Frustriert

Es gibt so Tage, die fangen einfach schon beschissen an; z.B. dadurch, dass der Wecker eine halbe Stunde früher als gewöhnlich klingelt. Manche von diesen Tagen werden mit fortschreitender Uhrzeit immer besser, andere werden immer schlechter. Zu letzterer Sorte gehörte mein heutiger Tag. Zum Feierabend war ich so frustriert, dass ich hätte heulen mögen.

  • Alles begann also mit dem frühen Weckerklingeln. Ich habe es tapfer nicht ignoriert. In der U-Bahn traf ich zufällig den lieben Kollegen M., der ebenso wie ich auf dem Weg zum anderen Standort war. Es war sehr nett und entspannt, unterwegs mit ihm zu plaudern.
  • Es ging weiter mit einer unendlich grässlichen Abteilungssitzung inklusive Fremdschämen und einem für mich entsetzlichen Projekt-Workshop. Aber ich habe beides lebend überstanden. Ist doch auch schon was.
  • Ach, was war ich heute froh als ich das Büro verlassen durfte! Zu Hause wartete das erste, riesige Weihnachtspäckchen von C. bei meinem Lieblings-Nachbarn auf mich und hätte ich gewusst, dass es für Weihnachten ist, hätte ich es noch gar nicht geöffnet. Aber nun ist es ausgepackt: ein riesiger Kalender mit wunderschönen Mein-Schiff-Fotos. Hach! Eines davon:

  • Bonus: Das Lesen der Geschichte von Richard Brautigan über zwei Schneeflocken und den kleinsten Schneesturm, der je registriert wurde, in meinem Adventskalender brachte mich dann endgültig zum Lächeln. Jetzt geht es mir wieder besser.

Steifer Nacken

Letzte Nacht habe ich total seltsam geschlafen, dass mir heute der Nacken so weh tut, dass ich meinen Kopf kaum bewegen mag. Ich möchte doch zu gern mal wissen, warum das ab und zu passiert, aber ich kriege es ja beim Schlafen nicht mit. Na, ein Glück, dass ich heute nicht autofahren musste!

  • Ich habe eine richtig blöde Sitzung pünktlich zum geplanten Sitzungsende verlassen. Schließlich muss man sich nicht alles anhören und schon gar kein Psycho-Gequatsche.
  • Ein längeres, vertrauensvolles Gespräch mit A. über besagte Sitzung, das unser beider Nerven beruhigt hat.
  • Mein Büro duftete auch heute wieder nach Mandarine. 😉
  • Bonus: Auf dem Heimweg italienische Musik auf den Ohren, die so entspannend war, dass ich selbst die vollkommen verspätete und ebenso vollkommen überfüllte U-Bahn gelassen ertragen habe.

Kollegen

So sehr ich mich manchmal über meine Kollegen aufrege, so sehr freue ich mich auch manchmal über sie. Heute z.B. Es gab Vertrauen, Gespräche, Trost, Lob und Lachen. Gleichzeitig haben wir intensiv gearbeitet. Ein sehr bereichernder und sehr anstrengender Tag.

  • Heute früh auf dem Weg zur Tiefgarage ging jemand hinter mir. Soweit nichts ungewöhnliches. Aber als mir die Person auch noch in die Garage folgte, bekam ich doch einigermaßen Schiss. Ein kurzer Blick nach hinten: es war eine Frau, die sofort sagte: „Keine Angst. Ich hab nur zufällig denselben Weg.“. Puh! Witzigerweise standen unsere Autos in derselben Ecke der großen Garage und auf dem Weg dahin unterhielten wir uns darüber, wie gruselig es dort unten ist.
  • Es ist so wunderbar mild draußen geworden. Fast wie Frühling.
  • Und natürlich sind meine Kollegen heute mal ein richtig gutes Ding. 🙂

Nur die Sache mit der Mandarine hat heute nicht geklappt. Blöd.

Es reißt nicht ab

Heute kurz vor Feierabend erreichte mich schon wieder eine traurige Nachricht, eine sehr traurige. Noch ein Todesfall – ein Kind ist gestorben. Das hat mich so umgehauen, dass ich auf dem Heimweg nicht mal gemerkt habe, dass es regnet. Wird also nicht einfach mit den guten Dingen heute.

  • Ein sehr nettes Gespräch mit einer noch relativ neuen Kollegin.
  • Der Tag im Büro war ruhig und ich habe ganz viel beruflich gelesen, was mir sehr viele neue Erkenntnisse brachte.
  • Eine kleine süße Katze auf dem Firmengelände, die mir um die Beine strich, weil sie so gern mit reinkommen wollte. Hach, die hätte ich am allerliebsten einfach mitgenommen. Aber sie hatte ein Halsband und kam sicher aus der Nachbarschaft. Ich hoffe, sie findet den Heimweg.
  • Und: Ich habe eine Mandarine gegessen. 😉

Kurz und gut

  • Überraschungsessen in der Kantine: Linseneintopf. Sehr lecker und vor allem deshalb gut, weil ich jetzt am Abend immer noch satt bin. Überhaupt war es eine sehr nette Mittagspause mit einigen Kollegen, die eher selten dabei sind – neue Meinungen, neue Themen.
  • Ich war beim Zahnarzt, um mir meinen letzten Weisheitszahn ziehen zu lassen. Tapfer bin ich hin marschiert und habe es hinter mich gebracht, obwohl ich vor Angst gezittert hab. Die Prozedur an und für sich finde ich gar nicht so schlimm und es ging auch ziemlich schnell, aber hinterher… Das Hinterher, das noch beim Zahnarzt anfängt, der einem irgendwas erklärt, ohne dass man antworten kann, weil man ja gerade auf den Wattetupfer beißen muss. Der Ärger darüber, dass der Zahnarzt einen morgen zur Kontrolle sehen will, wovon man vorher nichts wusste. Das leicht benommene Gefühl, mit dem man mit Bus und Bahn nach Hause fährt. Die Betäubung, die schleichend langsam nachlässt, während man hofft, dass dahinter keine Schmerzen zum Vorschein kommen. Grässlich, aber wenigstens ist bis jetzt alles gut.
  • Zu Hause habe ich festgestellt, dass heute der Stell-dich-deinen-Ängsten-Tag ist. Na, den habe ich aber wirklich würdig gefeiert. 😉