La Spezia

Hach, La Spezia! La Spezia gehört zu meinen absoluten Lieblingsstädten. Vor vielen, vielen Jahren waren Herr Grillenscheucher und ich schon mal in dieser wundervollen Stadt und haben hinterher darüber nachgedacht, dorthin auszuwandern. Entsprechend groß war unsere Vorfreude und wir wurden nicht enttäuscht. 🙂

Der Blick von unserem Balkon war erstmal gar nicht so toll:

Dafür wurde unser Bett mit Segelbooten dekoriert:

Herr Grillenscheucher haben den Tag in Ruhe begonnen und sind gegen Mittag von Bord gegangen. Es gab einen kostenlosen Hafenshuttle bis zur Hafenpromenade und die ist schon ein Highlight für sich – alles grün!

Donany hat es dort auch sehr gut gefallen.

Am anderen Ende der Hafenpromenade steht ein Denkmal für Giuseppe Garibaldi:

Aber das war ja erst der Anfang. Rein ging es in die Straßen der Stadt, über ihre Plätze und unter ihren unzähligen Arkaden hindurch. Die Arkaden sind wundervoll – sie bieten Schutz bei Regen und Schatten bei Sonnenschein. Außerdem sind sie überwiegend sehr kunstvoll gestaltet.

Neben den Arkaden sind Orangenbäume ein Zeichen dafür, dass man sich in La Spezia befindet. Die stehen da überall rum und man muss aufpassen, dass einen eine reife herunter fallende Orange nicht auf den Kopf trifft.

Natürlich sind wir über den Wochenmarkt geschlendert und haben Hunger von all den leckeren Dingen bekommen. Besonders bemerkenswert fand ich, dass es dort frisches, fertig geschnippeltes Suppengemüse gab. Das nenn ich mal Service!

Herr Grillenscheucher und ich haben den Platz wieder gefunden, an dem wir damals mit ein paar Italienern ins Gespräch kamen. Mit Händen und Füßen haben wir uns an einem Kiosk unterhalten und derweil Bier getrunken. Das war ein großer Spaß. 🙂 Der Platz heißt Piazza Benedetto Brin und verfügt über viel Grün und mehrere Kioske und Bänke. An einer Seite ist eine katholische Kirche, an den anderen sind die dort typischen Wohnhäuser, zwischen denen schon auch mal die Wäsche zum Trocknen hängt. Und Arkaden gibt’s natürlich auch.

Donany wäre auch am allerliebsten geblieben.

An einem anderen kleinen Platz haben wir eine Pause gemacht, Tosta Mista gegessen und Galao getrunken. Dort gab es ein wunderhübsches altes Karussell und eine wunderschöne Bank.

Danach sind wir zum Kastell hoch gestiegen und haben die Aussicht bewundert.

Anschließend erwachte die Stadt langsam wieder zum Leben. Die Läden öffneten nach der langen Mittagspause wieder. In La Spezia gibt es zum Glück nur wenige Läden der großen Ketten, was den Schaufensterbummel viel spannender macht. Manche haben überraschende Details wie die Engel, die Türgriffe sind, auf dem untersten Foto.

In diversen kleinen Läden haben wir die jeweils schönste Postkarte ausgesucht und hatten fast den Eindruck, sie hätten sich abgesprochen: pro Laden nur eine schöne, alle anderen potthässlich. 😉 Und wir haben italienischen Birnensaft im 6er-Pack gekauft – der macht süchtig! Ob der unfassbar leckere Geschmack wohl an den kleinen Flaschen liegt?

In Italien gibt es wie bei uns im Supermarkt auch Express-Wein, aber wenigstens fast stilecht aus Gläsern und nicht aus der Dose. (Eklig ist er aber wahrscheinlich trotzdem – wir haben ihn nicht probiert.)

Fast bis auf die letzte Minute sind wir durch diese wunderschöne Stadt gelaufen und haben sie auf uns wirken lassen. All die typischen Häuser, die in der Regel 4- oder 5-stöckig sind, mit ihren Balkonen und Fensterläden geben in all ihrer Unterschiedlichkeit ein einheitliches Bild ab, das entspannt aussieht.

Zwischendurch gab es auch sowas wie moderne Kunst – was immer sie uns sagen soll:

Wie überall in Italien sind Mopeds jeglicher Art ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel, aber neuerdings gibt es auch sehr schicke Fahrräder.

Tja, und dann mussten wir uns auf unser Fortbewegungsmittel begeben.

An Bord haben wir uns erstmal jeder ein Fläschchen Birnensaft genehmigt, um uns den Abschied zu versüßen. Zum Ablegen sind wir wie immer auf die Aussichtbar gegangen und haben noch eine ganze Weile La Spezia, die Möwen und die Küste beguckt.

Wir konnten von weitem Portovenere – quasi der südliche Endpunkt der Cinque Terre – sehen und die davor gelagerten Inseln.

Sehr besonders, weil sehr skurril war der Blick auf den Torre Scuola:

Die guten Dinge von Donnerstag, 11.5.2017:

  • Natürlich La Spezia wiederzusehen! Oh, das war so so so schön!
  • Und dann auch noch den Platz wieder zu finden, an dem Herr Grillenscheucher und ich vor vielen Jahren mit ein paar Italienern so versackt sind, dass wir gerade eben noch die letzte Bahn zu unserer Unterkunft bekamen. In Erinnerungen schwelgen.
  • In La Spezia habe ich in einem Taschen-Laden ganz ohne Ketten-Hintergrund eine wunderbare neue Büro-Tasche gefunden. Sie ist viel leichter als meine alte – zurück zu Hause habe ich beide gewogen. Nun schleppe schleppe ich ein halbes Kilo weniger mit mir rum. Welch eine Erleichterung! Außerdem hat die Neue ein ganz entzückendes, mädchenhaft-geblümtes Innenfutter, in das ich mich sofort verliebt habe.

Porto – dritter Landgang

Nein, in Porto direkt haben wir nicht angelegt. Dafür ist der Douro vermutlich nicht tief genug. Angelegt haben wir in dem unaussprechlichen Leixoes. Dort wurden wir von einem sehr futuristischen, sehr runden Kreuzfahrtterminal begrüßt, in das ich mich sofort verliebt habe. Habe ich schon mal gesagt, dass ich runde Formen total klasse finde? Es gab sogar einen unechten Teich mit unechten Fischen.

02_Terminal 09_Terminal_Dach 06_Terminal

07_Terminal_Teich 08_Terminal_Teich 10_Terminal_außen

Auf dem Weg durch das Terminal hatten wir einen super Blick auf die Rettungsboote von unserem Lieblingsschiff. Ich finde es immer wieder gewagt, dass in so einem kleinen Ding 150 Menschen Platz finden sollen, und hoffe, dass ich das nie ausprobieren muss.

04_Rettungsboot

Zu unserem großen Glück gab es einen Bus-Shuttle von Leixoes nach Porto zum diesjährigen Standardpreis von 9 € pro Person. Für die halbstündige Fahrt war das sozusagen ein Schnäppchen und wir mussten uns nicht mit den Öffis auseinandersetzen.

In der Nähe vom Glockenturm, Torre dos Clerigos, wurden wir abgesetzt und bestaunten sogleich für uns ungewöhnliche Läden. Stockfisch und Schokolade im selben Laden wirkt schon seltsam. Alles für den Kirchgang oder den Gang auf den Friedhof gab’s auch.

11_Glockenturm 12_Stockfisch 13_Grabkerzen

Porto zeichnet sich vor allem durch ein ewiges Hoch und Runter aus. Gefühlt war es schlimmer als in Lissabon, obwohl es ein ganz kleines bisschen weniger heiß war. Da hab ich mir so manches Mal gewünscht, wir könnten einen Teil des Weges mit der Straßenbahn zurücklegen.

14_steil_abwärts     16_Straßenbahn

Unterwegs Richtung Douro kamen wir an der Igreja Congretadores und am wunderschönen Bahnhof vorbei. Der ist wirklich der Hammer – man weiß gar nicht, wohin man zuerst gucken soll. Unbedingt empfehlenswert!

18_Igreja_Congretadores 22_Entrada 19_Bahnhof

21_Kachelbilder 20_Bahnhofsuhr 25_Douro_Stuck

24_Bahnsteig     23_Saida

Die Rua das Flores, die Blumenstraße, war wegen der mittäglichen Zeit einigermaßen ausgestorben. Tat auch mal gut, keinen Trubel zu haben.

27_rua_das_flores 29_Balkone_und_Blumen 34_Hausfassade

31_Cantina 36_Verteilerkasten 32_Hausfassade

Wir kamen am Denkmal von Dom Henriqué vorbei:

39_Infante_Dom_Henrique     38_Infante_Dom_Henriqué

Und dann war er endlich vor unserer Nase, der Douro.

40_Praca_da_Ribeira 47_bunte_Häuser_am_Douro 55_Douro

Winzig kleine Gassen führten von dort in die Stadt.

42_Straßenschild 41_Rua_dos_Mercadores 43_Wäsche

Wir sind ein Stück am Douro lang gelaufen bis zur Ponte Luis I.

50_Cais_da_Ribeira 48_gelbes_Boot 44_Ponte_Luis_I

49_Schild_Porto 51_Ponte_Luis_I 52_Schild_Ponte_Luis_I

Von dort sind wir wieder ein Stück zurück am Douro gegangen und haben uns über jede Menge Treppen, Gassen und einen Fahrstuhl – juchuh 😉 – nach oben bewegt. Am Fahrstuhl war ein Schild, dass er Geld kostet. Mir war das in dem Moment echt egal – Hauptsache, ein Stück ohne Kraxeln zurück legen. Aber der Fahrstuhlwächter war vollkommen demotiviert und ließ uns einfach so den Fahrstuhl nutzen. Das war echt nett! Von ein bisschen weiter oben hatten wir einen tollen Blick auf rote Dächer und Schrebergärten.

53_Treppe 54_rote_Dächer 57_Gärten

Und weiter ging es nach oben bis zur Kathedrale Sé.

61_Gasse 62_Kathedale_Se 64_Wandkacheln

Uffz, geschafft! Von dort oben hat man einen tollen Blick über Porto und auch auf einige sehr verfallene Häuser.

66_Dächerblick 68_Blick_von_oben 69_kaputte_Häuser

Immer bergab sind wir zurück in die Rua das Flores gelaufen. Dort gibt es viele Cafés und es war dringend Zeit für eine Stärkung.

71_Café 28_the_world_needs_natas 73_Cafés

Es gab Tosta Mista und Galao und Espresso und Wasser und natürlich Natas. Danach konnten wir es wieder mit dieser bergigen Stadt aufnehmen. 🙂

72_Tosta_Mista     93_Pasteis_de_Nata

Wir bewegten uns zurück Richtung Busabfahrtsplatz. Unterwegs gab es die Prachtstraße Avenida dos Aliados mit dem Rathaus und diversen bunt bemalten, funktionsuntüchtigen Telefonzellen zu sehen. Eine kurze Weile lief ein ganzes Orchester in schwarzen Anzügen vor uns.

17_Avenida_dos_Aliados 77_Rathaus 75_Orchester

76_Telefonzelle_bemalt 81_gelber_Pavillon 78_Telefonzelle_bemalt

In der Nähe der Igreja dos Clerigos wartete der Bus auf uns. Und bei manchen Werbeschildern muss man sich schon fragen, ob der Text so richtig vertrauenserweckend ist. 😉

82_Igreja_dos_Clerigos     83_Schild_Autofirma

Wir wurden zurück zu unserem Schiff gefahren und staunten nochmal über das futuristische Terminal.

89_Terminal 86_Terminal 87_Terminal

Dann hieß es Abschied nehmen von Porto.

88_Strand 90_Pilotos 91_Hafenausfahrt

Die guten Dinge von Mittwoch, 4. Mai 2016:

  • Das Hafenterminal von Leixoes und Porto an und für sich. Eine Stadt, in der es viel zu entdecken gibt.
  • Die Pause mit Tosta Mista und allem drum herum – ein Genuss!
  • Der Beschluss von Herrn Grillenscheucher und mir später am Abend, dass wir wieder tanzen gehen wollen.