Es keimt

Kaum zwei Wochen sind seit der Aussaat auf meinem Balkon vergangen und schon fangen die ersten an zu keimen. Jeden Tag gehe ich gespannt raus und gucke, was sich in den Töpfen und Kästen getan hat. Das ist spannender als jeder Krimi. 😉

Die Kornblumen sind schon besonders eifrig dabei:

Außerdem haben sich (in dieser Reihenfolge auf den Fotos) Salat, Kamille und Tagetes entschlossen, das Licht der Welt zu erblicken:

Gestern im Laufe des Tages wurden auch die Zuckererbsen neugierig:

Für mich ist es unglaublich wunderbar, wenn ich zugucken kann, wie die Pflanzen ganz langsam das Licht der Welt erblicken. 🙂 Basilikum, Dill, Sonnenblumen und Winterheckenzwiebeln lassen sich noch Zeit. Von den ersten dreien weiß ich, dass das normal ist. Winterheckenzwiebeln habe ich ja das erste Mal und kann nur hoffen, dass sie eben eine Weile brauchen.

Eine Erdbeerpflanze hat schon ihre erste Blüte entwickelt. Ich freue mich wie Bolle, dass offenbar die Anzucht im letzten Herbst gelungen ist.

Sommerfein

Heute habe ich die letzten Handgriffe getan und nun ist mein Balkon sommerfein. 😎 Dieses Jahr fand die ganze Aktion unter schönster Sommersonne statt und das Mitte April. Herr Grillenscheucher und ich konnten uns sogar viel Zeit lassen, denn für die Wettervorhersage war das Wort „Regen“ tagelang zum Fremdwort geworden. Passend dazu habe ich gerade Urlaub.

Zuerst gab’s noch Abschiedsfotos von der Tulpen- und Narzissenpracht, die sich auf meinem Balkon entwickelt hatte, denn sie musste für neue Aussaat weichen.

Dann ging’s los mit der Arbeit. Grünbelag vom Holzboden und vom Buddha entfernen, das Lichternetz gegen ein neues heiles austauschen, Lampions aufhängen. Die leeren Töpfe und Kästen, die den Winter in der großen Kiste verbracht hatten, wurden besät, bis die Kiste endlich leer war und in den Keller konnte. Dann war wieder Platz für die Balkonmöbel, die aus dem Keller geholt wurden.

Dieses Jahr habe ich zusätzlich einen großen Balkonkasten von Herrn Grillenscheucher bekommen. In dem versuche ich es mal mit Kamille. Außerdem gibt es Kornblumen, Majoran und Winterheckenzwiebeln neu auf meinem Balkon – sofern sie keimen wollen natürlich. Und erstmals probiere ich selbst geerntete Tagetes-Saat. Der Zitronenthymian verlangte nach einem größeren Topf, die mehrjährigen Pflanzen nach Dünger und der Jasmin nach Beschnitt. Die bereits drinnen vorgezogenen Salate bekamen neue Töpfe für draußen und guckten gleich viel glücklicher aus der Wäsche.

In einem Buch habe ich gelesen, dass es gut für Pflanzen ist, wenn man sie mulcht. Klassisch ist ja Rindenmulch, aber man kann auch Holzdekor-Mulch oder kleine Steine nehmen. Hauptsache, die Erde ist mit irgendwas bedeckt, damit sie nicht so sehr austrocknen kann. Das erschien mir logisch. Also habe ich kleine Steine gekauft, denn dieser ganze Holzkram wird bei mir sofort von den Vögeln abtransportiert, weil der ganz toll für den Nestbau ist. Herr Grillenscheucher weiß jetzt, wie schwer 20 l kleine Steine sind, denn er hob sie in der Männerboutique in den Einkaufswagen und gleich wieder raus. 😉 Es ist ja selten, dass er protestiert, aber das Gewicht wollte er nun wirklich nicht in den 4. Stock schleppen. Wir haben uns dann auf 20 l Bimsstein geeinigt.

Als erstes haben meine Erdbeerkästen eine Lage Bimsstein bekommen, denn aus denen hatten die blöden Vögel schon Erde abgeschleppt. Ha, das ist jetzt vorbei!

Die Kiwi entwickelt immer mehr neue Blätter, aber wachsen will sie (noch?) nicht. Ich habe sie bereits gewarnt, dass sie ihre Sachen packen muss, wenn da nichts passiert. 😉 Die Pfingstrose hat ein weiteres Jahr zuverlässig ausgetrieben und ist schon ganz schön groß. Sie trägt 16 Blütenknospen! Bis Pfingsten ist ja noch ein bisschen Zeit zum Aufgehen.

Soweit die neuesten Nachrichten von meinem Balkon. Wie jedes Jahr ist es spannend, wie sich die Saat und die Pflanzen entwickeln werden. Noch ein paar Balkon-Impressionen:

Knallrote Chilischoten

Alle Schoten meiner Chilipflanze sind tatsächlich knallrot geworden und fingen nun langsam an, an der Pflanze zu schrumpeln.

Ich musste sie also dringend ernten, aber auch wenn sie nicht so sehr scharf sind, sind es zu viele als dass ich sie schnell verbrauchen könnte. In einem meiner neuen Balkonbücher hatte ich gelesen, dass man sie in so einem Fall auffädeln, aufhängen und trocknen soll. Tja, das klingt so einfach…

Wie genau das geht geschweige denn, was man dabei vielleicht beachten muss, stand dort nicht. Bestimmt gibt es auf YouTube Tutorials zu diesem Thema, aber ich habe nicht die Zeit, mir diese anzugucken und die Vor- und Nachteile der bestimmt diversen existierenden Methoden abzuwägen. Also: Selbst ist die Frau! Ich habe Nadel und Faden gesucht und gefunden.

Und dann ging der Fummelkram los – ist ja so überhaupt nichts für meine ungeduldige Person. Aber ich habe es tatsächlich geschafft, die Schoten thematisch passend an meinem Gewürzregal aufzuhängen! Heldenhaft! 😉

Bislang kann ich zu diesem Experiment berichten, dass das schlimmste Gefummel das Knoten des Fadens am Regal war. Dafür wäre eine dritte Hand echt mal wieder praktisch gewesen. Den Faden habe ich mit einer Nähnadel durch den grünen Teil der Schoten gezogen und die Schoten lassen sich willig daran verschieben, ohne danach zu verrutschen. Ich dachte schon, ich müsste sie mit eigenen Knoten an ihrem jeweiligen Platz fixieren, aber das blieb mir zum Glück erspart.

Nun bin ich gespannt, ob dieses Konstrukt hält!

Rudelpflanzen

Am Freitag auf dem Wochenmarkt habe ich ein neues Wort gelernt. Nein, es heißt nicht „Rudelpflanzen“, sondern „Gruppenpflanzen“. Ich habe nämlich Heidepflanzen gekauft und gefragt, wie viele in einen Topf mit 50 cm Durchmesser passen. 5 Stück, war die Antwort, und ich habe gestaunt. 😮 So viele? Wird denen das nicht zu eng? Nein, denn es sind eben Gruppenpflanzen, die sich mit mehreren eng nebeneinander am wohlsten fühlen. Herr Grillenscheucher meinte: „Aha, sie wachsen also in Rudeln.“. Deshalb heißen bei uns jetzt Rudelpflanzen. 😉

Und tatsächlich, bei Pflanzen gibt es verschiedene Geselligkeitsstufen. Und in diversen Baumärkten gibt es Gruppenpflanzen-Sets zu kaufen. Man lernt doch nie aus!

Mein Rudel Heidepflanzen habe ich am Samstag in besagten Topf gequetscht. Passte gerade so, sieht jetzt aber auch sehr schön üppig aus. Darunter kamen weitere Tulpen- und Narzissenzwiebeln. Mal sehen, ob die sich an der Heide vorbei durch die Erde schieben können.

Und der Buddha strahlt zwischen der Heide und der Chrysantheme. 🙂

Herr Grillenscheucher hat die Balkonmöbel in den Keller gebracht – die Wintervorbereitungen auf dem Balkon sind fast abgeschlossen. Ich mag gar nicht an die dunkle kalte Jahreszeit denken…

Herbstanfang

Erstaunlich, wie schnell die Außentemperatur fallen kann. Letzte Woche hat Hamburg noch einen Sommernachschlag mit 30° C und Sonne pur bekommen und am Wochenende kam der Herbst angestürmt. Tagsüber maximal noch die halbe Gradzahl und vorletzte Nacht stieg das Thermometer gerade so eben über 0° C, nämlich auf 3° C. 😮 Da musste doch sofort die Winter-Bettdecke bezogen werden.

Allerhöchste Zeit also, auch die Balkonpflanzen warm einzupacken! Die Chili-Pflanze ist nach drinnen umgezogen. Angeblich ist sie mehrjährig. Ich habe gelesen, dass man sie im Winter einfach rein holen soll. Es wurden keine Bedingungen wie „kühl und hell stellen“ oder „warm und dunkel stellen“ angegeben. Na, dann schaun wir doch mal, ob das gut geht. Außerdem hängen noch ein paar grüne Schoten dran, von denen ich hoffe, dass sie rot werden.

Gestern und heute habe ich also die letzten Einjährigen entsorgt und mich bei der Gelegenheit gleich von zwei Mehrjährigen getrennt, dem Ysop und einem Bodendecker. Beide hatten die Topferde schon vollständig durchwurzelt und ich habe leider keinen Platz, ihnen größere Gefäße anbieten zu können. Selbst auf meinem doch recht großen Balkon ist irgendwann Schluss mit lustig.

Ich habe den Herbstrückschnitt erledigt. Pfingstrose, Minze, Estragon und Oregano fielen ihm zum Opfer. Ja, das muss sein, aber gern mache ich das nicht. Schließlich sah alles noch so schön grün aus.

Auch die Wiesenblumen, an deren ständiges Blühen und Wuchern ich mich inzwischen gewöhnt hatte, mussten weichen. Nein, ich möchte sie nächstes Jahr nicht nochmal auf meinem Balkon haben!

Die Erdbeer-Ableger haben neue Bleiben in zwei Kästen und zwei Töpfen gefunden. Wenn jetzt alle 9 Ableger anwachsen, habe ich nächstes Jahr viel zu viele. 😮 Naja, dann kann ich welche verschenken.

Alle Pflanzen sind nun in den Wintervlies eingepackt und stehen eng aneinander gekuschelt. Wenn es endlich Tannenzweige zu kaufen gibt, wird die Erde damit noch abgedeckt. Mögen sie alle überleben!

Die Kiwi, die dieses Jahr nur ein paar Blätter bekommen hat, aber sonst nicht weiter gewachsen ist, darf nun doch erstmal bleiben. Mal sehen, ob sich da nächstes Frühjahr was tut. Bis dahin hat sie statt der Wiesenblumen Gesellschaft von Narzissen- und Tulpenzwiebeln bekommen. Obwohl mir die Frühlingsblumen fast nie gelingen, kann ich doch nie widerstehen, welche zu kaufen. Da bin ich irgendwie nicht lernfähig. 😳