Die Reihen lichten sich

Es wird eindeutig Herbst. Vor ein paar Tagen habe ich Kastanien gesammelt. Nur so zum Spaß und weil ich die glatte Schale so gern anfasse. Und auf meinem Balkon lichten sich die Reihen meiner einjährigen Pflanzen. Von den vielen Sonnenblumen ist nur noch eine, die kleinste übrig und schickt sich jetzt an zu blühen (der mittlere Topf auf den Fotos). Dafür ist eine Bauernchrysantheme eingezogen (der linke Topf auf den Fotos) und zeigt zaghaft die ersten Blüten.

Ein Teil der verblühten Sonnenblumen-Blüten lagert derweil drinnen und trocknet vor sich hin, damit ich dann irgendwann die Kerne raus puhlen kann, um sie nächstes Jahr wieder aus zu sähen. Sieht nach viel Ernte aus.

Die Gewürztagetes blühen zum Glück weiterhin als gäbe es kein Morgen. Dieses Jahr habe ich endlich daran gedacht, die Samen aus den verblühten Blüten zu sammeln, damit es nächstes Jahr welche aus eigener „Zucht“ gibt. 🙂 Das geht super leicht, wenn man wartet bis die Blüte fast getrocknet ist. Dann streckt sie einem schon von selbst die Saat entgegen, die ein bisschen an Mini-Mini-Mikadostäbe erinnert.

Dagegen sind die Wicken dieses Jahr sehr geizig mit ihren Schoten, in denen sich die Saat verbirgt. Lediglich ein ganz paar habe ich bislang einsammeln können. 🙁

Auch das Bohnenkraut blüht unermüdlich und erleuchtet mir die trüben Tage. Ich finde jedenfalls, dass die Blüten irgendwie leuchten.

Seit ich die meisten Disteln aus den Wiesenblumen entfernt habe, machen die sich viel besser und es kommen mehr unterschiedliche Blumen zur Blüte. Dennoch: nie wieder eine Wiesenblumen-Mischung!

Dieses Wochenende ist endlich, endlich die erste Chili-Schote rot geworden. Juchuh! Ich hatte schon überlegt, ob diese Sorte vielleicht einfach gar nicht rot wird. Was natürlich Quatsch ist – alle Chilis werden rot. Geduld ist nur nicht so wirklich meine Stärke. Aber jetzt geht es richtig ab bei den Chilis. Schon die zweite Schote schickt sich an, rot zu werden.

Meine Erdbeer-Ableger sind inzwischen angewachsen und konnten von der Mutterpflanze getrennt werden. Nun muss ich sie noch in frische Erde setzen und dann bleibt zu hoffen, dass sie den Winter überstehen. Immerhin gab es letzte Woche bei Aldi Winterschutzfolie – sie werden es so warm wie möglich bekommen.

Das ist die aktuelle Lage auf meinem Balkon und ich bin sehr zufrieden damit. Wenn man mal vom Wicken-Geiz absieht. Allmählich habe ich auch Bilder im Kopf für die Bepflanzung im nächsten Jahr und einen Notizzettel für meine Ideen. Schön, dass auf einem Balkon so viel Platz für Veränderung ist!

Unbekanntes Pflanzobjekt

Im Frühjahr kaufte Herr Grillenscheucher extra die teure Demeter-Chili-Saat, badete die Saatkörner in Kamillentee, weil die Anleitung das so wollte, und zog die kleinen Pflänzchen liebevoll zu großen, starken Pflanzen heran. Und dann das:

Eine der angeblichen Chilipflanzen trägt statt Chilis kleine Beeren als Früchte, die erst grün sind und dann fast schwarz werden. Dabei sahen die Blüten genauso aus wie die Chiliblüten, nur die Blattform ist etwas anders, nämlich an den Rändern gezackt.

Schon seit Wochen grübeln wir, was das wohl für eine Pflanze ist. Dieses Wochenende habe ich sie endlich fotografiert und die allwissende Tante Google befragt. Der Foto-Vergleich ergab, dass es vermutlich ein Schwarzer Nachtschatten ist – hoch giftig! 😮 Das hätte ich Demeter echt nicht zugetraut.

Zum Glück sind aus den anderen Samenkörnern tatsächlich tolle Chilipflanzen geworden:

 

Sonnenblumen-Parade, Wiesenblumen-Gestrüpp und Erdbeer-Ableger

Den heutigen Nachmittag habe ich unter meist angenehm bedecktem Himmel auf dem Balkon verbracht. Meine Sonnenblumen öffnen langsam ihre Blüten und stehen wie bei einer Parade stramm. Schön sieht das aus:

Nicht schön allerdings sehen die Wiesenblumen aus. Ein einziges Gestrüpp ist das geworden! Merke zweierlei: 1. Wiesenblumen gehören auf Wiesen! Und 2. Kaufe nie wieder eine Saatmischung, in der Distelsaat enthalten ist.

In dem Kasten habe ich versucht, einigermaßen aufzuräumen. Disteln sind auch an den Stängeln ein bisschen pieksig, was ich total eklig finde. 😡 Jetzt sieht es ein wenig schöner aus. Der Rest vom Gestrüpp durfte nur wegen der noch vorhandenen Blüten stehen bleiben, weil die Hummeln und die Bienen sie lieben.

Ich habe den vom vielen Regen und Wind platten Salat aus seinem Kasten entsorgt. Sehr praktisch, dass der Salat jetzt das Zeitliche gesegnet hat. Ich brauchte nämlich dringend ein Behältnis, um Erdbeer-Ableger einzupflanzen. So konnte ich das auch gleich erledigen.

Nun hoffe ich, dass die Ableger schnell anwachsen, damit ich sie vor dem Winter nochmal in frische Erde setzen kann. Ich habe nämlich aus einem meiner neuen Balkonbücher gelernt, dass man das so machen soll. Außerdem habe ich dort gelernt, dass Erdbeeren maximal 3 Jahre lang viele Früchte tragen, was erklären würde, warum meine zwar immer noch viele Blüten, aber kaum Früchte erzeugen. Meine Pflanzen sind mindestens 5 Jahre alt und also ist es höchste Zeit, neue Erdbeeren zu kultivieren.

Sonne, Hitze und endlich Regen

Schon seit Wochen, ach was seit Monaten beherrscht die Sonne das Hamburger Wetter. Mensch, seit wie vielen Jahren wünschen wir uns hier im Norden mal wieder so einen richtigen Sommer? Aber wenn der dann gefühlte Ewigkeiten lang Temperaturen über 30° C und komplette Trockenheit bedeutet, dann ist es auch nicht recht. Mir jedenfalls nicht, weil ich es nicht mag, wenn ich nur lethargisch auf dem Sofa hängen mag.

Die Gewässer der Stadt sind überwiegend von Blaualgen verseucht, die Fische sterben in Massen und die Alsterschwäne wurden schon vorsorglich in ihr Winterquartier gebracht. 😮 Überall vertrocknen die Pflanzen und die Bäume verlieren ihre Blätter, so dass es auf den Wegen schon wie im Herbst aussieht.

Aber heute sollte es endlich Regen geben. Schon am Vormittag sah der Himmel vielversprechend aus, aber dann schob der Wind die Wolken wieder weg. Am Abend kam er dann doch noch, der Regen. Mit einem Sturm, der sich wortwörtlich gewaschen hatte. Ein Glück ist auf meinem Balkon alles stehen geblieben, aber den Salat hat’s ganz schön gerupft.

Nach maximal einer halben Stunde war der ganze Spuk vorbei. Nicht viel für die durstende Pflanzen- und Tierwelt. Aber es ist doch tatsächlich mal schön, Regentropfen glitzern zu sehen. 🙂