Sommerfein

Heute habe ich die letzten Handgriffe getan und nun ist mein Balkon sommerfein. 😎 Dieses Jahr fand die ganze Aktion unter schönster Sommersonne statt und das Mitte April. Herr Grillenscheucher und ich konnten uns sogar viel Zeit lassen, denn fĂŒr die Wettervorhersage war das Wort „Regen“ tagelang zum Fremdwort geworden. Passend dazu habe ich gerade Urlaub.

Zuerst gab’s noch Abschiedsfotos von der Tulpen- und Narzissenpracht, die sich auf meinem Balkon entwickelt hatte, denn sie musste fĂŒr neue Aussaat weichen.

Dann ging’s los mit der Arbeit. GrĂŒnbelag vom Holzboden und vom Buddha entfernen, das Lichternetz gegen ein neues heiles austauschen, Lampions aufhĂ€ngen. Die leeren Töpfe und KĂ€sten, die den Winter in der großen Kiste verbracht hatten, wurden besĂ€t, bis die Kiste endlich leer war und in den Keller konnte. Dann war wieder Platz fĂŒr die Balkonmöbel, die aus dem Keller geholt wurden.

Dieses Jahr habe ich zusĂ€tzlich einen großen Balkonkasten von Herrn Grillenscheucher bekommen. In dem versuche ich es mal mit Kamille. Außerdem gibt es Kornblumen, Majoran und Winterheckenzwiebeln neu auf meinem Balkon – sofern sie keimen wollen natĂŒrlich. Und erstmals probiere ich selbst geerntete Tagetes-Saat. Der Zitronenthymian verlangte nach einem grĂ¶ĂŸeren Topf, die mehrjĂ€hrigen Pflanzen nach DĂŒnger und der Jasmin nach Beschnitt. Die bereits drinnen vorgezogenen Salate bekamen neue Töpfe fĂŒr draußen und guckten gleich viel glĂŒcklicher aus der WĂ€sche.

In einem Buch habe ich gelesen, dass es gut fĂŒr Pflanzen ist, wenn man sie mulcht. Klassisch ist ja Rindenmulch, aber man kann auch Holzdekor-Mulch oder kleine Steine nehmen. Hauptsache, die Erde ist mit irgendwas bedeckt, damit sie nicht so sehr austrocknen kann. Das erschien mir logisch. Also habe ich kleine Steine gekauft, denn dieser ganze Holzkram wird bei mir sofort von den Vögeln abtransportiert, weil der ganz toll fĂŒr den Nestbau ist. Herr Grillenscheucher weiß jetzt, wie schwer 20 l kleine Steine sind, denn er hob sie in der MĂ€nnerboutique in den Einkaufswagen und gleich wieder raus. 😉 Es ist ja selten, dass er protestiert, aber das Gewicht wollte er nun wirklich nicht in den 4. Stock schleppen. Wir haben uns dann auf 20 l Bimsstein geeinigt.

Als erstes haben meine ErdbeerkÀsten eine Lage Bimsstein bekommen, denn aus denen hatten die blöden Vögel schon Erde abgeschleppt. Ha, das ist jetzt vorbei!

Die Kiwi entwickelt immer mehr neue BlĂ€tter, aber wachsen will sie (noch?) nicht. Ich habe sie bereits gewarnt, dass sie ihre Sachen packen muss, wenn da nichts passiert. 😉 Die Pfingstrose hat ein weiteres Jahr zuverlĂ€ssig ausgetrieben und ist schon ganz schön groß. Sie trĂ€gt 16 BlĂŒtenknospen! Bis Pfingsten ist ja noch ein bisschen Zeit zum Aufgehen.

Soweit die neuesten Nachrichten von meinem Balkon. Wie jedes Jahr ist es spannend, wie sich die Saat und die Pflanzen entwickeln werden. Noch ein paar Balkon-Impressionen:

Herbstanfang

Erstaunlich, wie schnell die Außentemperatur fallen kann. Letzte Woche hat Hamburg noch einen Sommernachschlag mit 30° C und Sonne pur bekommen und am Wochenende kam der Herbst angestĂŒrmt. TagsĂŒber maximal noch die halbe Gradzahl und vorletzte Nacht stieg das Thermometer gerade so eben ĂŒber 0° C, nĂ€mlich auf 3° C. 😼 Da musste doch sofort die Winter-Bettdecke bezogen werden.

Allerhöchste Zeit also, auch die Balkonpflanzen warm einzupacken! Die Chili-Pflanze ist nach drinnen umgezogen. Angeblich ist sie mehrjĂ€hrig. Ich habe gelesen, dass man sie im Winter einfach rein holen soll. Es wurden keine Bedingungen wie „kĂŒhl und hell stellen“ oder „warm und dunkel stellen“ angegeben. Na, dann schaun wir doch mal, ob das gut geht. Außerdem hĂ€ngen noch ein paar grĂŒne Schoten dran, von denen ich hoffe, dass sie rot werden.

Gestern und heute habe ich also die letzten EinjĂ€hrigen entsorgt und mich bei der Gelegenheit gleich von zwei MehrjĂ€hrigen getrennt, dem Ysop und einem Bodendecker. Beide hatten die Topferde schon vollstĂ€ndig durchwurzelt und ich habe leider keinen Platz, ihnen grĂ¶ĂŸere GefĂ€ĂŸe anbieten zu können. Selbst auf meinem doch recht großen Balkon ist irgendwann Schluss mit lustig.

Ich habe den HerbstrĂŒckschnitt erledigt. Pfingstrose, Minze, Estragon und Oregano fielen ihm zum Opfer. Ja, das muss sein, aber gern mache ich das nicht. Schließlich sah alles noch so schön grĂŒn aus.

Auch die Wiesenblumen, an deren stĂ€ndiges BlĂŒhen und Wuchern ich mich inzwischen gewöhnt hatte, mussten weichen. Nein, ich möchte sie nĂ€chstes Jahr nicht nochmal auf meinem Balkon haben!

Die Erdbeer-Ableger haben neue Bleiben in zwei KĂ€sten und zwei Töpfen gefunden. Wenn jetzt alle 9 Ableger anwachsen, habe ich nĂ€chstes Jahr viel zu viele. 😼 Naja, dann kann ich welche verschenken.

Alle Pflanzen sind nun in den Wintervlies eingepackt und stehen eng aneinander gekuschelt. Wenn es endlich Tannenzweige zu kaufen gibt, wird die Erde damit noch abgedeckt. Mögen sie alle ĂŒberleben!

Die Kiwi, die dieses Jahr nur ein paar BlĂ€tter bekommen hat, aber sonst nicht weiter gewachsen ist, darf nun doch erstmal bleiben. Mal sehen, ob sich da nĂ€chstes FrĂŒhjahr was tut. Bis dahin hat sie statt der Wiesenblumen Gesellschaft von Narzissen- und Tulpenzwiebeln bekommen. Obwohl mir die FrĂŒhlingsblumen fast nie gelingen, kann ich doch nie widerstehen, welche zu kaufen. Da bin ich irgendwie nicht lernfĂ€hig. 😳

Die Reihen lichten sich

Es wird eindeutig Herbst. Vor ein paar Tagen habe ich Kastanien gesammelt. Nur so zum Spaß und weil ich die glatte Schale so gern anfasse. Und auf meinem Balkon lichten sich die Reihen meiner einjĂ€hrigen Pflanzen. Von den vielen Sonnenblumen ist nur noch eine, die kleinste ĂŒbrig und schickt sich jetzt an zu blĂŒhen (der mittlere Topf auf den Fotos). DafĂŒr ist eine Bauernchrysantheme eingezogen (der linke Topf auf den Fotos) und zeigt zaghaft die ersten BlĂŒten.

Ein Teil der verblĂŒhten Sonnenblumen-BlĂŒten lagert derweil drinnen und trocknet vor sich hin, damit ich dann irgendwann die Kerne raus puhlen kann, um sie nĂ€chstes Jahr wieder aus zu sĂ€hen. Sieht nach viel Ernte aus.

Die GewĂŒrztagetes blĂŒhen zum GlĂŒck weiterhin als gĂ€be es kein Morgen. Dieses Jahr habe ich endlich daran gedacht, die Samen aus den verblĂŒhten BlĂŒten zu sammeln, damit es nĂ€chstes Jahr welche aus eigener „Zucht“ gibt. 🙂 Das geht super leicht, wenn man wartet bis die BlĂŒte fast getrocknet ist. Dann streckt sie einem schon von selbst die Saat entgegen, die ein bisschen an Mini-Mini-MikadostĂ€be erinnert.

Dagegen sind die Wicken dieses Jahr sehr geizig mit ihren Schoten, in denen sich die Saat verbirgt. Lediglich ein ganz paar habe ich bislang einsammeln können. 🙁

Auch das Bohnenkraut blĂŒht unermĂŒdlich und erleuchtet mir die trĂŒben Tage. Ich finde jedenfalls, dass die BlĂŒten irgendwie leuchten.

Seit ich die meisten Disteln aus den Wiesenblumen entfernt habe, machen die sich viel besser und es kommen mehr unterschiedliche Blumen zur BlĂŒte. Dennoch: nie wieder eine Wiesenblumen-Mischung!

Dieses Wochenende ist endlich, endlich die erste Chili-Schote rot geworden. Juchuh! Ich hatte schon ĂŒberlegt, ob diese Sorte vielleicht einfach gar nicht rot wird. Was natĂŒrlich Quatsch ist – alle Chilis werden rot. Geduld ist nur nicht so wirklich meine StĂ€rke. Aber jetzt geht es richtig ab bei den Chilis. Schon die zweite Schote schickt sich an, rot zu werden.

Meine Erdbeer-Ableger sind inzwischen angewachsen und konnten von der Mutterpflanze getrennt werden. Nun muss ich sie noch in frische Erde setzen und dann bleibt zu hoffen, dass sie den Winter ĂŒberstehen. Immerhin gab es letzte Woche bei Aldi Winterschutzfolie – sie werden es so warm wie möglich bekommen.

Das ist die aktuelle Lage auf meinem Balkon und ich bin sehr zufrieden damit. Wenn man mal vom Wicken-Geiz absieht. AllmĂ€hlich habe ich auch Bilder im Kopf fĂŒr die Bepflanzung im nĂ€chsten Jahr und einen Notizzettel fĂŒr meine Ideen. Schön, dass auf einem Balkon so viel Platz fĂŒr VerĂ€nderung ist!

Sonnenblumen-Parade, Wiesenblumen-GestrĂŒpp und Erdbeer-Ableger

Den heutigen Nachmittag habe ich unter meist angenehm bedecktem Himmel auf dem Balkon verbracht. Meine Sonnenblumen öffnen langsam ihre BlĂŒten und stehen wie bei einer Parade stramm. Schön sieht das aus:

Nicht schön allerdings sehen die Wiesenblumen aus. Ein einziges GestrĂŒpp ist das geworden! Merke zweierlei: 1. Wiesenblumen gehören auf Wiesen! Und 2. Kaufe nie wieder eine Saatmischung, in der Distelsaat enthalten ist.

In dem Kasten habe ich versucht, einigermaßen aufzurĂ€umen. Disteln sind auch an den StĂ€ngeln ein bisschen pieksig, was ich total eklig finde. 😡 Jetzt sieht es ein wenig schöner aus. Der Rest vom GestrĂŒpp durfte nur wegen der noch vorhandenen BlĂŒten stehen bleiben, weil die Hummeln und die Bienen sie lieben.

Ich habe den vom vielen Regen und Wind platten Salat aus seinem Kasten entsorgt. Sehr praktisch, dass der Salat jetzt das Zeitliche gesegnet hat. Ich brauchte nÀmlich dringend ein BehÀltnis, um Erdbeer-Ableger einzupflanzen. So konnte ich das auch gleich erledigen.

Nun hoffe ich, dass die Ableger schnell anwachsen, damit ich sie vor dem Winter nochmal in frische Erde setzen kann. Ich habe nĂ€mlich aus einem meiner neuen BalkonbĂŒcher gelernt, dass man das so machen soll. Außerdem habe ich dort gelernt, dass Erdbeeren maximal 3 Jahre lang viele FrĂŒchte tragen, was erklĂ€ren wĂŒrde, warum meine zwar immer noch viele BlĂŒten, aber kaum FrĂŒchte erzeugen. Meine Pflanzen sind mindestens 5 Jahre alt und also ist es höchste Zeit, neue Erdbeeren zu kultivieren.

Ackern auf dem Balkon

Drei Tage habe ich nun auf meinem Balkon geackert im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt spĂŒre ich quasi jeden Muskel vom Schleppen der KĂŒbel und KĂ€sten, vom BĂŒcken und Heben und vom Mischen der Erde. Aber ich bin glĂŒcklich und zufrieden und wirklich stolz, dass ich alles geschafft habe. Gestern Nachmittag sah es noch nicht danach aus. Ein einziges Chaos auf meinem Balkon:

Es war super, dass das Wetter so toll mitgespielt hat. Sonnenschein pur und kein Regen in Sicht. So konnte ich abends das Chaos einfach stehen lassen und musste nicht befĂŒrchten, dass ein Regenguss den offenen Sack Erde in Klackermatsch verwandelt. Lediglich der Wind war einigermaßen nervig und versuchte dauernd, mir die Erde von der Schaufel zu pusten. Ich habe gewonnen. 😉

Heute am spĂ€ten Nachmittag war es dann endlich soweit: alle Saat war verbraucht, die MehrjĂ€hrigen hatten frische Erde und neuen DĂŒnger und einige davon habe ich umgetopft, auch die Zimmerpflanzen hatten frische Erde und neuen DĂŒnger, alles auf dem Balkon war geputzt – sogar die Fenster.

 

Die Erdbeeren tragen ganz viele FrĂŒchte. Wenn sie doch nur endlich rot werden wĂŒrden! Die Kiwi hat angefangen auszutreiben und die Pfingstrose trĂ€gt fette Knospen.

FĂŒr die Lichtkeimer, die bei dem Wind weg geweht worden wĂ€ren, hatte ich dieses Jahr eine geniale Idee. Ich habe die leeren TĂŒten der Kokoserde auseinander geschnitten, die Töpfe und KĂ€sten damit bedeckt und die Plastikfolie mit WĂ€scheklammern und Steinen befestigt. MĂŒsste doch eigentlich Ă€hnlich wie im GewĂ€chshaus sein.

Gegen den Anmarsch der Wespen hatten Herr Grillenscheucher und ich bereits im Winter diverse Varianten ĂŒberlegt. Eigentlich sagt man ja, dass Wespen nicht nochmal ein Nest an derselben Stelle bauen. Das kann ich nicht bestĂ€tigen. Wieder versuchten sie, ihr Nest direkt neben meiner BalkontĂŒr unter die Dachabdeckung zu bauen. Als erstes stopfte Herr Grillenscheucher Stahl-PutzschwĂ€mme in die LĂŒcken zwischen Holzwand und Abdeckung:

Das trug schon zu einiger Irritation bei den Wespen bei, aber sie fanden trotzdem einen Weg dran vorbei. Im Internet wird oft empfohlen, alles lĂŒckenlos mit Bauschaum dicht zu machen. Das finde ich schwierig – wer weiß, wozu die LĂŒcken beim Bauen gelassen wurden? Außerdem kriegt man Bauschaum da nicht wieder so ohne weiteres raus, die SchwĂ€mme schon. Dann habe ich gelesen, dass Wespen den Geruch von Lavendel nicht mögen. Ha, damit kann ich dienen! Ich habe KĂŒchenpapier mit ein wenig Lavendelöl betrĂ€ufelt und es vor den Eingang zum entstehenden Nestes gehĂ€ngt.

Hui, da wurden die Wespenaugen aber groß. Das fanden sie so richtig eklig. Und endlich bin ich sie los. Also, sie dĂŒrfen ja gern kommen und hier und da rumknabbern, aber ein Nest möchte ich nicht nochmal auf meinem Balkon haben.