Der richtige Bus

Am nächsten Tag stiegen wir in den richtigen Bus. 😉 Im Klinikum Nord sollten wir uns in der Notaufnahme melden. Niemand wunderte sich dort, dass wir nicht schon einen Tag früher gekommen waren. Sie hatten nämlich gar nicht gestern mit uns gerechnet. Die Ärztin im Krankenhaus Barmbek hatte schließlich am Montag nach Mitternacht, also am Dienstag, dort angefragt, ob sie mich aufnehmen würden. Folglich war „morgen“ eben Mittwoch und also waren wir pünktlich.

Natürlich war wieder längeres Warten angesagt, aber Herr Grillenscheucher und ich bekamen einen Pieper, über den sie uns anfunken würden, wenn wir dran sind. So konnten wir inzwischen Kaffee trinken gehen und einen kleinen Spaziergang durch den schönen Park auf dem Krankenhausgelände machen. Und der Pieper machte Hoffnung auf eine gute Organisation in diesem Krankenhaus.

Gepiept hat der Pieper allerdings nicht und es war eher Zufall, dass wir mitbekamen, dass nach uns gesucht wurde. Ein weiteres Untersuchungszimmer, ein weiterer Arzt, der auf sich warten ließ. Auch er redete von den Raumforderungen, aber dieses Mal gab es eine Übersetzung: ein Tumor oder Metastasen. In jedem Fall müsse ich dort bleiben, damit sie eine Magnetresonanztomographie (MRT) machen können. Danach würde wahrscheinlich eine Operation notwendig sein.

Auch wenn der Arzt versuchte, uns ein paar Minuten zu geben, damit wir die neuen Informationen verdauen könnten – sie haben nicht geholfen. Und schon gar nicht seine Bemerkung, man würde sich in solchen Momenten fragen: „Warum ich?“. Ich konnte überhaupt nicht wirklich erfassen, was seine Worte bedeuteten, außer dass ich im Krankenhaus bleiben soll. Mit philosophischen Fragen konnte ich mich nicht befassen. Stattdessen versuchte ich, den Arzt zu überreden, das MRT ambulant machen zu dürfen, und hatte leider keinen Erfolg. 🙁

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