Zahnfee, die soundsovielte

Und wieder habe ich eine neue Zahnfee bei meinem Zahnarzt, die die Prophylaxe-Behandlungen macht. War ja klar, nachdem die letzte unbedingt aus dem schönen Hamburg ausgerechnet nach Frankfurt gehen wollte. Dennoch nervt mich dieser permanente Wechsel – ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie viele mich dort inzwischen behandelt haben. Schließlich ist auch bei Zahnfeen die Behandlung nicht gerade ein Spaß! Heute allerdings war es nur eine Taschenmessung, die ich zwar unangenehm,aber nicht schlimm fand. Das Ergebnis hingegen war niederschmetternd: mein neues Jahr wird mit einer Parodontose-Behandlung beginnen. 🙁 Manchmal frage ich mich schon, ob es schlau ist, sich so viel in den Zähnen rumstochern zu lassen wie mit den Prophylaxe-Behandlungen. Ich hatte definitiv weniger behandlungsbedürftige Zahnprobleme, bevor ich damit anfing. Seufz.

  • Eine erstaunliche und öffentliche Äußerung meines Direktors. Hey hey, der ist ja doch lernfähig! 😮
  • Meine neue Zahnfee ist sehr lieb und dafür, dass sie neu ist, kann sie ja nichts. Sie hat geduldig alle meine Fragen beantwortet und sie hat begriffen, dass ich da immer mit Panik im Nacken hin komme. Letzteres war total wichtig für mich, weil sie diejenige sein wird, die die Parodontose-Behandlung macht. Hoffentlich vergisst sie es nicht!
  • Was war ich froh, danach irgendwann endlich wieder zu Hause zu sein! Mein Zuhause, mein Kokon.

Zahnarzt

Auch wenn ich es total und ganz und gar schrecklich finde, zum Zahnarzt zu gehen, mag ich meinen total und ganz und gar. Es ist ja sowieso in den seltensten Fällen der Arzt, der so unangenehm ist (und wenn, hat man den falschen), sondern das Rumgefuchtel im Mund und das wehrlose Gefühl dabei. Mein Zahnarzt jedenfalls trägt immer lustige bunte Tücher auf dem Kopf und findet es schrecklich, dass er der Überbringer der schlechten Nachrichten ist. Über letzteres haben wir uns vorhin unterhalten und ich konnte ihn nicht mal annähernd davon überzeugen, dass zumindest ich nie denke, er hätte Schuld, wenn ich eine unangenehme Behandlung ertragen muss. Fast hätte ich ihn tröstend in den Arm genommen, dabei muss doch mir ein Weisheitszahn gezogen werden. 😮

Das einzige, was ich an der Praxis nicht mag, ist, dass die Zahnfeen (sprich diejenigen, die die Prophylaxe machen) ständig wechseln. Ich war noch bei keiner öfter als 3 Mal, also länger als 1,5 Jahre. Immer hab ich mich gerade an eine gewöhnt, dann geht die schon wieder weg. 🙁 Interessanterweise sind es immer Frauen, was mir ein Rätsel ist.

Gute Dinge:

  • Letzte Nacht konnte ich ewig lange nicht einschlafen. Ich war zu aufgewühlt von den Kneipengesprächen. So ein Glück, dass ich heute nicht früh aufstehen musste! Ich habe das Licht wieder angeschaltet und gelesen bis mir die Augen zu fielen. Mein aktuelles Buch ist „Kleine Abschiede“ von Anne Tyler. Mein Lieblingsszene ist die, in der es um die Ehe und wer sie erfunden hat, geht.

„Alle reden Dir ein, dass es nicht ohne geht, besonders die Frauen. Deine Mutter, deine Tanten und deine Freundinnen. Dann bist du verheiratet und stellst fest, wie aufgeblasen er ist und dass er immerzu irgendwas redet, zu allem seinen Senf dazutun muss, ständig mit seinen triumphalen Arbeitserfolgen protzt. >Das habe ich ihnen gesagt, und dies hab ich ihnen gesagt<, und wenn du fragst: >Was haben sie dazu gesagt?<, kriegst Du zur Antwort: >Oh, das weißt du doch, aber dann habe ich’s ihnen gegeben, habe ihnen die Meinung gesagt, ihnen den Marsch geblasen<, ich, ich und noch mal ich. Und wenn du das deiner Mutter erzählst, deinen Tanten und so weiter, sagen sie alle: >Ja, ja, die Ehe ist eine Landplage.< Aber wenn ihr so denkt, möchte ich dann fragen, wieso habt ihr das nicht vorher erzählt? Wo wart ihr, als ich mich verlobt habe?“

aus: Anne Tyler, Kleine Abschiede

  • Letzte Nacht kreiselte u.a. die Regenrinne durch meine Gedanken, ja, die Regenrinne. Ich hatte nämlich schon vor vielen Wochen deshalb die Hausverwaltung angerufen, weil in der Regenrinne bereits kleine Bäumchen wuchsen. Mir wurde versichert, dass diesbezüglich schon ein Auftrag raus gegangen sei, aber passiert war ja immer noch nichts. Nun machte ich mir Sorgen, dass ich vielleicht doch zusätzlich meinen Vermieter hätte informieren müssen. Und heute stellte ich überrascht fest, dass die Regenrinnen blitzblank geputzt sind. Juchuh, ein Problem weniger! So sahen sie nämlich vorher aus – von Rinne nichts mehr zu sehen:

  • Mühsam die Prophylaxe-Behandlung überstanden, aber eben überstanden. Uffz. (Meine aktuelle Zahnfee geht leider auch wieder. Ausgerechnet nach Frankfurt. Was will man denn da???)

Kurz und gut

  • Kurz nach Mitternacht habe ich endlich die letzte Seite meines aktuellen Buches gelesen: „Der Circle“ von Dave Eggers. Ein Buch, bei dem ich ständig: „Nein, tut das nicht. Tut das bloß nicht!“, gerufen hab und dabei ging es weder um widerliche Serienkiller noch um entsetzliche Kriege. Es ging um ein Internet-Unternehmen, dass jegliche Privatheit abschaffen will. Ich fand den Inhalt gruselig und empfehle das Buch trotzdem, weil es vorführt, was möglich wäre. Aber ich war schon sehr erleichtert als es zu Ende war.
  • Die Ergebnisse einer wichtigen Besprechung wurden uns sofort mitgeteilt und keins davon gefährdet meine diesjährigen Auszeit. Uffz! (Die nächste Besprechung mit möglichen derartigen Folgen ist Anfang Februar.)
  • Der Termin bei meiner Zahnfee war mal wieder super und fast schmerzfrei. 🙂

Herbstanfang

Nun sagt es auch der Kalender: Es ist Herbst. Das Laub färbt sich bunt, Kastanien fallen und auf meinem Balkon sind tatsächlich ein paar kleine Zierkürbisse gewachsen.

53_Kürbis

  • Im Laufe des Tages haben sich die Wolken endlich mal verzogen und es gab wunderschönen, immer noch warmen Sonnenschein.
  • Ich war zur Zahnreinigung, was nun nicht zu meinen größten Hobbys gehört. Und dann begrüßte mich auch noch eine andere als „meine“ Zahnfee. 😥 Zu meiner riesengroßen Erleichterung konnten die beiden in Sekundenschnelle die Patientinnen tauschen. Uff! „Meine“ Zahnfee ist nämlich ganz besonders behutsam und unglaublich witzig. Eine Stunde Lachen und dann waren die Zähne wieder sauber und schön glatt.
  • Mein Adventskalender war im Briefkasten. Ja, richtig gelesen, mein Adventskalender, und nein, es ist nicht zu früh dafür. Er ist nämlich etwas, was mir die dunkle Zeit für ein paar Wochen versüßt. Ich bestelle ihn schon seit einigen Jahren bei Andere Zeiten und jedes Jahr bringt der Kalender mich zum Staunen, Weinen, Lachen, Nachdenken und Innehalten. Außerdem erfüllt er einen meiner großen Kindheitswünsche: Er beginnt nicht erst am 1. Dezember, sondern am Abend vor dem 1. Advent, und er endet nicht am 24. Dezember, sondern am Dreikönigsfest im Januar. 😉