Barcelona

Das war ein sehr seltsamer Tag. Aber immerhin begann er mit einem wunderschönen Sonnenaufgang.

Herr Grillenscheucher und ich waren ja schon einmal während einer Kreuzfahrt in Barcelona und hatten damals richtig Stress, rechtzeitig zurück zum Schiff zu kommen. Die Stadt ist einfach riesig und für Tagesausflüge deshalb nicht wirklich geeignet. Dieses Mal hatten wir bereits von zu Hause Tickets für einen Hop-on-Hop-off-Bus gebucht und geglaubt, dass damit alles einfacher wird. Weit gefehlt!

Wir haben den offiziellen Hafenshuttle-Bus raus aus dem Hafen genommen. Der kostete 4 € pro Nase hin und zurück, während die TUI für ihren Shuttle 9 € verlangt. Keiner von beiden fährt öfter als der andere. Warum also mehr als das doppelte ausgeben?

Der Hop-on-hop-off-Bus fuhr auf zwei Routen durch Barcelona. Wir haben zuerst die westliche Route genommen, sind auf einem Berg ausgestiegen und haben uns Barcelona von oben angesehen.

Der nächste Bus brachte uns zum Stadion vom FC Barcelona, wo unverständlicherweise so viele Menschen ausstiegen, dass wir endlich Plätze auf dem Oberdeck des Busses bekamen.

Auf dem Oberdeck war es zugig und die Sonne brezelte auf unsere Köpfe, aber wir konnten wenigstens was sehen. Dennoch gefiel es Donany vorher unten im Bus besser, wo er sogar einen eigenen Fensterplatz hatte:

Nun ja, die Zugluft würde mich noch die nächsten Tage beschäftigen. Erstmal habe ich die Kamera gezückt und ein paar Eindrücke eingefangen:

Am Plaza Catalonia sind wir wieder ausgestiegen und haben eine kleine Pause gemacht.

Ich weiß nicht, irgendwie ist mir Barcelona zu pompös. Selbst das Gebäude, in dem C&A ist, sieht aus wie eine Luxusboutique:

Und die Straßenlaternen erkennt man vor lauter Schnörkeln kaum als solche. Obwohl ich zugegen muss, dass ich die Idee, sie mit Sitzbänken auszustatten, echt super finde.

Wir sind in einen Bus der Ostroute umgestiegen und bekamen auf Anhieb Plätze auf dem Oberdeck. Unterwegs gab es Gassen, die direkt bis an den Strand führten.

Weniger schön (finde ich) waren die Neubauten:

Fast auf der Hälfte der Strecke überlegten wir, ob wir überhaupt noch genug Zeit für den Rest haben. Schwer zu sagen, denn das ist ja extrem abhängig von der Verkehrssituation. Wir entschlossen uns vorsichtshalber, vorzeitig aus zu steigen und verpassten dann auch noch den nächsten Haltepunkt des Busses. Also nahmen wir den übernächsten und latschten durch Viertel zurück Richtung Hafen, die wir sonst vermutlich nie gesehen hätten.

Streckenweise war es ein bisschen unheimlich, aber dafür kamen wir auch durch einen richtig tollen Park mit einem grandiosen Denkmal.

Und endlich waren wir zurück im gotischen Viertel ganz in der Nähe des Hafens. Puh, war ich erleichtert! Es war sogar noch Zeit für eine kurze Pause hinter der Kathedrale in einem ganz friedlichen Innenhof, wo ein Café selbstgemachte Smoothies anbot. Hach, herrlich, endlich was, was meinen Blutzuckerspiegel zurück auf Normalniveau gebracht hat!

 

Von dort sind wir zurück zum Hafenshuttle gelaufen. Ich war einigermaßen nervös, denn schließlich durften wir nicht nur das Schiff nicht verpassen, sondern ich auch meinen Massagetermin nicht. Herr Grillenscheucher tat alles, um mich zu beruhigen und hat es auch geschafft. Schließlich waren wir total rechtzeitig zurück und ich bekam eine Massage, auf die ich nach diesem Tag überhaupt keine Lust hatte. Gut getan hat sie trotzdem sehr.

Abends haben wir an sehr schönen Fensterplatz im Atlantic gegessen und ich habe zwischendurch eine Menge Fotos von einem grandiosen Sonnenuntergang gemacht:

Die guten Dinge von Montag, 15. Mai 2017:

  • Herrn Grillenscheucher in die Arme zu schließen.
  • Das anstrengende Barcelona bewältigt und der leckere Smoothie genau zum passenden Zeitpunkt.
  • Die Massage, die mir so gut tat.
  • Bonus: Der wundervolle Sonnenuntergang.

 

Civitavecchia

Civitavecchi – der unvermeidliche Hafen auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer. 🙁 Es ist der Hafen, der am dichtesten bei Rom liegt. Also werden von TUI Cruises jede Menge Ganztagesausflüge nach Rom angeboten – in der Regel mit einem Transfer per Bus. Geschätzte Fahrzeit laut dem Landausflüge-Programm ist 1,5 Stunden für eine Strecke. Die Preise sind dafür sind nicht ohne. Erheblich billiger ist die Tour, wenn man sie eigenständig mit dem Zug macht. Aber auch der Zug braucht fast 1,5 Stunden bis nach Rom.

Herr Grillenscheucher und ich kennen und lieben Rom. Für uns wäre es schrecklich, nur ein paar Stunden in dieser riesigen, wundervollen Stadt zu verbringen.Civitavecchia selbst haben wir uns bei einer unserer letzten Kreuzfahrten näher angesehen und müssen leider sagen: hässlich, langweilig und überhaupt nicht wiederholenswert.

Deshalb haben wir uns vor dieser Kreuzfahrt durch das Internet gehangelt und gehofft, irgendwas in der Nähe von Civitavecchia zu finden, was wir uns gern angesehen hätten. Leider ohne Erfolg. In der erreichbaren Nähe gibt es einfach fast nichts und auf jeden Fall nichts, was uns beide interessiert hätte. Also sind wir an diesem Tag an Bord geblieben, was ganz angenehm war, da nur wenige Gäste ebenfalls geblieben waren.

Gleich morgens wurde das Schiff mit allem möglichen beliefert, Obst und Gemüse z.B.

Gleichzeitig wurde unser Müll weg gekarrt:

Wir hatten einen sehr entspannten Tag. Wir saßen in der Sonne auf der Außenalsterbar und ich habe viel gelesen. Bis die Gespräche am Nebentisch für uns zu nervig wurden und wir flohen. Wir hören diesen Gesprächen nicht absichtlich zu, aber manche sind so laut, dass man sie nicht mal ignorieren kann, obwohl man es am liebsten möchte.

Am späten Nachmittag hatte ich einen Termin zur Rückenmassage. Hui, hui! Ich stelle mir unter Massage ja immer was Sanftes vor, aber so war es keinesfalls. Teilweise tat es ganz schön weh und ich hörte meine Muskeln krachen. 😯 Aber hinterher waren die wesentlichen Blockaden in meiner linken Schulter wie weg geblasen. Toll, einfach toll!

Hinterher haben wir im Casino auf das Ablegen gewartet. Einer der Ausflugsbusse hatte Verspätung, so dass wir mit eine Stunde später als geplant ablegten. Danach gab es ein entspanntes (wegen der späten Uhrzeit) und ganz leckeres Abendessen im Atlantik.

Den Abend haben wir wieder im Casino ausklingen lassen, wo es wegen einer Fußballübertragung auf den Fernseh-Bildschirmen ziemlich voll war. Herr Grillenscheucher hat einen Mit-Passagier davor gerettet, vom Barhocker zu kippen. So müde war der Typ schon! Aber er blieb dennoch bis zum Ende des Fußballspiels. Meine Güte, es ist doch nur ein Spiel!

Später hatten wir noch ein total unnötiges Gespräch an der Casino-Bar mit M., Versicherungsvertreter vom Scheitel bis zu Sohle. Ich habe mich sehr über mich geärgert, weil ich mal wieder einfach zu nett war. Ein Glück, dass es irgendwann Zeit für’s Bett war.

Die guten Dinge von Mittwoch, 10.5.2017:

  • Ein weiterer entspannter Tag und der dann auch noch mit wenigen an Bord gebliebenen Gästen. Und deshalb lesen, lesen, lesen.
  • Die Rückenmassage, die mir so unglaublich gut tat.
  • Nachts gab es Begleitung von einem anderen Kreuzfahrtschiff und den Vollmond:

Kurz und gut

  • Obwohl es sich letzte Nacht noch gar nicht so anfühlte, war das Fieber heute früh weg.
  • Ein großer Becher Tee nachmittags im Büro tat richtig gut.
  • Die Massage bei der Physiotherapie förderte jede Menge Verspannungen zutage. Aua! Deshalb habe ich beschlossen, mich auch während der Kreuzfahrt ähnlich quälen zu lassen. Tut zwar weh, hilft aber auch. Kaum zu Hause  – gleich gebucht. Vorfreude. 😎