Barcelona im kalten Wind

Nee, mit Barcelona werde ich einfach nicht richtig warm, was nicht am ziemlich kalten Wind an diesem Apriltag lag. Es war Herrn Grillenscheuchers und meine dritte Stippvisite auf einer Kreuzfahrt in dieser Stadt. Das erste Mal hatten wir die Größe der Stadt vollkommen unterschätzt und gerieten ziemlich in Stress, um das Schiff rechtzeitig zu erreichen. Das zweite Mal haben wir eben deshalb Tickets für einen Hop-On-Hop-Off-Bus im Voraus gebucht. Unterwegs in so einem Bus bekamen wir allerdings Schiss, dass er im Stau stecken bleiben könnte, und gerieten deshalb ziemlich in Stress. Dieses Mal hatten wir uns extra nur das gotische Viertel vorgenommen. Immerhin sind wir endlich nicht in Stress geraten. Nur in den Wind.

Morgens war noch alles gut. Die Sonne schien. Es war warm. Das Schiff war relativ leer und ich konnte ein menschenfreies Foto von unserer liebsten Aussichtbar machen.

An dieser Stelle möchte ich nochmal anmerken, dass die weißen Sessel mit den schwarz-weißen Hockern zwar sehr stylisch und bequem aussehen, letzteres aber absolut nicht sind. Man hängt irgendwie unbequem da drin und kommt dann nur schwer wieder raus. Das Aussehen ist eben nicht alles.

Hinter uns lag die Viking Sea, deren Infinity-Pool mich total fasziniert hat. Wie es wohl ist, dort auf offener See drin zu sein? (Allein am besten natürlich.)

 

Während Herr Grillenscheucher und ich noch mit den Morgenritualen beschäftigt waren, wurde unser Schiff fleißig entladen. Puh, bei den Mengen, die sie von Bord schafften, hatten wir schon Sorge, abends hungern und dursten zu müssen. 😉

Am späten Vormittag standen wir an der Haltestelle für den offiziellen Hafen-Shuttlebus. Wir mussten eine ganze Weile warten bis uns einer auch endlich einsteigen ließ. Aber die Sonne schien und wir waren frisch verheiratet. 🙂 An der Columbus-Statue endete die Fahrt.

Ein kleines Stück sind wir die sog. Ramblas lang gelaufen und sind dann schnell nach rechts ins gotische Viertel abgebogen. Die Ramblas bestehen hauptsächlich aus Touri-Nepp, finde ich. Wer außer Touristen würde sich selbst sonst als Karikatur malen lassen wollen? 🙄

Das gotische Viertel ist eigentlich ganz süß. Es gibt viele kleine Läden und noch mehr Gassen, aber so gut wie keinen Baum. Graue, grau-gelbe oder gelbe Fassaden ohne lebendiges Grün. In solchen Umgebungen habe ich immer das Gefühl, wie eine Primel einzugehen.

 

Die Kirchen finde ich besonders trist. Wir kamen an der Basilika Santa Maria del Pi und am Dom vorbei. Lebensfroh ist für mich irgendwie was anderes, aber das sollen Kirchen ja wohl leider auch nicht sein.

Die große Markthalle Santa Caterina hingegen hat ein lustiges buntes Wellblechdach und ist auch sonst sehenswert.

Draußen allerdings pfiff inzwischen ein fieser kleiner kalter Wind um jede Ecke und ich fror. Deshalb begaben Herr Grillenscheucher und ich uns langsam auf den Rückweg. Gegen die triste Umgebung gab es unterwegs künstliche Sonnenblumen, Plakate und bunte Wassereis-Kühltruhen zu sehen.

Zum zweiten Mal an diesem Tag kamen wir zum Placa Reial, den ich wirklich gern mag. Wahrscheinlich, weil es dort immerhin Palmen gibt.

Dort fanden wir sogar ein weitgehend windstilles Eckchen vor einer Cerveseria und machten eine Pause mit einem Stück Tortilla Espanola, das genauso wie der Cappuccino sehr lecker war.

Auch Donany gefiel es dort:

Und dann ging es schnellen Schrittes durch den kalten Wind zur Haltestelle vom Hafen-Shuttlebus.

Im Bus trafen wir I. und N. und wurden nochmal herzlich zur Hochzeit beglückwünscht. 🙂

Zurück auf unserem Lieblingsschiff haben wir alles für die Abreise am nächsten Tag vorbereitet und sind anschließend zum letzten Ablegen auf die Aussichtbar gegangen. Wider Erwarten gab es keine Tränen, sondern Freude über diese letzte wunderschöne Fahrt mit der Mein Schiff 1. Alle hatten ein Lächeln auf den Lippen – richtig schön.

Ein letztes Mal waren Herr Grillenscheucher und ich im Atlantic essen und hinterher im Casino. Dort haben wir uns von allen verabschiedet und danach noch eine Weile von unserem Balkon aufs Meer geguckt. Ob wir das wohl jemals wieder auf diese Art und Weise tun werden können?

Barcelona

Das war ein sehr seltsamer Tag. Aber immerhin begann er mit einem wunderschönen Sonnenaufgang.

Herr Grillenscheucher und ich waren ja schon einmal während einer Kreuzfahrt in Barcelona und hatten damals richtig Stress, rechtzeitig zurück zum Schiff zu kommen. Die Stadt ist einfach riesig und für Tagesausflüge deshalb nicht wirklich geeignet. Dieses Mal hatten wir bereits von zu Hause Tickets für einen Hop-on-Hop-off-Bus gebucht und geglaubt, dass damit alles einfacher wird. Weit gefehlt!

Wir haben den offiziellen Hafenshuttle-Bus raus aus dem Hafen genommen. Der kostete 4 € pro Nase hin und zurück, während die TUI für ihren Shuttle 9 € verlangt. Keiner von beiden fährt öfter als der andere. Warum also mehr als das doppelte ausgeben?

Der Hop-on-hop-off-Bus fuhr auf zwei Routen durch Barcelona. Wir haben zuerst die westliche Route genommen, sind auf einem Berg ausgestiegen und haben uns Barcelona von oben angesehen.

Der nächste Bus brachte uns zum Stadion vom FC Barcelona, wo unverständlicherweise so viele Menschen ausstiegen, dass wir endlich Plätze auf dem Oberdeck des Busses bekamen.

Auf dem Oberdeck war es zugig und die Sonne brezelte auf unsere Köpfe, aber wir konnten wenigstens was sehen. Dennoch gefiel es Donany vorher unten im Bus besser, wo er sogar einen eigenen Fensterplatz hatte:

Nun ja, die Zugluft würde mich noch die nächsten Tage beschäftigen. Erstmal habe ich die Kamera gezückt und ein paar Eindrücke eingefangen:

Am Plaza Catalonia sind wir wieder ausgestiegen und haben eine kleine Pause gemacht.

Ich weiß nicht, irgendwie ist mir Barcelona zu pompös. Selbst das Gebäude, in dem C&A ist, sieht aus wie eine Luxusboutique:

Und die Straßenlaternen erkennt man vor lauter Schnörkeln kaum als solche. Obwohl ich zugegen muss, dass ich die Idee, sie mit Sitzbänken auszustatten, echt super finde.

Wir sind in einen Bus der Ostroute umgestiegen und bekamen auf Anhieb Plätze auf dem Oberdeck. Unterwegs gab es Gassen, die direkt bis an den Strand führten.

Weniger schön (finde ich) waren die Neubauten:

Fast auf der Hälfte der Strecke überlegten wir, ob wir überhaupt noch genug Zeit für den Rest haben. Schwer zu sagen, denn das ist ja extrem abhängig von der Verkehrssituation. Wir entschlossen uns vorsichtshalber, vorzeitig aus zu steigen und verpassten dann auch noch den nächsten Haltepunkt des Busses. Also nahmen wir den übernächsten und latschten durch Viertel zurück Richtung Hafen, die wir sonst vermutlich nie gesehen hätten.

Streckenweise war es ein bisschen unheimlich, aber dafür kamen wir auch durch einen richtig tollen Park mit einem grandiosen Denkmal.

Und endlich waren wir zurück im gotischen Viertel ganz in der Nähe des Hafens. Puh, war ich erleichtert! Es war sogar noch Zeit für eine kurze Pause hinter der Kathedrale in einem ganz friedlichen Innenhof, wo ein Café selbstgemachte Smoothies anbot. Hach, herrlich, endlich was, was meinen Blutzuckerspiegel zurück auf Normalniveau gebracht hat!

 

Von dort sind wir zurück zum Hafenshuttle gelaufen. Ich war einigermaßen nervös, denn schließlich durften wir nicht nur das Schiff nicht verpassen, sondern ich auch meinen Massagetermin nicht. Herr Grillenscheucher tat alles, um mich zu beruhigen und hat es auch geschafft. Schließlich waren wir total rechtzeitig zurück und ich bekam eine Massage, auf die ich nach diesem Tag überhaupt keine Lust hatte. Gut getan hat sie trotzdem sehr.

Abends haben wir an sehr schönen Fensterplatz im Atlantic gegessen und ich habe zwischendurch eine Menge Fotos von einem grandiosen Sonnenuntergang gemacht:

Die guten Dinge von Montag, 15. Mai 2017:

  • Herrn Grillenscheucher in die Arme zu schließen.
  • Das anstrengende Barcelona bewältigt und der leckere Smoothie genau zum passenden Zeitpunkt.
  • Die Massage, die mir so gut tat.
  • Bonus: Der wundervolle Sonnenuntergang.