Das Licht ist aus.

Hallo, Herr Grillenscheucher hier.

Am 18.02.2020 um 22.45 Uhr hat Frau Grillenscheucher den Kampf gegen den Krebs verloren.

Ich habe den letzten Tag mit ihr verbracht – und ich glaube nach allem, was ich gesehen habe, daß sie eine Entscheidung getroffen hat. Nämlich zu gehen. Das respektiere ich. Auch wenn es unglaublich weh tut.

Die letzten Monate waren brutal. Eine einzige Achterbahn zwischen Hoffen und Bangen. Jetzt hat sich mein Engel zum Aussteigen entschlossen. Das kann ich verstehen – zumindest rational. Emotional ist es noch nicht angekommen.

Gute Reise, meine Süße. Ich hoffe, die anderen Engel sind gut zu dir.

Das Licht kommt zurück

Wenn der Hamburger Himmel nicht gerade voller dunkler Wolken hängt, merkt man deutlich, dass es inzwischen morgens früher und abends länger hell ist. Wunderbar! 😎

Das war auch schon mein erstes gutes Ding vom 31. Januar 2020. Außerdem gab es noch diese zwei:

  • Unseren Einkauf auf dem Wochenmarkt konnten Herr Grillenscheucher und ich im Trockenen erledigen.
  • Der Jasmin auf meinem Balkon blüht so schön fröhlich-gelb.

Und nochmal warten

Herr Grillenscheucher und ich mussten schon wieder warten. Es nimmt kein Ende… Dieses Mal warteten wir auf den Heizungsableser, der sich für gestern angekündigt hatte. Aber er kam nicht. Weder in der angegebenen Zeit noch davor oder danach. 👿 Wir sind gespannt, wie diese Geschichte weiter geht. Ob sie uns wohl unterstellen, wir wären nicht da gewesen?

Meine guten Dinge vom 30. Januar 2020:

  • Es gab eine Regenpause und Herr Grillenscheucher und ich kamen mal wieder an die frische Luft. (Die allerdings so ungewöhnlich warm war, dass mein Kreislauf nicht begeistert war.)
  • Meine Mama und ich haben uns dann doch noch persönlich am Telefon erreicht und nicht nur mit den Anrufbeantwortern gesprochen.
  • Leckerer und sich so gesund anfühlender Hühnereintopf.

Regen, Regen, Regen

Gestern hat es in Hamburg den ganzen Tag wie aus Kübeln geschüttet. Herr Grillenscheucher und ich hätten also gut das hier tun können, wenn es uns nicht zu kalt gewesen wäre:

Meine guten Dinge vom 29. Januar 2020:

  • Ein Tag ohne Termine und so mussten wir weder zum Duschen noch zu irgendwas anderem raus in das eklige Wetter.
  • Damit ich in Übung bleibe, bin ich wenigstens in den Keller und zurück gestiefelt. 4 Stockwerke Treppen sind schon ein gutes Training.
  • Die vielen lieben Mails voller Mitfreude über meine Untersuchungsergebnisse. Am allerschönsten war die von Herrn Grillenscheuchers Mutter. Seine Eltern werden sich persönlich bei der Schutzheiligen, deren Namen ich trage, bedanken, da sie gerade quasi vor Ort sind.

Untersuchungsergebnisse

Gestern hatte mein Blog schon seinen 5. Geburtstag. Nicht zu fassen, wie schnell die Jahre vergangen sind. Und fast wie Geburtsgeschenke bekam ich gestern die jüngsten sehr guten Untersuchungsergebnisse. 🙂

Aber der Reihe nach. Die letzten Tage waren anstrengend und irgendwie voll gepackt und nervös. Ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet, ohne darüber mit irgendwem reden zu können bzw. zu wollen. Angespannt wie ein Flitzebogen war ich kaum konzentrationsfähig und mochte auch keine guten Dinge suchen und hier aufschreiben.

Dafür trage sie heute nach. Vom Sonntag, dem 26. Januar 2020, gibt es wenig zu  berichten:

  • Eine sehr lustige Mail von Herrn Grillenscheuchers Mutter aus dem sonnigen Süden.
  • Die Mohnschnecken, die es kürzlich bei Aldi gab, schmecken erstaunlich gut.
  • Mediathek mit einem lustigen Münsteraner Tatort. Ich mag ja den Schauspieler Jan Josef Liefers total gern.

Vom Montag, 27. Januar 2020, habe ich folgende gute Dinge zu erzählen:

  • Ich konnte telefonisch einen Termin bei meinem Hausarzt für nächste Woche vereinbaren. Das freut mich, weil es sowohl schwierig ist, dort per Telefon durch zu kommen, als auch bei dem Arzt zeitnah einen Termin zu bekommen.
  • Herr Grillenscheucher und ich waren zum zweiten Termin bei der Psycho-Onkologin. Er tat nicht ganz so gut wie der erste, was wohl hauptsächlich an meiner Flitzebogen-Situation lag, war aber dennoch erkenntnisreich.
  • Ich habe ein spannendes Buch zu Ende gelesen: „Dein Ende“ von Chris Brookmyre.

Der Dienstag begann fürchterlich früh und dann fuhren wir auch noch eine Bushaltestelle zu weit auf dem Weg zur nächsten Untersuchung. Den Weg zurück sind wir zu Fuß gegangen und obwohl es ziemlich weit war und mich sehr angestrengt hat, habe ich es letztlich geschafft.

Und dann gab es noch die folgenden guten Dinge am 28. Januar 2020:

  • Ich habe das MRT ohne Beruhigungstablette sehr gut überstanden. Inzwischen finde ich diese Untersuchung vor allem schrecklich langweilig. 😉
  • Nach fast 2 Stunden hatte die Radiologin den Befund eben dieser Untersuchung von meinem Kopf und Herr Grillenscheucher und ich konnten das erste Mal aufatmen: keine neuen Krebszellen in Sicht und alles in meinem Kopf verheilt wie gewünscht. Puh!
  • Außerdem hat sie uns nicht weiter auf die Folter gespannt und in den Befund vom CT, bei dem ich letzte Woche war, geschaut. Das Ergebnis sollten wir eigentlich erst am späten Nachmittag bei der Onkologin erfahren, aber da es auch diesbezüglich nur gute Nachrichten gab, durften wir ein zweites Mal aufatmen. Die Immuntherapie schlägt an und der Krebs bildet sich zurück. Juchuh! (Kleiner Nebeneffekt: es war gar nicht schlimm, dass mir beim CT kein Kontrastmittel gespritzt werden konnte. Die Bilder waren ausreichend scharf für den Befund.)
  • An diesem tollen Tag darf ich noch ein viertes gutes Ding erzählen: Die Onkologin hat sich ebenso wie wir über die guten Befunde gefreut.