht so viel, so schlimm ist es gar nicht. Trinken Sie mehr klares Wasser. Atmen Sie bewusst, wenigstens ab und zu. Lesen Sie nicht nur Romane ├╝ber Gerichtsmedizinerinnen und Serienm├Ârder. Lesen Sie ab und zu Weltliteratur, es lohnt sich. Fangen Sie an mit John Steinbeck ‚Von M├Ąnnern und Menschen‘. Interessieren Sie sich mehr f├╝r Kunst, es muss ja nicht gleich Beuys sein. Finden Sie heraus, wann der Siebenj├Ąhrige Krieg stattgefunden hat, und merken Sie sich das, Sie werden sich besser f├╝hlen. Versuchen Sie nicht herauszufinden, wer wann wo warum gegen wen gek├Ąmpft hat. Verbringen Sie mal einen Tag, ohne auf einen Bildschirm zu blicken. Finden Sie heraus, wer Ihr Bundestagsabgeordneter oder Ihre Bundestagsabgeordnete ist. Googeln Sie ihn oder sie mal ausf├╝hrlich. Schenken Sie morgen Vormittag den ersten f├╝nf Menschen, denen Sie begegnen, f├╝r ein paar Sekunden Ihre volle Aufmerksamkeit. Verstehen Sie das Wunder, dass Sie mit ihnen gleichzeitig auf diesem Planeten leben und mit einem Affenzahn, durch das Weltall sausen. Und auch gerne Pommes mit Mayo essen. Essen Sie jeden Tag einen Apfel. M├Âgen Sie unser Grundgesetz, es ist besser als sein Ruf, ein fabelhaftes Teil. Lesen Sie mal drin rum, besonders im vorderen Teil. Sprechen Sie mal mit Ihren Geschwistern dar├╝ber, was Ihnen Ihre Mutter in der Kindheit f├╝r Essen gekocht hat. Umarmen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin sofort, wenn Sie ihn oder sie das n├Ąchste mal sehen. Wenn er oder sie sich dagegen wehrt, haben Sie ein Problem, das gel├Âst werden muss. Die L├Âsung liegt bei Ihnen. Fassen Sie mal das Verkehrsschild an, das Ihrer Wohnung am n├Ąchsten steht und stellen sich den Menschen vor, der es dort montiert hat. Nehmen Sie Fu├čball nicht so ernst. Bleiben Sie dran an der Weltliteratur: Stefan Zweig, ‚Schachnovelle‘. Lachen Sie sich mal im Spiegel an. Verbringen Sie noch einen Tag ohne auf einen Bildschirm zu blicken. Besuchen Sie mal einen Soldatenfriedhof, es ist nicht weit. Machen Sie regelm├Ą├čig Spazierg├Ąnge an einem flie├čenden Gew├Ąsser. Seien Sie nicht so oft zornig, Sie sind ja nicht mehr vier Jahre alt. Machen Sie ├Âfter mal mit. Fragen Sie nicht wobei, das wissen Sie doch. Geben Sie sich mal das Klarinettenkonzert von Mozart, das aus ‚Jenseits von Afrika‘, Sie wissen schon. Gehen Sie jetzt richtig los auf die Weltliteratur: Mark Twain ‚Huckleberry Finn‘ am besten die Ausgabe mit den Illustrationen von Walter Trier. Glauben sie nicht alles, wovon Sie ├╝berzeugt sind. Folgen Sie nicht jedem Ratschlag. Aber auch nicht keinem. Sie sind doch erwachsen. Fragen Sie nicht, was 2016 Ihnen gebracht hat, sondern fragen Sie sich, was Sie 2016 2017 gebracht haben. Ziehen Sie aus der Antwort Ihre Schl├╝sse f├╝r 2017 2018. Na los. Sie schaffen das. Beste W├╝nsche f├╝r ein Hammer 2017 2018, Ihr Mitb├╝rger MichaelÔÇť

Der Text ist von Michael Ritz aus Berlin.

  • Herr Grillenscheucher zauberte noch so ein leckeres Essen: Hirsch-Geschnetzeltes mit Pilzen. Und wir hatten einen sch├Ânen, kerzenbeschienenen Abend zusammen.

Die guten Dinge von Sonntag, Silvester:

  • Das war ein sehr fauler Tag. Drau├čen regnete es mal mehr, mal weniger heftig und die B├Âller und Raketen l├Ąrmten schon nachmittags. Gut, dass wir nicht raus mussten.
  • Herr Grillenscheucher hat einen kleinen Brief mit W├╝nschen f├╝r das neue Jahr an unsere Patentochter geschrieben. Ein Gl├╝ck, dass er so gut Englisch kann!
  • Die letzten Sekunden vor Mitternacht gemeinsam runter z├Ąhlen und dann mit Freixenet aufs neue Jahr ansto├čen. Meine G├╝te, ist da viel Blubber drin! Da kann das neue Jahr eigentlich nur lustig werden. ­čśë Auf dem Balkon im Nieselregen haben wir viele Wunderkerzen abgebrannt und das Feuerwerk um uns rum bestaunt.

  • Bonus, sogar ein n├Âtiger: Nachdem unser traditionelles Silvesteressen, n├Ąmlich Miesmuscheln, nicht so toll war, weil die Muscheln an Frische doch sehr zu w├╝nschen ├╝brig lie├čen, gab es nach dem Rutsch ins neue Jahr noch eine super leckere Gulaschsuppe. Die tat richtig gut.

Die guten Dinge von heute, Neujahr:

  • In den Nachrichten von den vielen Unf├Ąllen, die es mit den B├Âllern und Raketen letzte Nacht gab, geh├Ârt und mal wieder sehr dankbar daf├╝r gewesen, dass Herr Grillenscheucher darauf genauso wenig steht wie ich. So k├Ânnen wir leise zischelnde Wunderkerzen anz├╝nden und sind beide vollauf zufrieden damit. (Vielleicht w├╝rde es ein bisschen helfen, wenn die Nachrichten von heute an Silvester 2018 wiederholt werden w├╝rden.)
  • Aufr├Ąumen und Putzen war angesagt. Meine G├╝te, machen Muscheln viel Dreck. ­čś« Aber dank der Hilfe von Herrn Grillenscheucher war der schnell Geschichte.
  • Ich freue mich, dass 2017 hinter mir liegt. F├╝r mich war es ein schwieriges Jahr. Aber nun: neues Jahr, neues Gl├╝ck. Meine W├╝nsche f├╝r 2018 hat die IKEA-Family-Zeitung so sch├Ân formuliert, dass ich sie mir aufgeh├Ąngt hab:

Der Nachtrag vom Wochenende

Huch, ist es etwa schon wieder vorbei, das Wochenende? Och, schade. Sch├Ân war es n├Ąmlich und lustig und erfolgreich.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Ich habe eine Mandarine gegessen. ­čśë
  • Im Laufe des Vormittags h├Ârte es endlich auf zu regnen und wir konnten nachmittags trocken ├╝ber den Wochenmarkt laufen. Auf Nachfrage am K├Ąsestand gab es sogar noch Cranberry-K├Ąse, obwohl er nicht in der Auslage lag. Der war n├Ąmlich gut versteckt, weil sie nur noch wenig davon hatten.

  • Herr Grillenscheucher und ich haben gut getanzt. So langsam festigen sich ein paar Figuren, mit denen wir unsere Schwierigkeiten haben. Und wir haben eine Kompliment f├╝r unsere Rumba bekommen.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Die Sonne schien. Oh, war das sch├Ân! ­čśÄ So sah das auf meinem Balkon aus:

  • Herr Grillenscheucher und ich sind zu IKEA gefahren und konnten weitgehend in Ruhe die diversen neuen Ausstellungsr├Ąume anschauen. Eine neue Idee fand sich dabei nicht, auch wenn ich vieles gern leiden mochte. Also haben wir tats├Ąchlich nur das gekauft, was auf dem Einkaufszettel stand. Aber ein Weihnachtsstern f├╝rs B├╝ro durfte auch noch mit.

  • Anschlie├čend gab es das obligatorische Preiselbeergetr├Ąnk und den dr├Âgen Einkauf in der M├Ąnnerboutique. Dort haben wir immerhin alles bekommen, was wir brauchten. Z.B. eine 3er-Steckdose, die man anschrauben kann.
  • Bonus: So ein sch├Âner Abend mit Herrn Grillenscheucher, viel reden und lachen und sehr leckerem Wirsingeintopf.

Die guten Dinge von heute:

  • Gestern Abend haben wir uns u.a. ├╝ber die Kunst des Bettenmachens unterhalten. Auf unserem Lieblingsschiff hat der Roomservice darin ja eine gewisse Perfektion entwickelt, nachdem ihnen die wundersch├Ânen Handtuchtiere verboten wurden. Heute hat Herr Grillenscheucher einen ersten Versuch gewagt:

  • Herr Grillenscheucher hat unter M├╝hen die besagte Steckdose angebracht und ich habe nun ein rum baumelndes Kabel weniger. Ich mag’s ja aufger├Ąumt.
  • Nur noch 4 Wochen, dann ist Weihnachten und ich habe endlich wieder ein paar Tage frei. Vorfreude!