Hase und Igel

Herr Grillenscheucher und ich haben zusammen mit seinen Eltern den Ort besucht, in dem sich Hase und Igel im Märchen ihr Wettrennen lieferten: Buxtehude in Niedersachsen. Wir alle vier waren noch nie dort, um uns Buxtehude wirklich anzusehen, und waren ganz angetan von all dem Fachwerk vor allem in der hübschen Altstadt.

Aber erstmal herzlich willkommen bei Hasen und Igeln, die es überall zu Hauf zu sehen gab:

Wir haben uns am Bahnhof getroffen und sind die recht langweilige Bahnhofsstraße bis in die Altstadt gelaufen. Unterwegs gab es Rüdiger zu sehen, der sich im Supermarkt verloren haben soll.

Derartige Kunstwerke gab es immer wieder in Buxtehude zu sehen. Das war allerdings das einzige, dem ich noch einen gewissen Sinn abgewinnen konnte. Liegt wahrscheinlich an mir, zugegeben.

Der ganze Ort war in Vorbereitung auf das am Wochenende dort stattfindende Oktoberfest mit Fähnchen geschmückt. Es ist mir vollkommen unklar, warum bloß überall im Norden auch Oktoberfeste stattfinden müssen. Naja, nicht wirklich – damit wird halt Geld verdient. Schrecklich finde ich das trotzdem. Warum kann man nicht einfach allen Orten ihre Besonderheiten lassen? München das Oktoberfest, Buxtehude das Rennen von Hase und Igel. Jedenfalls fanden überall schon die entsprechenden Vorbereitungen statt und ein Kinderkarussell spielte bereits die grauseligsten Schlager dazu. Helene Fischer ist echt super dagegen!

Das Rathaus hat uns mit dieser Schrecklichkeit gleich wieder versöhnt. So hübsch!

Und dann kamen wir endlich in die „richtige“ Altstadt mit vielen wunderschönen Fachwerkhäusern.

Ganz besonders habe ich die vielen verschnörkelten Türen bewundert. Hach, wenn ich dagegen meine eigene Haustür angucke, fielen mir sooo viele Verschönerungsideen ein.

Die Kirche war von überall immer mal wieder zu sehen, aber leider nicht offen, wie es evangelische Kirchen so an sich haben.

 

Ein paar ganz süße Läden begegneten uns unterwegs und ich habe mich besonders in einen Blumenladen verliebt – wie sollte es auch anders sein. 😉

Wir sind am winzig kleinen Hafen lang gegangen und ich war fasziniert von Dingen, die vermutlich aus längst vergangenen Zeiten stammen. Eine Werbung für ein seemännisches Wörterbuch, Schneewitchen hinter Gittern.

Vom Hafen gingen wir zurück in die Altstadt und kamen an Schleusen und dem Marschtor-Zwinger vorbei, von dem aus die Stadt früher verteidigt wurde. Sogar den europäischen Anforderungen wurde entsprochen, denn es gab eine Fischtreppe!

Eine hübsche Straße mit einem Kanal in der Mitte folgte. Dort gab es sogar einen Sommerleseplatz der Stadtbibliothek – was für eine geniale Idee!

Erstaunlicherweise waren statt Hase und Igel in einem Innenhof Schweine zu sehen.

Wir wanderten durch die Gassen zurück Richtung Marktplatz. Eine offene und entspannte Atmosphäre versprach downtown yoga. Klar, wenn’s da immer so viel Wein gibt wie die leeren Flaschen über der Tür bekunden. 😉

Dafür musste wohl die Kneipe schräg gegenüber aufgeben, von der nur noch die Astra-Leuchten zeugen.

Das alte Zollamt wird gerade renoviert und das hat es auch wirklich nötig. Die alte Markthalle dagegen ist schon schick gemacht und beherbergt heute leider eine C&A-Filiale.

Häuser, Schilder und diverse Sitzgelegenheiten waren zu bewundern. Das ist schon echt nett, überall mal kurz die Füße ausruhen zu können.

In ein Café am Marktplatz kehrten wir für einen Cappuccino ein. Leider gab es außer Butterkuchen nichts mehr zu essen, denn es war kurz nach 16 Uhr und belegte Brote gibt es eben nur bis um 16 Uhr. Irgendwie passte das zu dem Ort und der offensichtlichen Nachsaison: verschlafen und wenig flexibel. Naja, der Kuchen war gar nicht schlecht. Die überall zu Hauf anzufindenden Wespen vertrieben uns recht schnell und wir begaben uns unter Umgehung der schrecklichen Schlager des Kinderkarussells zurück zum Bahnhof. Dafür fanden wir einen hübschen Weg am Wasser lang und quasi durch ein Restaurant, das tolle Außensitzplätze direkt auf dem Wasser mit Blick auf ein Entenhaus hatte.

In der Straße, in der die Eltern von Herrn Grillenscheucher ihr Auto geparkt hatten, gab es ein interessantes Haus mit lauter Kunstwerken im Garten. Mir gefiel der Taucher auf dem Balkon am besten.

Buxtehude ist definitiv einen Ausflug wert. In Worten: einen! Schön, dass wir den Ort gesehen haben, und er ist auch wirklich nett. Aber nicht so spannend, dass er uns nochmal reizen würde.

Fleetfahrt

An einem schönen sonnigen Tag in meiner Auszeit habe ich meinen Geburtstagsgutschein bei Herrn Grillenscheucher eingelöst und wir haben eine Fleetfahrt gemacht. Als wir aufs Schiff kamen, waren alle Außenplätze leider schon besetzt, was mich einigermaßen genervt hat. Von drinnen durch die Scheiben ist das Fotografieren nämlich nahezu unmöglich. Aber wir hatten Glück und nach ein paar Minuten Fahrt wurde es draußen leerer und wir fanden zwei Plätze. So sehen die Schiffe üblicherweise aus, die auf der Alster, den Kanälen und den Fleeten fahren:

    

Der Außenbereich ist sehr klein und hinten auf dem Schiff. Auf dem zweiten Foto ist das ganz gut zu sehen.

Vom Anleger an der Alster sind wir unter der Reesedammbrücke durch gefahren. Es ist schon ein bisschen gruselig, auf die extrem niedrigen Brückenbögen zu zu fahren. Ob wir da wohl durch passen???

01_Reesedammbrücke

Vorbei ging es an einer Reihe von Neubauten und unter diversen Brücken durch.

02_Neubauten     04_niedrig_Brücke

Und dann kam die erste Schleuse. Ich glaube, es war sogar die allererste in meinem Leben. 😯 Das Schiff fährt rein und hinten schließt sich ein Stahltor bis das Schiff in seinem eigenen kleinen Wasserbecken liegt. Dann wird das Wasser in dem Becken auf dieselbe Höhe gebracht, wie es auf der anderen Seite der Stahltore voraus ist.

05_Schleuse 06_Schleuse 07_Schleuse_zu

Und so sieht es dann hinter einem aus, wenn man wieder raus fährt:

08_Schleuse_Ausfahrt

Ich fand das total faszinierend! Genauso faszinierend war die Geschichte von der Fischtreppe, die uns der „Erklär-Bär“ vom Schiff erzählte (Auf den Schiffen gibt es nicht nur einen Kapitän, sondern auch einen Menschen, der erklärt, woran wir gerade vorbei kommen, und diverse launige Geschichten erzählt.): Die EU hat beschlossen, den Fischen das Wandern von einem Fluss in den anderen zu erleichtern und deshalb müssen nun Fischtreppen gebaut werden. Unsere vom Fleet in die Alster hat sage und schreibe 1,2 Millionen Euro gekostet. 😯 Ein Glück gibt es an eben dieser Treppe einen Fisch-Zähler, so dass man weiß, wie viele Fische das tolle Angebot annehmen. Inzwischen existiert die Treppe etwa ein Jahr und es wurden genau 7 (in Worten: sieben) Fische gezählt. Wobei man natürlich nicht weiß, ob es möglicherweise nur ein einziger Fisch war, der so gern die Treppe hoch und runter gewandert ist, oder ob es tatsächlich 7 unterschiedliche Fische waren. Tja, Sinn und Unsinn liegen halt oft sehr nah beieinander, gell. Wenn’s nicht so teuer gewesen wäre, wäre es richtig lustig. 😕

Auf unserem Weg in die Speicherstadt kamen wir natürlich an diversen Schiffen vorbei:

09_Schiffe     10_altes_Feuerwehrschiff

Die Speicherstadt mit all ihren Rotklinker-Bauten liebe ich sehr und vom Wasser aus gesehen hat sie nochmal einen anderen Charme als vom Land aus.

18_Speicherstadt_Schnörkel 12_Speicherstadt 17_Speicherstadt

Direkt neben der Speicherstadt ist die Hafencity mit ihren diversen Neubauten, die z.T. ein bisschen auf alt getrimmt sind wie z.B. das Maritime Museum.

20_Maritimes_Museum 23_Unilever_Haus 26_Hafencity

Natürlich hatten wir auch mal wieder einen richtig tollen Blick auf die Elphi (Elbphilharmonie). Auf dem ersten Bild sind links auch die „tanzenden Türme“ zu sehen, über die ich schon an anderer Stelle schrieb.

22_Elphi     27_Elphi

Auf der Fleetfahrt habe ich gelernt, dass die halb runden Unterbrechungen in der Glasfassade (die hell erleuchteten Teile auf dem zweiten Foto) Balkone sind. Erstaunlich! Da wäre ich nie drauf gekommen.

Auf dem Rückweg hatten wir einen sehr schönen Blick auf unser Rathaus:

30_Rathaus

Dann gab’s noch einen tollen Blick auf die Alsterfontäne mit Regenbogen:

31_Alsterfontäne

Und – schwupps – waren die zwei Stunden Fleetfahrt auch schon wieder rum. Wie immer bei solchen Fahrten hab ich mir gewünscht, hier und da mal anzuhalten, um mir etwas in Ruhe und genau ansehen zu können. Leider kann man das nicht selbst steuern. Aber man darf die Fahrten ja auch öfter als ein Mal machen. 😉