Der erste Seetag und lauter Defekte

Der erste Tag auf einer Kreuzfahrt ist normalerweise ein Seetag, an dem kein Hafen angelaufen wird. Die neuen Gäste sollen in Ruhe ankommen und das Schiff auskundschaften können; das ist der Plan der Reedereien. Und natürlich die Shops zu öffnen und dort Umsatz zu machen.

Herr Grillenscheucher und ich stellten an diesem ersten Morgen auf dem Schiff fest, dass die Nespresso-Maschine in unserer Kabine leicht defekt war. Sie weigerte sich, die Kaffeekapseln anzustechen. Dieses Problem konnte glücklicherweise Herr Grillenscheucher heilen.

Der nächste Defekt fand sich in der Dusche: das Wasser kam eher nicht mehr aus der Brause, sondern aus der Verbindungsstelle zwischen Brause und Schlauch. Dafür hatten wir nun wirklich kein passendes Werkzeug dabei – was man nicht alles beim Kofferpacken vergisst 😉 – und fingen an, die Handwerker vom Schiff zu beschäftigen. Dieses Problem haben sie zum Glück sehr schnell behoben.

Dass der Dunstabzug im Bad überhaupt keinen Mucks mehr von sich gab und ganz klar im Eimer war, haben wir gar nicht erst gemeldet. Das Ding war uns auf den vergangenen Kreuzfahrten eh schon immer als zu laut aufgefallen. Die Ruhe von dort war also eher ein Segen. Ganz im Gegensatz zum Lärm der Klimaanlage. Bei der hatten wir allerdings noch die Hoffnung, dass sie Ruhe gibt, wenn wir nur ihren Temperaturregler in die richtige Stellung brächten, in der sie nicht mehr so viel Arbeit hat, wie ihr Gestöhne vermuten ließ.

Auch sonst waren überall auf dem Schiff kleine Defekte zu sehen: abgestoßene Stellen, verdreckte Liegen und Deckenverkleidungen, die leicht runter hingen. Es war ganz deutlich, dass dies die letzte Fahrt für TUI sein würde. Da lohnen sich bestimmte Schönheitsreparaturen wohl nicht mehr. Dennoch habe ich mich auf unserem Spaziergang über die Mein Schiff 1 nochmal in sie verliebt. So viel Holz, so viel Außenfläche und immer mal wieder ein Knarren, das nur ein echtes Schiff kann.

Morgens schon war der Blick durchs Fenster auf unseren Balkon, das Meer und das Land in der Ferne einfach nur hinreißend.

 

Im Casino haben wir mit dem Kellner rumgealbert, der auf die Bestellung von Wasser mit Gas und Zitrone letztere selbstverständlich lieferte und die Selter natürlich auch. 😀

Sowieso lieben wir das grandiose Casino, der vielleicht schönste Innen-Raucherbreich auf einem Schiff, mit seinem irgendwie psychedelischen Eingang.

Es gibt so viele Bereiche auf dem Schiff, die wir nie aktiv genutzt haben, weil sie einfach nicht unseren Interessen entsprechen. Das macht ja aber gar nichts, denn andere Gäste hatten ihren Spaß daran und schön fanden wir sie trotzdem. Die Sushi-Bar z.B, die immer so hübsch dekoriert war:

Die Vinothek, die so gemütlich aussieht (auch wenn es immer, immer arschkalt dort ist – ich sach nur „Klimaanlage“):

Die Nasch-Bar und ihre Caféhaus-Tische, wo es sehr hübsche Pralinen gibt.

Die TUI-Bar, die auf unseren Reisen fast immer genauso kalt wie die Vinothek war. Sie hatte fast immer geöffnet und abends gab es dort oft Live-Musik.

Wir bewegen uns übrigens gerade von hinten nach vorn auf Deck 7 auf dem Schiff. Insgesamt gab es 12 Decks und die untersten 3 waren gewöhnlich nur von der Besatzung betretbar. Wobei Deck 3 ganz vorn oft als Ausgang für die Landgänge genutzt wurde.

In der Mitte vom Schiff gab es das Atrium, in dem man von Deck 5 mit der Rezeption bis ganz nach oben zu einem Kompass gucken konnte, der angeblich immer den aktuellen Kurs des Schiffes anzeigte. Ich habe das nie überprüft.

Leider gab es dort auch diese Aufkleber an einigen Wänden, die mich immer ganz traurig machten, wenn ich daran vorbei kam:

Dafür fand sich überall Oster-Dekoration auf dem Schiff und zwar eine, die ich mag, weil ich sie nicht kitschig finde.

Auf den Außendecks gab es viele Liegen, ein paar Sportplätze (z.B. einen „Rasen“ für die Golfspieler), Hängematten und manches ungestörtes Plätzchen.

 

Daneben gab es für die Einsiedler unter uns auch noch extra buchbare Entspannungsinseln. Ich persönlich bin ja nicht davon überzeugt, dass es dort so entspannend war, denn in unmittelbarer Nähe waren die nicht gerade leisen Abluftabzüge der Küche. Aber hübsch sehen die Dinger schon aus:

Unterwegs auf dem Schiff sahen wir sehr viel günstigere Alternativen, sich einen oder mehrere Liegeplätze zu sichern. Wow, es gibt tatsächlich riesige Wäscheklammern, die in der Lage sind, ein Handtuch auf einer Liege zu sichern und damit klar machen: „Meine!!!“. 😯 Ein Glück bin ich daran komplett uninteressiert, so dass es mich einfach nur schmunzeln ließ.

Die Himmel-und-Meer-Lounge bescherte einem einen wunderbaren Blick ganz vorn auf dem Schiff und hatte lauter gemütliche Ecken. Insbesondere welche, in die man sich einfach rein fläzen durfte.

Ein typisches Treppenhaus auf der Mein Schiff 1 sah meiner Meinung nach auch schon ziemlich spektakulär aus:

Nun gehen wir wieder zurück auf das hintere Ende vom Schiff. Dort schlummerte Donany im Bett und hielt sich die Ohren zu – die Klimaanlage…

Ebenfalls auf Deck 9, dem unserer Kabine, gab es den Kids Club. Dort kümmerten sich professionelle Betreuer um die Kinder, was ich für eine sehr gute Idee halte. Sie machten Schnitzeljagden über das Schiff, spezielle Ausflüge und Veranstaltungen und pro Tour mindestens eine Übernachtung im Kids Club mit ihnen. Auf unserer Kreuzfahrt waren 47 Kinder mit dabei. Wir haben unterwegs gehört, dass auf dem Schwesterschiff, der Mein Schiff 2, zur selben Zeit 400 Kinder dabei waren. Da ist so ein kleiner Club selbstredend überfordert und ich bin überfordert mit der Vorstellung, dass Eltern ihre kleinen Kinder überhaupt mit auf eine Kreuzfahrt nehmen. 🙄 Sie würden sie schließlich auch nicht auf eine Bus-Rundreise mitnehmen, oder?

Was für ein Glück, dass wir eine überschaubare Zahl Kinder mit an Bord hatten! Nichts gegen die Kinder, aber natürlich langweilen sie sich auf so einem Schiff – ganz besonders, wenn sie nicht speziell bespaßt werden können, weil es einfach zu viele sind. Und dann wird es für alle laut und anstrengend – für Kinder wie für Erwachsene. Wäre es da nicht für alle angenehmer, die Anzahl der Kinder pro Tour nach den Kapazitäten der Betreuungsmöglichkeiten zu begrenzen? Naja, das ist wahrscheinlich schon wieder Diskriminierung…

Am Nachmittag zog der Himmel leider langsam ein wenig zu, aber Land war immer noch in Sicht.

Ganz hinten auf dem Schiff auf Deck 5 und 6 war unser Lieblingsrestaurant untergebracht. Es kostete tatsächlich keinen Cent extra und war trotzdem so wunderschön eingedeckt – das Atlantic.

Und durch diese Drehtür ging es in die Küche des Atlantic:

An diesem und vielen anderen Abenden haben Herr Grillenscheucher und ich hier lecker gespeist. Heute gab es eines meiner Lieblings-Hauptgerichte – Hummer mit selbstgemachten Linguine. Und endlich war es mal wieder so wie früher, nämlich durch und durch lecker. 🙂

Vor dem schwierigen Einschlafen wegen der lärmenden Klimaanlage war ein wunderschöner Vollmond zu sehen:

Die letzte Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 1

Was bringt einen nach einem vollkommen ätzenden ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, der einem die Tränen in die Augen trieb, wieder in die gute Urlaubslaune? Genau! Auf dem Heimweg entspannte Musik von Jack Johnson auf die Ohren:

Damit war der Anfang zur guten Laune gemacht und zu Hause wartete Amelie mit den Urlaubsfotos und der Plan, mit meinem Kreuzfahrtbericht zu starten. Das erste Foto-Kapitel ist bearbeitet, also kann es jetzt losgehen. Zeitnah, wie versprochen. 😉

Bevor unser Lieblingsschiff, die Mein Schiff 1 von TUI Cruises, an eine englische Reederei verkauft wurde, fuhr es eine 42-tägige Abschiedsreise, die in 3 Abschnitte aufgeteilt war. Von Singapur nach Dubai, von Dubai nach Antalya und von Antalya nach Mallorca. Herr Grillenscheucher und ich hatten uns schon vor etwa 2 Jahren entschieden, die alte Lady auf ihrem letzten Abschnitt zu verabschieden. Alles andere hätte unsere Nerven vermutlich blank liegen lassen, denn auf den Abschnitten davor gab es zu viele Seetage am Stück. Erfahrungsgemäß können wir solche Tage aber nur begrenzt genießen.

Die ursprüngliche Route für den letzten Abschnitt sah auch einen 2-tägigen Aufenthalt in Istanbul vor, der wegen der aktuellen Situation in der Türkei abgesagt wurde. Einerseits ist das sehr schade, denn die Stadt hätte ich gern gesehen. Andrerseits waren wir sehr erleichtert über diese Entscheidung der TUI, denn wir hatten eben wegen der Türkei-Situation zwischenzeitlich bereits überlegt, die Kreuzfahrt zu stornieren. Blöd genug, dass wir weiterhin über Antalya anreisen mussten.

Statt Istanbul bekamen wir 2 andere Häfen zu sehen, über die wir uns sehr gefreut haben: Mykonos und Malta. Unsere Kreuzfahrt hatte nun folgenden Ablauf: Seetag, Piräus, Mykonos, Kreta, Seetag, Malta, Seetag, Salerno, Civitavecchia, Seetag, Barcelona, Mallorca.

Aber vor dem ersten Ablegen steht das Kofferpacken. 😕 Ich kann gar nicht sagen, warum es dieses Mal ganz besonders schlimm war, aber definitiv hätte ich in dem Moment die Reise am liebsten abgesagt. Boah, was hatte ich eine schlechte Laune. Herrn Grillenscheucher ging es nicht anders, was gewissermaßen beruhigend war. Noch dazu schneite es am Abend vor dem Abflug ziemlich heftig. 😯

Am Tag unseres Abflugs schien immerhin die Sonne und wir konnten die Koffer über schneefreie Fußwege rollen. Dank C. hatten wir super bequeme Sitzplätze mit viel Beinfreiheit im Flieger und dazu dank Herren Grillenscheucher super leckere Wraps für die Ernährung auf dem Flug. Sowohl beim Start als auch bei der Landung hatte ich keinerlei Probleme mit dem Druckausgleich, was eine echte Rarität ist.

Das Warten auf die Koffer stellte mich vor eine echte Geduldsprobe. Umgeben von Menschen, die mit fast 100%iger Sicherheit ebenfalls mit aufs Schiffchen kommen. Einige kannte ich vom Sehen von vergangenen Kreuzfahrten und ich fühlte mich irgendwie umzingelt und eingesperrt. Wofür die Menschen überhaupt nichts können, denn sie hatten mir noch nie was getan.

Aber dann waren die Koffer endlich eingesammelt und wir durften raus in die warme Abendsonne und rauchen. Juchuh! Außerdem ergatterten wir Sitzplätze ganz vorn im Shuttle-Bus zum Schiff und hatten einen super Blick auf das Verkehrschaos in Antalya. Irre! Am Check-In zum Schiff erwischten wir 2 Jungspunde und hatten richtig Spaß mit den beiden. „Mit welchem Reisepass reisen Sie ein?“ – „Mit dem meiner Eltern. Das war schon immer problemloser.“ 😛

Auf dem anschließenden kurzen Weg zum Schiff winkten uns C. und M. schon vom Schiff aus zu. Welch eine tolle Begrüßung! Nach einem kurzen Schwung über unsere Kabine, in der uns mal wieder diverse Gutscheine für Der-Himmel-weiß-was, ein Schiffsmodell und die obligatorische Rose erwarteten, haben wir die beiden im Casino getroffen und uns glücklich begrüßt. Kennen gelernt hatten wir uns auf demselben Schiff vor 4 Jahren und dies würde unsere zweite gemeinsame Kreuzfahrt werden.

Vor der obligatorischen Seenotrettungsübung haben Herr Grillenscheucher und ich uns mit einem Burger und Pommes im Cliff 24 gestärkt. Zu dem Zeitpunkt war das Pooldeck fast leer und nur die Tische für das erste Auflaufen waren schon aufgebaut.

Vor und nach der Seenotrettungsübung, die zum Glück sehr zügig zu Ende war, haben wir die Koffer ausgepackt. Und wir haben es geschafft, zum ersten Ablegen dieser Kreuzfahrt auf unserem Lieblingsplatz dafür hinten draußen auf Deck 7 zu stehen – in ganz warmer Luft. Danach hatten wir noch einen späten und schönen Abend mit C. und M. im Casino.

Unsere erste Nacht auf dieser Tour wurde leider erheblich von der super lauten und vermutlich kaputten Klimaanlage in unserer Kabine beeinträchtigt. Schlaf gab es deshalb eher wenig. Wie gut, dass der nächste Tag ein Seetag sein würde!

Frühjahrsputz

Nachdem Herr Grillenscheucher und ich die ersten warmen Sonnentage in Hamburg verpasst haben, weil wir übers Mittelmeer kreuzten, hat Petrus mir heute, am Tag nach unserer Rückkehr, trockenes und relativ warmes Wetter gegönnt. Während also drinnen die Waschmaschine mit den Urlaubs-Wäschebergen beschäftigt war, habe ich auf dem Balkon den Frühling eingeläutet.

Die Petersilie hat mal wieder nicht überlebt und ich glaube, ich gebe es auf, welche zu säen. Wir essen eh kaum welche, so dass sie nicht gerade nützlich ist. Und schön genug, um sie einfach zum Spaß zu haben, sieht sie auch nicht aus. Die Petersilien-Töpfe habe ich heute also geleert und geschrubbt.

Der Winterschutz wanderte ebenso in den Müll. Dabei konnte ich entdecken, dass außer der Petersilie alle Pflanzen überlebt haben und wieder austreiben. Juchuh! 🙂 Der Sauerampfer wächst schon mächtig und die Pfingstrose streckt erste Fühler aus dem Boden.

Der Kasten mit den Erdbeeren ist grün belaubt, nachdem ich die vertrockneten Zweige raus geschnitten hatte.

Ebenso treibt meine Bodendecker-Pflanze, deren Namen ich nicht mehr weiß, fröhlich aus. Ich habe ihr die trockenen Äste abgeschnitten und schätze, sie wird fast explodieren vor Wuchsfreude.

Der Jasmin, über den ich mir schon ein bisschen Sorgen gemacht hatte, kriegt frische grüne Blätter.

Die Kiwi trägt knospenähnliches und will offenbar austreiben. Auf ihren weiteren Verlauf bin ich unglaublich gespannt.

Ich habe den für mich schwierigen Frühjahrsrückschnitt erledigt. Da treiben die Pflanzen schon so schön aus und ich muss ganz viel davon weg schneiden. Seufz. Aber letztlich tut es ihnen ja gut, so habe ich mir mantraartig zugeredet. Jetzt ist alles ordnungsgemäß beschnitten.

Die Töpfe mit den Kroken geben mir Rätsel auf. Da kommt Grün aus der Erde, das aber an den oberen Enden überwiegend vertrocknet aussieht. An Wassermangel kann es nicht liegen. Ist es vielleicht die böse Staunässe? Jedenfalls sind sie weit davon entfernt, Blüten zu kriegen. Schade!

Aber auch ohne blühende Kroken kommt jetzt der Frühling. Davon bin ich überzeugt, denn schließlich wurden die Alsterschwäne bereits in die Freiheit entlassen. Und es wird höchste Zeit, den Pflanzplan für meinen Balkon auszuarbeiten. Frisch ans Werk…

Zurück aus der Denkpause

Da bin ich wieder. Zurück aus meiner Denkpause und außerdem zurück von einer wunderschönen Kreuzfahrt über das Mittelmeer. Meine Denkerei hat zum Ergebnis, dass ich versuchsweise die Rubrik der guten Dinge nicht mehr täglich befülle, sondern nach Lust und Laune. Dafür mag ich mehr in den anderen Rubriken schreiben. Da gibt es ja gerade auch viel zu berichten über die Kreuzfahrt, sobald die vielen, vielen Fotos gesichtet und sortiert sind. Ich bemühe mich um zeitnahes Aufarbeiten. 😉

Datenklau

Letzte Woche las ich einen Kommentar auf Spiegel Online, der mir seitdem nicht aus dem Kopf geht. Aufgehängt daran, dass über Facebook Nutzerdaten in falsche Hände geraten sind, geht es in dem Kommentar hauptsächlich darum, was Menschen im Internet preisgeben, preisgeben wollen (und warum) und preisgeben dürfen. U.a. stand in dem Kommentar, dass wir hier in Deutschland in einer Freiheit und Sicherheit leben, die es möglich macht, alles mögliche im Internet zu schreiben. Menschen in Ländern wie z.B. China oder der Türkei können davon maximal träumen, wenn sie denn wenigstens das dürfen. Ich könnte hier immer wieder schreiben, wie schrecklich ich unseren neuen Heimatminister finde und damit meine Meinung kundtun. Ähnliches kann in anderen Ländern tödlich enden.

Auch wenn ich nicht auf Facebook oder diversen anderen Plattformen wie z.B. Instagram bin, nutze ich doch WhatsApp, ich schreibe diesen Blog und ich schreibe Mails. Das Internet merkt sich alles, womit man es füttert. Was ist also, wenn sich hier in Deutschland die Verhältnisse ändern? Wenn man irgendwann dafür eingesperrt wird, weil man sich für Asylanten eingesetzt hat? Wenn auf negative Äußerungen über Politiker irgendeiner Couleur die Todesstrafe steht? Wenn eine Vorliebe für Fleischgerichte oder fürs Rauchen die sofortige Entziehungskur zur Folge hätte? Wenn…?

Vor vielen Jahren in einer anderen Wohnung hatte ich mal eine sehr nette Nachbarin, die Tagebuch schrieb. Also so klassisch auf Papier. Sie erzählte mir, dass sie wegen all der Dinge, die ihr ihre Eltern (!) aus dem 2. Weltkrieg berichtet hatten, nie Namen in ihrem Tagebuch ausschreibt, sondern lediglich den Anfangsbuchstaben nutzt. Wohlgemerkt nicht im Internet, sondern mit Füller auf Papier, das in ihrer Wohnung blieb. So mache ich es hier im Blog ja auch mit den Menschen aus meinem persönlichen Umfeld, aber der ursprüngliche Grund dafür war ein anderer. Nämlich der, dass ich es unfair finde, Menschen hier namentlich zu erwähnen, die ich vorher nicht gefragt habe, ob ich das darf. Inzwischen bin ich froh, dass ich das so handhabe. Selbst wenn ein Vorname an und für sich nicht sooo viel preis gibt, aber am Ende machen es die Verknüpfungen, die sich das Internet eben auch merkt mit seinem Elefantengedächtnis.

Das alles kreiselt mir im Kopf. Keiner weiß, was die Zukunft bringen wird. Aber ich merke, dass ich immer vorsichtiger werde mit meinen Äußerungen hier im Blog. Das ist einfach so oder so nicht gut für mich, denn ich finde es anstrengend, im Zweifel die Klappe zu halten. Deshalb werde ich jetzt eine Blog-Schreib-Pause einlegen und darüber nachdenken, was ich glaube, verantworten zu können und zu wollen.

Für heute gibt es aber noch die guten Dinge meines Tages:

  • Es gab ein bisschen ganz warme Sonne. 😎
  • Eine interessante Besprechung mit Chefchef. Besonders deshalb, weil ihm in letzter Zeit irgendwie aufgegangen sein muss, was bestimmte Veränderungen an Arbeitsaufwand für uns und damit in seiner Abteilung bedeuten. Hihi…
  • Mein Termin bei der Fußpflege. Die Mitarbeiter dort sind so nett und wir quatschen immer ein bisschen.

Allen, die hier lesen, wünsche ich entspannte Ostertage mit vielen bunten Ostereiern! Nach meiner Nachdenk-Pause kreuze ich hier wieder auf, verkünde das Ergebnis und hoffe, dass es euch interessiert.