Telefonumfragen

Fast jeden späten Nachmittag klingelt derzeit mein Telefon und irgendjemand will mich zu irgendwas befragen. Allmählich nervt’s! Besonders dreist fand ich die Frau, die mich gleich zu mehreren Themen befragen wollte. Ja, glaubt die denn, ich hätte niemanden zum Reden? Trotzdem bleibe ich höflich und lehne jede Befragung bedauernd ab. Bestimmt gibt es irgendeine Liste, auf die man sich setzen lassen kann, damit man derartige Anrufe nicht mehr bekommt. Die werde ich demnächst mal suchen gehen.

  • Ich habe die alten Duftsäckchen in den Schränken gegen neue ausgetauscht. Nun riecht es wieder so schön nach Sommerwind.
  • Gestern konnte ich den „Minigärten“ nicht widerstehen und so habe ich heute die erste Aussaat des Jahres in die Erde gebracht. Letztes Jahr haben sich die Dinger zwar nicht richtig bewährt, aber Rucola habe ich schließlich noch nicht ausprobiert. 😉 So schön, mal wieder die Finger in der Erde zu haben!

  • Endlich habe ich mich aufgerafft und um die noch unsortierten Fotos von der letzten Kreuzfahrt gekümmert. Einiges geschafft und schöne Überraschungen gehabt. Außerdem habe ich festgestellt, dass es doch Spaß macht, wenn ich erstmal dabei bin. Ich versuche, diese Erkenntnis in meinem Kopf zu verankern.

Kurz und gut

  • Perfektes Wetter für weitere Balkonarbeiten: angenehm warm, immer mal wieder Sonne und vor allem trocken. 😎
  • Herr Grillenscheucher kam nochmal zum Helfen vorbei. Nun ist der Sonnenschirm aufgebaut und die Balkonmöbel sind vom Keller auf den Balkon getragen.
  • Ich habe alles ausgesät, was es noch auszusäen gab: Sonnenblumen, Dill, Ringelblumen und nochmal Petersilie. Das Tomatenpflänzchen von Herrn Grillenscheucher hat einen größeren Topf bekommen. Anschließend wurden alle Töpfe und Kästen dekorativ verteilt. Ich finde, es ist toll geworden. So sieht es nun aus:

Mein Aufreger des Tages

Nein, ich rede nicht von dem Terroranschlag in Manchester. Der war ja auch vorgestern und ich finde keine Worte mehr dafür. Jeder neue Anschlag macht mich traurig, voller Mitleid für die Opfer und deren Angehörige und ein wenig hilfloser. Weiter leben, weiter lieben, weiter hoffen ist für mich die sinnvollste Antwort.

Mein Aufreger des Tages war die Nachricht, dass der Intendant der Elbphilharmonie darüber nachdenkt, Eintritt für den Besuch der Elphi-Plaza zu nehmen und den dann gleich in Höhe von 5 € pro Nase. Manno, ich war so stolz darauf, dass die Plaza keinen Eintritt kostet und wirklich jeder – mit oder ohne Geld – den schönen Blick von dort auf den Hafen genießen kann. Und ich war so stolz darauf, dass es etwas an der sauteuren Elphi gibt, was für alle umsonst zugänglich ist. Diese Eintritts-Idee macht mich richtig wütend. Zumal ich schon dort war und den angedachten Preis deutlich für zu hoch im Vergleich zum Erlebnis finde. Außerdem gibt es genug andere Orte in Hamburg, von denen aus man vollkommen kostenfrei wunderschöne Blicke auf den Hafen hat. Dann gehe ich halt wieder dahin. So, das musste mal gesagt werden.

  • Es war zwar bewölkt, blieb aber den ganzen Tag trocken. So wurde weiter auf dem Balkon geackert, wenn auch heute mit vielen Pausen, weil ich doch immer noch ziemlich angeschlagen bin.
  • Ein Glück kam Herr Grillenscheucher, hat Wraps für die Pause zwischendurch mitgebracht und mir geholfen.
  • Dafür, dass ich nicht richtig fit bin, haben wir eine Menge geschafft und ich bin stolz auf uns. Herr Grillenscheucher hat unter viel Gefluche den neuen Schrank für meinen Balkon zusammengebaut. Wir haben ganz viel ausgesät: Gewürztagetes, Petersilie, Wicken und noch eine Sorte Basilikum. Der Sauerampfer hat einen größeren Topf bekommen. Und einiges steht schon da, wo es bleiben soll. Der Rest ist allerdings noch Chaos.

Finger in der Erde

Wahrscheinlich sollte ich einfach aufhören, irgendwas zu planen. Für heute gab es den Plan, dass Herr Grillenscheucher zu mir kommt und mir hilft, den Balkon für den Sommer einzurichten. Genau in dem Moment, in dem er zu Hause hätte losgehen müssen, fing es an zu gewittern. Soviel zum Plan für heute. 🙄

  • Während des Gewitters habe ich wenigstens die Zimmerpflanzen mit Dünger und neuer Erde versorgt.
  • Nach dem Gewitter kam die Sonne raus und Herr Grillenscheucher bot an, doch noch zu mir zu kommen. Das war total lieb, aber ich habe dem Wetterfrieden nicht getraut, was natürlich auch wieder falsch war. 🙄
  • Und so habe ich dann doch noch angefangen auszusäen: Basilikum, Bohnenkraut, Salat und Wiesenblumen. Außerdem habe ich die letzten beiden Packungen Mini-Aussaat mit Sonnenblumen und Gänseblümchen in Betrieb gesetzt. Es tat so gut, mit den Fingern in der Erde zu wühlen! Und nun darf ich wieder täglich gespannt gucken, ob etwas gekeimt hat.
  • Bonus: Der Grünbelag-Entferner hat ganze Arbeit geleistet: jeder Belag hat sich in Luft aufgelöst. Ich danke dem Mann meiner Mama zutiefst für diese Idee!

Paukenschlag

Das Jahr 2016 ging für mich mit einem gefühlten Paukenschlag zu Ende: Bei einem blöden Sturz habe ich mir das linke Schlüsselbein gebrochen. 🙁 Deshalb war hier so lange Schweigen im Blog. Ich konnte physisch nicht tippen, wollte das aber auch gar nicht. Zu tief war meine Verstörung darüber, dass ausgerechnet mir so was passiert ist. Langsam und in Minischritten geht es mir besser. Ich kann wieder mit 10 Fingern tippen. Der linke Arm wird dank der Qualen bei der Physiotherapie immer beweglicher. Irgendwann ist bestimmt wieder alles gut.

Trotzdem gab es eine Menge gute Dinge in den letzten fast zweieinhalb Monaten. Eine vermutlich unvollständige Aufzählung, bei der die Reihenfolge keine Gewichtung ist:

  • Das Glück, dass ich in einem Land mit so guter ärztlicher Versorgung lebe und durch die Krankenkasse und meinen Arbeitgeber so gut abgesichert bin.
  • All die hilfreichen, herzlichen und fröhlichen Mitarbeiter im Krankenhaus, in der Arztpraxis und im Physiotherapiezentrum.
  • Ich habe einen wunderbaren Orthopäden kennengelernt (obwohl die doch eigentlich gar nicht wunderbar sein können 😉 ). Ich hatte die perfekte Chirurgin im Krankenhaus, die mich Nervenbündel unglaublich beruhigt hat. Ich habe einen super guten Physiotherapeuten gefunden.
  • Schlafen, schlafen und noch mehr schlafen. Ich habe ja gedacht, dass ich irgendwann genug davon habe, aber das ist nicht der Fall. 😉
  • Herr Grillenscheucher war die ganze Zeit bei mir und ist es immer noch. Er ist quasi bei mir eingezogen und hilft mir bei wirklich allem, was ich nicht allein kann. Das war und ist eine so riesengroße Hilfe – unbeschreiblich!
  • Dass Herr Grillenscheucher und ich so lange Zeit auf so engem Raum zusammen leben können, ist eine richtig tolle Erfahrung. Wir sind unsere Unabhängigkeit gewohnt und darauf plötzlich ohne Groll verzichten zu können, ist definitiv keine Selbstverständlichkeit.
  • Diese lange gemeinsame Zeit hat uns unglaublich viele sehr intensive Momente miteinander beschert. Und sehr viele alberne Momente. 🙂
  • Leckeres Essen und das Ausprobieren neuer Rezepte, z.B. Skrei auf Tomaten. Sehr besonders war auch der Moment, als ich wieder Gemüse schnippeln konnte.
  • Ich habe viel Geduld, viel Langsamkeit und mehr Achtsamkeit gelernt. Hoffentlich kann ich das in den Alltag rüber retten.
  • Die Menschen, die wirklich da waren mit ihren Anrufen, Mails, Postkarten, WhatsApp-Nachrichten und Besuchen. Vor allem im Krankenhaus war WhatsApp eine tolle Ablenkung.
  • Die Erfindung der Duschmatte! Seit ich so ein Ding habe, kann ich wieder ohne Angst auszurutschen unter die Dusche gehen. (Es ist erstaunlich, wovor ich Ängste entwickelt habe, obwohl der Sturz in einer ganz anderen Situation passiert ist.)
  • Mein Blog hat ein neues Kleid bekommen, das mir sehr gut gefällt.
  • Ich habe Minigärten ausgesät, die nun an meinem Schlafzimmerfenster stehen. Zuerst nur Salat, Schnittlauch und Basilikum, denn die Blümchen dürfen erst nächsten Monat laut Packungsangaben. Der Salat steckt sogar schon grüne Spitzen aus der Erde.

  • Der Winterjasmin hat endlich Blüten bekommen. Sehr spät in diesem Jahr, so dass ich schon Sorge um ihn hatte.