Alles anders

Und alles so schön bunt hier. Seufz. Ich habe überhaupt nichts gegen Farben: auf Bildern, an Wänden, auf Klamotten, bei Blumenblüten. Ganz im Gegenteil finde ich Farben sehr stimmungserhellend. Aber nicht auf meinem Büro-Bildschirm! Und schon gar nicht, wenn Pastellfarben auf weißen Grund treffen. Schließlich bin ich schon älter und kann nicht mehr so gut gucken. Ja, ich bin so richtig genervt.

Meine Firma wechselt gerade sukzessive das Mailprogramm: von IBM Notes auf Outlook. Seit gestern bin ich in jeder Minute, die ich nicht in einer Sitzung verbringe, damit beschäftigt, dieses neue Programm zu kapieren. Tausenderlei Möglichkeiten bietet es einem an, immer schön in Pastell, aber leider nicht die, die ich für meine Arbeit brauche. Zeitweise bin ich vor Wut den Tränen nahe.

Oh ja, es gibt ein paar Video-Tutorials, die u.a. solch immanent wichtigen Dinge erklären, wie man eine Mail-Signatur erstellt. 👿 Natürlich nutze ich dieses Programm auch, um Mails zu schreiben. Ein viel wesentlicher Teil meiner Tätigkeit ist aber die Organisation von Besprechungen über den Kalender des jeweiligen Mailprogramms und der ist mir jetzt erheblich erschwert worden. Vielleicht läuft es sogar darauf hinaus, dass ich wieder wie ganz, ganz früher jeden einzelnen Einzuladenden persönlich anrufen muss, um zu erfragen, wann es denn genehm wäre. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht als einzige über die Erschwernisse entsetzt ist.

Aber wahrscheinlich sollte ich mich gar nicht so aufregen. Dann wird es zwar mühseliger und aufwändiger, Besprechungen zu organisieren, dafür habe ich wieder mehr Gesprächskontakte mit allen möglichen Menschen. Kann ja auch nett sein.

Gute Dinge gab’s eher vor Outlook in der Woche vom 4. bis 10. Juli 2019:

  • Weil ich nun schon das zweite Jahr keine neuen Sandalen gefunden habe, die mir gefallen und außerdem passen, hat Herr Grillenscheucher meine alten, bewährten Sandalen zum Schuster gebracht, um zu fragen, ob der den einen kaputten Gummizug ersetzen kann. Juchuh, er konnte! Für 8 €! Dafür kriegt man erstens keine neuen Sandalen und zweitens schon gar nicht die geliebten.
  • Ein Homeoffice-Tag am Freitag. Ich konnte die halbe Stunde Fahrtzeit ins Büro dösend im Bett verbringen und war danach super ausgeschlafen.
  • Deshalb war ich abends auch richtig fit für unsere Tanzstunde. Das Tanzen war gleich doppelt schön.
  • Wunderschöne Urlaubsfotos von S. auf WhatsApp und eine Urlaubskarte von C. im Briefkasten.
  • Die ersten Matjes der Saison – lecker!
  • Die Kamille auf meinem Balkon blüht wie verrückt und witzigerweise sind alle Blattläuse, die sie anfangs hatte, verschwunden. Ob sie wohl der eine einsame Marienkäfer, der sich über die Läuse her machte, alle gefressen hat? Dann muss ihm aber ganz schön schlecht geworden sein.

  • Im Rahmen meiner Challenge und der Berechnung meiner Ausgaben ist mir aufgefallen, dass ich die teilweise nur grob schätzen kann. Ich habe tatsächlich keine Ahnung, wie viel ich genau z.B. für Lebensmittel pro Monat ausgebe. Um zu verifizieren, ob meine Schätzung halbwegs richtig ist, habe ich beschlossen, für ein paar Monate ein Haushaltsbuch zu führen. Die Vorlagen, die ich aus dem Internet kostenlos hochladen konnte, haben mich direkt verzweifeln lassen. Puh, wie komplex ist das denn??? Das ist doch viel zu viel für meine Bedürfnisse. Deshalb habe ich mit Herrn Grillenscheucher eine einfache Variante erstellt.
  • Die ersten Einträge in meiner Ausgaben-Tabelle sind inzwischen gemacht und es ist nahezu hübsch, wie sie rechnet. 🙂
  • Frikadellen-Teig machen. Ein Gefühl fast wie früher im Sandkasten mit Klackermatsch.
  • Hier hat das Wetter beschlossen, sich bereits im Herbst zu befinden. Und ich habe beschlossen, mich dem zu fügen. Also ziehe ich mich wieder warm an, damit ich nicht dauernd frieren muss. (Im Büro habe ich sogar die Heizung aufgedreht.)
  • Das Best Of Album von den Wise Guys, das immerhin aus 2 sehr vollen CDs besteht, begeistert mich weiterhin. Immer wieder bin ich verblüfft und begeistert von ihren Texten. Dieser hier ist wie für mich geschrieben:

Überfall

Meine Woche war überwiegend blöd und das lag ausnahmsweise 😉 mal nicht allein am miesen Wetter. Es gab gleich zwei Todesnachrichten von ehemaligen Kolleginnen. Auch wenn sie schon in Rente waren, war’s zu früh.

Tja, und dann gab’s auch noch diesen bewaffneten Überfall auf meine süße Postfiliale gleich um die Ecke. Ein Glück wurde niemand verletzt und alle Anwesenden sind mit „nur“ dem Schock davon gekommen. Der Täter ist ohne Beute flüchtig. Was denkt sich so jemand dabei? Denkt der überhaupt? Geld ist doch überall derart abgesichert, dass niemand, selbst wenn er oder sie wollte, mehr so leicht ran kommt. Daran ändert auch eine Waffe nichts. Herrjeh!

Ein paar gute Dinge gibt es trotzdem aus meiner Woche vom 14. bis 20. März 2019 zu erzählen:

  • Kollegiale Hilfe. Ich habe ohne Antragswesen und allerlei Begründungen einen Firmen-Laptop ausgeliehen bekommen, um zu ergründen, warum es bei meinem Homeoffice-Tag letzte Woche so suboptimal lief. Dazu gab es diverse Tipps und hilfreiche Internet-Links. (Ich freue mich total, dass mir meine Kollegen so schnell und kompetent geholfen haben! Dennoch finde ich es sehr unangenehm, dass das nur geht, wenn man wen kennt, der wen kennt.)
  • Herr Grillenscheucher hat für mich meinen Lieblingsquark eingekauft, damit ich nicht wieder vor dem aussortierten Regal stehe.
  • D. war ganz erschüttert ob des einen oben erwähnten Todesfalls und ich konnte ihr meine Schulter und meine Arme zum Ausweinen geben.
  • Im Sturm sind Herr Grillenscheucher und ich auf dem Wochenmarkt einkaufen gewesen und zum Glück waren alle Markthändler da.
  • Danach waren wir aber so erschöpft, dass wir einvernehmlich das Tanzen geschwänzt und lieber Prosecco getrunken haben.
  • Das lustige Video per WhatsApp von C., das perfekt zum Wetter passte:

  • Ein sehr schöner Abend bei L. und S., die mich mit vielen wertvollen Infos zu meiner künftigen Büro-Adresse versorgt haben.
  • Herr Grillenscheucher zauberte ein leckeres Rindergulasch und für meine Mittagspausen leckere China-Röllchen und noch leckerere Wraps mit roten Bohnen.
  • Der zweite Homeoffice-Versuch mit dem besagten Firmen-Laptop, der schnell klar machte, dass das Problem nur an meinem eigenen Rechner liegen kann. Ein Glück war Herr Grillenscheucher dabei und konnte es lösen. Nun funktioniert alles tipptopp, auch wenn ich mich noch dran gewöhnen muss, ab und zu von zu Hause zu arbeiten.
  • Immerhin war es der perfekte Tag für die Arbeit von zu Hause, denn es gab Regen und Graupelschauer im steten Wechsel. Als ich abends raus in die feindliche Umwelt musste, erwischte ich eine Pause. So ein Glück!
  • Am Tag des oben erwähnten Überfalls wollte ich dort ein Päckchen abholen, aber die Filiale war für ein paar Tage geschlossen. Am Tag der Wieder-Öffnung musste ich mich in die lange Schlange bis nach draußen auf den Bürgersteig stellen, damit sie mein Päckchen nicht wieder zurück schicken. Erstaunlicherweise ging es dennoch rasant schnell, ich konnte mein Päckchen in Empfang nehmen und außerdem sehen, dass es all den tollen Mitarbeitern dort weitgehend gut geht.
  • Zwei bestimmt anstrengende Schulungstage, an denen ich doch nicht teilnehmen muss. Erleichterung pur.
  • Gestern gab es endlich mal wieder viel Sonnenschein – juchuh, es gibt ihn noch, den wärmenden gelben Ball am Himmel!
  • Musik auf den Ohren gab es mal wieder von Jack Johnson:

Kurz und gut

  • Ein ziemlich unspektakulärer Tag im Büro, aber ich habe erfahren, dass es Bemühungen gibt, auch in meinem Unternehmen die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Wow, der technische Fortschritt schleicht sich ein! 😉 Ich fände es toll, wenn ich es wenigstens mal ausprobieren dürfte.
  • Endlich mal wieder Zeit für eine Mittagspause im üblichen Kollegenkreis.
  • Der neue Parka hat sich bei dem feucht-kalten Wetter bewährt und über den neuen Ring am Finger hab ich mich den ganzen Tag gefreut.