Es tut sich was…

Na, wer hätte das gedacht? Das allererste kleine Saatkörnchen auf dem Balkon streckt Grünes aus der Erde. Es will eine Sonnenblume werden und wurde aus den Sonnenblumenkernen vom letzten Jahr gezogen.

114_Sonnenblumenkeimling

Außerdem keimen die Sommerblumen, die ich neben der Kiwi gesät habe, sehr fleißig. Alles andere hält sich draußen noch bedeckt. Immerhin blühen die Erdbeeren schon:

113_ErdbeerblütenDie Lichtkeimer, die bei mir momentan drinnen stehen, geben sich allmählich auch Mühe. So ganz zufrieden bin ich noch nicht, wird aber hoffentlich noch. Deren Kästen und Töpfe fehlen momentan auf dem Balkon – da sind noch Lücken zu schließen, wie es auch auf den Fotos zu sehen ist. So sieht es derzeit dort draußen aus:

115_am_Fenster 116_linke_Ecke 117_linke_Ecke

118_linke_Seite 120_Buddha 119_am_Geländer

Ich finde, ein guter Anfang ist gemacht. Und ich bin ganz froh, dass ich dieses Jahr auf ein paar Pflanzen verzichtet habe, die sonst zu meinem Standardprogramm gehörten: Tomaten und Paprika z.B. Mir wurde das einfach zu viel Pflegeaufwand für zu wenig Ertrag. Schließlich möchte ich meinen Balkon auch mal einfach genießen dürfen und nicht schon beim Betreten die Arbeit sehen, die dort auf mich wartet.

Kiwi

Eine Kiwi? Echt, eine Kiwi? Irgendwie habe ich immer gedacht, Kiwis wachsen nur in Australien oder so. Aber bei meiner Lektüre über Kletterpflanzen bin ich tatsächlich über Kiwis gestolpert. Angeblich sollen sie es hier klimatisch gut vertragen und außerdem super klettern. Ich habe ein Rankgitter auf dem Balkon, das sich schon ganz lange nach Bewuchs sehnt, und alle bisherigen Versuche schlugen fehl. Also warum nicht mal eine Kiwi ausprobieren?

Bestellt habe ich sie bei meinem Lieblings-Pflanzenversand, der mir zwar mal die bestellten Erdbeerpflanzen vor enthielt, aber wenigstens immer gute Ware geliefert hat: Hof Jeebel. Ich konnte meine Kiwi Jenny sogar für eine bestimmte Kalenderwoche ordern – logischerweise für die nach der Kreuzfahrt.

Alles hat super geklappt und am Samstag kam der riesige Karton. Drin war jede Menge Stroh und natürlich die Kiwi mittendrin.

106_Kiwi_Karton   107_Kiwi

Extra für die Kiwi hatte ich einen riesigen Balkonkasten gekauft. Es hat ewig gedauert, bis der mit Erde gefüllt war, denn die musste erst gemischt werden: Kokoserde, Blumenerde und Sand. Kiwis mögen, so habe ich gelesen, eher einen sandigen Boden. Na, was tut frau nicht alles für ihre Pflanzen, gell. Stunden später war Frau Jenny also eingepflanzt:

108_Kiwi_im_Kasten

Um sie rum habe ich Sommerblumen-Saat gesät, damit sie nicht ganz so einsam ist. Nun hoffe ich, dass der Hagel am nächsten Tag sie nicht allzu sehr erschreckt hat und sie trotzdem anwachsen und bleiben möchte. Wenn sie dann noch das Gitter berankt, bin ich glücklich.

Frühjahrsrückschnitt

Manche Pflanzen wollen im Frühjahr und nicht schon im Herbst zurück geschnitten werden. Ich habe mir für meine Pflanzen Listen für den jeweils erforderlichen Rückschnitt gemacht. Jetzt im Frühling waren Lavendel, Salbei und Ysop dran. Außerdem habe ich die Tannen- und Koniferenzweige von der Erde entfernt. Hoffentlich wird es warm genug ohne diesen Schutz. Die Topfumhüllungen habe ich belassen, denn es sind immer noch Temperaturen um den Gefrierpunkt angekündigt. Leider! 🙁

Der Lavendel sieht jetzt erstmal fast tot aus, aber das ist jedes Jahr nach dem Rückschnitt so. Vorher- und Nachherfoto:

63_Lavendel       66_Lavendel

Der Ysop hat dafür gezeigt, wie toll er schon austreibt:

61_Ysop   65_Ysop

Von einigen weiteren Pflanzen gibt es auch Austreib-Erfolge zu vermelden. Die Pfingstrose, die Minze und der Oregano allen voran:

68_Pfingstrose 67_Minze 69_Oregano

Ich bin schon sehr gespannt, wie es dieses Jahr weiter geht.

Wurzel-Experiment

Nun gut, es war nicht auf dem Balkon, aber dennoch ein Pflanzen-Experiment. Die IKEA-Family-Zeitschrift hat mir erzählt, man könne die Enden von Mohrrüben in Wasser legen und dann würden sie neue grüne Triebe erzeugen. Das habe ich gleich mal versucht. So sah das Ganze am ersten Tag aus:

59_Möhren

Da sieht man schon, dass eine Möhrenscheibe im Wasser versunken ist. Aber noch hatte ich ja Hoffnung. Zwei Tage später sah das Experiment so aus:

70_Möhren

Auch die zweite Möhrenscheibe ist im Wasser versunken und bei der noch oben schwimmenden tut sich nichts.

Danach wurde das Ganze nur noch eklig und schleimig. Was möglicherweise bei IKEA funktioniert hat, tat es bei mir nicht. Schade, denn es wäre so hübsch gewesen, hätte sich aus den Möhren neues Grün entwickelt.

Die große Kiste

Schon vor ein paar Wochen habe ich ja sämtliche einjährigen Pflanzen entsorgt und die mehrjährigen ein bisschen später für den Winter präpariert. Es fehlten noch die Tannenzweige zum Abdecken der Erde und die bekam ich nun vor ein paar Tagen von M. aus seinem Garten geschenkt und auch noch geliefert. Genau genommen waren es Tannen- und Koniferenzweige. Sie kamen in einem großen blauen Beutel und der Inhalt entpuppte sich als riesiger Berg, den ich gar nicht vollständig verwenden konnte. 😯

291_blauer_Sack     292_Tannenzweige

Aber mal von Anfang an. Durch das Entsorgen der einjährigen Pflanzen werden bei mir immer ziemlich viele Kästen und Töpfe leer. Irgendwo müssen die ja hin. Sie als Sammelsurium auf dem Balkon stehen zu lassen, kam mir nie in den Sinn. Erstens sieht das doof aus. Zweitens hätte ich Angst, dass die leichteren unter ihnen beim nächsten Sturm durch die Gegend fliegen. Drittens setzen sie in der winterlichen Feuchtigkeit ekligen Grünbelag an, den ich im nächsten Frühjahr wieder abputzen müsste. Keine für mich praktikable Lösung.

Früher hat Herr Grillenscheucher all die Töpfe und Kästen im Herbst in den Keller und im Frühjahr aus dem Keller geschleppt. Weil die Teile so unhandlich und teilweise ziemlich schwer sind, bedeutete das mehrfaches Hoch- und Runterlaufen, was einem aus dem 4. Stock ziemlich auf den Zeiger geht. Mal ganz abgesehen von der körperlichen Anstrengung…

Letztes Jahr hatte ich eine geniale Idee: die große Kiste! 💡 Ungefähr im Frühsommer gibt es in den Männerboutiquen und Discountern überall große Plastikkisten zu kaufen, in denen üblicherweise Gartenstuhlauflagen und so verstaut werden. Aber es spricht ja nichts dagegen, andere Dinge darin zu lagern. Bei einem Discounter fand ich eine, deren Anblick ich erträglich, ja fast schon hübsch finde, und die habe ich gekauft.

78_Plastiktruhe

Das Schloss hängt nicht etwa daran, weil ich hier oben Plastikkisten-Räuber erwarte, sondern weil ohne das Schloss der Deckel bei Sturm hoch fliegt. 😉

Diese tolle Kiste erspart uns nun das Hin- und Hertragen der leeren Pflanzgefäße. Gaaanz neues Lebensgefühl! Im Sommer steht sie im Keller und im Winter auf dem Balkon. Es gibt also nur noch ein – zugegeben etwas unhandliches, aber sehr leichtes Teil – zu tragen. Und bis auf zwei sehr lange und zum Glück sehr leichte Balkonkästen, die eben auch noch in den Keller getragen werden müssen, passt der Rest komplett da rein.

74_Aufbewahrungskiste     75_Aufbewahrungskiste

Das ist die Geschichte der großen Kiste.

Wenn alle Einjährigen entsorgt, die Kästen und Töpfe geschrubbt und in der Kiste verstaut sind, dann werden die Mehrjährigen zusammen gerückt und mit Winterschutzfolie umwickelt. Ich wickel nur die Pflanzgefäße ein und nicht die Pflanzen an und für sich, denn ich glaube, dass sie unter der Folie nicht genug Licht und Luft bekommen.

80_Jasmin_eingewickelt     76_eingewickelte_Pflanzen

Auf dem zweiten Foto ganz rechts probiere ich dieses Jahr mal eine Kokosmatte statt meiner üblichen Schutzfolie, die an allen anderen Töpfen zu sehen ist, aus. Die Matte gab’s bei Aldi und dafür, dass sie gerade mal für einen großen Topf reicht, fand ich sie ziemlich teuer. Das mache ich wohl nicht nochmal. Zumal sie auch sehr dick und für kleinere Gefäße nur schwer zurecht zu schneiden wäre.

Zuletzt kommen Zweige von Nadelgewächsen auf die Erde, damit die Pflanzen nicht nur seitlich, sondern auch von oben eingepackt sind. Zum Schluss sehen sie dann so aus:

293_abgedeckte_Pflanzen

Nun kann der Winter kommen bzw. meinetwegen auch gern fern bleiben. Natürlich hilft das alles nicht so unbedingt bei langer strenger Kälte. Dann kann der Inhalt der Töpfe auch gern mal durchfrieren und das war’s dann mit der Pflanze. Aber es hilft definitiv für „normale“ Winter in diesen Breitengraden. Und selbst in Wintern, die ganz schrecklich waren, hab ich so immer noch die allermeisten Pflanzen durch gebracht. Z.B. im Winter 2009/2010, als der Schnee hier ewig Buddha-hoch lag:

Buddha_mit_Lichteffekten