Advent, Advent

Das erste Lichtlein brennt.

Leider hat mich schon die zweite Erkältung in diesem Winter erwischt. Man sollte sie eben nicht so früh wie möglich mitnehmen, um sie hinter sich zu haben. Das klappt ganz offensichtlich nicht. 🙁

Gute Dinge gab es trotzdem in der Woche vom 29.11. bis 5.12.2018 und zwar häufig Dinge, die eben trotz_dem gut waren, obwohl sie auf den ersten Blick nicht so erschienen. Manchmal war es nahezu eine Kunst, sie zu erkennen.

  • Ganz einfach und ohne irgendein trotz war das Überraschungsessen am Freitag in der Kantine ein wunderbares Ding: Fischfilet Bordelaise mit Erbsen und Kartoffelpüree. Lecker! Zumal auch gerade noch ganz heiß.
  • Beim Tanzen war es nicht so voll wie die letzten beiden Male, aber Herr Grillenscheucher und ich waren irgendwie nicht gut und fingen uns sogar einen Rüffel vom Tanzlehrer ein. Zu Recht. Trotz_dem war es schön, dass wir dort waren, uns bewegt haben und mal wieder über unseren immer gleichen Fehler bei der Samba lachen konnten.
  • Letzte Woche hat Herr Grillenscheucher Massen an Plätzchen gebacken, die wir am Wochenende gemeinsam in kleine Tüten verstaut haben. Ein IKEA-Beutel ist mit den Tüten fast voll geworden:

  • Ein Glück bekam ich am Sonntag die Hilfe von Herrn Grillenscheucher beim Transport nach Hause. Sonst wäre es auch so ein trotz_dem Ding gewesen.
  • Am Samstag haben Herr Grillenscheucher und ich es endlich zum Adventsgottesdienst von Andere Zeiten e.V. geschafft. Wir kamen ungefähr 10 Minuten nach Öffnung der Kirchentore an und fanden leider nur noch auf der Empore einen Platz, von wo aus wir so gut wie nichts sehen konnten. Das war letztlich ein kleineres Problem. Es wurden Geschichten zum Nachdenken erzählt, was einfach schön war. Jedenfalls dann, wenn man sie trotz der scheppernden Lautsprecher hören konnte. Auch damit wären wir vielleicht noch klar gekommen, wenn es nicht eisig kalt dort oben gewesen wäre. Noch dazu zog es wie Hechtsuppe kalt an meiner Nase vorbei. Mitten im Gottesdienst gab es eine Unterbrechung, in der alle für den Segen nach vorn kommen sollten. Das allgemeine Aufstehen haben wir zur unauffälligen Flucht genutzt. Für uns war es genug Segen, nach Hause ins Warme zu kommen. Trotz_dem war es schön, dort gewesen zu sein und ungefähr zu wissen, wie ein Gottesdienst bei Andere Zeiten verläuft. Vielleicht probieren wir im nächsten Jahr mal einen in einer wärmeren Jahreszeit.
  • Aus der Kirche habe ich vermutlich diese neue Erkältung im wahrsten Sinne des Wortes mitgebracht. Trotz_dem tat es gut, seit Anfang der Woche zu Hause zu bleiben und ganz viel zu schlafen.
  • Heute habe ich mich schweren Herzens entschlossen, noch einen Tag zu Hause zu bleiben, obwohl ich im Büro gebraucht wurde. Das tat mir wirklich leid, aber der Husten war heute früh zu heftig für jede Sitzung. Trotz_dem war diese Entscheidung genau richtig, denn nach diesem weiteren Sofa-Tag geht es mir erheblich besser.
  • Zwei helle Tage mit Sonnenschein, die ich vom Sofa aus betrachten konnte. Immer wieder erstaunlich, was Licht und Sonne mit einem macht.
  • Der Dezember ist Adventskalender-Zeit. 🙂 Wie jedes Jahr genieße ich den Kalender von Andere Zeiten e.V. mit seinen wunderschönen Fotos und Geschichten. Und am Montag lohnte es sich, zu Hause geblieben zu sein, denn es kam ein Adventskalender der Mein Schiff von C. mit einer wunderschönen Karte an. Nun bekomme ich täglich ein Schoko-Trüffelchen und kann auf den Gewinn einer Kreuzfahrt hoffen.

  • Am Wochenende war ökologischer Weihnachtsmarkt beim Museum der Arbeit und da Herr Grillenscheucher und ich am Freitag nach unserem Einkauf auf dem Wochenmarkt noch ein bisschen Zeit hatten, sind wir zumindest über die Außenbereiche geschlendert, die keinen Eintritt kosten. Ich werde wohl nie verstehen, warum ich für den Besuch von Verkaufsständen Geld bezahlen soll. 🙄 Weil es aber bereits kurz vor Toreschluss war, bekamen wir an einem Eingang zu den Innenbereichen Eintrittskarten geschenkt. Hey, hey! Also haben wir uns das Geschehen in den 2 Hallen angesehen und waren froh, dafür keine 5 € pro Nase bezahlt zu haben. Aus unserer Sicht gab es nichts, was sich zu kaufen lohnte, außer Hamburger Stadthonig. Oh, war das toll! Es gab 4 Sorten, die man alle probieren durfte, und 3 davon haben es zu mir nach Hause geschafft. Schließlich machte ich mir bereits Sorgen, weil ich auf meinem letzten Honigglas angekommen bin und immer welchen für meinen Tee brauche.

  • Ich konnte zwei Menschen miteinander „verkuppeln“. Hach, was habe ich mich über die Nachricht gefreut, dass das geklappt hat. Ein Nachbar von mir wollte seinen nicht genutzten Auto-Stellplatz los werden und ich wusste von einer Nachbarin, dass sie einen für ihr neues Auto braucht. Nach viel Hin und Her hat es nun wirklich geklappt und ich freue mich für beide.
  • Mein Adventskranz hat dieses Jahr einen anderen Platz gefunden. Er „ersetzt“ den kürzlich abgeschafften Fernseher, was richtig toll ist, weil ich ihn nun von meinem Platz am Esstisch sehe. Die Kommode, die von diesem Platz aus gesehen hinter mir steht und auf der der Adventskranz bislang immer stand, habe ich ein bisschen weihnachtlich geschmückt. So kommt vielleicht auch Herr Grillenscheucher in weihnachtliche Stimmung, wenn wir beide am Tisch sitzen. 😉

  • Ich freue mich für E., dass sie von ihrer Lungenentzündung gerade noch rechtzeitig vor ihrem dringend nötigen Urlaub genesen ist. Nun tankt sie hoffentlich genug Wärme und Sonne für den Rest des Winters.
  • Musik gab es nicht viel auf die Ohren, denn ich war ja wegen der Erkältung kaum mit den Kopfhörern unterwegs. Dafür gab’s Musik aus dem Radio, das natürlich immer mal wieder ein Weihnachtslied dudelt. An den Wochenenden leider durchgehend, was mir echt zu viel ist. Da muss dann der Sender gewechselt werden. Seufz. Ich finde trotz_dem, mindestens eins muss in der Adventszeit hier hin. Eins meiner liebsten (und, nein, es ist nicht DAS 😉 ):

Lichter

Die Adventszeit bricht langsam an und allmählich wird überall in der Stadt die Weihnachtsbeleuchtung angebracht und angeschaltet. Ich habe bereits den ersten Weihnachtsbaum und viele, viele Sterne in den Fenstern gesehen. Der kleine, süße Weihnachtsmarkt bei mir um die Ecke hat am Montag eröffnet. Dieses Jahr werden die Bäume auf dem Platz mit einer Art Wohlfühllampen beleuchtet: das Licht wechselt langsam von Blau über Lila über Rot über Orange usw. Das ist doch echt mal eine kreative Idee. 😀

Die guten Dinge aus der anbrechenden Adventszeit in der Woche vom 22. bis 28. November 2018:

  • Ausgerechnet jetzt, in dieser dunklen Zeit, gab meine Lieblingslampe den Geist auf. Sie ist dafür zuständig, meinen Esstisch zu beleuchten, an dem ich meistens sitze, wenn ich zu Hause bin, und also nicht nur Lieblingslampe, sondern auch absolut notwendig. Das war unfair! 🙁 Aber Herr Grillenscheucher kümmerte sich um die Lampe und nach zwei Tagen in Reparatur stand sie hier abends wieder leuchtend als ich nach Hause kam. Hach, was für ein großes Glück!
  • Noch dazu hatte Herr Grillenscheucher mir ein paar selbst gebackene duftende Plätzchen hier gelassen und meine Wäsche abgenommen. Wunderschön, so umsorgt zu werden!
  • Bitter-süß: Beim Abschied von N. im Büro gab es super leckeren, von ihr selbst gebackenen Kuchen.
  • Ein sehr zähes Gespräch über meine künftigen Aufgaben im Büro, das letztlich zu meiner Zufriedenheit ausgegangen ist. Puh!
  • Das zweite Mal waren Herr Grillenscheucher in unserem neuen Tanzkurs und ich war verblüfft, dass mindestens die Hälfte der Teilnehmer ganz andere als beim ersten Mal waren. Herr Grillenscheucher hat uns trotzdem souverän durch die Menge gelenkt und bekam dafür ein großes Lob vom Tanzlehrer.
  • Und noch eins vom Tanzen: Es ist faszinierend, wie wichtig der Lehrer mit seiner Art, zu erklären und auf die Schüler zuzugehen, ist. Von J. können wir jede Korrektur annehmen, während wir uns bei D. immer ein bisschen gesperrt haben. Ich hab’s ja schon während meiner Schulzeit gesagt: Wenn der Lehrer gut ist, kann ich alles lernen. 😉
  • Am Samstag hatten wir einen sehr schönen Abend mit L. und S. und köstlichem Essen. Es gab lang geschmorte Rinderschaufel mit Wirsing, Bandnudeln und drüber geriebenem altem Ziegenhartkäse.
  • Bei der Gelegenheit habe ich ein Glas selbstgemachtes Quittengelee und einen großen Tannenzapfen mit einem Stern für die Adventsdekoration geschenkt bekommen.
  • Apropos Adventsdekoration: Auch in meiner Wohnung nimmt sie langsam Gestalt an. Der Adventskalender hängt bereits, den Adventskranz habe ich immerhin aus dem Keller geholt. Ich bin guter Dinge, dass bis zum 1. Advent alles fertig ist.
  • Ein längeres Gespräch mit dem Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt darüber, was er denn so in dieser Jahreszeit kocht. Tolle Ideen hatte der und eine haben wir direkt umgesetzt: Es gab Wild-Leber. Boah, ist die lecker!!!
  • Ausschlafen am Sonntag.
  • Außer trüben Tagen gab es zwischendurch auch welche mit Sonne und Licht. Welch eine Wohltat! Und an einem späten Nachmittag gab es einen unglaublich grandiosen Sonnenuntergang, der tatsächlich dazu führte, dass jemand die Feuerwehr alarmierte, weil er dachte, es würde brennen. Auf Spiegel Online kann man sehen, dass das überhaupt nicht weit hergeholt war.
  • Der Termin mit einem meiner beiden neuen Projektleiter, bei dem es nicht nur um die Inhalte seines Projekts, sondern vor allem um die Aufgabenabgrenzung zwischen ihm und mir ging. Unsere Vorstellungen deckten sich fast zu 100 % und es ist eine solche Wohltat, wie sehr er sich über meine Mitarbeit freut. 🙂
  • Endlich mal wieder ein Treffen mit F. in unserer Stammkneipe. Es gab so viel zu erzählen, dass wir die halbe Nacht hätten füllen können. Schönes und Schweres wechselte sich ab und ich wünschte, meine Müdigkeit hätte länger auf sich warten lassen.
  • „Superman und Spiderman wurden von der Hierarchiebombe getötet.“ Diesen Satz fabulierten zwei Kollegen von mir zusammen, während wir uns alle drei über die aktuelle Arbeitsbelastung auskotzten. Und schon konnten wir wieder lachen.
  • Musik auf den Ohren zum Feierabend. Ich beobachte interessiert, wie unterschiedliche Musik auf mich wirkt. Manchmal gibt es richtige Glücksgriffe, nämlich wenn ich es schaffe, genau die richtig Platte für meine aktuelle Stimmung auszuwählen. Dann fange ich schon bei den ersten Klängen an zu lächeln und zu entspannen. An anderen Tagen könnte das genau die falsche Platte sein. In dieser Woche war u.a. REM richtig.

Der Winter ist da

Ende der letzten Woche sanken die Temperaturen in einer gemein schnellen Geschwindigkeit. Himmel, es wird einem ja bei nichts mehr Zeit gelassen, in die neue Situation rein zu wachsen. Nichts als Stress… Aber wenigstens blieb es trotz wüster Androhungen der Wettervorhersagen trocken. Wahrscheinlich ist es selbst dem Schnee zu kalt. 😉

Die guten Dinge aus der Kälte in der Woche vom 15. bis 21. November 2018:

  • Der fies kalte Ostwind sorgte immerhin gelegentlich für blauen Himmel und hübsche Sonnenauf- und -untergänge.

  • Wieder musste ich meine Zahnreinigung von einer neuen Zahnfee durchführen lassen und war froh, dass sich herausstellte, dass sie sehr nett ist. Sowohl mein Zahnarzt als auch ich waren ganz begeistert, wie super sauber sie meine Zähne gekriegt hat. Hoffentlich bleibt sie mir länger erhalten als ihre Vorgängerinnen!
  • Am Wochenende hatten Herr Grillenscheucher und ich Besuch von A. und K. zum Erbseneintopf. Wir hatten einen sehr interessanten und lustigen Abend, denn die beiden können unglaublich obskure Geschichten über die Bürokratie in Deutschland und in Russland erzählen.
  • Ein für mich neues Projekt hat den Weg zu mir gefunden und der zugehörige Projektleiter freut sich über meine Mitarbeit. Neues Thema, neues Umfeld – spannend. (Auch wenn mich die letzten beiden Tage Auftaktveranstaltung ziemlich geschafft haben.)
  • Für meine Mittagspausen in dieser Woche hat mir Herr Grillenscheucher eine super leckere Spinat-Hack-Quiche gebacken. Schon der Geruch, während sie hier auskühlte, war ein leckeres Erlebnis. Ich bin sehr dankbar für die gute Verpflegung, die mir zuteil wird.
  • S. hat mir lauter schöne Herbstfotos per WhatsApp geschickt.
  • Endlich waren Herr Grillenscheucher und ich wieder gesund genug, um zum Tanzen zu gehen. Weil unser alter Kurs aufgelöst wurde, waren wir zum ersten Mal in dem, in den wir deshalb gewechselt sind. Neue Mitstreiter, anderer Tanzlehrer, eine sehr volle Tanzfläche, aber es lief viel besser als erwartet. Und J., unser neuer Tanzlehrer, gab uns hier und da einen Tipp. Ich fühlte mich sehr wohl und sehr umsorgt.
  • Mein ganz dicker Wintermantel, der mich einigermaßen warm durch den Ostwind bringt.
  • Olga bekam noch eine Wäsche vor dem Winter. Ich liebe es, durch die Waschanlage zu fahren. Das ist fast wie Geisterbahn und es fehlt eigentlich nur noch die Musik dazu. So sieht der Spaß vom Fahrersitz aus aus:

  • Weil die Wettervorhersage uns ja schon mit dem ersten Schnee gedroht hat, haben Herr Grillenscheucher und ich einen Großeinkauf in verschiedenen Supermärkten gemacht. Dabei hatten wir sogar das Glück, dass unsere allerliebsten Nudeln, Bavette, im Sonderangebot waren. Unterwegs gab’s eine Pause mit einer geteilten Dose Aranciata Rossa von Pellegrino – der Geschmack Italiens. Und Herr Grillenscheucher leistete Schlepp-Hilfe beim Verstauen der Vorräte in meinem Keller.
  • Lachen mit Herrn Grillenscheucher. 😀
  • Weil mich die Dunkelheit und die Kälte gerade derart schafft, bin ich immerhin an einem Abend von der Müdigkeit überwältigt sehr früh ins Bett gegangen, habe super geschlafen und bin am nächsten Morgen ganz erholt aufgestanden. Das war herrlich! Nun übe ich mich im früheren Ins-Bett-Gehen, was mal mehr, mal weniger gelingt.
  • Musik gab’s natürlich auch, Momentan ist mir täglich nach was anderem. Heute machte mir Robbie Williams mit seiner „Swing when you’re Winning“ gute Laune. U.a. mit diesem schönen Slowfox:

Stapelweise Termine

Aus irgendeinem unbekannten Grund schaffe ich es immer wieder, dass meine Arzttermine Rudel bilden, obwohl ich wirklich ernsthaft versuche, das zu vermeiden. Vielleicht sollte ich mich über die Rudelbildung mehr freuen, denn dadurch habe ich zwischendurch immer monatelang Ruhe vor Arztpraxen. Ja, das sollte ich wohl tun, auch wenn es momentan anstrengend ist, die Feierabende mit Vorsorge-Untersuchungen zu verbringen.

Zum Glück gab es dabei, davor und danach viele gute Dinge in der Woche vom 8. bis 14. November 2018:

  • Ich war beim Hautscreening zur Hautkrebs-Vorsorge und hatte ein sehr nettes Gespräch über Berufe und Arbeitswege mit der Arzthelferin, während sie die Fotos machte. Hinterher hat der Hautarzt nicht nur die Fotos betrachtet, sondern auch geschaut, ob es außer an diesen Stellen neue Auffälligkeiten gibt, und mich dann damit entlassen, dass alles super ist. Hui, welch eine Erleichterung!
  • Die alljährliche, eher sinnbefreite Abteilungssitzung ist mal wieder überstanden. Dieses Mal war der Raum für die Menge Menschen viel zu klein, was aber immerhin dazu führte, dass es nicht so kalt wie sonst war. Man muss auch für kleine Dinge dankbar sein…
  • Leider war Herr Grillenscheucher am Freitag so krank, dass wir weder zum Tanzen noch uns sehen konnten. Ich habe ihn sehr vermisst und mich total gefreut, dass es ihm am Samstag besser ging, so dass wir uns sehen konnten.
  • Hier in Hamburg wurde der analoge Kabelempfang abgestellt und mein etwas in die Jahre gekommener Fernseher kann keinen DVB-C-Empfang. Ich habe mit mir diskutiert, ob ich wahlweise einen entsprechenden Receiver oder einen neuen Fernseher kaufe. Allerdings ist die Kiste so selten an, dass ich mich dazu entschlossen hab, sie in den Keller zu verfrachten. Bislang finde ich es einfach nur wunderbar, dass das hässliche Ding raus aus meiner Wohnung ist. Und sollte ich es wider Erwarten vermissen, kann ich ja immer noch kaufen, was nötig ist.
  • Herr Grillenscheucher hat mir für meine Mittagspausen so eine Art Shepherd’s Pie in kleinen Muffin-Förmchen gebacken. Lecker ist das! Und außerdem muss ich dank meines eigenen Essens nie in den derzeit sehr langen Schlangen in der Kantine anstehen.
  • Leuchtend gelbes Laub im Regen auf meinem Arbeitsweg. Das leuchtet derart, dass es nahezu in den Augen brennt. Ein unglaublicher Stimmungsaufheller.
  • Genauso wie die leckere Bolo, die es am Samstag gab.
  • Das Projektkarussell im Büro dreht sich weiter. Inzwischen ist immerhin klar, dass ich in einem Projekt weiter arbeiten darf, das ich gern mag und interessant finde. Noch dazu übernimmt es der Projektleiter, mit dem ich meine allerersten Projekterfahrungen gesammelt habe. Ich freue mich sehr, dass wir nochmal zusammen arbeiten dürfen. Und ich amüsiere mich über die Reaktionen auf diese Entscheidung. Ist doch immer wieder interessant, wie sich Menschen verhalten. 😉
  • Ich konnte im Hellen und (!) Trockenen begutachten, ob meine Tannenzweige-Verteil-Aktion im Dunklen geklappt hat. Natürlich nicht so richtig. Welch ein Glück, dass noch ein Bündel Zweige übrig war! Damit konnte ich die übersehenen Stellen ausbessern und jetzt ist der Balkon wirklich fertig gerüstet für den Winter. (Nächste Woche soll es hier den ersten Schnee geben. 😮 )
  • Herr Grillenscheucher und ich haben Pläne für bevorstehende Ereignisse gemacht – hauptsächlich leckere Essenspläne.
  • Nachdem ich schon in meiner Auszeit beim Optiker war, um meine Augen „nachmessen“ zu lassen, und mir dort eine Bildschirmarbeitsplatzbrille empfohlen wurde, hatte ich nun endlich einen Sehtest-Termin beim Betriebsarzt. Erstaunlicherweise wurde mir dort dasselbe empfohlen. Offenbar sind in diesem Bereich die Sparmaßnahmen gelockert worden. Jetzt darf ich mir auf Kosten des Arbeitgebers sogar eine Nahkomfortbrille (mit der man angeblich auch in die Ferne gucken kann) aussuchen und muss nichts dafür bezahlen, wenn ich ein passendes Nulltarif-Gestell für mich finde. Selbst wenn ich für das Gestell zuzahlen muss, dürfte es nicht allzu viel sein. Welch ein Luxus!
  • Ich konnte einer Kollegin, die ich gar nicht kenne und die mich eher zufällig anrief, sehr weiterhelfen, weil ich einfach mein Wissen geteilt habe. Genauso ergab es sich bei einem Gespräch mit einem Kollegen und seine Idee, von der er mir zufällig beim Rauchen erzählte. In meiner Firma wird Wissen eher ungern geteilt und deshalb freut es mich immer ganz besonders, wenn ich diese blödsinnige Attitüde brechen kann.
  • Herr Grillenscheucher hat mir die bereits letzte Woche erwähnte CD von Ed Sheeran „Divide“ auf Anton überspielt. Deshalb höre ich sie auf meinen Nach-Hause-Wegen gerade rauf und runter, höre der Musik und den Texten genau zu. Es verblüfft mich immer wieder, wie glücklich Musik mich machen kann. Wie manche Stücke nur anfangen müssen und schon habe ich ein breites Lächeln im Gesicht und Glücksgefühle im Bauch. Eins davon ist „Galway Girl“:

 

Hochhäuser

Mitten in einem der teuersten Stadtteile Hamburgs, in Harvestehude, stehen zwischen lauter Altbauten 12 Gelbklinker-Hochhäuser – die Grindelhochhäuser. Vor mittlerweile 2 Jahren ( 😳 ) haben Herr Grillenscheucher und ich zwei der viel begehrten Plätze bei der Führung durch diese Häuser beim Denkmaltag ergattert. Vorher fand ich diese Häuser immer faszinierend hässlich, seitdem bin ich fasziniert von ihrer Geschichte und dem Leben in ihnen, wie es kurz nach ihrer Fertigstellung gewesen sein muss.

Auf dem Weg dorthin kommt man an einer sehr hübsch bemalten Hausfassade und Altbauten mit Skulpturen vorbei.

Und dann steht man vor jeder Menge Gelbklinker – Kontrast pur.

Bei unserer Führung war es übervoll. Die Frau, die uns die Hochhäuser nahe bringen wollte, war zwar sehr resolut (fast hätten wir in Zweier-Reihen gehen müssen 😉 ), hatte aber trotzdem Mühe, ihre Schäflein beisammen zu halten. Was wahrscheinlich auch an der Geschwindigkeit lag, die sie vorlegte, die für Rollator-Fahrer definitiv zu schnell war. Aber sie wollte uns halt in der Kürze der Zeit so viel wie möglich von den Häusern zeigen und erklären.

Ursprünglich war die ganze Anlage für die Besatzungsmächte nach dem 2. Weltkrieg geplant bis diese beschlossen, ihr Hauptquartier doch lieber nach Frankfurt zu legen. Der Hamburger Senat entschied sich daraufhin, die Häuser, deren Fundamente bereits gelegt waren, fertig zu bauen. Es entstand eine sehr moderne Wohnanlage mit Müllschluckern, einem Park zwischen den Häusern, Spielplätzen mit Wärtern, einer Wäscherei und einer Tankstelle. Letztere gibt es – leer stehend – immer noch. Dabei lag die doch so praktisch zwischen Ein- und Ausgang der Tiefgarage.

Im Erdgeschoss der Häuser gab es damals alle Läden, die das Herz begehrte: Metzger, Obst- und Gemüsehändler, Schuhladen usw. Außerdem gab es dort Arztpraxen und Cafés. Für das alltägliche Leben musste man das Areal der Häuser quasi nicht verlassen. Das stelle ich mir total praktisch vor.

Die Grünflächen zwischen den Häusern beinhalten einen Teich, viele Bäume und diverse Skulpturen. Letztere haben sich mir nicht so erschlossen, aber das mag daran liegen, dass ich sowas eher überflüssig finde. (Ist es sicherlich nicht. Lediglich ich kann damit nicht so viel anfangen.)

Leider durften wir im Inneren der Häuser nichts besichtigen. Es hätte mich brennend interessiert, wie die Wohnungen geschnitten sind. Wobei das natürlich auch unterschiedlich je nach Haus ist. Es gibt ein Gebäude, das nur aus Ein-Zimmer-Wohnungen besteht. Es wurde extra für die sogenannten Postfräuleins geschaffen: ledige, arbeitende Frauen.

Rein durften wir zwar nicht, aber drauf. Zum Abschluss der Führung waren wir eingeladen, mit auf die Dachterrasse eines der Gebäude zu kommen. Dort gab es nicht nur eine überwältigende Aussicht über Hamburg, sondern wir wurden auch zu Getränken und Kuchen eingeladen. Das war total nett und die Terrasse war obendrein liebevoll herbstlich geschmückt.

Die Aussicht von oben auf eins der Hochhäuser:

Blicke über viele, viele Dächer:

Man konnte die Kirche St. Nikolai (nicht zu verwechseln mit dem Mahnmal St. Nikolai) und das Planetarium von dort oben sehen.

Ist sie nicht wunderschön grün, unsere Stadt? 🙂