Besuch im Kloster

Mitten in Barmbek, der Hamburger Stadtteil, in dem ich lebe, gibt es das Dominikanerkloster St. Johannis. Ich war schon immer neugierig, wie es wohl hinter den Klostertüren aussieht, und im Rahmen des Denkmal-Tages gab es nicht nur die Gelegenheit dazu, sondern auch stündlich eine Führung.

Das Kloster ist ein denkmalgeschützter Rundbau aus den 60er Jahren, der direkt an die Kirche St. Sophien anschließt. Herr Grillenscheucher und ich hatten noch Zeit vor der nächsten Führung und haben uns zuerst die Kirche angesehen. Dort hatte offenbar soeben der Gottesdienst der Ghanaischen Mission, die der Kirche angeschlossen ist, geendet und es stank entsetzlich nach Weihrauch. Viele, viele wunderhübsch bunt gekleidete dunkelhäutige Menschen kamen in Grüppchen raus oder standen noch zu einem Plausch in der Kirche. Kinder testeten die Kirche als perfekten Hohlraum zur Verstärkung ihrer Schreie. Wunderbar lebendig und wirklich im wahrsten Sinne ein Wunder, denn mir tränten vom Weihrauch die Augen. Mich macht der eher das Gegenteil von lebendig.

Zurück vor dem Klostereingang hatten sich schon einige Menschen für die nächste Führung versammelt.

Wir wurden ein gelassen und in einen wunderschönen Innenhof geführt. Ein Brunnen plätscherte und verbreitete Ruhe. Die Sonne schien. Ein herrlich geruhsamer Ort.

Wir wurden herzlich willkommen geheißen und durften uns den Garten in Ruhe ansehen. Es kamen viele Besucher und schließlich wurde die Gruppe geteilt, was angesichts der dann doch recht kleinen Räume wirklich Sinn machte. „Unser“ Pater Karl erzählte von der Geschichte des Ordens und beantwortete bereitwillig alle Fragen, von denen es dieses Mal sehr viele gab. Wie sieht der Tagesablauf aus? Haben Sie Nachwuchssorgen? Warum haben Sie sich ausgerechnet für diesen Orden entschieden? Es war unglaublich interessant.

In dem Kloster leben zur Zeit 7 Mönche, Platz gibt es für 9, und jeder ist für ein oder mehrere Themengebiete zuständig. Einer kümmert sich z.B. um den Garten und kocht 3 Mal pro Woche für alle. Einer ist Ansprechpartner für die ghanaische Mission. Pater Karl ist u.a. bei der Alimaus engagiert und für die Bibliothek des Klosters zuständig.

Wir wurden in die Kapelle geführt und haben die Altarwand bewundert.

Pater Karl erzählte viel über die Bedeutung der Symbole dieser Wand und bevor wir die Kapelle verließen, bat er darum, ein Lied zu singen. Klar, jederzeit, wenn ich den Text kenne. Bei Kirchenliedern bin ich allerdings raus. Trotzdem klang es schön – ein paar unserer Mitbesucher kannten tatsächlich den Text.

Anschließend ging es noch in eine optisch sehr unspektakuläre Bibliothek. Weitere Fragen wurden gestellt und ich wurde langsam hibbelig. Herr Grillenscheucher und ich mussten nämlich dringend los zur nächsten Führung. Deshalb haben wir auch auf den netterweise angebotenen Kaffee und Kuchen verzichtet und haben uns auf die Socken gemacht.

One thought on “Besuch im Kloster

  1. Pingback: Verborgene Orte | der Grillenscheucher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.