Schisshase

Tja, das muss ich wohl jetzt zugeben, dass ich ein ganz schöner Schisshase sein kann. Die Berichte über den massiven Polizeieinsatz auch bei friedlichen Anti-G20-Demos machen mir Angst. Nun war ich selbst nicht dabei und kann deshalb natürlich nicht aus eigener Erfahrung sagen, wie friedlich bzw. wie massiv irgendwas war, aber wenn verschiedene Presseorgane quasi dasselbe berichten, ist es sicher nicht vollkommen an den Haaren herbei gezogen. Wie auch immer – ich möchte keinen Schlagstöcken gegenüber stehen und dazu mit Wasserwerfern geduscht werden. Positiv formuliert begebe ich mich nicht in solche Gefahrensituationen. 😉 Also habe ich den Plan, heute tanzend zu demonstrieren aufgegeben.

  • Sowieso war dies irgendwie ein blöder, hektischer Tag mit einer noch blöderen Sitzung. Gut daran ist, dass A. und ich bezüglich der Sitzung einer Meinung waren und uns hinterher darüber ausgetauscht haben. Gut vor allem, weil unser Verhältnis bisweilen ein wenig angespannt ist.
  • Zu Hause beim Lesen der neusten Nachrichten über die Lage in Hamburg habe ich festgestellt, dass die Tanz-Demo nur von Techno-Musik beschallt wird. Hui, da war ich aber froh, dass ich nicht dorthin gegangen bin! Das ist überhaupt gar nicht meine Musik. (Es war mir zwar vorher klar, dass sie dort Techno spielen, aber ich hatte gehofft, dass es auch andere Musik geben würde.)
  • Jetzt ist Urlaub! 😎 Ich habe 4 Tage frei und freue mich wie Bolle.

G20-Überlebensstrategien

Nächste Woche ist es soweit und der G20-Gipfel tagt in meiner schönen Stadt. Mitten in Hamburg trifft sich die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Schon untereinander haben sie ein gewaltiges Konfliktpotential durch die Herren Erdogan, Putin und Trump. (Wobei ich schätze, dass die 3 sich bestens verstehen.) Aber vermutlich werden die Teilnehmer am Gipfel sich eher nicht prügeln, mit Steinen schmeißen oder Autos anzünden. Das ist leider das, was von den Teilnehmern der diversen Demos gegen G20 erwartet wird. Schließlich kündigen sie das z.T. selbst an. Als hätte Gewalt jemals was gebracht. 🙄

Mittlerweile wurden diverse Zäune mit Stacheldraht aufgestellt, große Sperrzonen eingerichtet, Schaufenster mit Brettern vernagelt, Bus-Routen geändert, ein Tunnel gesperrt, tausende von Polizisten aus anderen (Bundes-)Ländern nach Hamburg geholt usw. usf. Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen noch und nöcher: man soll weder Auto noch Fahrrad fahren; in der Innenstadt kann kein Geld abgehoben werden; Flugzeuge werden nach Hannover umgeleitet; in einigen Läden kann man nicht einkaufen, weil sie gezwungen wurden, an den Tagen zu schließen; in den inneren Sperrbezirk kommt man nur mit Ausweis und berechtigtem Interesse, das schriftlich nachgewiesen sein muss (z.B. wenn man dort zu einem Geburtstags-Kaffeetrinken eingeladen ist); um die Routen und Plätze für Abschlusskundgebungen von Demos wird erbittert gekämpft und es gibt immer noch keine endgültige Entscheidung; usw. usf. Soviel zu den noch kürzlich vollmundigen Behauptungen unserer herzallerliebsten Politiker: „Für die Einwohner gibt es keinerlei Behinderungen.“.

Der Spiegel hat deshalb ein ganz nettes Video mit Überlebensstrategien für den G20-Gipfel veröffentlicht, das man unter diesem Link findet: http://www.spiegel.de/video/g20-gipfel-umfrage-in-hamburg-video-1778081.html Die Hamburger werden demnach also überwiegend entweder auf ihrem Balkon sitzen oder die Stadt verlassen. Tja, vielleicht kommt ja gar niemand zu den befürchteten Demos? Vielleicht ist das alles prophylaktische Panikmache? Das werden wir erst am Ende der nächsten Woche wissen.

  • Für mich selbst habe ich heute beschlossen, dass ich an beiden Tagen Urlaub nehmen werde. Und obwohl ich ein liebes Angebot von meiner Mama habe, zu ihr zu „flüchten“, werde ich die Stadt nicht verlassen. Schlimm genug, dass ich mich quasi gezwungen fühle, Urlaub zu nehmen! Flucht ist deshalb keine Option für mich. Stattdessen hoffe ich, dass das Wetter gut genug ist, um mich auch auf meinen Balkon zu begeben und dort einiges zu tun. Und vielleicht gehe ich am Mittwoch tanzend demonstrieren.
  • Trockenen Fußes den Einkauf erledigt und nach Hause gekommen.
  • Meine Balkon-Tomate hat eine erste Blüte.

Der Nachtrag vom Wochenende

Dieses Wochenende war für mich ein verlängertes, denn ich hatte heute Urlaub. 😎 Besuch aus dem Schwabenländle war in unserer schönen Stadt und das will man sich schließlich nicht durch so profane Tätigkeiten wie Arbeiten verderben lassen. Hach ja, schön war’s.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Eine ungewohnt frühe Sitzung überstanden und danach hatte ich endlich Zeit, mich in Ruhe um die diversen Terminwünsche zu kümmern.
  • Kein Regen beim Einkauf auf dem Wochenmarkt.
  • Beim Tanzen gab es wieder eine neue Figur, den American Spin im Jive. Wir kennen diese Figur schon sehr lange und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie viel Mühe ich damals hatte, diese Drehung hin zu kriegen, ohne die Balance zu verlieren. Jetzt, in der Wiederholung, habe ich gemerkt, dass ich in all den Jahren offenbar doch einiges gelernt habe. Annähernd mühelos war ich am Rumwirbeln. Das war richtig schön.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Dank relativ frühem Schlafen-Gehen wunderbar ausgeschlafen aufgestanden.
  • Olga bekam eine gründliche Wäsche in der lustigen Waschanlage mit den tanzenden blauen Lappen.

  • Beim Einkauf im Drogeriemarkt habe ich eine neue, schicke und bequeme Lesebrille gefunden. Eine von meinen ist nämlich kürzlich kaputt gegangen und es ist einfach lästig, nicht an jedem strategisch wichtigen Ort eine liegen zu haben, die man schnell greifen kann.
  • Bonus: Ein schöner Abend mit Herrn Grillenscheucher, bei dem wir endlich entschieden haben, wohin wir unseren Besuch aus dem Schwabenländle führen wollen. Wurde ja auch Zeit. 😉

Die guten Dinge von Sonntag:

  • Noch ein paar Dinge erledigt gekriegt bevor es los ging zu unserem Treffen mit dem Besuch aus dem Schwabenländle.
  • C. und M. wieder in die Arme zu schließen. Hach!
  • Wir sind durch das Karo-Viertel geschlendert und von dort in die Schanze gegangen. In einem unserer Lieblings-Restaurants, der Taverna Romana, haben wir uns in den Innenhof gesetzt und lecker gespeist. Die Speisekarte ist ein wüstes Durcheinander aus italienischen, griechischen und deutschen Gerichten, aber alles ist total lecker. Anschließend ging es noch in die Grete, um den ein oder anderen Absacker zu trinken. Erzählt und gelacht und einfach eine schöne Zeit gehabt. Mit Glück haben wir die letzte Bahn nach Hause bekommen – uffz.

Die guten Dinge von heute:

  • Einen Urlaubstag zu haben. Meistens schien die Sonne, aber es war nicht zu heiß für eine Stadtführung. 😎
  • Mittags mit C. und M. getroffen und Herr Grillenscheucher führte uns von einer kleinen Kostbarkeit unserer Stadt zur anderen und erzählte viele, spannende Geschichten dazu. Wunderbar! Wäre Herr Grillenscheucher mein Geschichtslehrer gewesen, hätte ich das Fach total spannend gefunden.
  • Im Lieblingscafé im Portugiesenviertel sitzen und Tosta Mista in der Sonne essen. Etwas später am Stintfang mit Blick über den Mini-Weinberg und die Landungsbrücken in der Sonne sitzen. Wie sehr habe ich mir gewünscht, auch morgen noch Urlaub zu haben und einfach weiter durch das hübsche Hamburg trudeln zu können. Aber an der Stelle musste ich mich leider ausklinken, damit das Büro mich morgen in gewohnter Form wieder hat.

Erkennen

Wie kann man das Gute erkennen, wenn es das Böse nicht gäbe? So ähnlich steht es heute in meinem Adventskalender. Da ist was dran. Aber es gibt eben böse und böse-böse-böse-böse-böse-… Manches Böse ist einfach zu böse, um es ruhig ertragen zu können. 🙁

  • Eine gute, konstruktive Besprechung mit meinen beiden Projektleiterinnen, bei der ich erreicht habe, was ich wollte. Wir haben die thematischen Überschneidungen ihrer Projekte im nächsten Jahr in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht und die personellen Engpässe, die es zweifelsohne geben wird, diskutiert. Nun sind wir alle drei gleichermaßen im Film.
  • Post von C. im Briefkasten: eine Karte mit meinem Lieblingsschiff und der Katalog der TUI-Schiffe für den Sommer 2018. Och ja, die eine oder andere Route würde mich schon reizen, aber die Schiffe dann eben nicht mehr. Geld gespart. 😉
  • Niemals hätte ich gedacht, dass ich ein Geschenk von der Polizei bekomme, aber heute gab es tatsächlich eins. 😯 Ein ganz und gar wunderschönes Foto von meiner Lieblingsstadt. Wer sich so wie ich darin verliebt, kann es sich noch ein paar Tage lang kostenlos unter diesem Link runter laden (Kommerzielle Nutzung ist natürlich verboten!).

Die Hamburger Polizei machte dieses Foto im Dezember 2016 aus einem Hubschrauber. © Polizei Hamburg

 

OSZE

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) tagt morgen und übermorgen in Hamburg. Ich gönne es den ungefähr 3000 (!) Teilnehmern – plus den Heerscharen von der Presse – von ganzem Herzen, meine wunderschöne Stadt zu sehen. Das Wetter ist zwar gerade nicht so richtig toll, aber davon wird die Stadt ja nicht hässlicher. Dennoch wäre es erheblich schöner gewesen, wären sie nicht alle auf einmal gekommen.

Vorher hieß es noch volltönig aus den Mündern diverser Politiker, diese Konferenz würde das Leben der Hamburger so gut wie gar nicht einschränken. Nee, ganz klar, merkt man überhaupt nicht, dass die allermeisten heute schon anreisen. 😡 Hubschrauber kreisen den ganzen Tag über uns, U-Bahn-Höfe sind ganz oder teilweise gesperrt, Züge fahren anders, sind verspätet und/oder überfüllt, an Straßensperren muss man den Ausweis vorzeigen usw. usf. Die aktuelle Situation ist hier (klick mich) ganz moderat beschrieben. Man darf auf die kommenden Tage gespannt sein…

  • Mein Tag war müde und grau und deshalb war es schön, dass ich durch ihn durch schleichen konnte, ohne dabei großartig gestört zu werden.
  • Eine Frau in der überfüllten U-Bahn hat mich total fasziniert. Ich wünschte, ich könnte so offen auf total fremde Menschen zugehen.
  • Ich habe mich total über den Drogeriemarkt bei mir um die Ecke geärgert. Seit sie den aufwändig umgebaut haben, ist da so gut wie immer alles ausverkauft, was ich dort früher normalerweise gekauft habe. Stattdessen gibt es jetzt ein riesiges Pralinen-Angebot. Warum??? Ich habe den Laden also verärgert und unverrichteter Dinge verlassen. Ein bisschen später habe ich gedacht: „Macht doch eigentlich nichts. Ich kann ja meinen Einkauf einfach in meiner Lieblingsfiliale dieser Kette erledigen.“. Gut, dahin muss ich mit dem Auto fahren, aber es gibt sie doch immerhin, die Lieblingsfiliale. Ein bisschen unbequemer, aber anderswo auf der Welt laufen Menschen kilometerweit für einen Krug Wasser!