Einschlafhilfe Fernseher

Während meiner ersten Zeit im Krankenhaus funktionierten die Fernseher dort nicht. Man konnte natürlich eine Fernseh-Prepaid-Karte kaufen, aber eben nicht damit fernsehen. Täglich gab es motzende und genervte Patienten deshalb am Empfangstresen – zu Recht! Da ich zu Hause keinen Fernseher habe und zu der Zeit ja auch noch ziemlich mobil unterwegs war, war mir das egal. Eher taten mir die Mitpatienten leid.

Aber in der Zeit habe ich auch gelernt, dass es nachts ganz schön laut sein kann im Krankenhaus und es dann vielleicht doch angenehm ist, mit Kopfhörern auf den Ohren vom Fernseher bedöselt zu werden bis ich schlafen kann. Zumal ich ja nach der OP nicht gleich wieder durch die Krankenhausgänge stromern können würde. Also gab es für meine zweite Zeit im Krankenhaus das volle Programm (zum Glück funktionierten die Fernseher inzwischen wieder): Fernsehkarte, Kopfhörer, Donany, eigenes Kopfkissen.

Und das war gut so, denn längst hatte ich ja andere Zimmergenossen und diese bekamen mitten in jeder Nacht neue Infusionen gelegt – inklusive Einschalten des gleißenden Deckenlichts und lauter Gespräche mit dem Nachtpfleger. 🙁

Bei der Gelegenheit konnte ich zum Xten Mal in meinem Leben feststellen, dass mich das Fernsehprogramm überhaupt nicht mehr interessiert, sondern nur langweilt. Also kann ich beruhigt weiter auf so einen hässlichen Kasten in meiner Wohnung verzichten.

One thought on “Einschlafhilfe Fernseher

  1. Das mit dem Fernseher ist zwar irgendwie fast schon witzig, aber auch symptomatisch.
    Das Krankenhaus – das zur größten Kette privater Kliniken Deutschlands gehört – verkauft problemlos auch WLan-Tageskarten. Macht aber keinen Sinn – jeder weiß, daß das WLan etwa so gut funktioniert wie Feuermachen bei Sturzregen.
    Ich weiß ja nicht – für sowas hab ich auch schon den Begriff „Betrug“ gehört… Hpni soit qui mal y pense

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