Zweiter Herbststurm

Heute fegte der zweite Herbststurm des Jahres namens Xavier über Hamburg hinweg. Eine gute Stunde lang mochte ich überhaupt nicht raus gucken, weil sich die Bäume beängstigend vor dem Bürofenster bogen. Die Bevölkerung wurde gebeten, sich nicht nach draußen zu begeben. Puh, das war schon heftig!

  • Meine süße Olga, mit der ich unterwegs war, hat alles gut weg gesteckt.
  • Auf meinem Balkon ist alles stehen und hängen geblieben.
  • Der Lieblings-Nachbar hatte die große Heine-Lieferung für mich angenommen und ich bekam noch ein paar Schmuseeinheiten mit seinem Hund W., der schon längst kein Welpe mehr ist. 🙂 Die spätere Anprobe war nicht so ergiebig. Ich gebe ja gern zu, dass ich nicht besonders lang geraten bin, aber auch nicht besonders kurz, also diesbezüglich eher normal. Deshalb frage ich mich ernsthaft, wie eine normal lange Frau Röcke von Heine trägt, ohne bei jedem Schritt über den Saum zu stolpern. Nun gut, hat eine Menge Geld gespart. 😉 Und immerhin haben sie alles auf einmal geliefert, so dass ich die einzelnen Teile auch gut vergleichen konnte.

Der Nachtrag vom Wochenende

Auch wenn der Freitag irgendwie holperte, weil so viele kleine störende Dinge passierten, war es ein schönes Wochenende.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Endlich mal kein Regen am Freitag und damit ein trockener Einkauf auf dem Wochenmarkt mit genug Zeit für ein Schwätzchen hier und da. Super leckeren Käse probiert und natürlich auch gekauft.
  • Rumblödeln mit Herrn Grillenscheucher. 😀
  • Tanzen war schwierig, weil der Saal unerwartet voll war. Das Gute daran ist aber, dass unser Kurs nicht in den viel kleineren Saal umziehen muss. Eine Befürchtung, die ich in den letzten eher wenig besuchten Tanzstunden hegte.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Besuch im Waschcenter. Ich war schon ewig in keinem mehr, aber nun mussten die Bettdecken doch endlich mal gewaschen werden. Und ich war wirklich positiv überrascht. Ein sehr sauberer Laden und die Maschinen dort waren unglaublich schnell. Waschen und Trocknen hat gerade mal eine Stunde gedauert. 😮
  • Während die Waschmaschine lief, teilten Herr Grillenscheucher und ich uns einen Smoothie und einen Becher Obstsalat. Lecker und gesund. 😉
  • Nach dem Waschen kamen die Decken in genial große Trockner. Wir fuhren währenddessen Olga durch die Waschanlage und stellten hinterher fest, dass die Auto-Staubsauger dort kostenlos sind. Es gab sogar so eine Art Teppichklopfer-Maschine für die Fußmatten – auch kostenfrei. Wow! Zurück im Waschcenter waren die Decken trocken und ich hatte eine saubere Olga und saubere Bettdecken. 🙂
  • Bonus: Herr Grillenscheucher hat total leckeres Fischfilet Bordelaise gemacht. Das war mindestens so lecker wie das von Iglo.

Die guten Dinge von heute:

  • Eine Regenpause für den Heimweg erwischt und sogar mein Lieblingsparkplatz war frei.
  • Die vom Waschen und Trocknen jetzt total fluffige Winterbettdecke bezogen. Hier gibt es nachts nämlich nur noch einstellige Temperaturen – brrrr.
  • Vorfreude auf meine morgige Verabredung mit F. und einen Tisch in der Kneipe unseres Vertrauens konnte ich auch noch ergattern.

Frustriert

Zum herbstlich grauen, kühlen, regnerischen Wetter kam heute kurz vor Feierabend auch noch eine Mail, nach der eine weitere und vermutlich größere Runde darum gedreht werden muss, ob all die Projekte, an denen u.a. ich gerade arbeite, überhaupt sinnvoll sind. Schon wieder! Es ist ja nicht so, dass unsere Aktivitäten nicht sowieso regelmäßig mit der Lupe überprüft werden würden. Und natürlich sollte man immer einen Blick darauf haben, ob irgendwas noch Sinn macht zu tun. Die Machtkämpfe, die unter diesem Label ausgefochten werden, sind allerdings komplett sinnlos. Außerdem macht es mich gerade richtig mürbe, immer wieder des sinnlosen Tuns bezichtigt zu werden. 👿 Dafür habe ich eine Menge kleiner guter Dinge zu berichten. Sozusagen ätsch.

Eins noch von gestern:

  • Eine Mail von meiner Mama, die die schlechte familiäre Nachricht ein bisschen weniger schlimm machte.

Und die vielen von heute:

  • Mit Olga durch den Regen zur Arbeit und zurück zu fahren und dem Wackel-Blümchen auf dem Armaturenbrett zu zu grinsen.
  • Eine Zuständigkeit offiziell für beendet erklärt und das ist jetzt auch in einem Protokoll fest gehalten.
  • Ein zwar kurzes, aber gut tuendes Gespräch mit D.
  • Ein Workshop mit sehr kompetenten Beratern, die wirklich da sind für uns und nicht einfach nur den Auftrag ergattern wollten.
  • Auf einem der vielen Flure meiner Firma begegnete ich einem mir unbekannten Kollegen, der einen Teller Kekse trug und mir einfach so einen anbot. (Es gibt sie eben doch, die netten Kollegen…)
  • Ein trockener Heimweg.
  • Ein Lächeln per WhatsApp geschickt bekommen.
  • Die Mail von meinem Bruder, dass er beim Renovieren hilft.
  • Passend zum herbstlichen Wetter Teelichte angezündet.
  • Nach dem Aufschreiben dieser Liste geht es mir wieder besser. 🙂

Der Nachtrag vom Wochenende

Das Wochenende war überschattet von den Ausschreitungen gewalttätiger Idioten. Der G20-Gipfel wurde zur Nebensache – so richtig ist da ja auch nichts bei rum gekommen. Bilder und Nachrichten über die Zerstörungen in der Schanze, in Altona und in Eimsbüttel überlagerten alles. Was für ein Wahnsinn! Dabei gab es auch eine Menge friedlicher Proteste und es wäre einfach wunderbar, wenn die Bilder davon um die Welt gingen.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Noch ein Urlaubstag und ich habe wunderbar lange ausgeschlafen.
  • Als Herr Grillenscheucher und ich auf dem Wochenmarkt ankamen, packten die paar Händler, die überhaupt gekommen waren, schon zusammen. Es ging das Gerücht, dass sich die gewalttätigen Idioten auf den Weg in meinen Kiez gemacht haben. Wir haben innerhalb von Sekunden komplett umdisponiert: Matjes statt Schweinefilet, weil der Schlachter schon los fuhr; meine Wohnung statt die von Herrn Grillenscheucher, damit Olga sicher in der Garage stehen kann. Und was morgen ist, sehen wir dann eben morgen. Es war toll, wie schnell und einvernehmlich wir das hin gekriegt haben. Leider konnten wir wegen der möglichen Gefahrenlage auch nicht zum Tanzen fahren.
  • Lange an diesem schwülen Sommerabend auf dem Balkon gesessen. Später haben wir fassungslos den Nachrichten gelauscht. Ein Glück kamen die Idioten hier nicht an. Und ein Glück ergab ein Telefonat, dass es meinem Bruder gut geht und er in seiner Wohnung in der Schanze gerade Comics liest. 🙂

Die guten Dinge von Samstag:

  • Die Abreise der G20-Teilnehmer verhinderte unser geplantes Treffen mit S. und L., die wegen der Straßensperrungen gar nicht von zu Hause losfahren konnten. Zum Glück konnten wir das Treffen spontan um eine Woche verschieben.
  • Ein geteilter Smoothie beim Einkauf für das Abendessen.
  • Leckere Bolo und viel Gesprächsstoff mit Herrn Grillenscheucher.

Die guten Dinge von heute:

  • Ein richtig schöner Sommertag! 😎
  • Rum albern mit Herrn Grillenscheucher beim Frühstück.
  • Meine Ringelblumen haben angefangen zu blühen.

Der Nachtrag vom Wochenende

Dieses Wochenende war für mich ein verlängertes, denn ich hatte heute Urlaub. 😎 Besuch aus dem Schwabenländle war in unserer schönen Stadt und das will man sich schließlich nicht durch so profane Tätigkeiten wie Arbeiten verderben lassen. Hach ja, schön war’s.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Eine ungewohnt frühe Sitzung überstanden und danach hatte ich endlich Zeit, mich in Ruhe um die diversen Terminwünsche zu kümmern.
  • Kein Regen beim Einkauf auf dem Wochenmarkt.
  • Beim Tanzen gab es wieder eine neue Figur, den American Spin im Jive. Wir kennen diese Figur schon sehr lange und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie viel Mühe ich damals hatte, diese Drehung hin zu kriegen, ohne die Balance zu verlieren. Jetzt, in der Wiederholung, habe ich gemerkt, dass ich in all den Jahren offenbar doch einiges gelernt habe. Annähernd mühelos war ich am Rumwirbeln. Das war richtig schön.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Dank relativ frühem Schlafen-Gehen wunderbar ausgeschlafen aufgestanden.
  • Olga bekam eine gründliche Wäsche in der lustigen Waschanlage mit den tanzenden blauen Lappen.

  • Beim Einkauf im Drogeriemarkt habe ich eine neue, schicke und bequeme Lesebrille gefunden. Eine von meinen ist nämlich kürzlich kaputt gegangen und es ist einfach lästig, nicht an jedem strategisch wichtigen Ort eine liegen zu haben, die man schnell greifen kann.
  • Bonus: Ein schöner Abend mit Herrn Grillenscheucher, bei dem wir endlich entschieden haben, wohin wir unseren Besuch aus dem Schwabenländle führen wollen. Wurde ja auch Zeit. 😉

Die guten Dinge von Sonntag:

  • Noch ein paar Dinge erledigt gekriegt bevor es los ging zu unserem Treffen mit dem Besuch aus dem Schwabenländle.
  • C. und M. wieder in die Arme zu schließen. Hach!
  • Wir sind durch das Karo-Viertel geschlendert und von dort in die Schanze gegangen. In einem unserer Lieblings-Restaurants, der Taverna Romana, haben wir uns in den Innenhof gesetzt und lecker gespeist. Die Speisekarte ist ein wüstes Durcheinander aus italienischen, griechischen und deutschen Gerichten, aber alles ist total lecker. Anschließend ging es noch in die Grete, um den ein oder anderen Absacker zu trinken. Erzählt und gelacht und einfach eine schöne Zeit gehabt. Mit Glück haben wir die letzte Bahn nach Hause bekommen – uffz.

Die guten Dinge von heute:

  • Einen Urlaubstag zu haben. Meistens schien die Sonne, aber es war nicht zu heiß für eine Stadtführung. 😎
  • Mittags mit C. und M. getroffen und Herr Grillenscheucher führte uns von einer kleinen Kostbarkeit unserer Stadt zur anderen und erzählte viele, spannende Geschichten dazu. Wunderbar! Wäre Herr Grillenscheucher mein Geschichtslehrer gewesen, hätte ich das Fach total spannend gefunden.
  • Im Lieblingscafé im Portugiesenviertel sitzen und Tosta Mista in der Sonne essen. Etwas später am Stintfang mit Blick über den Mini-Weinberg und die Landungsbrücken in der Sonne sitzen. Wie sehr habe ich mir gewünscht, auch morgen noch Urlaub zu haben und einfach weiter durch das hübsche Hamburg trudeln zu können. Aber an der Stelle musste ich mich leider ausklinken, damit das Büro mich morgen in gewohnter Form wieder hat.