Balkon-Tag

Hier im Norden gab es heute herrlichstes Sommer-Sonnen-Wetter und ich habe mir einen faulen Tag auf dem Balkon gemacht. ­čśÄ Eigentlich w├Ąre ja langsam mal Teppich- und Kissen-Shopping dran, aber das geht schlie├člich auch noch, wenn es regnet, gell.

  • Verbl├╝htes und Verwelktes aus den Balkonpflanzen geschnitten.
  • Auf dem Balkon unterm Sonnenschirm ged├Âst und in meinem aktuellen Krimi von Hjorth & Rosenfeldt „Das M├Ądchen, das verstummt“ gelesen. Meine Sonnenblumen immer im Blick und den tollen Geruch der Wicken neben mir in der Nase.

  • Zwischendurch gab es ein leckeres Sandwich mit Salat, Tomate und Basilikum vom Balkon.

Seelische Gesundheit

K├╝rzlich las ich einen Artikel ├╝ber eine Frau in den USA, die sich mit der Begr├╝ndung krank meldete, dass sie sich um ihre seelische Gesundheit k├╝mmern m├╝sse, um dann sowohl k├Ârperlich als auch seelisch intakt wieder vollen Einsatz leisten zu k├Ânnen. Sie stie├č damit auf sehr viel positive Resonanz, u.a. von ihrem Chef. Das fand ich sch├Ân.

Heute morgen musste ich an die Geschichte denken, denn mein Magen war nicht der Ansicht, mit mir ins B├╝ro gehen zu k├Ânnen. Offenbar brauchte es mehr als viele kleine gute Dinge, um die gestrige Frustration los zu werden. Also habe ich mich heute um meine seelische Gesundheit gek├╝mmert und das war gut so.

  • Gegen Mittag h├Ârte es endlich auf zu regnen und die Sonne k├Ąmpfte sich durch die Wolken. ­čśÄ Ich habe mich auf den Balkon begeben und den Hummeln, Wespen und Bienen zugesehen, die ihren Spa├č in all den Bl├╝ten hatten. Ob deren Leben einfach ist als meins?
  • Mein aktuelles Buch „├ťberleben ist ein guter Anfang“ von Andrea Ulmer zu Ende gelesen. Viel gelacht und mir das K├Âpfchen zurecht r├╝cken lassen. Am besten gefiel mir folgende Passage: „Vielleicht gab es Leute, die einfach nichts auf die Reihe bekamen. M├Âglicherweise konnten die nicht mal was daf├╝r? (..) Allerdings, wenn man damit anfing, war man irgendwann dabei, Leuten dazu zu gratulieren, dass sie atmeten.“. ­čśÇ
  • Dinge aussortiert. Das macht immer so ein leichtes Gef├╝hl.

Civitavecchia

Civitavecchi – der unvermeidliche Hafen auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer. ­čÖü Es ist der Hafen, der am dichtesten bei Rom liegt. Also werden von TUI Cruises jede Menge Ganztagesausfl├╝ge nach Rom angeboten – in der Regel mit einem Transfer per Bus. Gesch├Ątzte Fahrzeit laut dem Landausfl├╝ge-Programm ist 1,5 Stunden f├╝r eine Strecke. Die Preise sind daf├╝r sind nicht ohne. Erheblich billiger ist die Tour, wenn man sie eigenst├Ąndig mit dem Zug macht. Aber auch der Zug braucht fast 1,5 Stunden bis nach Rom.

Herr Grillenscheucher und ich kennen und lieben Rom. F├╝r uns w├Ąre es schrecklich, nur ein paar Stunden in dieser riesigen, wundervollen Stadt zu verbringen.Civitavecchia selbst haben wir uns bei einer unserer letzten Kreuzfahrten n├Ąher angesehen und m├╝ssen leider sagen: h├Ąsslich, langweilig und ├╝berhaupt nicht wiederholenswert.

Deshalb haben wir uns vor dieser Kreuzfahrt durch das Internet gehangelt und gehofft, irgendwas in der N├Ąhe von Civitavecchia zu finden, was wir uns gern angesehen h├Ątten. Leider ohne Erfolg. In der erreichbaren N├Ąhe gibt es einfach fast nichts und auf jeden Fall nichts, was uns beide interessiert h├Ątte. Also sind wir an diesem Tag an Bord geblieben, was ganz angenehm war, da nur wenige G├Ąste ebenfalls geblieben waren.

Gleich morgens wurde das Schiff mit allem m├Âglichen beliefert, Obst und Gem├╝se z.B.

Gleichzeitig wurde unser M├╝ll weg gekarrt:

Wir hatten einen sehr entspannten Tag. Wir sa├čen in der Sonne auf der Au├čenalsterbar und ich habe viel gelesen. Bis die Gespr├Ąche am Nebentisch f├╝r uns zu nervig wurden und wir flohen. Wir h├Âren diesen Gespr├Ąchen nicht absichtlich zu, aber manche sind so laut, dass man sie nicht mal ignorieren kann, obwohl man es am liebsten m├Âchte.

Am sp├Ąten Nachmittag hatte ich einen Termin zur R├╝ckenmassage. Hui, hui! Ich stelle mir unter Massage ja immer was Sanftes vor, aber so war es keinesfalls. Teilweise tat es ganz sch├Ân weh und ich h├Ârte meine Muskeln krachen. ­čś» Aber hinterher waren die wesentlichen Blockaden in meiner linken Schulter wie weg geblasen. Toll, einfach toll!

Hinterher haben wir im Casino auf das Ablegen gewartet. Einer der Ausflugsbusse hatte Versp├Ątung, so dass wir mit eine Stunde sp├Ąter als geplant ablegten. Danach gab es ein entspanntes (wegen der sp├Ąten Uhrzeit) und ganz leckeres Abendessen im Atlantik.

Den Abend haben wir wieder im Casino ausklingen lassen, wo es wegen einer Fu├čball├╝bertragung auf den Fernseh-Bildschirmen ziemlich voll war. Herr Grillenscheucher hat einen Mit-Passagier davor gerettet, vom Barhocker zu kippen. So m├╝de war der Typ schon! Aber er blieb dennoch bis zum Ende des Fu├čballspiels. Meine G├╝te, es ist doch nur ein Spiel!

Sp├Ąter hatten wir noch ein total unn├Âtiges Gespr├Ąch an der Casino-Bar mit M., Versicherungsvertreter vom Scheitel bis zu Sohle. Ich habe mich sehr ├╝ber mich ge├Ąrgert, weil ich mal wieder einfach zu nett war. Ein Gl├╝ck, dass es irgendwann Zeit f├╝r’s Bett war.

Die guten Dinge von Mittwoch, 10.5.2017:

  • Ein weiterer entspannter Tag und der dann auch noch mit wenigen an Bord gebliebenen G├Ąsten. Und deshalb lesen, lesen, lesen.
  • Die R├╝ckenmassage, die mir so unglaublich gut tat.
  • Nachts gab es Begleitung von einem anderen Kreuzfahrtschiff und den Vollmond:

Der zweite Seetag

Schon wieder ein Seetag – die Routenplanung hat sich uns dieses Mal wirklich nicht erschlossen. Trotzdem hatten wir sie ja gebucht, diese Route. Also keine Klagen dar├╝ber. Zumal es endlich anst├Ąndiges R├╝hrei zum Fr├╝hst├╝ck gab. ­čśë

Mittags sind wir der Einladung f├╝r Vielreiser zu einem Treffen mit dem Kapit├Ąn und den Offizieren gefolgt. Erst bei unserer Ankunft dort stellten wir fest, dass diese Einladung eigentlich nur f├╝r mich galt, denn ich habe ja schon eine Reise mit der Mein Schiff mehr auf dem Buckel als Herr Grillenscheucher. Tja, wer lesen kann, ist immer klar im Vorteil… Zu unserer Verteidigung kann ich nur sagen, dass wir auf dieser Reise derart mit Einladungen und Gutscheinen bombadiert wurden, dass wir schlicht den ├ťberblick verloren. Zu meinem Gl├╝ck durfte Herr Grillenscheucher trotzdem als meine Begleitperson an diesem Empfang teilnehmen.

Eine Anekdote zu diesem Thema von Herrn Grillenscheuchers ersten Kreuzfahrt und meiner zweiten mit der Mein Schiff: Damals fuhr die Mein Schiff 1 erst in ihrem zweiten Jahr f├╝r die TUI. Auch damals gab es schon spezielle Veranstaltungen f├╝r „Vielreiser“. Und wie selbstverst├Ąndlich erhielten sowohl ich als auch Herr Grillenscheucher eine Einladung dazu. Wir haben am Boden gelegen vor Lachen, denn f├╝r Herrn Grillenscheucher war es ja die allererste Fahrt! Niemand konnte auch nur ahnen, nicht mal ich zu dem Zeitpunkt, dass er auch Vielreiser werden w├╝rde. (Vermutlich auch deshalb gingen wir immer davon aus, dass all die Einladungen und Gutscheine f├╝r jeden von uns galten.)

Das Treffen fand im Richards, einem der Bezahl-Restaurants, statt und es kamen nur wenige G├Ąste. Wir unterhielten uns recht nett mit dem General-Manager, u.a. auch ├╝ber die Aussprache von Cagliari des Kapit├Ąns. Wir hoffen inst├Ąndig, dass unsere diesbez├╝gliche Kritik weiter gegeben wurde!

Au├čerdem haben wir uns ├╝ber die Neubauten der Mein Schiff Flotte unterhalten und ich fand es sehr interessant, dass auch der General-Manager nicht gerade angetan davon wirkte.

Auch wenn Gourmet-Essen nicht so unser Ding ist, hat uns das Richards gut gefallen.

Leider mussten wir im Anschluss feststellen, dass auch meine Einladung zu einer Br├╝ckenf├╝hrung nicht f├╝r Herrn Grillenscheucher galt und dass das wegen ├ťberf├╝llung nicht mehr zu ├Ąndern war. Na gut, dann eben nicht. So eine Br├╝ckenf├╝hrung hatten wir ja schon mal zusammen erlebt.

Wir haben die kleine Shoppingmeile auf dem Schiff ausgiebig beguckt, frische Sonnenmilch (meine mitgebrachte war schon ganz klebrig, was echt eklig ist) und mein Lieblingsparfum gekauft und dabei einen Gutschein eingel├Âst. Hinterher gab es Entspannung auf der Aussichtbar – in eine Decke geh├╝llt gelesen, gelesen, gelesen. „Blackout“ von Marc Elsberg – hui, dieses Buch hat mich echt besch├Ąftigt. Es handelt grob gesagt von gro├čfl├Ąchigen Stromausf├Ąllen und was dann passiert. Kein lustiges Szenario! Daf├╝r hatten wir einen wundersch├Ânen Blick aufs Mittelmeer, das auf dieser Kreuzfahrt die ganze Zeit so ruhig und glatt war wie auf diesen Fotos:

Am sp├Ąten Nachmittag gab es leckere Burger im Cliff 24 und danach Sonne tanken auf unserem Balkon, wo es fast schon zu hei├č war.

Abends waren wir wie ├╝blich im Atlantik zum Essen. Ich habe zwischendurch ein paar Fotos vom Sonnenuntergang gemacht, bei dem die Sonne leider nicht im Meer, sondern in Wolken versank:

Die guten Dinge von Dienstag, 9.5.2017:

  • Der nette Empfang f├╝r die wirklich viel reisenden G├Ąste im Richards und dass Herr Grillenscheucher mich dorthin begleiten durfte.
  • Lesen, lesen, lesen!
  • Abends im Casino ein sehr nettes Gespr├Ąch mit G. und U.

Lese-Tag

Dies war ein ganz entspannter Urlaubstag, den ich sehr genossen hab.

  • Ich habe gelesen, gelesen, gelesen. Auf dem Sofa und auf dem Balkon, wann immer sich die Sonne durch die Wolken stahl. Und endlich ist das Buch „leer“, das ich ziemlich langatmig fand, von dem ich aber unbedingt wissen wollte, ob ich mit meinen Vermutungen recht hab. Hatte ich, was den Roman nicht besser machte. Es war ├╝brigens „Blumen der Nacht“ von V. C. Andrews.
  • Zwischendurch habe ich Arm├╝bungen mit dem Expander gemacht, den mir L. am Wochenende ausgeliehen hat. Das war netter als gedacht – nicht das Leihen, sondern das Turnen – und hilft hoffentlich meinem linken Arm, wieder zu Kr├Ąften zu kommen.
  • Nun bl├╝ht auch noch ein lila Krokus auf meinem Balkon. ­čÖé