Sonnenblumen-Parade, Wiesenblumen-Gestrüpp und Erdbeer-Ableger

Den heutigen Nachmittag habe ich unter meist angenehm bedecktem Himmel auf dem Balkon verbracht. Meine Sonnenblumen öffnen langsam ihre Blüten und stehen wie bei einer Parade stramm. Schön sieht das aus:

Nicht schön allerdings sehen die Wiesenblumen aus. Ein einziges Gestrüpp ist das geworden! Merke zweierlei: 1. Wiesenblumen gehören auf Wiesen! Und 2. Kaufe nie wieder eine Saatmischung, in der Distelsaat enthalten ist.

In dem Kasten habe ich versucht, einigermaßen aufzuräumen. Disteln sind auch an den Stängeln ein bisschen pieksig, was ich total eklig finde. 😡 Jetzt sieht es ein wenig schöner aus. Der Rest vom Gestrüpp durfte nur wegen der noch vorhandenen Blüten stehen bleiben, weil die Hummeln und die Bienen sie lieben.

Ich habe den vom vielen Regen und Wind platten Salat aus seinem Kasten entsorgt. Sehr praktisch, dass der Salat jetzt das Zeitliche gesegnet hat. Ich brauchte nämlich dringend ein Behältnis, um Erdbeer-Ableger einzupflanzen. So konnte ich das auch gleich erledigen.

Nun hoffe ich, dass die Ableger schnell anwachsen, damit ich sie vor dem Winter nochmal in frische Erde setzen kann. Ich habe nämlich aus einem meiner neuen Balkonbücher gelernt, dass man das so machen soll. Außerdem habe ich dort gelernt, dass Erdbeeren maximal 3 Jahre lang viele Früchte tragen, was erklären würde, warum meine zwar immer noch viele Blüten, aber kaum Früchte erzeugen. Meine Pflanzen sind mindestens 5 Jahre alt und also ist es höchste Zeit, neue Erdbeeren zu kultivieren.

Tanzschuhe in der Speicherstadt

Es ist nicht ganz wie in dem Märchen „Die zertanzten Schuhe“ von den Gebrüdern Grimm, denn Herr Grillenscheucher und ich brauchen schon ein paar Jahre und nicht nur eine Nacht, um unsere Tanzschuhe zu zertanzen. Das ist auch gut so, denn andernfalls wäre es ein sehr teurer Sport und außerdem lieben wir unsere Schuhe immer sehr. Aber irgendwann ist es eben soweit und sie sind so ausgeleiert, dass wir keinen guten Halt mehr darin haben, was beim Tanzen nicht nur unangenehm, sondern auch ein bisschen gefährlich ist.

Dieses Jahr wurde es mal wieder Zeit und über den Verlust der alten Tanzschuhe tröstet uns immer der deshalb erforderliche Besuch unseres liebsten Tanzschuh-Ladens hinweg. Dance Affairs liegt mitten in der Hamburger Speicherstadt in einem der Kontorhäuser auf Boden 3 (= Etage 3) und ist einfach ein Tänzer-Paradies. Schon das Treppenhaus ist wunderbar.

Der Laden ist riesig und bietet für jedwede Tanzrichtung die richtige Ausrüstung, sowohl die Schuhe als auch die Klamotten. Ich könnte ewig darin rum laufen und die bunten Stepptanz-Schuhe und die Tutus, die an Baisers erinnern, bestaunen. Mittendrin gibt es einfach so sogar einen kleinen Platz am Fenster zum Ausruhen.

Die Verkäuferinnen und die Verkäufer sind einfach nur wunderbar. Jedes Paar Schuhe, das einem auch nur annähernd gefallen könnte, schleppen sie in der möglichst passenden Größe aus dem Lager heran. Sie sind unglaublich ehrlich und teilen ihr Wissen gern und im Zweifel auch ungefragt. Man kann stundenlang auf den eventuell in Frage kommenden Schuhen rumlaufen und wird auch dazu aufgefordert, das mindestens ein paar Minuten zu machen. Schließlich müssen die Schuhe auch mit Körperwärme noch wie angegossen sitzen. Wäre ja schon blöd, beim Jive plötzlich einen Schuh von sich zu schleudern, weil er sich zu sehr geweitet hat. Nur mit viel Glück träfe er jemanden, der einem eh immer im Weg rumsteht. 😉

Herr Grillenscheucher und ich haben dieses Mal sehr lange sehr viele verschiedene Schuhe anprobieren müssen, um glücklich aus dem Laden zu gehen. Wir hatten es auch schon, dass wir rein kamen, die perfekten Schuhe sahen und damit direkt wieder gehen konnten. Aber das ist halt das Tolle: Man sagt, was man sich so ungefähr vorstellt, und dann bringen sie einem alle Modelle, die dem entsprechen könnten. Anfangs dachte ich noch, dass ich dort dieses Mal einfach keine Schuhe finde, und zum Schluss musste ich mich zwischen zwei Modellen entscheiden. Fast hätte ich beide gekauft… Geworden sind es diese wunderschönen Glitzerteile:

Anschließend sind wir ein bisschen durch die Speicherstadt gelaufen. Es gibt das passende Schloss zum Märchen und auch eine wiederum dazu passende Dienerreihe.

Die Speicherstadt ist immer wieder schön anzusehen.

Dann schlug der kleine Hunger zu. Herr Grillenscheucher und ich haben uns bei Daniel Wischer Fish & Chips gekauft und sie um die Ecke an einem Tisch eines bereits geschlossenen syrischen Lokals, das noch Tische und Bänke draußen stehen hatte, geteilt. Vielen Dank dafür. Immer wieder lecker!

Gestärkt haben wir uns weiter im analogen Einkauf versucht. Leider ohne Erfolg. 🙁 Nicht mal meine Ersatzzahnbürsten für meine elektrische Zahnbürste waren so noch zu kriegen. Das ist doch vollkommen beknackt, dass ich selbst die jetzt im Internet bestellen muss! Ich kann echt nur hoffen, dass es den genialen Tanzsport-Laden mit den super Verkäufern weiterhin geben wird. Sonst müsste ich ja mindestens 10 Paar Schuhe bestellen, um wenigstens annähernd raus zu finden, welche Größe und welche Absatzhöhe mir passt. Mit ganz viel Glück könnte ich dann genau ein Paar davon behalten und müsste den Rest zurück schicken. Das ist doch gruselig, oder?

Zum Schluss und zur Entspannung haben wir noch einen Stopp im Lüttliv gemacht. Draußen sitzen, einen Prosecco auf Eis trinken und über die digitale Welt wundern. Währenddessen hing ein alter Kronleuchter neben einer Disokugel neben uns in der Baumkrone. Och, die analoge Welt war doch auch nicht schlecht, oder?

TÜV für’s Töfftöff

Olga, mein wunderbares Auto, hat heute mit Bravour die TÜV-Prüfung bestanden – eine glatte Eins mit Sternchen hat sie bekommen! 🙂 Der Prüfer hat rein gar nichts zu beanstanden gefunden. Nicht mal irgendwas, was zu beobachten wäre. Nissan Micras sind eben auch mit 19 Jahren noch so gut wie neu. Nun ziert eine hübsche blaue Plakette das Nummernschild und wir freuen uns wie Bolle.

Sonne, Hitze und endlich Regen

Schon seit Wochen, ach was seit Monaten beherrscht die Sonne das Hamburger Wetter. Mensch, seit wie vielen Jahren wünschen wir uns hier im Norden mal wieder so einen richtigen Sommer? Aber wenn der dann gefühlte Ewigkeiten lang Temperaturen über 30° C und komplette Trockenheit bedeutet, dann ist es auch nicht recht. Mir jedenfalls nicht, weil ich es nicht mag, wenn ich nur lethargisch auf dem Sofa hängen mag.

Die Gewässer der Stadt sind überwiegend von Blaualgen verseucht, die Fische sterben in Massen und die Alsterschwäne wurden schon vorsorglich in ihr Winterquartier gebracht. 😮 Überall vertrocknen die Pflanzen und die Bäume verlieren ihre Blätter, so dass es auf den Wegen schon wie im Herbst aussieht.

Aber heute sollte es endlich Regen geben. Schon am Vormittag sah der Himmel vielversprechend aus, aber dann schob der Wind die Wolken wieder weg. Am Abend kam er dann doch noch, der Regen. Mit einem Sturm, der sich wortwörtlich gewaschen hatte. Ein Glück ist auf meinem Balkon alles stehen geblieben, aber den Salat hat’s ganz schön gerupft.

Nach maximal einer halben Stunde war der ganze Spuk vorbei. Nicht viel für die durstende Pflanzen- und Tierwelt. Aber es ist doch tatsächlich mal schön, Regentropfen glitzern zu sehen. 🙂