Kurz und gut

  • Perfektes Wetter für weitere Balkonarbeiten: angenehm warm, immer mal wieder Sonne und vor allem trocken. 😎
  • Herr Grillenscheucher kam nochmal zum Helfen vorbei. Nun ist der Sonnenschirm aufgebaut und die Balkonmöbel sind vom Keller auf den Balkon getragen.
  • Ich habe alles ausgesät, was es noch auszusäen gab: Sonnenblumen, Dill, Ringelblumen und nochmal Petersilie. Das Tomatenpflänzchen von Herrn Grillenscheucher hat einen größeren Topf bekommen. Anschließend wurden alle Töpfe und Kästen dekorativ verteilt. Ich finde, es ist toll geworden. So sieht es nun aus:

Mein Aufreger des Tages

Nein, ich rede nicht von dem Terroranschlag in Manchester. Der war ja auch vorgestern und ich finde keine Worte mehr dafür. Jeder neue Anschlag macht mich traurig, voller Mitleid für die Opfer und deren Angehörige und ein wenig hilfloser. Weiter leben, weiter lieben, weiter hoffen ist für mich die sinnvollste Antwort.

Mein Aufreger des Tages war die Nachricht, dass der Intendant der Elbphilharmonie darüber nachdenkt, Eintritt für den Besuch der Elphi-Plaza zu nehmen und den dann gleich in Höhe von 5 € pro Nase. Manno, ich war so stolz darauf, dass die Plaza keinen Eintritt kostet und wirklich jeder – mit oder ohne Geld – den schönen Blick von dort auf den Hafen genießen kann. Und ich war so stolz darauf, dass es etwas an der sauteuren Elphi gibt, was für alle umsonst zugänglich ist. Diese Eintritts-Idee macht mich richtig wütend. Zumal ich schon dort war und den angedachten Preis deutlich für zu hoch im Vergleich zum Erlebnis finde. Außerdem gibt es genug andere Orte in Hamburg, von denen aus man vollkommen kostenfrei wunderschöne Blicke auf den Hafen hat. Dann gehe ich halt wieder dahin. So, das musste mal gesagt werden.

  • Es war zwar bewölkt, blieb aber den ganzen Tag trocken. So wurde weiter auf dem Balkon geackert, wenn auch heute mit vielen Pausen, weil ich doch immer noch ziemlich angeschlagen bin.
  • Ein Glück kam Herr Grillenscheucher, hat Wraps für die Pause zwischendurch mitgebracht und mir geholfen.
  • Dafür, dass ich nicht richtig fit bin, haben wir eine Menge geschafft und ich bin stolz auf uns. Herr Grillenscheucher hat unter viel Gefluche den neuen Schrank für meinen Balkon zusammengebaut. Wir haben ganz viel ausgesät: Gewürztagetes, Petersilie, Wicken und noch eine Sorte Basilikum. Der Sauerampfer hat einen größeren Topf bekommen. Und einiges steht schon da, wo es bleiben soll. Der Rest ist allerdings noch Chaos.

Finger in der Erde

Wahrscheinlich sollte ich einfach aufhören, irgendwas zu planen. Für heute gab es den Plan, dass Herr Grillenscheucher zu mir kommt und mir hilft, den Balkon für den Sommer einzurichten. Genau in dem Moment, in dem er zu Hause hätte losgehen müssen, fing es an zu gewittern. Soviel zum Plan für heute. 🙄

  • Während des Gewitters habe ich wenigstens die Zimmerpflanzen mit Dünger und neuer Erde versorgt.
  • Nach dem Gewitter kam die Sonne raus und Herr Grillenscheucher bot an, doch noch zu mir zu kommen. Das war total lieb, aber ich habe dem Wetterfrieden nicht getraut, was natürlich auch wieder falsch war. 🙄
  • Und so habe ich dann doch noch angefangen auszusäen: Basilikum, Bohnenkraut, Salat und Wiesenblumen. Außerdem habe ich die letzten beiden Packungen Mini-Aussaat mit Sonnenblumen und Gänseblümchen in Betrieb gesetzt. Es tat so gut, mit den Fingern in der Erde zu wühlen! Und nun darf ich wieder täglich gespannt gucken, ob etwas gekeimt hat.
  • Bonus: Der Grünbelag-Entferner hat ganze Arbeit geleistet: jeder Belag hat sich in Luft aufgelöst. Ich danke dem Mann meiner Mama zutiefst für diese Idee!

Paukenschlag

Das Jahr 2016 ging für mich mit einem gefühlten Paukenschlag zu Ende: Bei einem blöden Sturz habe ich mir das linke Schlüsselbein gebrochen. 🙁 Deshalb war hier so lange Schweigen im Blog. Ich konnte physisch nicht tippen, wollte das aber auch gar nicht. Zu tief war meine Verstörung darüber, dass ausgerechnet mir so was passiert ist. Langsam und in Minischritten geht es mir besser. Ich kann wieder mit 10 Fingern tippen. Der linke Arm wird dank der Qualen bei der Physiotherapie immer beweglicher. Irgendwann ist bestimmt wieder alles gut.

Trotzdem gab es eine Menge gute Dinge in den letzten fast zweieinhalb Monaten. Eine vermutlich unvollständige Aufzählung, bei der die Reihenfolge keine Gewichtung ist:

  • Das Glück, dass ich in einem Land mit so guter ärztlicher Versorgung lebe und durch die Krankenkasse und meinen Arbeitgeber so gut abgesichert bin.
  • All die hilfreichen, herzlichen und fröhlichen Mitarbeiter im Krankenhaus, in der Arztpraxis und im Physiotherapiezentrum.
  • Ich habe einen wunderbaren Orthopäden kennengelernt (obwohl die doch eigentlich gar nicht wunderbar sein können 😉 ). Ich hatte die perfekte Chirurgin im Krankenhaus, die mich Nervenbündel unglaublich beruhigt hat. Ich habe einen super guten Physiotherapeuten gefunden.
  • Schlafen, schlafen und noch mehr schlafen. Ich habe ja gedacht, dass ich irgendwann genug davon habe, aber das ist nicht der Fall. 😉
  • Herr Grillenscheucher war die ganze Zeit bei mir und ist es immer noch. Er ist quasi bei mir eingezogen und hilft mir bei wirklich allem, was ich nicht allein kann. Das war und ist eine so riesengroße Hilfe – unbeschreiblich!
  • Dass Herr Grillenscheucher und ich so lange Zeit auf so engem Raum zusammen leben können, ist eine richtig tolle Erfahrung. Wir sind unsere Unabhängigkeit gewohnt und darauf plötzlich ohne Groll verzichten zu können, ist definitiv keine Selbstverständlichkeit.
  • Diese lange gemeinsame Zeit hat uns unglaublich viele sehr intensive Momente miteinander beschert. Und sehr viele alberne Momente. 🙂
  • Leckeres Essen und das Ausprobieren neuer Rezepte, z.B. Skrei auf Tomaten. Sehr besonders war auch der Moment, als ich wieder Gemüse schnippeln konnte.
  • Ich habe viel Geduld, viel Langsamkeit und mehr Achtsamkeit gelernt. Hoffentlich kann ich das in den Alltag rüber retten.
  • Die Menschen, die wirklich da waren mit ihren Anrufen, Mails, Postkarten, WhatsApp-Nachrichten und Besuchen. Vor allem im Krankenhaus war WhatsApp eine tolle Ablenkung.
  • Die Erfindung der Duschmatte! Seit ich so ein Ding habe, kann ich wieder ohne Angst auszurutschen unter die Dusche gehen. (Es ist erstaunlich, wovor ich Ängste entwickelt habe, obwohl der Sturz in einer ganz anderen Situation passiert ist.)
  • Mein Blog hat ein neues Kleid bekommen, das mir sehr gut gefällt.
  • Ich habe Minigärten ausgesät, die nun an meinem Schlafzimmerfenster stehen. Zuerst nur Salat, Schnittlauch und Basilikum, denn die Blümchen dürfen erst nächsten Monat laut Packungsangaben. Der Salat steckt sogar schon grüne Spitzen aus der Erde.

  • Der Winterjasmin hat endlich Blüten bekommen. Sehr spät in diesem Jahr, so dass ich schon Sorge um ihn hatte.

Geerdet

Dass ich an diesem Katastrophen-Wochenende weiter aussäen durfte, war das Beste, was mir passieren konnte. Mich erdet das im wahrsten Sinne des Wortes und macht mich ganz ruhig. Während ich so vor mich hin arbeitete, fiel mir ein, dass ich wichtige Dinge über Pflanzerde noch gar nicht erklärt habe.

Dieses Jahr war meine billige Erde aus der Männerboutique sehr klumpig. Diese Klumpen müssen zerkleinert werden, bevor sie in irgendwelche Töpfe oder Kästen kommen. Die sind nämlich so dicht, dass da keine junge, unschuldige Wurzelfaser durch kommt. Weil ich meine Erde ja aus Kokos- und normaler Blumenerde mische, passiert das beim Mischen fast von allein. Dabei zerhacke ich die Klumpen mit der Schaufel. Wenn doch noch welche übrig bleiben und im Pflanzgefäß landen, zerbrösel ich sie mit den Fingern. Das Gefühl mag ich sogar richtig gern. 🙂

Es gibt Pflanzen, die mögen lieber so genannten durchlässigen Boden. I.d.R. sind das hauptsächlich mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lavendel usw., aber auch die Pfingstrose hat das gern.

Um durchlässigen Boden herzustellen, benötigt man Sand. Der saugt sich nicht wie Blumenerde mit Wasser voll, sondern lässt das Wasser besser durch. Tja, nun bekomme man mal Sand mitten in der Großstadt in kleinen Mengen. Nicht so leicht. (Auf gar keinen Fall eignet sich Sandkasten-Sand! Der matscht genauso wie Blumenerde.) Erstaunlich gut funktioniert Vogelsand. Das Zeug, dass man eigentlich auf den Boden von Vogelkäfigen streut. Man kann die billigste Sorte nehmen, die man findet, und muss sich auch gar keinen Kopf um all die angegebenen Zusätze wie Anis und was weiß ich machen. In Vogelkäfigen geben die den besseren Geruch; den Pflanzen ist das egal.

Man mischt etwa ein Drittel – eher weniger – in die Erde:

107_Vogelsand

Fertig gemischt sieht es dann so aus:

108_Erde_gemischt

Dieses Wochenende hatte ich noch lustige „Matchsticks“ zu setzen, die ich von A. geschenkt bekam. Weil das Kräuter werden sollen, hab ich die Sanderde vorbereitet.

105_Matchsticks     106_Matchsticks

Und so sieht’s aus, wenn sie im Topf sind:

109_Sticks_im_Topf

Ich bin gespannt, ob und was dabei raus kommt. Es stand nämlich nicht dabei, was aus der Saat, die an den Sticks klebte, werden soll. Überraschung!