Piräus bzw. der Kanal von Korinth

Am Ostersonntag legten wir im ersten Hafen dieser Kreuzfahrt an: Piräus. Nach nur wenig Schlaf wurden Herr Grillenscheucher und ich nicht nur vom Wecker früh morgens geweckt, sondern auch vom Gottesdienst der hübschen griechisch-orthodoxen Kirche am Hafen.

Nach dem orthodoxen Kalender war erst Palmsonntag und der Gottesdienst wurde über Lautsprecher nach draußen übertragen. Wie praktisch! Dort kann man sozusagen im eigenen Bett gleichzeitig in der Kirche sein. Blöd nur für die Langschläfer unter den Griechen. Und blöd auch für uns, denn wir waren noch zu verschlafen für so viel Lärm. Aber immerhin hielt er uns vom Wieder-Einschlafen ab, so dass wir unseren für heute gebuchten Ausflug zum Kanal von Korinth nicht verpassen konnten.

Pünktlich um 8:30 Uhr erschienen wir am Sammelplatz im Theater und gehörten erstaunlicherweise mit zu den letzten Teilnehmern. Fein – so gab es kein langes Warten auf irgendwas und wir konnten direkt zum Ausflugsbus laufen. Ungefähr 1,5 Stunden wurden wir durch die Gegend geschaukelt. Unterwegs erzählte die Reiseführerin ganz interessant, aber leider war ich viel zu müde, um mir viel davon zu merken.

Dann gab es eine kurze Pause an einer der Brücken über den Kanal von Korinth. Selbstredend gab es dort Läden speziell für Touristen, in denen man kitschige Souvenirs, hässliche Postkarten, Getränke und Essen kaufen hätte können. Und natürlich Toiletten. Auf der Fahrt wurde uns nämlich abgeraten, die Toilette auf dem Boot, auf das wir noch kommen sollten, zu benutzen. (Komisch. Ausgerechnet das habe ich mir gemerkt. 😕 )

Der Blick auf den Kanal von der Brücke war schon echt beeindruckend. Besonders für mich, die ich nicht ganz schwindelfrei bin.

Zum Glück gab es auch weniger beunruhigende Fotomotive.

Da die Griechen momentan im Vergleich eher wenig Geld haben, haben sie eine ganz neue Form der Liebesbezeugungen an Brückengeländern erfunden. Während bei uns Schlösser – meist sogar mit Gravur – an den Geländern dafür befestigt werden, nehmen die Griechen einfach Reste von Plastiktüten. Sind ja ähnlich haltbar. 😉

Die Busfahrt bis zu dem kleinen Hafen, von dem aus unsere Bootsfahrt über den Kanal von Korinth beginnen sollte, dauerte nur noch ein paar Minuten. Vor uns waren schon die anderen Busse mit den weiteren Teilnehmern der Bootstour angekommen und alle drängelten möglichst weit nach vorn zum Anleger. Ein Glück fiel niemand dabei in den Kanal! Wir trafen C. und M. dort wieder und stellten erfreut fest, dass wir die Bootstour doch gemeinsam machen würden. Wegen der unterschiedlichen Abfahrtszeiten hatten wir damit gar nicht gerechnet.

Während wir auf unser Boot warteten, habe ich die Umgebung fotografiert.

Als wir vier ohne Drängeln das Boot enterten, waren natürlich schon alle Außenplätze belegt. C. fand, wir könnten uns doch einfach auf die Kiste setzen, in der die Schwimmwesten lagerten. Gesagt, getan. Und es war ein super Platz! Wir hatten Schatten auf den Köpfen und die meiste Zeit Sonne auf dem Bauch. Perfekt.

Die Fahrt auf dem Kanal einmal hin und zurück war wunderbar. Sehr entspannend für so müde Geister wie Herrn Grillenscheucher und mich. Nach vorn neben dem kleinen Kabuff, in dem der Kapitän saß, konnte man Fotos machen und ich bin meiner Touristenpflicht nachgekommen.

Donany war natürlich auch mit an Bord.

Auf der Rückfahrt gab es dasselbe Prozedere wie auf der Hinfahrt, nämlich wieder einen – dieses Mal gefühlt zu langen – Stopp bei den schrecklichen Touristen-Läden. Immerhin brachte der noch ein schönes Mohnblumen-Foto.

Und dann ging es zurück auf unser Schiff. Die Reiseführerin erzählte nur noch wenig und das war sehr gut so, denn ich konnte wunderbar vor mich hin dösen. Zurück in unserer Kabine erwartete uns ein Osternest von der TUI.

Herr Grillenscheucher und ich haben uns ins Casino verzogen, weil gerade getankt wurde und das Rauchen in allen Außenbereichen verboten war. Im Casino allerdings gab es noch keinen Service, so dass Herr Grillenscheucher in die TUI-Bar ging, um uns Kaffee zu besorgen. Er kam zurück mit den Worten: „Ich glaub, ich steh im Wald und die Rehe sagen Du zu mir.“. 😛 Er hatte nicht nur meine Latte Macchiato in einem großen Pappbecher bekommen, sondern auch seinen Espresso, der darin quasi verschwand. 😮

An diesem Tag haben wir dann doch die laute Klimaanlage bei der Rezeption gemeldet. Nicht, dass das irgendwas geändert hätte, aber immerhin war ein Anfang gemacht. Und Herr Grillenscheucher und ich hatten einen besonderen Termin mit dem Kreuzfahrtdirektor und der Concierge der X-Lounge – nein, nicht wegen der Klimaanlage. Der Termin war toll, aber dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Im Atlantic durften wir an einem schönen Tisch hinten an den Fenstern lecker essen und danach haben wir uns noch mit C. und M. im Casino getroffen und haben für unsere Müdigkeit erstaunlich lange mit den beiden erzählt. Wirklich am Rande des Schlafs sind wir in unsere Kabine und ins Bett gegangen. Dort heulte mittlerweile der Wind durch die Klimaanlage und die Sache mit dem Schlaf war für eine weitere Nacht echt schwierig. 🙁

Der Nachtrag vom Wochenende

Das letzte Wochenende vor Weihnachten war viel zu kurz. Viel, viel zu kurz für alles, was erledigt werden wollte. Herr Grillenscheucher und ich waren deshalb immer noch nicht zum Glühwein-Trinken auf einem Weihnachtsmarkt. Und wir haben das Tanzen geschwänzt. Vielleicht war es aber auch gut, Menschen, die potentiell Krankheitserreger verbreiten, zu meiden. Bei mir meldeten sich nämlich am Freitag erste zaghafte Erkältungsvorboten, die sich in Ermangelung weiterer Mitstreiter zum Glück geschlagen gegeben haben.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Eine Sitzung am Nachmittag endete früher als geplant, so dass ich wider Erwarten pünktlich ins Wochenende starten konnte.
  • Der Einkauf auf dem Wochenmarkt war super witzig. Allen Verkäufern war nach Rumblödeln. Was haben wir gelacht! 😀 Außerdem haben wir die ersten Plätzchen-Tüten verteilt. Vom Apfelbauern wussten wir nämlich, dass er nächste Woche nicht mehr kommt, weil er zum Skifahren fährt. Er hat sich so gefreut, dass wir seine letzte Flasche selbst gemachten Apfelsaft geschenkt bekamen.
  • Die Ausflüge für unsere nächste Kreuzfahrt sind endlich online. Wir haben das Programm beguckt, Pläne für verschiedene Häfen geschmiedet und einen Ausflug gebucht. Vorfreude. 😎

Die guten Dinge von Samstag:

  • Letztes Wochenende hat mir Tchibo 20 Prozent Rabatt angeboten und ich habe ihn genutzt, um einen Radiowecker und ein Telefon zu bestellen. Beides konnte ich letzte Woche aus der Filiale abholen und heute ging es zusammen mit Herrn Grillenscheucher ans Aufbauen. So ein Glück, dass er mir immer bei solchen Sachen hilft! Ich bin doch viel zu ungeduldig für das Lesen von Gebrauchsanleitungen…
  • Jetzt steht hier ein neuer Radiowecker, der DAB+ empfangen kann. Endlich kein Empfangsrauschen mehr!!! Es hat mich ganz irre gemacht, dass mich an manchen Tagen Rauschen statt Musik geweckt hat. Früh morgens noch ganz müde ist das besonders gemein. Und das Telefon ist auch installiert – endlich wieder ein funktionstüchtiger Akku. Auf Dauer ist es doch ziemlich nervig, wenn die Technik ein Gespräch abrupt beendet, obwohl man noch so viel zu sagen hätte.

  • Ich habe die Weihnachtsbriefe ausgedruckt und eingetütet. So langsam ist alles weihnachtsfertig. Uffz.
  • Bonus: Sehr leckere Bolo!

Die guten Dinge von heute:

  • Ein schnell erledigter Wohnungsputz gemeinsam mit Herrn Grillenscheucher. Dazu gab es den super leckeren Apfelsaft vom Apfelbauern.
  • Die so schöne Geschichte in meinem Adventskalender über Probleme und Situationen. Dort heißt es, dass man bei Problemen beten muss, es sie aber zum Glück selten gibt. Alles andere sind Situationen, für die es Lösungen gibt. Ich finde, das ist eine entspannte Betrachtungsweise. Schließlich ist schon das Wort „Situation“ wesentlich weniger negativ besetzt als das Wort „Problem“.
  • Die dritte Kerze am Adventskranz brennt und das bedeutet, dass ich in diesem Jahr nur noch eine Woche arbeiten muss. Juchuh!

Nebelgrau

Der ganze Tag war nebelgrau. Kein Sonnenstrahl ließ sich blicken. Auch wenn es trocken blieb, ist das einfach kein Wetter, das Lust auf einen Ausflug macht. 🙁 Dafür hat die Umstellung auf VoIP ganz offensichtlich geklappt und zwar sogar im angegebenen Zeitraum. Ich bin erstaunt, dass sich ein Telefonanbieter an die genannte Zeit hält! Das ist mal was Neues und irgendwie positiv zu vermerken, obwohl ich lieber auf die ganze Sache verzichtet hätte. Aber danach wird man ja nicht gefragt.

  • Wegen des blöden Wetters haben Herr Grillenscheucher und ich heute so eine Art Ausflug in einen Laden für Camping-Zubehör gemacht. Das war ziemlich lustig, vor allem wenn man Campen nicht zu seinem Hobby zählt.
  • Herr Grillenscheucher hat den neuen Router installiert und jetzt funzt immerhin das WLAN wieder. Juchuh! Mein Festnetz-Telefon jedoch ist nicht begeistert. Es klingelt, es ruft auch irgendwo an, aber es lässt mich nur Rauschen über die Leitung hören. Was ja vielleicht in manchen Fällen gar nicht so schlecht ist. 😉 Nee, da muss noch was passieren.
  • Nachdem alle Geräte unter viel Gefluche auf das neue WLAN umgestellt waren, haben Herr Grillenscheucher und ich noch ’nen Wein zusammen getrunken und die Nerven beruhigt.

Botanischer Garten

Wettervorhersage für heute: trocken, wolkig, 17° C. Da kann man doch endlich mal wieder einen Ausflug machen. Herr Grillenscheucher und ich trafen uns also und fuhren mit der S-Bahn nach Klein Flottbek, um den botanischen Garten, der heute Loki-Schmidt-Garten heißt, zu besuchen.

  • Wir waren beide das erste Mal dort und ganz hingerissen von der Artenvielfalt und der unglaublich liebevollen Gestaltung. Es gibt praktisch alles zu sehen, was sich in der Natur findet: einen Bauern- und ein Nutzgarten, einen chinesischen und einen japanischen Garten, eine Alpenlandschaft usw. Sogar eine Wüste und einen See gibt es. Überall sind lauschige Sitzgelegenheiten mit wunderschönen Ausblicken aufgestellt. Und sie trauen ihren Besuchern echt was zu: schmale, halb überwachsene Wege, minimalistische Stege und ich konnte meine ersten alpinen Erfahrungen sammeln. 😉

 

  • Eine Menge Tiere gab es natürlich auch. Große Fische, Eichhörnchen, sehr zutrauliche Enten, Schmetterlinge, Blesshühner.

  • Im chinesischen Pavillon haben Herr Grillenscheucher und ich die selbst gemachten Burger verspeist, die er mitgebracht hatte. Dort gab es nämlich einen Tisch. Vorher hatten wir uns noch den japanischen und den chinesischen Garten angesehen.

  • Bonus: Auf dem Rückweg haben wir die S11 erwischt, die im Gegensatz zur S1 überirdisch fährt und mit der man einen wunderschönen Blick auf die Außen- und die Binnenalster zugleich hat. Jedenfalls wenn nicht gerade neben einem ein Intercity die Sicht versperrt. Wir hatten deshalb nur den Blick auf die Außenalster, was aber schon wunderbar genug ist.

Mit dem Bötchen nach Cranz

Die Wettervorhersage war gut und Herr Grillenscheucher und ich waren für einen Ausflug verabredet. Seine Eltern schlossen sich uns an und so verbrachten wir gemeinsam den Tag mehr oder weniger in öffentlichen Verkehrsmitteln. 😉 Ich wollte nämlich so gern Bötchen fahren, weil ich mich dann immer gleich wie im Urlaub fühle. Mein Wunsch wurde mir erfüllt.

  • Wir sind ganz, ganz viel Bötchen gefahren. So wunderbar, der brummende Motor unter uns, der Fahrtwind in den Haaren und das Wasser vor, neben und hinter uns. 😎 Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns an den Landungsbrücken getroffen und sind mit der Fähre nach Finkenwerder gefahren. Dort sind wir in die Fähre nach Teufelsbrück umgestiegen. Dann ging es eine Weile an Land mit Bussen durch viel Grün weiter bis wir mit der Bergziege am Hafen in Blankenese ankamen. Die nächste Fähre fuhr uns vor der Nase davon und wir vertrieben uns die einstündige Wartezeit mit Fischbrötchen. Das dritte Bötchen an diesem Tag schipperte uns nach Cranz. Unterwegs gab es so viel zu sehen: den Airbus im Landeanflug, das Elbufer und natürlich jede Menge große Pötte. Vom Kapitän einer Fähre haben wir gelernt, dass wir sogar einen Eisbrecher sahen – erkennbar an der seltsam geformten Schnauze (das orange Ding).

  • Um in Cranz anzukommen, ist das Bötchen ein kleines Stück die Este hoch gefahren. Wir sind frohen Mutes vom Anleger ein Stück auf dem Deich entlang gelaufen. Gewünscht haben wir uns ein Café, das es aber nur am Anleger gab. Dafür sahen wir eine Menge süße Häuser, die Este und einen Laden für orthopädische Schuhe. Nett, aber jetzt nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Wenn man jedoch ganz viel Bötchen fahren will, ist das schon ein super Ziel. 😉

  • Die Rückfahrt haben wir etwas schlichter gestaltet. Wir hatten Glück und erwischten einen Bus kurz vorm Losfahren, der uns bis Finkenwerder brachte. Von dort gab es die vierte Bötchen-Fahrt des Tages zurück zu den Landungsbrücken. 🙂 Und in unserem Lieblings-Café im Portugiesenviertel endlich den ersehnten Kaffee für die Eltern von Herrn Grillenscheucher und für uns beide Sagres. Zum Abschluss sind wir noch zum Stintfang hoch gegangen und haben all die blauen Neonröhren bewundert, die unseren Hafen derzeit für den Blue Port und die Cruise Days beleuchten. Auch die Fähren, mit denen wir gefahren sind, tragen solche mit sich.

Ja, das war ein sehr schöner Ausflugstag! 🙂