Herrn Grillenscheuchers Balkonien

Das lange Pfingstwochenende wartete mit superduper Sonnenschein-Wetter auf und Herr Grillenscheucher und ich haben seinen Balkon genossen. Da ist schon alles gepflanzt und gesät und sieht wunderschön grün aus.

Der Majoran wurde kreativ in Sternform ausgesät. Daneben steht das Chili-Baby, das er mir geschenkt hat. Hoffentlich wächst es zu einer kräftigen Pflanze heran. Immerhin wurde die Saat in Kamillentee gebadet bevor sie in die Erde kam. Das stand in der Anleitung auf der Saattüte. 😮

Vor dem Balkon von Herrn Grillenscheucher blüht gerade die Rubinie ganz wunderhübsch.

Es war sehr schön entspannend dort draußen. Blöd nur, dass mein Balkon noch längst nicht so weit ist. Dort sieht es gerade so aus:

Die Arbeit guckt mich gerade von draußen durch die Fenster an. Wie gut, dass ich diese Woche Urlaub habe und mich der Sache stellen kann. Zum Glück hat Herr Grillenscheucher gestern bereits die Erde und die Balkonmöbel aus dem Keller hoch geastet und den Sonnenschirm befestigt. Ich kann also pflanzen und säen und alles sommerfein einrichten.

Seetag und rund um Stromboli

Da richtet man sich auf einen ruhigen, vom Nichtstun und Nichtssehen (außer dem Meer) geprägten Seetag ein und dann das. Wow, das war mal toll! Schon morgens lag Sizilien mit dem schneebedeckten Ätna direkt vor unserem Balkon und wir saßen staunend mit unserem Kaffee in unseren Bademänteln und sahen ihn an uns vorüber ziehen.

Welch ein Glück, dass die Balkonreinigung schon gestern auf unserer Seite stattgefunden hatte! So konnten Herr Grillenscheucher und ich den Blick in Ruhe genießen bis wir zum Frühstück gingen.

Mittags erreichten wir die Straße von Messina. Trotz der vielen Wolken und des kühlen Windes lag das Meer ruhig und wir hatten einen super Blick auf das Land links (Sizilien) und rechts (Kalabrien) von uns.

Sizilien wurde früher mit einer Hochspannungsleitung über der Meerenge an das Stromnetz des Festlandes angeschlossen. Die beiden riesigen Masten dafür stehen immer noch, während das Stromkabel inzwischen auf den Meeresboden verlegt wurde.

Das war schon sehr spannend, so dicht am Land zu fahren. Und ich dachte die ganze Zeit daran, dass Herr Grillenscheucher und ich vor vielen Jahren mal mit Olga um Italiens Stiefel gefahren sind und all das, was uns auf der Kalabrien-Seite unterwegs passiert ist. Erinnerungen für’s Leben…

Aber damit war es immer noch nicht genug für den heutigen Seetag. Der Kapitän befand nämlich, dass wir genug Zeit haben, um die Vulkaninsel Stromboli zu umrunden. Gesagt, getan. Der Vulkan ist nach wie vor aktiv und deshalb wussten wir nicht, ob er gerade qualmt oder ob Wolken sich drauf gesetzt hatten. Inselrundfahrt:

Ich finde die Fotos nahezu mystisch. Zu Stromboli gehört auch der Strombolicchio, der kleine Stromboli:

Als Kirsche auf der Torte gab es an diesem Tag auch noch einen wunderschönen Sonnenuntergang mit einer im Meer versinkenden Sonne. Hach, ich liebe es, das zu beobachten!

An diesem Abend sind Herr Grillenscheucher und ich erst danach ins Atlantic zum Essen gegangen. Das Essen war – in diesem Fall kann ich schon von Glück sagen – nicht so ganz meins und ich ließ eine Menge zurück gehen. Allmählich machte ich mir nämlich Sorgen um meine Figur und ob sie wohl noch in bestimmte Klamotten passen würde.

Anschließend haben wir uns mit C. und M. im Casino getroffen und hatten eine Menge Spaß. Was für ein feiner, spannender Seetag!

Valletta oder bergauf, bergab

Letztes Jahr startete unsere Kreuzfahrt in Valletta auf Malta und wir hatten kurz die Gelegenheit, uns diese entzückende Stadt anzusehen. Deshalb haben wir uns ganz besonders darüber gefreut, dass wir dieses Jahr wegen des Umroutens (der geplante zweitägige Stopp in Istanbul wurde von der TUI abgesagt und stattdessen bekamen wir Mykonos und Valletta zu sehen) einen ganzen Tag für sie Zeit haben würden. Noch dazu an einem Wochentag, einem Donnerstag, der Menschen auf den Straßen und geöffnete Läden verhieß. Letztes Jahr waren wir an einem Sonntag da und die mit Jalousien verschlossenen Ladenfenster machten uns schon ziemlich neugierig.

Um 8 Uhr klingelte unser Wecker, denn für 9 Uhr war die Balkonreinigung angekündigt. Bis dahin mussten wir also unser gemütliches Aufwach-Ritual mit Kaffee bzw. Espresso aus der Nespresso-Maschine und Zigarette abgeschlossen haben. Stress! 😉 Vom Balkon aus sahen wir eine Reihe Pferdekutschen-Parkplätze unter einem Blechdach.

Herr Grillenscheucher und ich haben in Ruhe gefrühstückt und anschließend einen anständigen Kaffee in der Außenalsterbar getrunken. Der Kaffee, den man sich am Frühstücksbuffet zapfen kann, sieht nämlich maximal nach Kaffee aus, schmeckt aber wie heißes Wasser. Deshalb haben wir dort stattdessen immer Orangensaft getrunken – ist ja auch viel gesünder. 😉 Außerdem fingen wir auf dieser Reise an, die Außenalsterbar zu lieben. Das erste Mal nach all den Jahren wurde man dort nämlich wirklich nett bedient und nicht nur dann, wenn man schon genügend Trinkgeld hinterlassen hatte.

Der Himmel war bedeckt und es war im Verhältnis zu den vorherigen Häfen eher kühl. Als wir uns mit C. und M. am späten Vormittag trafen, um gemeinsam von Bord zu gehen, hatte ich mich wärmer eingepackt, was sich als genau richtig erwies. Denn auch als der Himmel später auf zog, blieb uns der kühle Wind erhalten.

Kaum waren wir von Bord und raus aus dem Hafengelände, musste ich nochmal die Pferdekutschen fotografieren. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Pferde liebe?

Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass Menschen sich von diesen doch relativ kleinen Tieren – so im Vergleich zu Brauerei-Pferden z.B. – über den Asphalt steil bergauf und bergab ziehen lassen. Leider mussten wir im Laufe des Tages sehen, dass sie es doch tun. Sogar gequetscht zu fünft in dem kleinen Wagen – es war ganz gruselig. 🙁

Wir haben natürlich keine Kutsche genommen, sondern den Fahrstuhl zu den Upper Barrakka Gardens.

Dort sind wir ein wenig gewandelt und haben auf den traditionellen Kanonenschuss um 12 Uhr gewartet, der immer von einer anderen Kanone abgeschossen wird.

Der Garten ist klein und gemütlich.

Und wir hatten einen schönen Blick von dort auf einen Jachthafen und auf unser Schiff. Von letzterem konnten wir einen Teil des Bereichs sehen, der nur für die Crew bestimmt ist: das kleine blaue Rechteck in einem etwas größeren grünen Rechteck vorn auf dem Schiff ist nämlich der Crew-Pool.

Nachdem das Kanonenschuss-Spektakel vorbei war, sind wir eher ziellos durch Valletta gelaufen. Bergauf und bergab. Die Straßen der Stadt waren mit allem möglichen geschmückt. Warum genau, konnten wir nicht raus finden. Vielleicht weil Valletta 2018 europäische Kulturhauptstadt ist?

Die Knie von M. fanden das Auf und Ab relativ schnell nicht mehr witzig und die beiden machten sich auf den Weg zurück aufs Schiff. Herr Grillenscheucher und ich durchstromerten weiter die Stadt und ab und zu legte ich mein Veto gegen noch mehr hoch und runter ein.

Wir beguckten die Karmeliterkirche von außen und innen.

Aus der Ferne sahen wir das Fort Manoel und aus der Nähe einen Haufen Tauben, die sich um ein Kinderspielzeug versammelten – im Hintergrund sind die durchaus auch vorhandenen Neubauten Maltas zu sehen. In diesem Fall sind es die von Sliema. Und wieder gab es einen Pferdekutschen-Parkplatz.

Auf unseren Wegen kreuz und quer durch die Stadt kamen wir immer wieder am St. George’s Square vorbei. Zum Glück gibt es dort in der Nähe öffentliche Bänke, wo wir eine kurze Pause einlegen konnten.

 

Immer wieder gab es religiöse Skulpturen an Eckhäusern – die Stadt ist quasi voll damit.

Und entgegen unserer Annahme, an einem ganz normalen Donnerstag würden alle Läden geöffnet sein, standen wir wieder vor runter gezogenen Jalousien. Hübsch sind sie trotzdem.

 

Ein paar geöffnete Läden gab es aber auch. U.a. der Süßigkeiten-Laden, den wir schon letztes Jahr mit großen Augen beguckt hatten. Dort gab es wie geahnt so Sachen wie Lakritzschnecken für 10 Cent, aber auch – passend zur Jahreszeit – Ostereier im Sonderangebot. Und ein paar Meter weiter gibt es eine Männerboutique. 😉

Immer wieder blitzen Kuppeln zwischen den engen Straßen auf.

Valletta wartet mit einem „Buckingham-Palast“ auf, der eigentlich der Großmeisterpalast ist und natürlich standesgemäß bewacht wird.

Spannender als alte Gemäuer und Kirchen ist für mich das alltägliche Leben. Verkaufsflächen auf Autos, Blumen in Fenstern, hübsche alte Autos mitten zwischen dem ganzen neumodischen Krams, Obst- und Gemüseläden, Ladeneingänge, Werbung, Restaurants usw.

 

Sehr, sehr gefallen haben mir die Balkone in Valletta. Hach, stundenlang könnte ich sie fotografieren. Manchmal sind sie ganz bunt, manchmal hängen Spitzengardinen an den Fenstern. Ein Tummelplatz für Spekulationen.

Es gibt viele hübsche Häuser und pompöse Eingänge.

Die Sonne stand so schön auf einer Kirchenfassade und ihrem Glockenturm.

Wie schon letztes Jahr kamen wir wieder an der Bibliothek und ihren schönen Arkaden vorbei.

Herr Grillenscheucher und ich haben in einem Café eine Pause gemacht und hinterher festgestellt, dass genau davor Parkplätze für die verschiedenen Ministerien reserviert sind.

Anschließend entdeckten wir einen kleinen Park mit einem großartigen Blick von oben und hübsch lila blühenden Bäumen.

Von dort trudelten wir so langsam zurück Richtung Schiff und waren überrascht, was es unterwegs noch alles zu bewundern gab. Den Triton-Brunnen, noch einen Park, ein sehr edles Hotel und die Kirche St. Publius.

Wir kamen dabei durch eine Vorstadt von Valletta, Floriana, und wurden darauf hingewiesen, dass wir sauber machen müssten, würden wir unseren Müll einfach auf die Straße schmeißen. Gerechte Strafe, finde ich. Und irgendwer steht dort offenbar sehr auf weinrot.

Ein weiterer kleiner Park beglückte uns mit tollen Aussichten, Kapmargeriten und lila blühenden Bäumen.

Langsam näherten wir uns unserem Lieblingsschiff.

An der Eingangskontrolle war viel los und wir mussten eine ganze Weile warten bis wir endlich durch waren. Ein Glück hatten wir genug Zeit bis zum Ablegen. Das haben wir mal wieder von der Aussichtbar genossen.

An diesem Abend sind Herr Grillenscheucher und ich früh zum Essen ins Atlantic gegangen und es gab meine absolute Lieblingsvorspeise: Kaviar!

Es grünt so grün

Ich komme momentan zwar kaum dazu, mich um meine Balkonpflanzen zu kümmern, aber das scheint sie nicht weiter zu stören. Alle sprießen fröhlich in den verschiedensten Grüntönen von sich hin. Der Rückschnitt hat sich gelohnt! 🙂

Herr Grillenscheucher hat mir einen Lorbeer und einen Rosmarin eingetopft, weil die beiden letztjährigen bei ihm im Winterquartier leider eingegangen sind.

Die Pfingstrose ist seit dem letzten Fototermin kräftig gewachsen und hat 5 Knospen.

Die Erdbeeren zeigen die ersten unschuldig weißen Blüten.

Und ich freue mich ganz besonders darüber, dass die Bäume hinter dem Haus schon wieder dicht belaubt sind und mir diesen wunderbaren Blick ins Grüne bescheren. Das ist fast als gäbe es keine Nachbarn. 😉

Seetag und die Seele baumeln lassen

Nach drei Hafentagen gab es endlich wieder einen Seetag und keine Pläne. Das hieß ausschlafen, in Ruhe frühstücken und in der Sonne sitzen bis es zu heiß wurde. Postkarten schreiben, Burger essen und Strawberry Kiss – ein alkoholfreier Erdbeercocktail – trinken. Herr Grillenscheucher hielt sich aber lieber an einen Moskito.

Ein bisschen wehmütig die spezielle Serviette angucken, die es auf dieser Reise gab.

Aufs Meer gucken, den Tag vorbei trudeln lassen und zum x-ten Mal die tolle Schiffsspur fotografieren.

Das war ein sehr, sehr erholsamer Tag. Abends waren wir im Atlantic und haben lecker gegessen. Und natürlich haben wir den Abend im Casino ausklingen lassen. Wir haben uns lange mit E. und G. unterhalten, die wir gestern kennenlernten. Die beiden leben in dem Ort, in dem Herr Grillenscheucher selbst lange gelebt hat, was für viel Gesprächsstoff sorgte. Wie klein die Welt doch manchmal ist…