Der Nachtrag vom Wochenende

Mir fehlen die Worte für all das Leid und Sterben am Ende der letzten Woche in Nizza und in der Türkei. In den USA sind heute schon wieder weiße Polizisten erschossen worden und bestimmt auch andersfarbige Menschen von Polizisten. Welch einen Hass müssen all diese Mörder mit sich rumtragen! Fast könnten sie einem Leid tun. Mein Mitgefühl ist bei allen Opfern, ihren Angehörigen und Freunden.

Angesichts dessen ist es nahezu bizarr, dass die Führungsriege meiner Abteilung letzte Woche beschlossen hat, dass wir ab jetzt alle eine große kuschelige Familie sind, fortan jeden gleichberechtigt behandeln und respektvoll miteinander umgehen. Das und jede Menge Binsenweisheiten haben sie in einem zweitägigen (!!!) Workshop erarbeitet, von dem mein Vorturner am Freitag berichtete. Immer wieder erwähnte er den tollen Spirit der beiden Tage. 😯 „Ich fühle mich als müsse ich ab sofort einem Guru folgen.“, so ungefähr war T.s Kommentar dazu. Dem kann ich mich nur anschließen. Ich bin wütend, entsetzt und traurig und das sozusagen im Quadrat – wegen der Abteilungsdinge und wegen der Morde überall.

Zum Glück gab es gute Dinge am Wochenende. Der Nachtrag von Freitag:

  • Ich habe mich gewehrt und klar gemacht, dass ich die weitere Terminkoordination in einer Sache nicht nochmal übernehme. Der, der den Termin will und bereits zum zweiten Mal abgesagt hat, hat ein Sekretariat, das sich kümmern kann. Und da es kein Projekttermin ist, gehört er nicht in mein Aufgabengebiet. Gleich mal der großen kuscheligen Familie Grenzen gezeigt, jawoll. 👿
  • Ein wohltuendes Auskotz-Gespräch mit N.
  • Herr Grillenscheucher und ich konnten wieder in die Tanzstunde gehen! Richtig schön war es. 🙂 Hinterher gab es ein sehr beruhigendes Essen mit viel Sahne, Nudeln und süßen Erbsen.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Der spontane Beschluss, bei dem blöden, grauen, kalten, regnerischen Wetter nirgendwohin zu gehen, sondern gemütlich zu Hause zu bleiben.
  • Gefaulenzt und endlich die Fotos aus Porto fertig bearbeitet.
  • Ein langer schöner Abend mit Herrn Grillenscheucher, der geduldig meinen Berufsfrust ertrug.

Die guten Dinge von heute:

  • Latte Macchiato mit ganz viel Milchschaum. Schon lustig, wie unterschiedlich die Schaumproduktion verschiedener Milchsorten ist. Da es keine Bio-Milch mehr gab, hatten wir die von Bärenmarke gekauft und die macht so tollen Schaum.
  • Blöd, dass ich etwas bei Herrn Grillenscheucher vergessen hab, aber er bringt es mir morgen vorbei. So lieb!
  • Nur noch 3 Wochen bis zur Auszeit! 😎

Contenance

Heute habe ich für einen Moment total die Contenance verloren. Terminplanungen sind eh schon extrem schwierig in meiner Firma. Wenn mir dann noch jemand vorschlägt, zwei Termine hintereinander so über die Mittagspause zu legen, dass garantiert keine Zeit für die Pause bleibt, dann geh ich an die Decke. Vor allem, wenn es genau die Person ist, wegen der es in diesem Fall so schwierig wurde. 👿

  • Dafür gab es direkt hinterher die super gute Mitteilung von A., dass eben diese Person zukünftig derartige Termine selbst machen muss, weil sie gar nicht mehr in unser Aufgabengebiet gehören. Nun ist das endlich auch auf höherer Ebene offiziell so entschieden worden. Ätsch! Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
  • Eine sehr liebe Begrüßung am Telefon. Gibt eben auch einfach total tolle Kollegen. 🙂
  • Der Anruf meines Lieblingskollegen M., der schon länger krank ist und nun so langsam gesundet.

Workshop-Tage

Nee, zwei Tage lang von morgens bis abends Menschen um mich rum, das ist echt nicht meins. Auch nicht, wenn sie sehr nett sind, es streckenweise lustig ist und die Arbeitsatmosphäre stimmt. Mich strengt das irre an. Puh!

  • Aber nun sind sie rum, die zwei anstrengenden Tage und sie sind insgesamt sehr gut verlaufen. Ein Glück!
  • Feierabend-Geläster mit meinen beiden Projektleiterinnen. 🙂
  • Die Challenge-Aufgabe, die ich mir für heute vorgenommen hatte, heißt „Dein Urlaubssoundtrack“. Fand ich total passend, denn nach anstrengenden Tagen tut mir Musik besonders gut. Ich hatte auch schon lauter Ideen für den Soundtrack, aber als ich endlich erschöpft zu Hause war, nagte das Perfektionstier an mir: Es darf nicht nur Gute-Laune-Musik sein, sondern welche, die mich auch noch in Urlaubsstimmung versetzt. Gute-Laune-Stücke fallen mir ganz viele ein, aber ins Urlaubsfeeling versetzen sie mich jetzt nicht unbedingt. Was tun? Ein Hoch auf die anderen Challenge-Teilnehmer, die schon einiges zu dieser Aufgabe geschrieben hatten und öfter mal italienische Songs erwähnten. Da endlich fiel sie mir ein, meine CD von Francesco de Gregori „Rimmel“, aufgelegt und – zack – war ich in Urlaubsstimmung auf Sardinien. 😎

https://www.youtube.com/watch?v=rVbgb7zZD_8

 

Kurz und gut

  • Der Geruch nach frisch gemähtem Gras heute morgen auf dem Weg zur Arbeit.
  • Der erste von zwei langen Workshop-Tagen für ein Projekt ist geschafft. Uffz! Anstrengend, aber alle haben gut mitgearbeitet. Morgen geht’s weiter…
  • Die gestern getätigte Anmeldung bei den Nebenschauplätzen, eine Stadtführung aus Sicht von Obdachlosen, hat geklappt! Ist zwar erst  Ende August so weit, aber wird bestimmt spannend.

Montags…

… ist es oft ein bisschen schwerer als an anderen Tagen. Trotzdem gab’s Gründe zum Freuen:

  • Die große, plusterige weiße Wolke am Morgenhimmel, deren Ränder ganz rosarot waren.
  • Nachschub für mein Lieblingsparfum sogar zum Sonderpreis gekauft. Dabei hatte ich ein lustiges Gespräch mit einer anderen Kundin, die sich gar nicht entscheiden konnte. Sie fand, dass man gar nicht genug von all den Düften bekommen könnte. Mir geht’s genau umgekehrt und ich bin froh, dass ich mich immer nur für die Flakon-Größe entscheiden muss. Wie gut, dass die Menschen so unterschiedlich sind!
  • Erst hat es mich genervt, dass meine Zahnarztpraxis mal wieder anrief, weil mein Termin verschoben werden muss. Dafür liegt er nun aber nicht mehr in meinem nächsten Urlaub und ich werde einen terminfreien Urlaub haben.