Fleetfahrt

An einem schönen sonnigen Tag in meiner Auszeit habe ich meinen Geburtstagsgutschein bei Herrn Grillenscheucher eingelöst und wir haben eine Fleetfahrt gemacht. Als wir aufs Schiff kamen, waren alle Außenplätze leider schon besetzt, was mich einigermaßen genervt hat. Von drinnen durch die Scheiben ist das Fotografieren nämlich nahezu unmöglich. Aber wir hatten Glück und nach ein paar Minuten Fahrt wurde es draußen leerer und wir fanden zwei Plätze. So sehen die Schiffe üblicherweise aus, die auf der Alster, den Kanälen und den Fleeten fahren:

    

Der Außenbereich ist sehr klein und hinten auf dem Schiff. Auf dem zweiten Foto ist das ganz gut zu sehen.

Vom Anleger an der Alster sind wir unter der Reesedammbrücke durch gefahren. Es ist schon ein bisschen gruselig, auf die extrem niedrigen Brückenbögen zu zu fahren. Ob wir da wohl durch passen???

01_Reesedammbrücke

Vorbei ging es an einer Reihe von Neubauten und unter diversen Brücken durch.

02_Neubauten     04_niedrig_Brücke

Und dann kam die erste Schleuse. Ich glaube, es war sogar die allererste in meinem Leben. 😯 Das Schiff fährt rein und hinten schließt sich ein Stahltor bis das Schiff in seinem eigenen kleinen Wasserbecken liegt. Dann wird das Wasser in dem Becken auf dieselbe Höhe gebracht, wie es auf der anderen Seite der Stahltore voraus ist.

05_Schleuse 06_Schleuse 07_Schleuse_zu

Und so sieht es dann hinter einem aus, wenn man wieder raus fährt:

08_Schleuse_Ausfahrt

Ich fand das total faszinierend! Genauso faszinierend war die Geschichte von der Fischtreppe, die uns der „Erklär-Bär“ vom Schiff erzählte (Auf den Schiffen gibt es nicht nur einen Kapitän, sondern auch einen Menschen, der erklärt, woran wir gerade vorbei kommen, und diverse launige Geschichten erzählt.): Die EU hat beschlossen, den Fischen das Wandern von einem Fluss in den anderen zu erleichtern und deshalb müssen nun Fischtreppen gebaut werden. Unsere vom Fleet in die Alster hat sage und schreibe 1,2 Millionen Euro gekostet. 😯 Ein Glück gibt es an eben dieser Treppe einen Fisch-Zähler, so dass man weiß, wie viele Fische das tolle Angebot annehmen. Inzwischen existiert die Treppe etwa ein Jahr und es wurden genau 7 (in Worten: sieben) Fische gezählt. Wobei man natürlich nicht weiß, ob es möglicherweise nur ein einziger Fisch war, der so gern die Treppe hoch und runter gewandert ist, oder ob es tatsächlich 7 unterschiedliche Fische waren. Tja, Sinn und Unsinn liegen halt oft sehr nah beieinander, gell. Wenn’s nicht so teuer gewesen wäre, wäre es richtig lustig. 😕

Auf unserem Weg in die Speicherstadt kamen wir natürlich an diversen Schiffen vorbei:

09_Schiffe     10_altes_Feuerwehrschiff

Die Speicherstadt mit all ihren Rotklinker-Bauten liebe ich sehr und vom Wasser aus gesehen hat sie nochmal einen anderen Charme als vom Land aus.

18_Speicherstadt_Schnörkel 12_Speicherstadt 17_Speicherstadt

Direkt neben der Speicherstadt ist die Hafencity mit ihren diversen Neubauten, die z.T. ein bisschen auf alt getrimmt sind wie z.B. das Maritime Museum.

20_Maritimes_Museum 23_Unilever_Haus 26_Hafencity

Natürlich hatten wir auch mal wieder einen richtig tollen Blick auf die Elphi (Elbphilharmonie). Auf dem ersten Bild sind links auch die „tanzenden Türme“ zu sehen, über die ich schon an anderer Stelle schrieb.

22_Elphi     27_Elphi

Auf der Fleetfahrt habe ich gelernt, dass die halb runden Unterbrechungen in der Glasfassade (die hell erleuchteten Teile auf dem zweiten Foto) Balkone sind. Erstaunlich! Da wäre ich nie drauf gekommen.

Auf dem Rückweg hatten wir einen sehr schönen Blick auf unser Rathaus:

30_Rathaus

Dann gab’s noch einen tollen Blick auf die Alsterfontäne mit Regenbogen:

31_Alsterfontäne

Und – schwupps – waren die zwei Stunden Fleetfahrt auch schon wieder rum. Wie immer bei solchen Fahrten hab ich mir gewünscht, hier und da mal anzuhalten, um mir etwas in Ruhe und genau ansehen zu können. Leider kann man das nicht selbst steuern. Aber man darf die Fahrten ja auch öfter als ein Mal machen. 😉

Zweiter Seetag

Von St. Peter Port bis nach Bilbao sind so einige Seemeilen zurück zu legen und deshalb verbrachten wir einen weiteren Tag auf dem Meer ohne anzulegen. Mitten an diesem Tag stand ich unter der Dusche, die Haare voller Shampoo-Schaum und habe mich gefragt, wie wohl das korrekte Verhalten ist, wenn in diesem Moment das Notfall-Signal ertönt. Bei der Seenot-rettungsübung wird einem immer gesagt, man solle sich warm anziehen, wichtige Medikamente einpacken und zur Sammelstelle gehen. Komplett nass mit Shampoo in den Haaren warm anziehen, macht ja irgendwie keinen Sinn – das Frieren wäre vorprogrammiert. Hinterher habe ich Herrn Grillen-scheucher gefragt, was zu tun ist. Er befand, dass genug Zeit wäre, das Shampoo aus den Haaren zu spülen, sich abzutrocknen und warm anzuziehen. Ich hoffe sehr, er hat Recht!

Nachmittags kamen wir der besonderen Einladung von gestern nach: eine Brückenführung! Continue reading