Der Nachtrag vom Wochenende

Dieses Wochenende war ich das erste Mal in diesem Jahr bei Herrn Grillenscheucher. Wir hatten es schön und sonnig und entspannt. Und es so toll, wie der Frühling sich ins Zeug legt. Überall blühen die Forsythien in gelb und die Kirschbäume in rosa und bunte Ostereier hängen in den Vorgärten.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Morgens schon hatte ich einen Termin beim Orthopäden. Die Arzthelferin, die ich dort am liebsten mag, ist wieder gesund und hat sich sehr über die Tüte merci petits gefreut, die ich für alle als Dankeschön mitgebracht hatte. Das haben sie sich wirklich verdient, so toll, wie die Praxis funktioniert. Die Vertretungsärztin – der Doktor war krank – hat mir ohne Diskussion ein neues Rezept für die Physiotherapie verschrieben und sich gewundert, dass ich dafür extra kommen musste. Der Doktor ist da eben knauseriger. Einziger Wermutstropfen: die Vertretungszeit meines Physiotherapeuten ist beendet und ich muss mit anderen arbeiten. 🙁

  • Der überraschende Anruf von S. und wir haben geplappert als hätten wir uns vorgestern erst gesprochen. Dabei war es nach vielen Mails unser erstes Telefonat miteinander.
  • Noch ein erstes Mal in diesem Jahr: Ich bin wieder mit Olga gefahren. Zuerst wollte sie nicht so recht und ging einfach wieder aus. Im zweiten Versuch mit viel Gas konnten wir dann doch los. Nicht ganz so angenehm für meine Schulter, das Autofahren, aber zusammen haben wir es geschafft.
  • Bonus: Und noch ein erstes Mal in diesem Jahr: Die Sonne schien und es war so warm, dass wir auf dem Balkon von Herrn Grillenscheucher Prosecco trinken konnten.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Herr Grillenscheucher und ich haben meine Pflanzen aus dem Winterquartier bei ihm wieder auf meinen Balkon gebracht. Der Lorbeer und der große Rosmarin treiben schon wieder aus – sieht super aus.
  • Eine kleine Einkaufstour mit Olga. U.a. haben wir viele Saattütchen und mein neues liebstes anti-alkoholisches Kaltgetränk erstanden: Rhabarber-Schore von Hella. Sieht ein bisschen eklig aus, schmeckt aber hervorragend säuerlich. Zwischendurch gab es auch noch den Geschmack Italiens im Mund.

  • Und weil es gestern schon so schön war, haben wir nochmal Prosecco auf Herrn Grillenscheuchers Balkon getrunken.

Die guten Dinge von heute:

  • Ausreichend geschlafen und danach eine Latte Macchiato ans Bett serviert bekommen.
  • Herr Grillenscheucher hat sich um Anton gekümmert. WhatsApp läuft jetzt auf meiner neuen Handynummer und Landkarten für unsere Kreuzfahrt sind auch drauf, damit wir uns unterwegs nicht verlaufen.
  • Wieder zu Hause erwarteten mich auf meinem Balkon glücklich aussehende Pflanzen. Der Liebstöckel ist um mindestens 10 cm am Wochenende gewachsen. Die Kroken blühen um die Wette. Der Jasmin kriegt grüne Blätter und der Baum vor meinem Balkon auch. Hach!

    

    

  • Bonus: Die Kresse hat sich ebenfalls prächtig entwickelt und wird gleich mein Abendessen bereichern.

Kurz und gut

  • Ein Termin war statt nach 6 schon nach 4 Stunden vorbei, weil alles notwendige besprochen war. Geschenkte Zeit, wie schön.
  • Krafttraining beim Physiotherapeuten. Ich habe ja noch nie an so einem Fitness-Center-Gerät gesessen, aber es war genauso langweilig, wie ich es mir vorgestellt habe. Gut, dass ich mich nie in so einem Club angemeldet habe! 😉 Noch besser war, dass mir die Übungen nur wenig Schmerzen bereitet haben.
  • Der Anruf von F., lange gequatscht und auch noch einen Treffen-Termin gefunden. 🙂

Paukenschlag

Das Jahr 2016 ging für mich mit einem gefühlten Paukenschlag zu Ende: Bei einem blöden Sturz habe ich mir das linke Schlüsselbein gebrochen. 🙁 Deshalb war hier so lange Schweigen im Blog. Ich konnte physisch nicht tippen, wollte das aber auch gar nicht. Zu tief war meine Verstörung darüber, dass ausgerechnet mir so was passiert ist. Langsam und in Minischritten geht es mir besser. Ich kann wieder mit 10 Fingern tippen. Der linke Arm wird dank der Qualen bei der Physiotherapie immer beweglicher. Irgendwann ist bestimmt wieder alles gut.

Trotzdem gab es eine Menge gute Dinge in den letzten fast zweieinhalb Monaten. Eine vermutlich unvollständige Aufzählung, bei der die Reihenfolge keine Gewichtung ist:

  • Das Glück, dass ich in einem Land mit so guter ärztlicher Versorgung lebe und durch die Krankenkasse und meinen Arbeitgeber so gut abgesichert bin.
  • All die hilfreichen, herzlichen und fröhlichen Mitarbeiter im Krankenhaus, in der Arztpraxis und im Physiotherapiezentrum.
  • Ich habe einen wunderbaren Orthopäden kennengelernt (obwohl die doch eigentlich gar nicht wunderbar sein können 😉 ). Ich hatte die perfekte Chirurgin im Krankenhaus, die mich Nervenbündel unglaublich beruhigt hat. Ich habe einen super guten Physiotherapeuten gefunden.
  • Schlafen, schlafen und noch mehr schlafen. Ich habe ja gedacht, dass ich irgendwann genug davon habe, aber das ist nicht der Fall. 😉
  • Herr Grillenscheucher war die ganze Zeit bei mir und ist es immer noch. Er ist quasi bei mir eingezogen und hilft mir bei wirklich allem, was ich nicht allein kann. Das war und ist eine so riesengroße Hilfe – unbeschreiblich!
  • Dass Herr Grillenscheucher und ich so lange Zeit auf so engem Raum zusammen leben können, ist eine richtig tolle Erfahrung. Wir sind unsere Unabhängigkeit gewohnt und darauf plötzlich ohne Groll verzichten zu können, ist definitiv keine Selbstverständlichkeit.
  • Diese lange gemeinsame Zeit hat uns unglaublich viele sehr intensive Momente miteinander beschert. Und sehr viele alberne Momente. 🙂
  • Leckeres Essen und das Ausprobieren neuer Rezepte, z.B. Skrei auf Tomaten. Sehr besonders war auch der Moment, als ich wieder Gemüse schnippeln konnte.
  • Ich habe viel Geduld, viel Langsamkeit und mehr Achtsamkeit gelernt. Hoffentlich kann ich das in den Alltag rüber retten.
  • Die Menschen, die wirklich da waren mit ihren Anrufen, Mails, Postkarten, WhatsApp-Nachrichten und Besuchen. Vor allem im Krankenhaus war WhatsApp eine tolle Ablenkung.
  • Die Erfindung der Duschmatte! Seit ich so ein Ding habe, kann ich wieder ohne Angst auszurutschen unter die Dusche gehen. (Es ist erstaunlich, wovor ich Ängste entwickelt habe, obwohl der Sturz in einer ganz anderen Situation passiert ist.)
  • Mein Blog hat ein neues Kleid bekommen, das mir sehr gut gefällt.
  • Ich habe Minigärten ausgesät, die nun an meinem Schlafzimmerfenster stehen. Zuerst nur Salat, Schnittlauch und Basilikum, denn die Blümchen dürfen erst nächsten Monat laut Packungsangaben. Der Salat steckt sogar schon grüne Spitzen aus der Erde.

  • Der Winterjasmin hat endlich Blüten bekommen. Sehr spät in diesem Jahr, so dass ich schon Sorge um ihn hatte.

Mieser Tag

Nee, das war heute alles nichts. 🙁 Was für ein kleiner, mieser, ärgerlicher Tag. Dass er nicht so richtig toll werden würde, damit hatte ich ja schon gerechnet, aber erstens stirbt die Hoffnung zuletzt und zweitens hätte es so mies nun wirklich nicht kommen müssen.

  • Auf dem Weg zum langen, beruflichen Termin stand ich 2/3 der Fahrt im Stau. Ein Glück war ich rechtzeitig los gefahren und nahm zum Schluss noch einen Schleichweg, so dass ich pünktlich da war. Außerdem hatte ich so genug Zeit, die Uhr von Olga auf die Winterzeit umzustellen. 😉
  • Die Veranstaltung dank Kaffee, Schokolade und Kuschel-Cape im Gepäck überstanden. Hinterher auf dem Weg zurück ins Büro mit meinen beiden Projektleiterinnen gelästert und schallend gelacht. Das entlud immerhin die Spitze unseres Zorns und unserer Wut auf unerträglich dämliche Entscheidungen.
  • Beim Einkaufen auf dem Nachhauseweg (noch ein Stau…) bei den Gebrüdern A. gab es nicht alles, was auf meiner Liste stand. Menno, kann denn heute nicht irgendwas einfach so laufen wie gewünscht??? Dafür fand sich zu Hause eine Mail von S. mit der Frage: „Heute schon gelächelt?“, die mich zum richtigen Lächeln brachte – kein Trotz-Lachen. 🙂 Außerdem konnte ich mir in einem Telefonat mit D. den Frust von der Seele reden und ich habe mich sehr gefreut, dass es ihr langsam und fühlbar besser geht.

Ende gut, alles gut oder so. 😉

Schuldig gesprochen

Man kennt das ja. Schon kleine Kinder zeigen gern mal auf jemand anderen: „Der war’s, nicht ich!“. So ziemlich jeder zieht sich lieber aus der Affäre als einen Fehler oder auch nur die Beteiligung an einem Fehler einzugestehen. Vermutlich ist das menschlich, auch wenn es oft genug viel einfacher ist, Fehler zuzugeben statt lange Geschichten zu erzählen. Meine Erfahrung ist jedenfalls, dass ein Eingeständnis schneller zur Schadensbegrenzung führt und dass einem nicht der Kopf abgerissen wird, weil eben jeder mal was falsch macht. Ist ja auch ganz menschlich, gell.

Kollektiv auf jemanden zu zeigen und zu sagen: „Der war’s, wir nicht!“, das finde ich mehr als schwierig. Gerade wenn es mehrere Beteiligte gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es diverse Wechselwirkungen gab und niemand allein eindeutig schuld ist. Auch dann, wenn der „der war’s“ ganz offenkundig nicht begreift, dass sein Verhalten ein Fehler war. So geschehen heute auf einer gewerkschaftlichen (!) Veranstaltung. Und nun liebäugel ich mit einem Austritt aus der Gewerkschaft. Nicht gut. Dafür war heute gut:

  • WhatsApp mit S. am frühen Morgen und der Mitteilung, dass heute sowohl der „Bring Your Teddy Bear To Work Day“ als auch der „Internationale Tag der Frustrationsschreie“ ist. Beides hätte perfekt zu meinem Tag gepasst. 😡 Das führte endlich dazu, dass ich nun von zwei Internetseiten gemailt bekomme, welcher Tag eigentlich gerade ist. Etwas, was ich schon lange tun wollte.
  • Die oben beschriebene Veranstaltung überstanden und immerhin ein paar mir neue Erkenntnisse gehabt. Zu dem Thema gab es abends noch ein Telefonat mit meinem Lieblingskollegen M., bei dem ich Dampf ablassen konnte.
  • Leckere Essenspläne von Herrn Grillenscheucher für das fast schon greifbare Wochenende.