Im Farbenrausch

In meinen Foto-Ordnern auf meiner Festplatte habe ich Fotos von diversen Ausflügen gefunden, über die ich noch gar nicht berichtet habe, weil mir die Zeit dafür fehlte. Es wäre zu schade, die Fotos und Geschichten einfach einzumotten. Also gibt es ab jetzt in lockerer Folge Berichte, die schon einen langen Bart haben. 😉

Im September vor 2 Jahren 😮 waren Herr Grillenscheucher und ich in Planten un Blomen und haben uns ein Wasserlichtkonzert angesehen. Damals gab es die Vorführungen nur an 2 oder 3 Abenden pro Woche; inzwischen kann man sie jeden Abend um 22 Uhr bewundern, dafür in weniger Monaten im Jahr.

Das erste Licht an diesem Abend war ein klarer Vollmond, der sich das Konzert wohl auch ansehen wollte.

Und dann ging es los. Es war ein einziger fantastischer Wasser-Farben-Licht-Musik-Rausch! Wunderschön und eigentlich dringend wiederholungsbedürftig.

St. Pauli Nachtmarkt

Heute Abend waren Herr Grillenscheucher und ich auf dem St. Pauli Nachtmarkt. Das Wetter war bombastisch: Sonnenschein pur und warme Temperaturen bis in die Nacht. Da bot es sich doch nahezu an, mal abends statt tagsüber auf einen Wochenmarkt zu gehen.

Der Weg dahin war einigermaßen mühselig, denn wegen einer Fliegerbomben-Entschärfung in einem Stadtteil fuhren die Bahnen irgendwie chaotisch. Und vorher noch hatte Herr Grillenscheucher Schwierigkeiten, die Bushaltestelle, die normalerweise bei ihm vor der Tür ist, zu finden. Mal wieder wird dort gebaut und die Haltestelle wird deshalb immer wieder woanders hin verlegt. Vielleicht hätten wir diese Zeichen ernster nehmen sollen…

Dank genügend Ortskenntnis sind wir auf St. Pauli angekommen und über den ziemlich hoch gejubelten Wochenmarkt geschlendert. Er war eine unglaubliche Enttäuschung! 🙁 Der Markt auf dem Spielbudenplatz beherbergt ungefähr zur Hälfte klassische Marktstände und zur anderen Hälfte Foodtrucks. Da der Platz nicht sonderlich groß ist, war das Angebot genauso sonderlich klein, die Preise dafür sonderlich hoch. Wenn es nur einen Gemüsestand gibt, kann der natürlich 8,90 € für ein Kilo Strauchtomaten nehmen. Schließlich fehlt die Konkurrenz. Nee, für Touristen mag es nett sein, aber für uns war es richtig blöd. Und deshalb gibt es auch keine Fotos von mir von dort. Kleine Rache. 😉

Bei derartigen Enttäuschungen und wunderbarem Wetter hilft immer unser portugiesisches Lieblingscafé und ein kaltes Sagres. Wir haben also den kürzesten uns bekannten Weg ins Café genommen und bekamen tatsächlich ein weitgehend kaltes Bier, das gern auch noch kälter hätte sein dürfen. O.k., das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Aber auf dem Niveau war ich halt gerade angekommen. Dennoch tat es gut und hat deshalb auch ein Foto verdient. Prost!

Touristenwahnsinn auf der Elbfähre

Heute war so richtig schönes Ausflugswetter: warm (fast zu warm), sonnig und ein leichter Wind. Kein Regengebiet in Sicht. Passender Weise waren Herr Grillenscheucher und ich mit L. und S. zu einem Ausflug auf der Elbe verabredet. Dafür haben wir uns am Nachmittag an den Landungsbrücken getroffen. Das hat schon mal super geklappt.

Leider hatten außer uns noch gefühlte 1000 andere Leute dieselbe Idee: perfektes Wetter für Bötchenfahren auf der Elbe. So voll hatte ich den Anleger noch nie gesehen. 😮 Schon beim Warten auf die Fähre war es drängelig, aber das war ja nichts im Vergleich zu dem, was passierte als die Fähre anlegte. Ein einziges Schubsen und Schieben von allen Seiten. Es ist ein Wunder, dass niemand vom Anleger in die Elbe fiel. Dort gibt es nämlich kein Geländer oder ähnliches, sondern nur noch den Abgrund.

Inzwischen stehen dort sogar fünf (!) Menschen von einem Sicherheitsdienst, denn es ist den Leuten ja nicht möglich, den Anweisungen des Kapitäns zu folgen. So eine Fähre hat nun mal eine maximale Kapazität und wenn die erreicht ist, müssen alle anderen eben auf die nächste Fähre warten, die übrigens ungefähr alle 10 Minuten fahren. Aber „Bitte nicht mehr einsteigen.“ wird einfach überhört und die Fähre weiter geentert. Also gibt es jetzt den Sicherheitsdienst.

Wir hatten gewissermaßen Glück, denn kurz bevor wir die Fähre hätten besteigen können, kam besagte Durchsage. So mussten wir zwar noch ein paar Minuten mitten in den Menschenmassen und mit der brizzelnden Sonne auf dem Kopf aushalten, aber dafür konnten wir mit als erste auf die nächste Fähre und ergatterten sogar 4 Sitzplätze draußen. Dieses Mal war das Gedrängel beim Einsteigen noch schlimmer als vorher. Die Leute kämpfen sich da echt mit brutaler Ellbogengewalt durch. Alles Touristen, deutsche Touristen und meist mindestens mittleren Alters. Es interessiert sie auch nicht, wenn man sie bittet, einen nicht nieder zu strecken. Die sind gnadenlos. 👿

Liebe Touristen, wir freuen uns wirklich, wenn Ihr kommt, um unsere wunderschöne Stadt zu bestaunen. Wir helfen Euch gern weiter, wenn Ihr den Weg nicht wisst oder Tipps irgendwelcher Art braucht. Wir teilen auch gern unsere fantastischen Öffis mit Euch. Aber bitte bringt das nächste Mal, wenn Ihr kommt, Eure Geduld, Eure Rücksichtnahme, Eure Höflichkeit und Euren Respekt wieder mit, ja? Das braucht doch nicht viel Platz im Koffer und wir könnten alle miteinander einen wunderschönen Tag haben, der vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein wenig ausgebremst wird, aber, hey, Ihr habt Urlaub! Schon vergessen???

So, nun hatten wir es auf die Fähre geschafft und ließen uns von den Landungsbrücken über Finkenwerder bis zurück zum Fischmarkt schaukeln. Ist auf so einem vollen Schiff natürlich nicht dasselbe wie auf einem eher leeren, aber sei’s drum. Unterwegs sahen wir das wunderschöne italienische Segelschulschiff „Amerigo Vespucci“ in Hamburg einlaufen, das bis Montag bei uns liegen wird. So viel Kitsch können irgendwie nur die Italiener. 😉

Natürlich kamen wir an vielen Hafenkränen vorbei.

Und an der Köhlbrandbrücke:

Am Fischmarkt sind wir wieder ausgestiegen. Direkt vor uns die Fischauktionshalle.

Von dort sind wir an der Elbe lang zurück Richtung Landungsbrücken gelaufen und hatten die Elphi immer im Blick.

Wie wahrscheinlich überall sind in Hamburg Beachclubs voll im Trend. Dort tummelt man sich in einer Art Strand-Sand bei Musik und Getränken. So weit, so gut. Mag ja im Sommer nett sein, aber im Winter? Der Club „StrandPauli“ ist jedenfalls ganzjährig geöffnet. 😮

Immerhin hisst er Lieblingsflaggen von mir:

Von der Sonne und der Wärme kamen wir einigermaßen lädiert in unserem Lieblingscafé im Portugiesenviertel an und hatten glücklicherweise die freie Platzwahl. Schatten und dringend Getränke! Ausgeruht, abgekühlt, erzählt und leckere Toasts gegessen. Das war ein sehr schöner Ausflug! 🙂 (Wenn man von unflätigen Touristen mal absieht.)

Piräus bzw. der Kanal von Korinth

Am Ostersonntag legten wir im ersten Hafen dieser Kreuzfahrt an: Piräus. Nach nur wenig Schlaf wurden Herr Grillenscheucher und ich nicht nur vom Wecker früh morgens geweckt, sondern auch vom Gottesdienst der hübschen griechisch-orthodoxen Kirche am Hafen.

Nach dem orthodoxen Kalender war erst Palmsonntag und der Gottesdienst wurde über Lautsprecher nach draußen übertragen. Wie praktisch! Dort kann man sozusagen im eigenen Bett gleichzeitig in der Kirche sein. Blöd nur für die Langschläfer unter den Griechen. Und blöd auch für uns, denn wir waren noch zu verschlafen für so viel Lärm. Aber immerhin hielt er uns vom Wieder-Einschlafen ab, so dass wir unseren für heute gebuchten Ausflug zum Kanal von Korinth nicht verpassen konnten.

Pünktlich um 8:30 Uhr erschienen wir am Sammelplatz im Theater und gehörten erstaunlicherweise mit zu den letzten Teilnehmern. Fein – so gab es kein langes Warten auf irgendwas und wir konnten direkt zum Ausflugsbus laufen. Ungefähr 1,5 Stunden wurden wir durch die Gegend geschaukelt. Unterwegs erzählte die Reiseführerin ganz interessant, aber leider war ich viel zu müde, um mir viel davon zu merken.

Dann gab es eine kurze Pause an einer der Brücken über den Kanal von Korinth. Selbstredend gab es dort Läden speziell für Touristen, in denen man kitschige Souvenirs, hässliche Postkarten, Getränke und Essen kaufen hätte können. Und natürlich Toiletten. Auf der Fahrt wurde uns nämlich abgeraten, die Toilette auf dem Boot, auf das wir noch kommen sollten, zu benutzen. (Komisch. Ausgerechnet das habe ich mir gemerkt. 😕 )

Der Blick auf den Kanal von der Brücke war schon echt beeindruckend. Besonders für mich, die ich nicht ganz schwindelfrei bin.

Zum Glück gab es auch weniger beunruhigende Fotomotive.

Da die Griechen momentan im Vergleich eher wenig Geld haben, haben sie eine ganz neue Form der Liebesbezeugungen an Brückengeländern erfunden. Während bei uns Schlösser – meist sogar mit Gravur – an den Geländern dafür befestigt werden, nehmen die Griechen einfach Reste von Plastiktüten. Sind ja ähnlich haltbar. 😉

Die Busfahrt bis zu dem kleinen Hafen, von dem aus unsere Bootsfahrt über den Kanal von Korinth beginnen sollte, dauerte nur noch ein paar Minuten. Vor uns waren schon die anderen Busse mit den weiteren Teilnehmern der Bootstour angekommen und alle drängelten möglichst weit nach vorn zum Anleger. Ein Glück fiel niemand dabei in den Kanal! Wir trafen C. und M. dort wieder und stellten erfreut fest, dass wir die Bootstour doch gemeinsam machen würden. Wegen der unterschiedlichen Abfahrtszeiten hatten wir damit gar nicht gerechnet.

Während wir auf unser Boot warteten, habe ich die Umgebung fotografiert.

Als wir vier ohne Drängeln das Boot enterten, waren natürlich schon alle Außenplätze belegt. C. fand, wir könnten uns doch einfach auf die Kiste setzen, in der die Schwimmwesten lagerten. Gesagt, getan. Und es war ein super Platz! Wir hatten Schatten auf den Köpfen und die meiste Zeit Sonne auf dem Bauch. Perfekt.

Die Fahrt auf dem Kanal einmal hin und zurück war wunderbar. Sehr entspannend für so müde Geister wie Herrn Grillenscheucher und mich. Nach vorn neben dem kleinen Kabuff, in dem der Kapitän saß, konnte man Fotos machen und ich bin meiner Touristenpflicht nachgekommen.

Donany war natürlich auch mit an Bord.

Auf der Rückfahrt gab es dasselbe Prozedere wie auf der Hinfahrt, nämlich wieder einen – dieses Mal gefühlt zu langen – Stopp bei den schrecklichen Touristen-Läden. Immerhin brachte der noch ein schönes Mohnblumen-Foto.

Und dann ging es zurück auf unser Schiff. Die Reiseführerin erzählte nur noch wenig und das war sehr gut so, denn ich konnte wunderbar vor mich hin dösen. Zurück in unserer Kabine erwartete uns ein Osternest von der TUI.

Herr Grillenscheucher und ich haben uns ins Casino verzogen, weil gerade getankt wurde und das Rauchen in allen Außenbereichen verboten war. Im Casino allerdings gab es noch keinen Service, so dass Herr Grillenscheucher in die TUI-Bar ging, um uns Kaffee zu besorgen. Er kam zurück mit den Worten: „Ich glaub, ich steh im Wald und die Rehe sagen Du zu mir.“. 😛 Er hatte nicht nur meine Latte Macchiato in einem großen Pappbecher bekommen, sondern auch seinen Espresso, der darin quasi verschwand. 😮

An diesem Tag haben wir dann doch die laute Klimaanlage bei der Rezeption gemeldet. Nicht, dass das irgendwas geändert hätte, aber immerhin war ein Anfang gemacht. Und Herr Grillenscheucher und ich hatten einen besonderen Termin mit dem Kreuzfahrtdirektor und der Concierge der X-Lounge – nein, nicht wegen der Klimaanlage. Der Termin war toll, aber dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Im Atlantic durften wir an einem schönen Tisch hinten an den Fenstern lecker essen und danach haben wir uns noch mit C. und M. im Casino getroffen und haben für unsere Müdigkeit erstaunlich lange mit den beiden erzählt. Wirklich am Rande des Schlafs sind wir in unsere Kabine und ins Bett gegangen. Dort heulte mittlerweile der Wind durch die Klimaanlage und die Sache mit dem Schlaf war für eine weitere Nacht echt schwierig. 🙁

Der Nachtrag vom Wochenende

Das letzte Wochenende vor Weihnachten war viel zu kurz. Viel, viel zu kurz für alles, was erledigt werden wollte. Herr Grillenscheucher und ich waren deshalb immer noch nicht zum Glühwein-Trinken auf einem Weihnachtsmarkt. Und wir haben das Tanzen geschwänzt. Vielleicht war es aber auch gut, Menschen, die potentiell Krankheitserreger verbreiten, zu meiden. Bei mir meldeten sich nämlich am Freitag erste zaghafte Erkältungsvorboten, die sich in Ermangelung weiterer Mitstreiter zum Glück geschlagen gegeben haben.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Eine Sitzung am Nachmittag endete früher als geplant, so dass ich wider Erwarten pünktlich ins Wochenende starten konnte.
  • Der Einkauf auf dem Wochenmarkt war super witzig. Allen Verkäufern war nach Rumblödeln. Was haben wir gelacht! 😀 Außerdem haben wir die ersten Plätzchen-Tüten verteilt. Vom Apfelbauern wussten wir nämlich, dass er nächste Woche nicht mehr kommt, weil er zum Skifahren fährt. Er hat sich so gefreut, dass wir seine letzte Flasche selbst gemachten Apfelsaft geschenkt bekamen.
  • Die Ausflüge für unsere nächste Kreuzfahrt sind endlich online. Wir haben das Programm beguckt, Pläne für verschiedene Häfen geschmiedet und einen Ausflug gebucht. Vorfreude. 😎

Die guten Dinge von Samstag:

  • Letztes Wochenende hat mir Tchibo 20 Prozent Rabatt angeboten und ich habe ihn genutzt, um einen Radiowecker und ein Telefon zu bestellen. Beides konnte ich letzte Woche aus der Filiale abholen und heute ging es zusammen mit Herrn Grillenscheucher ans Aufbauen. So ein Glück, dass er mir immer bei solchen Sachen hilft! Ich bin doch viel zu ungeduldig für das Lesen von Gebrauchsanleitungen…
  • Jetzt steht hier ein neuer Radiowecker, der DAB+ empfangen kann. Endlich kein Empfangsrauschen mehr!!! Es hat mich ganz irre gemacht, dass mich an manchen Tagen Rauschen statt Musik geweckt hat. Früh morgens noch ganz müde ist das besonders gemein. Und das Telefon ist auch installiert – endlich wieder ein funktionstüchtiger Akku. Auf Dauer ist es doch ziemlich nervig, wenn die Technik ein Gespräch abrupt beendet, obwohl man noch so viel zu sagen hätte.

  • Ich habe die Weihnachtsbriefe ausgedruckt und eingetütet. So langsam ist alles weihnachtsfertig. Uffz.
  • Bonus: Sehr leckere Bolo!

Die guten Dinge von heute:

  • Ein schnell erledigter Wohnungsputz gemeinsam mit Herrn Grillenscheucher. Dazu gab es den super leckeren Apfelsaft vom Apfelbauern.
  • Die so schöne Geschichte in meinem Adventskalender über Probleme und Situationen. Dort heißt es, dass man bei Problemen beten muss, es sie aber zum Glück selten gibt. Alles andere sind Situationen, für die es Lösungen gibt. Ich finde, das ist eine entspannte Betrachtungsweise. Schließlich ist schon das Wort „Situation“ wesentlich weniger negativ besetzt als das Wort „Problem“.
  • Die dritte Kerze am Adventskranz brennt und das bedeutet, dass ich in diesem Jahr nur noch eine Woche arbeiten muss. Juchuh!