Zurück aus der Denkpause

Da bin ich wieder. Zurück aus meiner Denkpause und außerdem zurück von einer wunderschönen Kreuzfahrt über das Mittelmeer. Meine Denkerei hat zum Ergebnis, dass ich versuchsweise die Rubrik der guten Dinge nicht mehr täglich befülle, sondern nach Lust und Laune. Dafür mag ich mehr in den anderen Rubriken schreiben. Da gibt es ja gerade auch viel zu berichten über die Kreuzfahrt, sobald die vielen, vielen Fotos gesichtet und sortiert sind. Ich bemühe mich um zeitnahes Aufarbeiten. 😉

Datenklau

Letzte Woche las ich einen Kommentar auf Spiegel Online, der mir seitdem nicht aus dem Kopf geht. Aufgehängt daran, dass über Facebook Nutzerdaten in falsche Hände geraten sind, geht es in dem Kommentar hauptsächlich darum, was Menschen im Internet preisgeben, preisgeben wollen (und warum) und preisgeben dürfen. U.a. stand in dem Kommentar, dass wir hier in Deutschland in einer Freiheit und Sicherheit leben, die es möglich macht, alles mögliche im Internet zu schreiben. Menschen in Ländern wie z.B. China oder der Türkei können davon maximal träumen, wenn sie denn wenigstens das dürfen. Ich könnte hier immer wieder schreiben, wie schrecklich ich unseren neuen Heimatminister finde und damit meine Meinung kundtun. Ähnliches kann in anderen Ländern tödlich enden.

Auch wenn ich nicht auf Facebook oder diversen anderen Plattformen wie z.B. Instagram bin, nutze ich doch WhatsApp, ich schreibe diesen Blog und ich schreibe Mails. Das Internet merkt sich alles, womit man es füttert. Was ist also, wenn sich hier in Deutschland die Verhältnisse ändern? Wenn man irgendwann dafür eingesperrt wird, weil man sich für Asylanten eingesetzt hat? Wenn auf negative Äußerungen über Politiker irgendeiner Couleur die Todesstrafe steht? Wenn eine Vorliebe für Fleischgerichte oder fürs Rauchen die sofortige Entziehungskur zur Folge hätte? Wenn…?

Vor vielen Jahren in einer anderen Wohnung hatte ich mal eine sehr nette Nachbarin, die Tagebuch schrieb. Also so klassisch auf Papier. Sie erzählte mir, dass sie wegen all der Dinge, die ihr ihre Eltern (!) aus dem 2. Weltkrieg berichtet hatten, nie Namen in ihrem Tagebuch ausschreibt, sondern lediglich den Anfangsbuchstaben nutzt. Wohlgemerkt nicht im Internet, sondern mit Füller auf Papier, das in ihrer Wohnung blieb. So mache ich es hier im Blog ja auch mit den Menschen aus meinem persönlichen Umfeld, aber der ursprüngliche Grund dafür war ein anderer. Nämlich der, dass ich es unfair finde, Menschen hier namentlich zu erwähnen, die ich vorher nicht gefragt habe, ob ich das darf. Inzwischen bin ich froh, dass ich das so handhabe. Selbst wenn ein Vorname an und für sich nicht sooo viel preis gibt, aber am Ende machen es die Verknüpfungen, die sich das Internet eben auch merkt mit seinem Elefantengedächtnis.

Das alles kreiselt mir im Kopf. Keiner weiß, was die Zukunft bringen wird. Aber ich merke, dass ich immer vorsichtiger werde mit meinen Äußerungen hier im Blog. Das ist einfach so oder so nicht gut für mich, denn ich finde es anstrengend, im Zweifel die Klappe zu halten. Deshalb werde ich jetzt eine Blog-Schreib-Pause einlegen und darüber nachdenken, was ich glaube, verantworten zu können und zu wollen.

Für heute gibt es aber noch die guten Dinge meines Tages:

  • Es gab ein bisschen ganz warme Sonne. 😎
  • Eine interessante Besprechung mit Chefchef. Besonders deshalb, weil ihm in letzter Zeit irgendwie aufgegangen sein muss, was bestimmte Veränderungen an Arbeitsaufwand für uns und damit in seiner Abteilung bedeuten. Hihi…
  • Mein Termin bei der Fußpflege. Die Mitarbeiter dort sind so nett und wir quatschen immer ein bisschen.

Allen, die hier lesen, wünsche ich entspannte Ostertage mit vielen bunten Ostereiern! Nach meiner Nachdenk-Pause kreuze ich hier wieder auf, verkünde das Ergebnis und hoffe, dass es euch interessiert.

Sommerzeit

Bis eben dachte ich noch, dass ich die Umstellung auf die Sommerzeit und die dadurch fehlende Stunde dieses Jahr super weg gesteckt habe. Aber nun fallen mir um 19 Uhr schon die Augen vor lauter Müdigkeit zu. Warum kann man mit dem Mist nicht endlich wieder aufhören??? 👿

  • Schön, dass trotz all der Arbeit im Büro auch immer ein bisschen Zeit zum Klönen bleibt. Heute kamen wir irgendwie aufs Tanzen und N. hat mir von der Tanzschule Fern erzählt, die früher im Fernsehen Tanzunterricht gab. Sehr lustig, was es alles für Tänze gab, die heute so gut wie gar nicht mehr getanzt werden. Z.B. den Bossa Nova (und YouTube hält noch viele weitere Filmchen der Tanzschule bereit):

  • Auf dem Heimweg traf ich Hund W. mit meinem Lieblingsnachbarn. Der Hund freute sich über Streicheleinheiten und der Nachbar und ich über einen kurzen Plausch.
  • Eine Mail von D. und ich bin froh, dass ihre lange Funkstille keinen ernsten Hintergrund hat.

Der Nachtrag vom Wochenende

Wow, es war zwar grau, aber nicht kalt und nicht nass! Nahezu angenehmes Wetter. Inzwischen bin ich ja schon für kleine Wetterbesserungen dankbar und vor allem dafür, wenn uns das Wetter nicht von unseren Plänen abhält.

Die guten Dinge von Freitag:

  • Herr Grillenscheucher sah so schick aus mit den frisch geschnittenen Haaren, der neuen Weste und den neuen Schuhen.
  • Leckere Dinge auf dem Wochenmarkt eingekauft. Bärlauch gab es auch wieder.
  • Endlich waren Herr Grillenscheucher und ich wieder fit genug, um zum Tanzen zu gehen. Zum Glück wurde während unserer Abwesenheit eine Figur im Cha Cha Cha und in der Rumba gelehrt, die wir zwar vergessen, aber schnell wieder drauf hatten.

Die guten Dinge von Samstag:

  • Herr Grillenscheucher und ich waren in der Innenstadt, um diverses Zeug zu kaufen. Es war zwar anstrengend, zwischen alle den Menschen rum zu laufen, aber das Wetter war mild und wir konnten unsere Mäntel offen lassen. Glücklicherweise haben wir alles bekommen, was auf dem Zettel stand.
  • Spaghetti mit Bolo – mir war so danach und es war total lecker.
  • Rechtzeitig die Uhren auf die beknackte Sommerzeit umgestellt und so haben wir uns gleich dran gewöhnt.

Die guten Dinge von heute:

  • Der Wohnungsputz lag an und wir hatten Spaß dabei.
  • Ich habe die Balkonpflanzen inspiziert – alle sehen gesund und munter aus. Hier und da treibt schon was aus. Hoffentlich nicht zu früh, denn für die kommende Woche ist hier nochmal Schnee angekündigt.
  • Die Narzissen, die ich am Freitag auf dem Wochenmarkt gekauft habe, gehen auf und bringen ein bisschen Frühling in meine Wohnung.

Ein neues Projekt

N. hat kürzlich ein Projekt übertragen bekommen und die Änderung der Projektleitung ist endlich offiziell. Ich darf dort auch mitarbeiten und freue mich total darüber, denn es ist ein Projekt mit der Kantine. Nein, nicht nur weil ich gern esse freue ich mich darüber. 😉 Es ist sowohl für mich als auch für N. ein ganz neuer Bereich und wir sind beide neugierig, wie dort gearbeitet wird, welche Wünsche sie haben und welche Probleme. Und es ist auch ein Bereich, den wir fast täglich nutzen, über den wir manchmal motzen und über den wir uns ebenso oft freuen. Toll, den mal ein bisschen näher kennenlernen zu können und das auch noch bezahlt!

  • Heute hatten N. und ich unseren Einstandstermin für das neue Projekt und haben die Verantwortlichen der Kantine kennengelernt. Das war schon mal ein super Aufschlag, denn es ging alles ratzfatz und ohne großes Gerede, aber dafür mit klaren Worten. Dazu durften wir uns ein Getränk wünschen und ich hab mir dann gleich mal einen Cappucchino geordert. Bloß keine falsche Bescheidenheit…
  • Mein Kollege H. kam mit seinem kleinen Sohn vorbei und erzählte, wie anstrengend das Vatersein für ihn ist. Ich konnte das kaum glauben, denn der Kleine war ganz friedlich und guckte einen mit seinen großen blauen Augen intensiv an als könne er sehen, was man denkt. Aber ich fand es schön, dass H. so ehrlich war.
  • Auf dem Weg nach Hause habe ich jemandem in der U-Bahn die Tür geöffnet, weil der offensichtlich keine Hand frei hatte. Ich wurde nicht mal eines Blickes gewürdigt und so sagte ich: „Bitte.“. Das nutzte bei dem Typen nichts – Benehmen ist ja auch Glückssache 🙄 -, aber dafür sagte die Frau, die nach ihm ausstieg, artig „Danke.“ und lächelte mich an. Ist doch alles viel netter mit ein bisschen Kommunikation!